Luf

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Zuftröhrenwurm, s. Palisadenwürmer.
Luftschiffahrt, Aeronautik, die Kunst, sich mittels
gewisser Apparate in die Luft zu erheben und womöglich
ach willkürlicher Richtung fortzubewegen. [Hierzu Tafeln:
Luftschiffahrt Ju. I1] Die Lösung des letztern Pro—
hlems befindet sich im allgemeinen noch im Versuchsstadium,
sowohl was den lenkbaren Luftballon, als auch die Flug—
apparate (s. Flugtechnik) betrifft. Als die wichtigsten
Förderer sind hier zu nennen Krebs und Renard, San—
kos-Dumont, Graf Zeppelin, Lebaudy (dieser bisher der
erfolgreichste). Als Mittel, um große Höͤhen zu erreichen,
hat sich dagegen sowohl der Luftballon, als in neuerer Zeit
der Drachen voll bewährt. Der erstere wird als Fessel—
dallon, freifliegender bemannter oder unbemannter, eines⸗
teils für militär. Zwecke, andernteils auch zum Studium
aller Probleme der Physik der Atwosphäre benutzt. Für
militär. Gebrauch ist vor allem der Fesselballon, neuerdings
bes. in der Form des Drachenballons, als Exrkundungsmittel
wichtig; der „Freiballon“ etwa zum Verlassen belagerter
Festungen (für Post und Menschen, Paris 1870) 2c. Die
aet bedient sich der freifliegenden bemannten Bal—
lons (größte erreichte Höhe 10806 mm durch Berson und
König in Berlin 1901), der Fesselballons und der kleinen,
meist aus Papier oder Gummi gefertigten, unbemannten
„Ballons sondes“, die selbstregistrierende Apparate bis
zu Höhen von 20 000 m und darüber emportragen. End—
lich gehören zur wissenschaftlichen Aeronautik auch die
Drachen; durch Anbringung mehrerer derselben in groöͤßern
Abständen an bes. gehärtetem feinem Stahldraht kañn man
täglich größere Höhen mit Apparaten erforschen. Für mili—
tär. Zwecke hat man auch versucht, mittels aroßer Drachen
Menschen emporzuheben.
Luftschiffertruppen, die mit dem Luftballondienst
detrauten technischen Truppen, zuerst in Frankreich, jetzt fast
in allen Staaten bestehend und mit Gerät (Ballontkrain)
ausgerüstet; in Deutschland (preuß. Luftschifferbataillon in
Berlin, bayr. Luftschifferabteilung in München) zu den Ver—
ehrstruppen gehörig.
Luftseilbahn, s. Drahtseilbahn [Abb. 444].
Luftspiegelung, Faia Morgana, durch totale Re—
lexion an der Grenzfläche zweier verschieden warmer Luft—
chichten hervorgebracht, tritt in zwei Füllen auf: 1) die
wärmere Luftschicht ist direkt über dem Boden (3, B, über
zeiner erhitzten Sandflüche), die kältere, in der sich Gegen—
stand und Beobachter befinden, darüber: der Beobachter
sieht den Gegenstand sowohl direkt (aufrecht), als auch
wie in einer Wasserfläche gespiegelt; 2) die wärmere Luft—
schicht liegt über der kältern (z. B. am Morgen, wenn
die Sonne zuerst die obern Schichten erwärmt hat): der
Beobachter sieht außer dem direkten aufrechten Bild des
Gegenstandes sein darüberliegendes verkehrtes Spiegelbild.
Kommt es im zweiten Falle nicht zur totalen Reflerion,
sondern nur zu einer Ablenkung der Lichtstrahlen durch
Brechung, so erscheint der Gegenstand nur gehoben, was
zäufig an der See eintritt (sog. Seegesicht, Kimmuug).
Luftspitzen, s. Atzspitzen.
Lufttorpedos, s. Aerobomben.
Lüftung, s. Ventilation.
Luftwege, Respirationswege, die Wege, durch welche
zie Luft bei der Atmung in die Lunge gelangt (Nase,
Mundhöhle, Schlund, Kehlkopf, Luftröhre)
Luftwirbel, in der gemaͤßigten Zoune die großen, oft
In — ——— —

1 X

klor

AntizyklIono

y

10990. Quftwirhos.

1000 kxm und mehr im Durchmesser haltenden Wirbel, in
denen die Luft gleichzeitig eine kreisende und eine einwärts
ider auswärts gerichtete Bewegung besitzt (eine Folge der

