LZudwig T., König von Bayern, geb. 26. Aug.
1345 zu Nymphenburg, Sohn König Maximilians II. und
Marias, der Tochter des Prinzen Wilhelm von Vreußen,
olgte seinem Vater 10. März 1864, bewährte im Deutsch—
Franz. Kriege 187071 streñge Vertragstreut gegenüber
dem Norddeutschen Bunde, veranlaßte auf Bismarcks Be—
treiben die Ubertragung der deutschen Kaiserkrone auf Wil⸗
helm J. von Preußen, gewann immer mehr die Empfindung
eines auf ihn ausgeuͤbten polit. —5 und zog sich
durch seine verschwenderischen Kunstbestrebungen (Wagners
Opern, Schloßbauten) dem Volke entfremdet, schließlick
ganz in die Einsamkeit zurück, endete geistesgestört, nach⸗
dem sein Oheim, Prinz Luitpold, 10. Juni 1886 die Re⸗
gentschaft übernommen, 13. Juni sein Leben im Starn⸗
erger See. — Vgl. Beyer (1887), 8L. von Kobell (1887).
Ludwig, Prinz von Bayern, ältester Sohn des
Prinz⸗ Regenten Luikpold, bayr. Thronfolger, geb. 7. Jan.
1845, Generalfeldwmarschall, vermählt seit 20. Febr. 1868
mit Erzherzogin Maria Theresia von Österreich-Este. —
Bgl. Forster (2. Aufl. 1887).
Ludwig, der Ältere, Markgraf von Brandenburg
—V—
Sohn Kaiser Ludwigs 1V., erhielt 138238 die Mark Bran⸗
denburg, durch Verheiratung mit der Gräfin Margarete
Maultasch 1842 auch Tirol, trat 1331 Brandenburg, das
er gegen den falschen Waldemar verteidigen mußte, an
eine Halbbrüder f. den Römer (geb. 1830 zu Rom, gest.
1365) und Otto (gest. 1378) ab, gest. 18. Sept. 1861.
Ludwig 1., König von Frankreich, s. Ludwig J., der
Fromme, röm.⸗»deutscher Kaiser. — L. II. der Stammler
877 -879), geb. 846, folgte seinem Vater Karl dem Kahlen
877, gest. 10. April 879. — Sein Sohn und Nachfolger
A besiegte 881 die Normannen bei Sau—
court (Ludwigslied), gest. 8. Aug. 882, hinterließ das Reich
einem Bruder Karlmann. — L. IV., d'Outremer (der Über⸗
eeische, 368 954), geb. 921, Sohn Karls des Einfültigen,
in fortwährendem Kriege mit Hugo d. Gr. von Paris, gest.
10. Sept. 954. (Val. Lauer, franz. 1900.) — 8. V., der
Faule (086 987), geb. 966, Sohn Lothars DV., gest. 21. Mai
387, der letzte Karolinger in Frankreich. — L. VI., der
Dicke (1108-287), geb. 1081, folgte seinem Vater, dem
dapetinger Philipp J. 1108, verlieh den Städten korpo—⸗
rative Rechte, führte lange Kriege mit England, gest.
. Aug. 1187. (Bgl. Luchaire, franz, 1888.) — Sein Sohn
und Nachfolger, L. VII., der Jüugere (1137 -80), geb.
1120, unternahm 1147-48 einen Kreuzzug, vermaͤhlt
mit Eleonore (s. d.) von Aquitanien, um deren Erbe er
1150- 74 gegen Heinrich II. von England kämpfte, gest.
8. Sept. 1180. — 8. VIII. der Löwe (1228 26), geb.
ö. Sept. 1187, Sohn Philipps I. August, förderte die
Jentralisation des Staates und der königl. Gewalt durch
riege mit Heinrich III. von England und den Großen
m Süden, gest. 8. Nov. 1226 zu Montpensier. — Val.
Petit⸗ Dutaillis (franz. 18985).
LSudwig 1X. ver Heilige, König von Frankreich
1226-70), geb. 28. April, 1216, Sohn des vorigen,
'olgte diesem unter Vormundschaft seiner Mutter, Blanca
don Kastilien, stärkte die gFonemh verbesserte das
Gerichtswesen, beschränkte die Uergriffe der Päpste und
Basallen, unternahm 12418 —54 einen Kreuzzug, bestätigte
1258 England den Besitz an der Garonne uuter franz.
Oberhoheit, zog 1270 gegen Tunis, gest. 26. Aug. 1270
»or Tunis; 1287 heilig gesprochen. — Biogr. von seinem
Zeitgenossen Joinville (f. d.). VBgl. Scholten (2 Bde.,
185065), Faure (franzi, 2 Bde. 1866), Wallon (franz.,
Bde., 1876), Berger (franz., 1883), Perry (engl., 1901).
Ludwig T., der Zänker, König von Frankreich
1314 - 16), geb. 4. Ott. 1289, Sohn Philipps IV. des
Schönen, regierte despotisch, hob aber 1315 die Leibeigen⸗
chaft auf, gest. 4. Juni 1316 in Vincennes.
LZudwig XI., König von Frankreich (1461 88),
zeb. 3. Juli 1428, Sohn Karls VII. (Valois), empörte
ich als Dauphin gegen seinen Vater, erregte durch Unter—
drückung der Großen eine Koalition des Adels (Lague
du bisn publio) gegen sich, an deren Spitze Karl der
Fühne stand, nahm nach dessen Fall 14777 das Hzgt.
