Ludwigslied, althochdeutsches volkstümliches Gedicht
n theinfrant. Sprache, zuf den Sieg des westfränk. Königs
dudwig Jil. über die Rormannen 881 bei Saucourt,
beste Ausgabe in Müllenhoffs und Scherert „Denkmälern
deutscher Voesie und Profa“ (3. Ausg., Bde., 1892).
Ludwigslust, Stadt in Mecklenb.⸗Schwerin, an dem
von der Eide abgeleiteten Ludwigsluster Kanal, (1808)
37658 E., Amtsgericht, großherzogl. Schloß.
Ludwigsorden. 1), Bayr. Orden,
von König Ludwig J. 25. Aug. 1827 zur
Belohnung do jahriger Militär⸗ und Zivil⸗
dienste gestiftel. 2) Heff. Orden, von Groß⸗
zerzog —7 I. 1807 gestiftet, 1831 er⸗
neuert [Abb. 1087].
Ludwigsstadi, Marktflecken im bayr.
Reg.Bez. Oberfranken, an der Loguitz,
äVg3 E. Aintshericht; Schiefer⸗ 103 Ludtwigs·
rüche, Schiefertafelfabriken. orden (Hessen).
Lukg, Pah L., Schlucht im Pongau, zwischen Werfen
ind Golling, 8 Xm Ig.von der Salzach durchströmt (kessel⸗
vrmige — Ofen der Salzach“), von der Bahn
Salzburg⸗Wörgl durchschnitten.
Luẽger, Karl, voͤstert. Politiker, geb.24. Olt. 1844 in
Wien, 1874 Adpokat das., 1885 ins Abgeordnetenhaus,
s890 din den niederösterr. Landtag gewählt, 1885 Bize—
zürgermeister, 1807 Oberbürgermeister von Wien, Führer
der Christlich⸗Sozialen.
Luẽs (lat.), Seuche;
auch s. v. w. Syphilis.
Luffa, auch vegetabi⸗
lischer oder Luffaschwamm,
das getrocknete Faserge—
webe der kürbisähnlichen
Frucht von verschiedenen
cußereurop. Arten der zu
den Kukurbitazeen gehöri—
gen Netzgurke (Luffa) bes.
hon Lutfa oylindrica
oem. [Abb. 1988]1. Es
wird zu Badeschwämmen,
Zadepantoffeln, Hüten, Frottiergeräten ꝛc. verarbeitet
Lusft, Hans, Buchdrucker in Wittenberg, geb. 14885,
1584, druckte seit 1524 Luthers Schriften, bes. dessen
ibelübersetzung.
Lufidschi (Lufiji), ostafrik. Fluß, s. v. w. Rufiji.
Luit, jeder gasförmige Körper; insbes. das die Atmo⸗
phäre (f. d.) bildende Gasgemenge. (S. auch Flüssige Luft.)
Luftanfammlung, Pueumatosis, Ansammlung pon
Luft in Kanaälen und Höhlen, die normalerweise Luft
A Darm), und in Organen und Geweben,
die gewöhnlich keine Luft enthalten; sie dringt dahin bei
Gewebstrenuungen, so in den Brustfellsack GBneumotho—
raxy, in den Herzbeutel (Pneumoperikardium), in das
Unterhautzellgewebe (subkutaues Emphysem).
Luftarten, alte Bezeichnung der Gase,
cuftbad, Elektrostatisches Bad; in der Chemie, s. Bad.
Luftbahnen, s. v. w. Schwebebahnen (s. d.) oder Luft⸗
rilbahnen (s. Drahtseilbahn.
Luftballon, s. Luftschiffahrt nebst Tafel J.
Luftblume, s. Aerides.
SEuftbhremse, zur Hemmung des Rücklaufs der Ge⸗
chütze dienende Bremse, bei der ein Kolben die Luft im
Breusdylinder zusammenpreßt. Nach dem Nücklauf dehnt
ich die Luft wieder aus, stößt den Koͤlben nach außen und
ungt dadurch das Geschutz wieder in Feuerstellung. (S.
uuch Eisenbahnbremsen.)
Luftbrot cengl, acrated bread), bes. in England
erdreitetes Brot bei welchem der Teig in geschlossenen
Znetmaschinen mit kohlensäurehaltigem Wasser in einer
dohlensüüreatmosphäre von hohem Druck behandelt wird
ʒeim Aufhören des Druckes bewirkt die im Teige ent—
haltene geprehßte Kohlenfäure das Aufgehen des Teiges.
Luftdruck, s. Atmosphäre.
Luftdruckbremse, s. Eisenbahubremsen.
duftoruckeisenbahn, s. Atmosphärische Eisenbahn.
uftorugtranfyeiten, Krantheiten, die durch hohen
der Liefen Luftdruck oder durch rasche Veränderungen des
duftdruckes entstehen, z. B. die Bergkrankheit (. d.), die
Taissonkrankheit (s. Caisson).

