kammer, Realschule; bedeutende Metallwarenindustrie. Da⸗
hei Landgem. 8. mit 9360 E.
Luderhütte, s. Ludern.
düderitz, Franz Adolf Eduard, Großhändler, geb.
16. Juli 1834 in Bremen, übernahm 1878 das Tabakgeschäft
seines Vaters das., legte 1881 eine Faltorei zu Lagos in West⸗
afrika an, erwarb 1888 Angra Pequena (s. d., jetzt Lüderitzbucht)
 nebst dem angrenzenden Küstenstrich (LSüderitzland),
trat dieses Gebiet, das, 1884 unter den Schutz des Deut⸗
schen Reichs gestellt, den Ausgangspunkt der Kolonie
Deutsch-⸗Südwestafrika bildete, 1888 an ein Konsortium
Deutsche Kolonialgesellschaft für Südwestafrika) ab; er⸗
trank an der Mündung des Oranjeflusses Ende Okt. 1886.
Endern, anludern,. das Anlocken von Raubzeug (bes.
en und Schwarzwild durch ausgelegtes oder vorher
geschleiftes Luder (Aas). Luderplatz, die Stelle, wo das
duder ee wird; Luderhütte, von der aus man
Wild auf dem Luderplatz schießt.
Lüders, Alex. Nitolajewitsch, Graf, russ. General,
geb. 26. Jan. 1790 in Podolien, warf 1848 den Auf—
stand in den Donaufürstentümern nieder, operierte 1849
in Siebenbürgen und Ungarn gegen die Insurrektion, be—
fehligte im Orientkrieg 1886 die Südarmee, 1856 Höchst⸗
kommandierender in der Krim, 186162 Statthalter in
Polen, gest. 18. Febr. 1874 zu Petersburg.
Ludger, Bischof von Münster, s. Liudger.
Ludhiana, distriktsstadt in der brit.xostind. Lieutenant⸗
—— Pandschab, nahe dem Satladsch, (1901)
is 640 E.; Industrie in Kaschmirschals ꝛc.
Lüdinghausen, Kreisstadt im preuß. Reg.-Bez.
Münster, an der Stever und dem Dortmund- Ems—
Fanal, (1905) 2913 E., Amtsgericht, Schloß der Grafen
Droste zu Vischering. Dabei Kirchspiel 8. mit 2884 E.
Ludmila, Gemahlin des ersten christl. Herzogs von
Böhmen, Borschiwoj, förderte das Christentum, auf An—
stiften der Gegner zu Tetin 921 oder 927 erdrosselt, später
kanonisiert; boͤhm. Landespatronin; ielez 16. Sept
Ludolf, Hiob, auch Leutholf, Orientalist, geb. 15. Jan.
1624 zu Erfurt, gest. 8. April 1704 als kurpfalz. Kammerdirektor
 zu Frantfurt a. M., durch „üthiop. Grammatik“
(1661; 2. Aufl. 1702) und „Lexicon Aethiopionm“
1661; 2. Aufl. 1688) Begründer der äthiop. Studien.
Ludolfsche Zahl, das Verhältnis des Umfanges zuw
Durchmesser eines Kreises (s. d.).
Ludovika⸗-Akademie, Honved-Akademie, militär.
Bildungsanstalt in Budapest für Offiziere der ungar.
Landwehr (Honved), genaunt nach Maria Ludovika, Ge—
mahlin Kaiser Franz' T. mit dreijährigem Kursus.
Ludwich, Arthuͤr, Philolog, geb. 18. März 1840 zu
dyck, 1876 Prof. in Breslau, seit 1878 in Koönigsberg;
cchrieb: „Aristarchs homerische Textkritik“ (1884-85), gab
die „Odyssee“ (1688 01), „Ilias“ (1802 fg.) u. a. heraus.
Ludwig LT. der Fronmie, röm,deutscher Kaiser
(814 -840), geb. 778 dritter Sohn Karls d. Gr., 28. Jan.
314 Alleinherrscher des Frankenreichs, das er schon 817
unter seine Söhne Lothar, Pippin und Ludwig teilte,
veranlaßte —J— eine nochnialige Teilung (828) zügunsten
seines Sohnes Karl aus zweiter Ehe mit Judith eine Em—
pörung seiner Söhne erster Ehe; mußte, auf dem „Lügen—
seld“ bei Colmar von seinem Heer verlassen (833), der
Herrschaft entsagen (bis 834); gest. inmitten der durch
wiederholte —— seit 837 erregten neuen Wirren
20. Juni 840 auf einer Rheininsel bei Ingelheim.
Ludwig der Deutsche, König der Deufschen (848-376),
 geb. um 804, dritter Sohn Ludwigs des Frommen,
erhielt 317 Bayern und die Ostländer, 848 die Länder
östlich von Rhein und Aar, und wurde so der Gründer
eines Deutschen Reichs, das er 870 durch Deutsch-Lothringen
oergrößerte; gest. 28. Aug. 876 zu Frankfurt.
Sudwig r. 18m. deutscher Kaiser (865—875),
ältester Sohn Lothars J., geb. üum 822, 844 in Nom als
Fönig der Langobarden getrönt, 888 Nachfolger seines
Baters in Italien und als Kaiser, kämpfte gegen die
Sarazenen und die Beneventauer, gest. 12. Aug. 876.
Ludwig Ar. ver Juͤngere, König der Deutschen
876 882), Sohn Ludwigs des Deuischen, erhielt 876
Ostfranken, Thüringen, Sachsen und Friesland, erwarb
noch ganz Lothringen (880) und Bayern (875), gest.
20. Jan. 882 zu Frankfurt.

