Lud—

38

Frieden 1763 seine Besitzungen in Nordamerika und Ost⸗
indien und fank vollständig imm Ansehen. L. starb 10. Mai
1774. Bgl. Barbier (neue Ausg. 8 Bde 1866), Tocque⸗
itie (. Aufl Vde 1847), Jobez (6 Bde. 1661 175),
Pajol (7 Bde., 188191), Sleury (1899).
Ludwig XVI. König von Frankreich (117402),
Enfel des vorigen, geb. 28. Aug. 1754, dritter Sohn de:
Dauphin Ludwig, einzigen Sohns Ludwigs XV., 16. Mai
1770 vermählt mit Marie Antoinette von Osterreich, be—
stieg 10. Mai 1774 den Thron, vermochte, wohlwollend,
aber von geringer Einsicht und Willenskraft, der Zerrüt—
tung des Reichs nicht zu steuern, mußte 1789 die Gene—
ralstände berufen, welche sich zur Nationalversammlung er—
klärten und sehr bald die Revolntion entfesselten (s. Frank—
reich). Von dem Pariser Pöbel 6. Okt. 1788 zwangsweise
von Versailles nach Paris geführt, machte er 21. Juni 1791
einen vereitelten Fluchtversuch, beschwot 14. Sept. die neue
Berfassung, ward nach Erstürmung der Tuilerien (10. Aug.
1792) als Gefangener in den Temple gebracht, 21. Sept
abgesetzt, 17. Jan, 1793 zum Tode verurteilt und 21. Jan.
zuillotiniert. — Vgl. Droz (3 Bde., 1838 -42), Fallour
4. Aufl. 1860), Jobez (2. Aufl. 1803 fg.), Souriau (1893).
Ludwig XVII. König von Frankreich, Sohn Lud⸗
wigs XVI, und der Marie Antoinette, geb. 27. März 1785
zu Versailles, wurde nach der Hinrichtung seines Vaters
bon seinem Oheim, dem spätern Ludwig XVIII., zum König
von Frankreich erklärt, vom Konvent im Temple dem Schuster
Simon übergeben, gest. das.s. Juni 1785. Sein lange un—
aufgeklärtes Geschick veranlaßte mehrere Abenteurer (dar⸗
unter am bekanntesten Naundorff, s. d. die Rolle L.s XVII.
zu spielen. — Vgl. Beauchesne (18. Aufl. 1884), Chantelauze
1885), Friedrichs (1884), Provins (1889), Gabler (1887)
Ludwig XVIXII. Kinig von Frankreich (1814-249,
Jeb, 17. Nov. 1756 zu Versailles, Bruder Ludwigs XVI.
lüchtete 21. Juni 1791 ins Ausland, bildete mit seinem
Bruder, dem Grafen von Artois (spüter Karl X.), zu
Koblenz 1792 ein Emigrantenheer, nahm nach Ludwigs XVII.
Tode 1795 den Königstitel an, lebte seit 1787 in Mitau
und Warschau, seit 1807 in England, wurde April 1814
durch Sengatsbeschluß auf den Thron von Frankreich be—
rufen, zog 8. Mai in Paris ein und erließ 4. Juni die
toustitutionelle Charte. Nach der Rückkehr Napoleons floh
Z. 20. Maärz 1815 nach Gent, kehrte 8. Juli 1815 nach
Paris zurückt, ward von seiner ultraroyalistischen Um—
sebung zu reattionuren Maßregeln gedrängt, gest. 16. Sept
824.“Bgl. Imbert de St. Amand (1881).
