Lun

99

Lunaris T., Mondviole, Silberblatt, Pflanzengattg
der Krugiseren, Kräuter mit großen, violetten Blüten, Ji
Deutschland Tbiennis Monch., mit silberglünzenden Schöt—
hen, L. redivixa L., mit wohlriechenden, violetten Blüten,
heide beliebte Gartenzierpflanzen.
Lunartum (nenlat.), Apparat zur Veranschaulichung
der Bewegung des Mondes um die Erde.
Lungtisch (lat.), mondsüchtig; Lunatismus, Nachtvandeln,
 Mondsüchtigkeit.
Lunch oder Lunchcon (engl., spr. lönntsch, lönntsch'n),
das zweite oder Gabelfrühstück (um Mittag).
Lund, s. Alken JAbb. 518).
Lund, Stadt im schwed. Laän Malmöhus, (1904) 18 401
ẽ. roman. Dom (1145 geweiht), Universitüt.
Lund, Troels Frederik, dän. Historiker, geb. 7. Sept.
1810 in Kopenhagen, 1874 —1800 Lehrer au der Offiziersschule;
 schrieb bes. über Kulturgeschichte Dänemarks und
Rorwegens im 16. Jahrh. (14 Bde, 1878 fg.. Reich.
Lunda, Negerreiche, s. Kasembe und Muata Jamvos
Lundeil, Johan Aug,., schwed. Sprachforscher, geb.
25. JZuli 1881 in Kläckeberga, 1891 Prof. der slaw.
Sprachen in Upsala, bes. in Dialektologie und Volks—
funde lätig, Herausgeber einer solchen Zeitschrift: „Nyare
bidrog ote.“ (1878 fg.).
Lunden, Kirchspiel im preuß. Reg.-Bez. Schleswig,
unweit der Eider, (1900) 4188 E., Amtsgericht.
Lundenburg, Stadt in Mähren, an der Thaya,
1—äενι G. fursti. iechtenfieingdes Schloß
Lundgrenu, Egron Sellif, schwed. Aquatellmaler und
Reiseschriftsteller, geb. 18. Dez. 1815 in Stockholm, einige
Zeit in England, gest. 16. Dez. 1875 in Stockholm; ital.
Renrebilder, vom ind. Kriegsschauplatze.
Lüneburg, Hauptstadt des Reg.Bez. L. (11344 qkm,
1900: 472 598, 1805: 507 107 E., 8 Stadte, 18 Landkreise)
in der preuß. Prov. Hannover Karte: Nordwestdeutsch—
land JI. bei Hannoverl, Stadtkreis und Kreisstadt an der
Ilmenau, (1900) 24653 (26568) E., Garnison, Land-,
Amtsgericht, Haudelskammer, Gymnasium, Realgymnasium,
höhere Mädchenschule, Lehrerseminar, Schloß, Rathaus
Fürstensaal), alte Saline (etwa 20000 3 jährlich); bis
Z68 Residenz der Herzöge von Braunschweig⸗L. — BVgl.
Manecke (2 Bde., 1888), Mithoff (1877). — Der Regle—
rungsbezick bildet das ehemal, Fürstent. L., Erbland der
eßen durchzogen von der Luͤneburger Heide (bekannt
durch ihre Schas- und Bienenzucht; im Wilseder Berg
1710 hoch, vᷣgl. Linde, 2. Ausl. 1905) [Tafel: Nord⸗
westdeutshland ITI, 11, bei Hannover]J. — Bgl. Freu—
—D
Lunel (spr. lünkll), Stadt im franz. Dep. Herault, am
Qanal von 8., (1901) 75832 E.; Likörwein.
Lünen, Stadt im preuß. Reg.⸗Bez.
Arnsberg, am Einfluß der Seseke in dien
dippe, (1908) 8778 E.
Luüner See, See in Vorarlberg,
g I sas, Brill oosl. 8ü itn
ünette (frz.), Augenglas, Brille, Xünette
in der Befestigungskunst eine hinten Gerdschanze)
offene oder habaescehene Feldschanze, mit Feg Facen
und zwei Flanken sAbb. 10917; in der Rankunst ein kalb—
e abgeschlossenes Feld an
der Wand, über Türen, Fenstern ꝛc.
[Abb. 1082], gewöhnlich mit Malereien
ausgeziert.
Suneville (pr. lünewil), Stadt im
ranz. Dep. Meurthe-et⸗Moselle, am
Zusammenfluß der Meurthe und Vezouze,
801) 23268 E.; Industrie; 1702 -37
Residenz der Hetzöge von Lothringen.
Im Frieden von 8. (o. Febr. 1801)
Wwischen dem Deutschen Reich und det 1932 Lünette
deerh. Republit wurden Belgien und Goaenfetd).
das J. Rheinufer an Frankreich, Mailand und Mantua an
die Zisalpinische Republik, Venedig, Istrien und Dalmatien
an Osterreich abgetreten.
Lungan, Landschaft in Salzburg, das obere Murtal.
Sunge (Pulmo), das in der Brusthöhle gelegene At—
mungsorgan der höhern Wirbeltiere. Beim Menschen liegt
auf jeder Seite der Brusthöhle eine L. Eungenflügel);
don ihnen besteht die rechte aus drei. die linke aus zwei

