Lungenkatarrh, s. v. w. Bronchialkatarrh.
Lungenkavernen, Höhlungen im Lungengewebe,
tstehen durch Vereiterung bei der Lungenschwindsucht.
Lungenkongestiodn, s. Lungenhyperämie.
Lungenkrautkheiten. Erkrankungen der Lunge sind
ufig und erfordern sorgsame Pflege, da sie sonst oft zu
Siechtum und frühzeitigem Tode führen. Die häufigsten
L. sind: Lungenentzundung, Lungen- der Bronchialtataärrh,
Lungenschwindsucht und Ephysem. Seltener sind: Lungenabszesse
 und Lungenbrand. Schutz gegen L. gewährt Ver⸗
meiden von Erkäaltung, zwecmwaßige Ubung (Gymnastik)
der Lungen und Abhärtung; bei bestehender Erkrankung
ist ein streng geregeltes Leben, Einatmen möglichst reiner
und gleichmaͤßig warmer Luft (Luftkurorte) von Nutzen. —
Bal. Fränkel (1890 u. 1904).
Lungenkraut, s. Pulmonaria.
Lungenkreislauf, s. Kreislauf des Blutes.
SZungenmagennerven (Nervi vagi), das zehnte
Behirnnervenpaar, welches Schlundkopf, Kehlkopf, Speise—
röhre, Lungen, Magen und Herz versorgt.
Lungenmoos, s. v. w. Isländisches Moos (s. d. nebst
Abb. 867).
Lungenödem, Steck- oder Stickfluß, auch Lungen⸗
lähmuug oder Lungenschlag, Anfüllung der Lungenblüs—
hen mit seröser Flüssigkeit bei erisee Lungenent⸗
ündung, Lungenschwindsucht u. a., oft leßte Ursache des
Todes, erkennbar durch Rasselgeräusche, sog. Tracheal—
rasseln, und schaumigen Auswurf.
Lungenprobe, Pneumobiomantik, der Versuch, ob
zie Lunge eines toten neugeborenen Kindes im Wasser
chwimmt und daher lufthaltig ist oder nicht. Im ersten
Falle hat das Kind geatmet, also gelebt.
Lungenschlag, s. Lungenödem und Lungenhyperämie
Lungenschnecken (Puimonata), nackte oder beschalte
witterige Land- und Sůüßwasserschnecken, deren Atemhöhle
als Lunge zur Luftatmung eingerichtet ist. Zwei Unterord⸗
nzuugen: Landschnecken (Sylommatophöra), mit den
Augen auf den Spitzen des hintern der beiden vorhan—
denen einstülpbaren Fühlerpaare. Hierher die Schnirkel⸗
ichnecken (Weinberg⸗ Achat⸗, Schließmund-⸗, Glas- ꝛc.
Schnecke), Raublandschnecken, nackten Landschnecken ꝛc.
) Wasserschnecken (Basommatophöra), mit den Augen
an der innern Seite oder Wurzel der nicht einstülpbaren
nur verkürzbaren) Fühler; stets mit Schale. Hierher die
Züßwasserschnecken.
Lungenschrumpfung, Lungencirrhose oder Lungen⸗
induration, häufiger Ausgang der Brustfellentzündung,
wobei das Lungengewebe in größerm oder geringerm Um⸗
nauge durch eine derbe, fibröse Narbenmasse ersetzt wird,
verbunden mit Einsenkung des Brustkorbes. Besserung
durch Lungengymnastik.
Lungenschwindsucht (Phthisis pulmonum), Be—
eichnung verschiedener Krankheitsprozesse, die das Lungen—
gewebe zerstören und dadurch zum Siechtum führen.
Meist handelt es sich um die bazilläre oder tuberkulöse
v., die Lungentuberkulose, die verbreitetste Krankheit,
welche bei weitem den größten Prozentsatz aller Todes⸗
ursachen ausmacht. Sie wird verursacht durch den von
R. Koch 1882 entdeckten Tuberkelbazillus (s. Tuberkulose
und Tafel: Bakterien, 8), beginnt meist mit Katarrh
der Bronchien und Lungenspihen CSpitzentatarrh), der allmählich
 auf die ganze Lunge uͤbergeht und zur Zerstörung
und Vereiterung des Lungengewehes Kapvernenbildung)
führt. Die Kranken klagen zunchst über Appetitlosigkeit,
Mattigkeit, Nachtfchweiße, Husten und Auswurf, der haͤufig
blutige Streifen zeigt, nicht selten wird, bes. bei vor⸗
geschrittener Erkraukung, reines Blut ausgeworfen Blut⸗
husten). Die Krankheit verläuft meist hin kann aber
uch in wenigen Wochen unter hohem Fieber schnell zum
Tode führen“ (galppplerende Schwindfucht). Im Ver⸗
saufe der Bentwickelt fich häufig Luftröhren, oder Kehl.
optfchwindfucht und Darmfchwindsucht. In ihren An—
ängen ist die Krankheit dui Abhalten von Schädlicheiten
 und Aufenthalt an Luftkurorten heilbar. Der
krantheit bef. ausgefetzt find von tuberkulbsen Eltern
tammende Kinder, ——— deren Beruf n auf
die Atmungsorgane wirkt (Steinhauer, lasschleifer
iharrenmagerh.und durch andere Krantheiten (Syphilis
diabetes) geschwächte Perfonen. Zur Bekampfung der L