Ludwig Philipp, König der Franzosen (1830-18),
 geb. 6. Ott. 1773 zu Paris, Sohn des Herzogs Ludw
Phil Joseph von Orleans, schloß sich, mit seinem Vater
der Revolution an, focht als Generalleutnant mit Du—
mouriez 6. Nov. 1792 bei Jemappes, trat mit diesem
4. April 17983 auf österr. Gebiet über, lebte eine Zeit—
lang als Lehrer in Reichenau bei Chur, ging 1786 nach
Amerika, 1800 nach England, vermählte sich in Palerms
25. Nov. 1809 mit Marie Amelie, Tochter König Fer—
dinands J. von Neapel, kehrte 1817 nach Paris zurück
wo sein Hof der Sammelplatz der Libexralen wurde. Nac
dem Sturz Karls X. 80. Juli 1830 Generalleutnant des
Reichs, bestieg er kraft Beschlusses der Kammer vom 7. Aug
den franz. Thron, suchte, auf die Mittelklasse gestützt, die
andern Parteien durch die Politik des sog. Juste-Milier
niederzuhalten, dankte nach der Februarrevolution 24. Febr
1848 zugunsten seines Enkels, des Grafen von Paris,
ab, floh nach England, gest. daf. 26. Aug. 1880 zu Clare⸗
mont. (Uber seine Familie s. Orltans) — Vgl. Birch
(3. Aufl, 3 Bde. 1851), Billaut de Gerainville (3 Bde.
1870—-76), Thureau⸗Dangin (1 Bde., 1884-92).
Sudwig 1. II., 1xx., Großherzöge von Hessen (. d.)
Ludwig 1V., Großherzog von Hessen (1877092).
Jeb. 42. Sept. 1837, Sohn des Prinzen Karl von Hessen
im Deutsch-Franz. Kriege 187071 Kommandeur der hess.
Infanteriedivision, 1. Juli 1863 vermählt mit Alice (s. d.),
Tochter der Königin Viktoria von England, 30. April
1884 in morgganatischer, schon 22. Juli wieder geschie⸗
dener Ehe mit Alexandrina Frau von Kolemine. 9 starb
183. März 1892. — Bgl. Zernin (1898).
Ludwig, König von Holland, s. Bonaparte (unter V)
Ludwig Salvator, Erzherzog von Osterreich, geb.
Auq. 1847 zu Florenz, zweiter Sohn des Großherzogs

eopold I. von Toslang, mochte zu wissenschaftlichen Zwecken
ahlreiche Reisen, durchforschte namentlich das Mittelmeer—
gebiet und veröffentlichte: „Die Balearen“ (7Bde., 18689 -
1; Kl. Ausg., 2 Bde., 1897), „Die Liparischen Inseln“
1897), „Sommertage auf Ithaka“ (1903), „Wintertage
auf Ithaka“ (1905) u. a. — Vgl. Woerl (1889).
Ludwig 1., König von Portugal (18861-89), geb.
31. Okt. 18838, zweiter Sohn der Königin Maria II. Gloria
uind des Herzogs Ferdinand von S.-Coburg-Kohary,
olgte 11. Novb. 1861 seinem, Bruder Pedro V. in der
Regierung, vermählt 1862 mit Maria Pia, Tochter des
dönigs Viktor Emanuel von Italien, gest. 19. Okt. 18889.
Ludwig, gewöhnlich Louis Ferdinand genannt, Prinz
»on Preußen, geb. 18. Novp. 1772, Neffe Friedrichs d. Gr.,
enial, tapfer, aber exzentrisch, großer Kunst-, bes. Musik—
reund, fiel 10. Ott. 1806 bei Saalfeld als Kommandant
der Abantgarde. — Vgl. Hymmen (1894).
Ludwig Amadeus, Prinz von Savoyen, s. Lud⸗
vig Amadeus, Herzog der Abruzzen.
Ludwig der Springer, Landgraf von Thüringen
1076 -11583), geb. 1042, heiratete nach der Ermordung des
pfalzgrafen Friedrich von Sachsen dessen Witwe Adelheid;
om — auf Schloß Giebichenstein bei Halle gefangen
lesetzt, rettete er sich der Sage nach durch einen Sprung
n die Saale, erbaute die Wartburg; gest. 1123 als Mönch
m Kloster Reinhardsbrunn. — Dessen Enkel 8. I. der
Siserne (1140 -72), geb. 1129, hielt treu zu seinem Schwa⸗—
jer Kaiser Friedrich I, trat nach der Sage auf die Mah—
iung des Schmieds von Ruhla („Landgraf werde hart“)
en Gewalttätigkeiten der Edelleute entgegen; gest. 1172.