Ibschnitten oder Lungenlappen [Tafel: Eingeweide J,
unx*]. UÜberzogen ist die . und die Wand der Brusthöhle
on einer feinen serösen Haut, die als Rippenfell (Be—
leidung der Brustwand), Lungenfell (UÜberzug über die
3) und als Mittelfell (der zwischen beiden L. liegende
deil) bezeichnet wird. Das Lungengewebe ist schwammig,
ußerordentlich elastisch, rosafarben. Die in die beiden L.
intretenden Äste der Luftröhre enden mit ihren feinsten
Berzweigungen in kleinen Lungenbläschen oder Lungen⸗
ilveolen. Zwischen diesen befinden sich unzählige seine
daargefäße, in denen das Blut durch die sehr dünnen
zautwande und Lungenzellen hindurch Sauerstoff aus der
ingeatmeten Luft einsaugt und Kohlenstäure an die aus—
uatmende abgibt (s. Atmung). — Vgl. Niemeyer (8. Aufl.
900); Hupertz, „Lungengymnastik“ (4. Aufl. 1800).
Lungenabszesse, unischriebene Eiterhöhlen in der
runge, entstehen meist im Verlanfe der latarrhalischen
zungenentzündung und nach dem Verschlucken von Fremid—
örpern, können auch (sog. metastatische v.) durch Ver⸗
chleppung von Eitererregern aus einem andern Organe
⸗rursacht werden; letztere heilen selten, erstere häufiger.
Lungenapoplerie, Lungenschlag.
Lungenatelektase (grch), Zustand, bei dem die
dungenbliäschen luftleer und zusammengefallen sind, ist
tormal beim Fötus, krankhaft stellenweise bei Bronchitis,
kyphus, infolge Verstopfung in einzelnen Lungenästen und
Iuͤffaugung der Luft (Respirationsatelektase) oder durch
Druck von Ersndaten und Geschwülsten anf die Lunge
Kompressionsgtelektase). [physem).
Lungenblähnung, s. v. w. — (s. Eni⸗
Lungenblutung, Lungenblutfsturz, Entleeren von
Blut aus der Lunge, nicht selten bei erae oder
Borbote beginnender Lungenschwindsucht. (S. Bluthusten.)
Lungenbrand, Lungengangräu, hrandiges Absterben
»on Lungengewebe, meist infolge Verschluckens von Fremd⸗
örpern boder im Anschluß an Lungenentzündung.
Lungencirrhose, s. Lungenschrumpfung.
Lungendampf, s. v. w. Emphysem.
Zungenentzündung, Pneumonie, die Durchsetzung
Infiltrativn) des Lungengewebes mit entzündlicher Aushwitzung
 aüs den Blutgefäßen, tritt in primärer und
ekundärer Form auf. Die primäre oder kruppöse L.,
ine der häufigsten Infeltionskrankheiten, wird durch den
Zneumokotkus oder Piplococcus lanogolatus (j. Pneumootken)
 verursacht; sie beginnt mit Schüttelfrost, es folgen
seftige Schmerzen in der Brust, starke Atemnot, hohes
Fieber. Kritische Wendung tritt meist am 7. Tage ein,
sie Beschwerden schwinden, die Temperatur fällt steil ab.
Die Entzündung betrifft stets einen gauzen Lungenlappen
Aobäre Pneumonie). Die sekundäre oder katarrhalische
d., auch Bronchopneumonie genannt, betrifft kleinere Teile
der Luuge (lobuläre Pneumonie), tritt im Gefolge ver⸗
chiedener Infektionskrankheiten (Masern, —5 — In⸗
Juenza) auf, auch beim Eindringen von Fremdkörpern in
die Lunge (Schluckpneumonie), bei Blutstauungen nach
angem Krankenlager (hypostatische Pneumonie), nach
rinatmung reizender Dämpfe und Staubkörnchen. Ihre
Erreger sind sehr verschiedene Mikroorganismen (Strepto⸗
okken, Influenzabazillen, Typhusbazillen u. a.). — Vgl.
Vufrecht (183799).
dungenerweiterung, s. v. w. Emphysem.
dungenfische, s. Lurqhsische.
Zungenflechte, s. Stieta.
eungengangrän, s. Lungenbrand.
dungenheilstätten, s. Volksheilstätten.
ungenhernie, Vorfall der Lunge durch eine Wunde
der Brustwand.
Lungenhyperämie, Blutüberfüllung der Lungen,
entweder infolge vermehrten Blutzuflusses (Eungenkonge⸗
tion oder altive 8.), bei starken Anstrengungen der Lunge,
tarken Gemütserregungen, zuweilen plötzlich zum Tode
ührend Enngenschlag), oder infolge von Blutstauung
passive 8.), am häufigsten bei Herzfehlern oder nach
angem Krankenlager (sog. Blutsenkung oder Hypostase).
Lungeninduration, s. Lungenschrumpfung.
Lungeninfarkt, hämorrhagischer, eine umschriebene
lutige Unterlaufung des Lungengewebes infolge plötz⸗
icher Verstopfung einer Lungenarterie (Embolie) und
ahurch entstandener Zerreißung feiner Blutgefäße.