Burgund, Artois, Flandern und Pitardie an sich, erwarb
1481 die Provence, Anjou und Maine, machte bdie Kron⸗
zewalt unbeschränkt, schloß sich, zuletzt von Todesfurcht

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Lud

epeinigt, in die Feste Plessis-les-Tours ein, gest. das.
p Aigt 1483. „Lottres“ (6 Bde. 1888-98). — Vgl.
Fomines Mémoires“ (152835 neue NMusg., 3 Bde., 1844)
jegeay (2 Bde. 1874)) Ste (1802).
Zudwig Trr.. König von Frankreich (14881516),
jeb. 27. Juni 1462, Sohn des Herzogs Karl von Orltans,
olgte J. April 1488 dem kinderlosen Karl VIII, gerechter
ind milder Regent, nahm 1490 Railand in Vesth, krat
09 der Ligue von Cambrai gegen Venedig bei, verlor
iber 1512 Mailand an die Hellige Ligue und mußte, im
kriege gegen Heinrich VIII. von England, die Schweizer
ind die Veutschen 1513 bei Rovora“ und (17. Aug.) bei
uinegate („Sporenschlacht“) geschlagen, 1514 mit seinen
zeinden Frieden schließen; gest. 1. Fan. 1818. Vgl.
MNaulde la Claviere (Abteil 18 Bde., 1890 -81).
Eudwig XIIXI. Koönig von Frankreich (1610 483),
jeb. 27. Sept. 1601, Sohn und Nachfolger Heinrichs 1V.
inter Vormundschaft seiner Mutter, Naria von Medici,
jestätigte bei seiner Mündigkeitserllaärung (Sept. 1614
das Edikt von Nantes, vermahlte sich 25. Nov. 1615 mit
Anna von Osterreich, überließ sich der Leitung des Her—⸗
ogs de Luynes und seit 1624 des Kardinals von Riche⸗
ien, der der Regierung eine gegen die Großen, die Prote—
tanten und das Parlament gerichtete feste Leitung gab;
est. 14. Mai 1648. vgl Bazin (2. Aufl., 4 Bde.,
846), Topin (1876), Zeller (1802 u 1898), de Beau—⸗
amp (1902).
Zudwig X1V. König von Frankrech (1643 1715),
eb. 6. Sept. 1638, folgte fesnem Vater' in. unte
Zormundschaft seiner Mukter Anna von Osterreich, welche
Nazarin zu ihrem Minister erhob. Nach dessen Tode (1661)
ergriff L. selbst das Staatsruder, umgab seinen Thron
nit Dichtern und Künstlern und vollendete die Uum
chrünktheit nach innen und Frankreichs Übergewicht nach
—— ausgezeichnete Minister (Colbert,
ꝛe Tellier, Louvois) und Feldherren (Turenne, Conde, Ca⸗
inat, Villars, Luxembourg ꝛc). Infolge seiner Vermäh—
ung mit der span. Prinzesfin Maria Theresia führte er
n de span. Niederlanden 1667 T68 den Devolutions
rieg (s. d eroberte 1672 die Niederlande, wurde aber
urch die Koglition der europ. Mächte zur Herausgabe
erselben genötigt und erlangte 1678 im Frieden zu Nim⸗—
oegen die Franche-Comteẽ sowie 1679 vom Deutschen An
zreiburg und Hüningen, zehn elsäss. Städte und fast
anz Lothringen. Durch die Reunsonskammern (s. d.)
iß er noch andere Teile von Elsaß und den Niederlanden
n sich und nahm mitten im Frieden 80. Sept. 1681
Straßburg. Er verfolgte die Jansenisten, beschrünkte den
Sinfluß des Papstes durch Annahme der vier Artikel der
Ballikanischen Kirche (1682) und hob 1686 das Editt
ꝛon Nantes auf, was die Auswanderung von 400000
Refugits veranlaßte. Im Kriege gegen das Deutfche Reich,
zie Seemächte, Spanien und Savoyen (1688- 97) ließ
r die Pfalz verwüsten und behauptete 1897 im Frieden
u Ryswijk Elsaß und Straßbürg. Im Span. Erbfolge⸗
riege G d.) erlangte er trotz seiner wiederholten Rieder⸗
agen durch den Frieden zu Utrecht (1718) den span.
khron für seinen Enkel Philipp von Anjou. L. starb
ESept. 1716 und hinterließ das Land in finanzielem
stuin, wozu auch die Uppigkeit seines Hofhalis und sein
nas Volk entfittlichendes Leben mit Maitreffen (avalliere,
Nontespan, Maintenon, mit pere letzterer er seit 1688 heim⸗
ich vermählt war) heitrug. sTafel: Porträftmalerei J,
O. „Quvres“ (6 Bde., I806), Mémoiros“ (2 Bde.
860). — BVgl. Gaillardin (6 Bde, 1871-78), Philippson
2. Aufl. 1888), Cheruel (4 Bde. 1879 -80), Bourgedis
deutsch 1896), Heuzt (1902).
Ludwig XV., König von Frankreich (1716 -74),
jeb. 16. Febr. 1710, Urenkel des vorigen, Sohn des 1718
erstorbenen Dauphin Ludwig, Herzogs von Bourgogne,
olgte unter der Regentschaft (bis 1728) des Herzogs von
Irltans. Seit 17285 vermählt mit Matia Lesczyuska, zog
er si bald durch die Maitressenherrschaft der Marquise
»on Pompadour, später der Gräfin Dubarry Haß und
Verachtung zu. Im Poln. Erbfolgestreit (178338) und
m Osterr. Erbfolgekriege 1 74148) hielten der Marschall
»on Sachsen und —— Belleisle den franz. Kriegsruhm
aoch en doch im Siebenjähr. Kriege (1767-63)
ourde auch dieser geschwächt; Frantreich derlor im Parife