— Sein Sohn 2. III., der Milde (1172—80), Gegner
zeinrichs des Löwen, nahm am dritten Kreuzzuge ieil,
sarb 16. Okt. 1190 auf der Heimkehr in Cypern — 8. 1v.,
der Heilige (1217-27), geb. 1200, Sohn Hermauns IJ.,
est. 11. Sept. 1227 auf einer Kreuzfahrt zu Otranto.
Seine Gemahlin war die heil. Elisabeth (s. d.).
Ludwig 7., der Große, König von Ungarn (1342
82), geb. 5. März 1326, Sohn König Karl Roberts,
eit 1370 auch König von Polen, führte Kriege gegen
Benedig, Neapel und Litauen, gest. 11. Sept. 1382. —
2. II. (1516—-26), Sohn und Nachfolger Wladislaws von
Böhmen und Ungarn, geb. 1. Juli 1506, fiel 29. Aug.
626 bei Mohäcs gegen die Türken.
Ludwig, Karl, Physiolog, geb. 29. Dez. 1816 zu
Bitzenhausen (Hessen), seit 18650 Prof. in Leipzig, gest.
das. 23. April 1895, machte viele Entdeckungen; schrieb
Lehrbuch, der Physiologie“ (2. Aufl. 1883761).
Ludwig, Karl, Landschaftsmaler, geb. 18. Jan. 18839
u Römhild, 1877 80 Prof. an der Kuustschule in Stutt⸗
jart, gest. 19. Sept. 1901 in Berlin; Gebirgsszenerien
ius dem Alpengebiet (unter anderm auch mehrere Wand—
zilder für das Reichstagsgebtude).
Ludwig, Otto, Dichter, geb. 11. Febr. 1813 zu Eis—
eld, lebte seit 18353 in Dresden, gest. das. 25. Febr.
865; schrieb kraftvolle Dramen: „Der Erbförster“ (1883),
Die Makkabäer“ (1854), die Erzählungen: „Zwischen
Zimmel und Erde“ (1856), „Die Heiterethei und ihr
Widerspiel“ (1857), ferner „Studien“ (2 Bde., 1898)
ma. — Bgl. Stern (1891). [Gold ⸗ 14,428 M.
Ludwigdor, frühere bad. Goldmünze zu 5 Talern
Ludwigsburg, Hauptstadt des württemb. Neckarkrei⸗
es und Oberamtsstadti, zweite Residenz, (1800) mit Pflug⸗
elden und Eglosheim 21078 (1905: 22660) E., Amts⸗
ericht, Schloß, Lyzeum, Realanstalt; Orgelbau ꝛc.
Ludwigs⸗Donau⸗Main⸗Kanal, Kanal von der
Donau beiĩ Kelheim in der schiffbar gemachten Altmühl
is Bamberg au der Regnitz, Donau uünd
MNain verbindend, 178 xm Ig., 1836 — 45
inter König Ludwig J. ausgeführt.
diedpoasen am Rhein, Bezirkstadt
 im bayr. Reg.-Bez. Pfalz, am Rhein
Eisenbahnbrücke nach Mannheim), früher
stheinschauze Fennt (1900 61914 (1905:
12287) E., Amtsgericht, Handels- und vp
gewerbekammer, Reichsbanstelle, Hafen, Vnden oovelen
Dentender Handelsplaß der vfalz; disen⸗
zießerei, Fabrikation von Maschinen, Chemikalien (Bad.
Inilin- und Sodafabrik) ꝛc. — Vgl. Esselborn (1886 88).
Zudwiagskanal, der Ludwigs-Donau-Main-Kanal.

T