Iblenkung der Bewegungen durch die Erdrotation). [Abb.
0890.) Man deree zwei Arten: Zyklonen (Ein⸗
ahl die Zyklone; auch Zyklone, Einzahl der Zyllon), in
enen die Luft ein Gebiet niedrigen Luftdrucks (eine De—
ression, ein barometrisches] Minimum) entgegen der Be—
vegung des Uhrzeigers umktreist und zugleich nach dessen
Nittelpunkt hinströmt, und Antizyklonecn), in denen sie
in Gebiet hoͤhen Luftdrucks (ein sbarometrisches] Marxi⸗
num) in der Richtung des Uhrzeigers umkreist und aus
ziesem Gebiet herausströmt. Dies gilt für die nördl. Halb⸗
ugel und für die Erdoberfläche; auf der südl. Halbtugel
t die Drehung, in größern Höhen der Atmosphäre die Be—
vegung zum oder vom Zentrum entgegengesetzt, Diese Be⸗
eichnungen werden in der —— ohne Rücksicht auf
zie Stärke der Luftbewegung gebraucht; im gewöhnlichen
eben Wegen wird der ——— Zyklon speziell im Sinne
ꝛines Wirbelsturms (s. d.) gebraucht.
Lug (pr. lögg), engl. Feldmaß, s. Rute.
Luga, Kreisstadt im russ. Gouv. Petersburg, am
Fluß f. (315 Km, mündet in die Lugasche Bucht des
Finn. Meerbusens), 6687 E.
Luganer Alpen, Teil der Lombardischen Alpen (Oste
ven), im Monte Generoso 1704 m hoch.
Lugänij, russ. Stadt, s. Luganstk.
Luganod, deutsch Lauis, Stadt im schweiz. Kanton
Lessin, in herrlicher Lage am Luganer See (Lago di L. oder
dago Cerisio; 266 u. d. M. 50 4kxm, bis 288 mm tief;
Ibfluß zum Lago Maggiore die Tresa), (1888) 7087 E.
Lugaänsk (Lugans), Stadt im russ. Gouv. Jekateri⸗
ioslaw, am Flusse L., 341758 E.; Patronenfabrik.
Lugansktij, s. Dahl, Wladimir Iwanowitsch.
Eugau, Dorf in der sächs. Kreish. Chemniß, (1905)
254 E.; Steinkohlenbergbau.
Lügde, Stadt im preuß. Reg.-⸗Bez. Minden, an der
nmer, (1905) 2708 E. [Leiden.
Lugdũnum, lat. Name für Lyon; L. Batavörum für
Lügendichtung, Dichtgattung, seit dem 11. Jahrh.
in Deutschland vorkommend, stellt die unmöglichsten Dinge
ils wahr dar, so der „Finkenritter“, die „Reisen des
*eiherrn von Münchhausen“ u. a. — Vgl. Müller—
kueger, Karl, s. Lueger. [Fraureuth (1881).
dugger, s. Logger. [Doggerbank.
Zuggerbank, Sandbank in der Nordfsee, s. v. w.
Lugh (Eogh), Stadt in Ital.⸗Somalland, am Dschub,
m ü. d. M., ca. 3000 E.
Lugler, ostgerman. Völkergruppe, in den beiden ersten
zahrhunderten n. Chr. in Schlesien und Posen ansässig.
Lugo. 1) Hauptstadt der span. Prov. 8. (9881 qkm,
900: 465 386 E.; im NO. Galiciens), am Miũo, 26 959
5.; Industrie. — 2) Stadt in der ital. Prov. Rapenna,
im Senio, (1901) 27 415 E.
Lugos (pr.-gosch), Hauptstadt des ungar. Komitats
asso⸗Szöreny, an der Temes, (1890) 12489 E.
Lug ubro e Mus.), düster, traurig.
LZugubritaͤt (lat. Traurigkeit, Düsserheit.
Lügumkloster, Flecken im preuß. Reg.-Bez. Schles⸗
g, en 1506 E. Amtsgericht, Klosterruinen.
Luik (spr. leuk), fläm. Name für Lüttich.
LZuina, Voltk in Südafrika, s. v. w. Barotse.
Luini, Bernardino, ital. Maler, geb. um 1475 zu
duino am Lago Maggiore, von Leonardo da Vinci be—
influßt, wirkte 1600 30; Fresken aus dem Leben der
Naria und Christi in n zu Mailand, Tafelbilder mit
darstellungen aus der biblischen und Heiligengeschichte.
Lutuo (Luvino), Flecken in der ital. Prov. Como,
ahe der Mündung der Tresa in den Lago Maggiore,
1901) 3890 E.; Weinban.
Luise Henuriette, Kurfürstin von Brandenburg,
Bemahlin des Großen Kurfürsten, Tochter des Prinzen
Friedrich Heinrich von Oranien, geb. 17. Nov. 1627,
»ermählt 1646, gest. 8. Juni 1667; Verfasserin geistl.
zieder (z. B. „Jesus meine igerlict.
Luise, Königin von Preußen, Gemahlin Friedrich
Wilhelms III., geb. 10. März 1776 in Hannover, Tochtet
des Herzogs Karl von Mecklenburg-Strelitz, vermählt
24. Vez. 1793, Anhängerin der —S am Hofe,
806/7 von Napoleon als Anstifterin des Krieges geschmäht,
gest. 19. Juli 1810 auf Hohenzieritz in Strelitz. Ihre und
bres Gemahls Überreste im Maufoleum im Schkloßgarten