Lud

36

Ludwig 111. röm. Kaiser, folgte 887 unter Vor⸗
aundschaft seinem Vater, dem burgund. König Boso,
ämpfte 899 und seit 900 in Italien gegen Berengar J.,
von dem er 9085 gefangen und geblendet wurde; 901 zum
daiser gekrönt, gest. 924.
Ludwig 111., das Kind, König der Deutschen
900 - 9119, geb. 893 zu Ottingen, Sohn des Königs Arzulf,
 gest. 911 als der letzte der deutschen Karolinger.
Ludwig 1V., der Baher, röm.⸗deutscher Kaifer
1314 - 47), geb. 1287, Sohn Herzog Ludwigs des
Strengen von Bayern, lange im Streit um sein Erbe
nit seinem Bruder Rudolf, 1314 von fünf Kurfürsten
ieben Herzog Friedrich dem Schönen von — zum
dönig exwählt, besiegte diesen 1322 bei Mühldorf und
nahm ihn gefangen, ließ ihn aber 1325 frei und teilte,
als Papst Johann XXII. den Bann über ihn ausgespro—
hen hatte, mit Friedrich (gest. 18380) die Regierung. L.
zog 1327 nach Italien, ließ sich 17. Jan. 1828 in Rom
um Kaiser krönen, setzte Nikoläaus V. an Johanns Stelle
als Papst ein, kehrte 1830 nach Deutschland zurück, ver—
nochte jedoch den Ansprüchen der in Avignon unter franz.
Einfluß stehenden päpstl. Kurie gegenüber nicht seine Festig—
eit zu wahren, bis die ee 15. Juli 1338 im
Kurverein zu Rhens die Übergriffe des Papstes zurück—
viesen. Durch Vergrößerung seiner —— (1323 Ver⸗
eihung der Mark Brandenburg an seinen Sohn Ludwig,
ẽkrwerbung von Tirol und Kärnten durch Vermählung
1342] desselben mit Margarete Maultasch, 1346 von
Zolland, Seeland, Friesland und Hennegau durch seine
Bemahlin Margareta) zog sich L. in Papst Clemens VI.,
der 1346 den Bann erneute, und den deutschen Fürsten,
die 11. Juli 1346 zu Rhens Karl IV. als Gegenkaiser auf—
tellten, heftige Gegner zu. Er starb 11. Olt. 1347 bei
Fürstenfeld. — 347 Steinberger (1901), Schrohe (1902).
Ludwig Amadeus (Luigi Amabeo), Herzog der
Ubruzzen, Prinz von Savoyen, Sohn des kehemal.
dönigs von Spanien, Herzogs Amadeus von Aosta, ital.
Narineoffizier, Alpinist und Nordpolfahrer, geb. 29. Jan.
1873 zu Madrid, erstieg 1897 als erster den Eliasberg
n Alaska, führte 188989 — 1900 eine Exrpedition nach Franz⸗
zoseph-Land, die bisher am weitesten (Cagni, 860 3349
Karte: Polarländer J, 4) nach dem Nordpol vor⸗
drang; lebt in Rom; schrieb: „Le Stella Polare neb
naro artioo“ (1902; deutsch 1803).
Ludwig Wilhelm 1., Markgraf von Baden (1677
—1707), geb. 8. April 1655 zu Paris, zeichnete sich als
aiserl. Feldherr seit 1688 im Kriege gegen die Türken
ind seit 1693 am Rhein gegen die Dehee aus, gest.
t. Jan. 1707 zu Rastatt. — Vgl. Röder von Diersburg
2 Bde., 1888 -42), Schulte (2 Bde., 1892).
Ludwig J., der Kelheimer, Herzog von Bayern
1183 - 1231), geb. 1174 zu Kelheim, erwarb 1208 die
Büter Ottos von Wittelsbach, 1214 die Rheinpfalz, 1226
»on Kaiser Friedrich II. zum Vormund seines Sohnes, des
dönigs Heinrich, bestellt, 16. Sept. 1281 zu Kelheim er⸗
nordet. — 8. iI., der Strenge, Herzog von Bayern und
Rheinpfalzgraf (12683—094), geb. 1229 zu Heidelberg, ließ
eine Gemahlin, Maria von Brabant, auf bloßen Verdacht
»er Untreue 1286 hinrichten, gest. 1. Febr. 1294. (Bgl.
Söltl, 1857.) — 8. VII. ver Bärtige, Herzog von Bayern—
Ingolstadt (1413 —43), geb. 1366, nach heftigen Fehden
nit seinen Verwandten durch seinen Sohn L. VIII. den
zʒöckerigen (gest. 1446), 1446 der Herrschaft beraubt und
angen geege gest. 1447. — 8. IX., der Reiche, Herzog
on Bayern-Landshut (14150 79), geb. 21. Jan. 1417
nesiegte Albrecht Achilles von Brandenburg 1462 bei Gien⸗
jen, gründete 1472 die Universität Jugolstadt, gest. 18. Jan.
479. — Bgl. Kluckhohn (1865).
Ludwig 1., König von Bäyern (1828 —48), geb.
25. Aug. 1786, folgte — Vater, König Marimilian J.
zoseph, 13. Okt. 1825, Beschützer der Künste und Wissenhaften,
 verewigte sich durch viele prachtvolle Bauten, Freund
es Griechentums, von absolutistischer Gesinnung, trat in⸗
olge der wegen der Tänzerin Lola Montez entstandenen
Inruhen 20. März 1848 die Regierung an seinen Sohn
MNaximilian II. ab, gest. 29. Febr. 1868 zu Nizza. Auch
dichter von originellem Gepräge („Gedichte“, 1839, 1847.
888). — Bal. Sepp (2. Aufl. 1903), Heigel (2. Aufl.
888). Trost (1891).