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Luf
Zuftdruckmaschine, s. v. w. Kompressor.
Luftdruckpunpe, Pumpe, welche durch Luftdruck
üssigkeiten hebt; auch s. v. w. Kompressor.
Lufterpansionsmaschine, s. v. w. Heißluftmaschine.
Luftförmige Körper, s. Gas.
Luftgas, ein Leuchtgas, das durch Beimischung von
üchtigen Kohlenwasserstoffen (Gasolin, Petroleumäther,
Betiziu u. a.) zu almoͤsphärischer Luft hergestellt wird;
eignet sich für Anlagen, die keinen Anschluß an eine Gas—
anstalt haben; ist nicht giftig, explosionssicher und hat
größere Leucht- und Heizkraft als Steinkohlengas. Das
ius Heran bereitete Benoidgas eignet sich wegen seiner
geringen Neigung zur Kondensation auch zur Fernleitung
und kostet, im Glühlichtbrenner verbranni, nur 1214 Pf.
oro 50 Kerzen und Stunde.
Luftgeschwulst, s. v. w. Enphysem.
Luftgewebe, Zellgewebe mit vielen und großen luft—
erfüllten Interzellularräumen, typisch als Aerenchym ent—
vickelt bei Sumpf⸗ und Wasserpflanzen, bei denen es auch
zuweilen als Schwimmgewebe fungiert.
Luftgewehr, s. Windbüchse.
Luftheilkunde, s. Atmiatrie.
Luftheizung, s. Heizung.
Luftkomprefsions maschine, s. Kompressor.
Luftkurorte, s. Klimatische Kuͤrorte. J
Suftleitung, elektr. Leitung im Freien und für Über—
andlinien, bestehend meistens aus blaukem Kupfer- oder
Lisendraht, befestigt an Porzellanisolatoren mit Regenglocken.
Luftpistole, s. Windbüchse.
Luftprüfer, s. v. w. Eudiometer.
Luftpumpe, von Guericke 1650 erfundene Vorrich—
rung, um Luft in geschlossenem Raume zu verdünnen [Abb.
1089]. In einem Zylinder (Stiefel spP)), der an seinem
antern Ende durch eine Röhre mit einem
»on einer Glocke (Nezipient, x) bedeckten
Teller t in Verbindung steht, wird eir
uftdicht anschließender Kolben
ruf und ab bewegt. Bei jeder
Iufwärtsbewegung desKolbens
mit der Hahnstellung h) tritt
'in Teil der Luft des Rezipien—
en in den luftverdünnten Raum
inter dem Kolben, beim Nie—
erdrücken desselben (mit der
zahnstellung ü), ins Freie.
dachdem die gewünschte Ver—
uͤnnung im en *
eicht ist, wird er durch den
zahn vVabgeschlossen. Zu J Luftpump
chnellerer Luftverdünnung wendet man auch zwei Stiefel
in. Unter der ausgepumpten Glocke schwellen schlaff ge—
pannte Gummiballons; das Ticken einer Uhr wird un—
örbar, weil der —— fehlt; dagegen gehen elektr.
ind magnetische Krüfte, sowie strahlende Wärme und Licht
indurch, weil der Äther, welcher der Träger dieser Er—
heinungen ist, nicht mit ausgepumpt werden kaun; Flüssig⸗
eiten beginnen in dem luftleeren Raum bei niedrigerer
Temperaltur zu sieden als in freier Luft ꝛc. Die höchsten
Zerdünnungsgrade erreicht man durch die Quecksilberluft—
——
Luftröhre (Trachesg), der zwischen Kehlkopf und
zungen gelegene Teil der Atmungswerkzeuge, eine aus
züuten und Knorpelringen zusammengesetzle Röhre [Tafel:
ingeweide J, 2u. 3), liegt an der vordern Seite des
jalses, teilt sich innerhalb der Brusthöhle in zwei Aste
Bronchi), die zu den beiden Lungen führen und sich hier
vpieder in immer kleinere Zweige teilen, bis sie in den
rungenbläschen enden. Die häufigste Krankheit der L. ist
)er Luftröhrenkatarrh (Trachitis); er rührt meist von
der Einatmung kalter oder mit schädlichen Gasen ge—
chwängerter Luft her; die sog. Luftröhrenschwindsucht
ommt gewöhnlich in Verbindung mit Lungen- oder Kehl⸗
opfschwin dsucht vor; Vereungerung der S. (Pracdheosterosis),
 sich durch pfeifendes Ein- und Ausatmungsgeräusch
ußerud, wird verursacht durch Geschwülste, die von außen
uf die L. drücken (Kröpf), oder durch kruppöse und diph—
herische Membranen in der L. Nach Verwundungen der
bleibt oft eine Luftröhrenfistel zurück. Uber den Luft⸗
öͤhrenschnitt s. Tracheotomie.