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Lup

ienen die Lungenheilstätten (s. Volksheilstätten). — Vgl.
Facob und Pannwitz („Entstehung und Bekämpfung'“,
2 Bde., 1901), Schröder und Blumenfeld („Haudbuch
der Therapie der chronischen L.“, 1904), Arneth (18065),
Aufrecht (1905).
Lungenseuche, gefährliche, durch die Atmungsluft
ansteckende Lungen- und Brustfellentzündung des Rind—
„iehs, zeigt sich in trocknem Husten, führt unter Fieber
sasch zum Tode. Vorsichtsmaßregeln? Isolierung der ge—
unden Tiere, Desinfektion, en der gesunden Tiere
nit Lymphe aus den Lungen gefallener Tiere. — Vgl.
Schütz und Steffen (1891), Püß (1891).
Lungenspitzenkatarrh, s. Lungeuschwindsucht.
Lungensteine, verhärtele Entzundungsprodukte aus
Tholesterin und Kalksalzen im Lungengewebe und in er—
———— skulose.
Lungensucht, Lungentuberkulofe der Rinder, s. Tuber—
Lungentuberkulose, s. Lungenschwindsucht.
Lungenverhärtung, s. v. w. Lungenschrumpfung.
Lungenwürmer, verschiedene Arten der Palifaden—
vürmer (namentlich Strongÿlus filarla Zud.), die sich
n den feinen Luugenröhrenverzweigungen, seltener im
ngengewebe domestizierter und wilder' Wiederkäuer und
Schweine finden und gelegentlich als Ursache der Lunugenvurniseuche
 epidemisch auftreten. Die Aufnahme der
Schmarotzer geschieht direkt, indem die mit Schleim von
rkrankten Tieren auf Gras c. ausgehnfteten Eier pon
ae nicht erkrankten beim Fressen aufgenommen werden.
ungern, Luftkurort im schweiz. Kanton Unterwalden
ob dem Wald, an der Brünigstraße, (1800) 1826 GE.; nördl.
der Lungernsee (2 XmeIg., Tqkmn groß).
Lunginfee, See im schweizt Kanton Graubünden,
im Engadin, Quellsee des Jun.
Lungo, Isidoro del, s. Del Lungo.
Lungro, Flecken in der ital. Prov. Cosenza, (1901)
3976 En; Steinsalzbergbau.
Lung⸗tschou, Vertragshafen (Grenzzollamt) in der
hines. Prob. Kwangesi, am Tso-kiang Zufluß des Jü—
iang), (1804) 12000 E.; nahe der Grenze von Tongking.
Lunigiang (spr. dschahna), Landschaft in Oberitalien,
am Golf von Spezia.
Lüning, niederdeutscher VName des Sperlings.
L'unton falt Ia soros (frʒ., spr. lüniong f la forß),
Sintracht macht stark“, Wahlspruch der belg. Kroue.
Lünstadt, deutscher Name für Lunkville (1. d.).
Lunte, mit Bleizuckerlösung getränkter Haufstrick,
limmit langsam mit fester Kohle fort, wurde um einen
Stock (vLunteun⸗
pieß, Feuerfahne)
gewickelt und in
einer Klemme aus
wei Armen unter—
jalb seiner Spitze J
Fefestigt; bis ins 17. Jahrh. war die L. Zündmittel bei
handfeuerwaffen (mit Luntenschloß sAbb. 1093)), bei deu
Heschuͤtzen in neuerer Zeit durch die Reibzünduug ersetzt.
— V., in der Jägersprache der Schwanz des Fuchses.
Luntenspießß, Lunte.
Lunuuis (lat. kleiner Mond, halbmondförmige Ver—
ierung; der weiße Fleck der Fingernägel. Luunlar, halbmondfoͤrmig.

Lunũlae Hippooratis (lat. d. h.
Möndchen des Hippokrates), die zwei
mondsichelförmigen Figuren L und La
Abb. 1094)], die eutstehen, wenn man Ado
n einem rechtwinkligen Dreieck D 10994. Lunulae
dalbkreise über, alle drei Seiten AMippooeratis.
chlügt; ihr Inhalt (zusammen) ist gleich dem des Dreiecks.
Lunz, Gemeinde in Niederösterreich, r. an der Ois,
1800) 1829 E.; südl. der Lunzer Sce (16414 m 19.
180 mubr., 94 mn tief).
Lunze (Jägerspr.), s. Geräusch.
Lunzenau, Stodt in der fächs. Kreish. Leipzig, an
der Zwickauer Mulde, zur gräfl. schönburgischen Herrschaft
Rochsburg gehörig, (1805) 4128 E.
Luossavara „Lachsgebirge“), Berg im schwed. Län
Norrbotten, nördl. vom Kirunabara, reich an Eisenerz
— Erz. Loupe), s. Mikrostop und Tafel: Optit
II. 3u. 4.