Lup

Luperkalien, ein röm., dem Faunus Lupercus (d. i.
Wolfsabwehrer) 17. Febr. eet Fest für die Be—
schirmung und das Gedeihen der Herden.
Eupine, Feig⸗ oder Wolfsbohne (Lupinus T.d Pflan—
engattg. der Leguminosen,
Krauter, bes. in den Mittel⸗
meerländern. Weiße L. (I. albus
 L. [Abb. 1098; a Blüte,
b Hülse, o Same]), Orient;
rauhhaarige L. (L. hirsutus
C.), Arabien, Spanien;
schmalblättrige oder blaue
d. (L. angustifolius L.),
Spanien; gelbe 8. (L. lutsus
 L.), Südeuropa, werden
als wichtige Futterpflanzen
Grünfutter und Körnerfutter)
bes. in sandigen Gegenden
kultiviert und auch zu Grün—
dünger verwandt. Garten—
zierpflanze ist L. prolifor Desf.
Lupinose, Lupinenkrauk⸗
heit, gelbe Leberatrophie oder bösartige Gelbsucht, nach
Lupinenfütterung vortommende, durch ein in den Lupinen
enthaltenes Gift (Lupinotorin) hervorgerufene Krankheit
der Schafe; Ausgang meist tödlich.
Lupow, Küstenfluß im preuß. Reg.-Bez. Köslin,
durchfließt den Lupowsker und Gardeschen See, mündei
nach 120 km in die Ostsee.
Luppe, Deul, die beim Frischen des Eisens erhaltenen
weichen Eisenklumpen (s. Eisenerzeugung).
Luppe, Arm der Weißen Elster, zweigt westlich von
Leipzig ab, mündet nach 36 km unterhalb Merseburger.
in die Saale.
Luppenfrischerei, s. Eisenerzeugung.
Lupultn, Hopfenmehl (Glandulae Lupul), die Drüsen
an den Fruchtzapfen des weiblichen Hopfsens, welche dem
Biere den aromatischen Geschmack verleihen, auch als harntreibendes
 Mittel benutzt werden.
Lupus (lat.), der Wolf; L. in fahula, Zitat aus
Terenz „Adelphaä“ 4,: Der Wolf in der Fabel, d. h.
wenn man von jemand redet, pflegt er zu kommen.
Lupus, Narbenflechte, Hautwolf, fressende Flechte,
ressender Wolf, chronische Hautkrankheit, mit Knoten⸗
hildung und geschwürigem Zerfall der Haut, durch Tu—
berkelbazillen verursacht. Bekämpfung bescun durch
die Phokotherapie. — Vgl. Finsen (1903), Werther (1906)
Luqsor, ägypt. Dorf, s. Luksor.
Lurche, s. Amphibien.
Lurchfische, Lungenfische, Doppelatmer (Dipuöi),
Anterklasse der Fische, deren durch einen Gang mit dem
Darm verbundene Schwimmblase zu einer Lunge gewor—
den ist. Haut be—
schuppt. Die L. bilden
den UÜbergang von den
Fischen zu den Amphi
bien. Hierher der aal⸗
artige Schuppenmolch
(Caramuru, Lepido-———
 1096. Alfcikanischer Schuppenmolch.
Amazonenstroms; der afrik. Schuppenmolch (Schlammfisch,
Protoptôrns annectens Oi. Abb. 1086]), im trop.
Afrika, überdauert die Trockenheit in einer erhärteten
Schleimlapsel im Schlamm eingegraben; Barramunda
Ceratodus Forsteri Xrepm), — Queensland, vergräbt
sich bei Trockenheit im Schlamm.
Luren (Lurer), große, hornartig gekrümmte Blas—
instrumente (aus Bronze) der nordischen ee [Tafel:
Musit I, 6].
Lurgan (pr. löhrgänn), Stadt in der irischen Grafsch.
Armagh, (18901) 11777 E.; Leinwandfabrikation.
Luristan, das alte Zagros, Gebirgsprovinz im süd—
westl. Persien, etwa 89 100 qwmn, meist bewohnt von den
Bachtijari; einzige Stadt Chorremmabad.
Lurlei, s. Lorelei.
Lürssen, Christian, Botaniker, geb. 6. Mai 1843 zu
Bremen, 1872 Dozent in Leipzig, 1884 Prof. an der ——
kademie zu Eberswalde, 1883 in Königsberg; srieb;

1095. Weiße Lupine.

Beiträge &amp; Entwicklungsgeschichte der Farnsporangien“
1872), „Grundzüge der Botanik“ (5. Aufl. 1893) u. a.,
edigiert die „Biplotheca botanica“.
Luͤs (Las, 8. Bela), Landschaft im südöstl. Belutschi—
dan, etwa 20 o00 4kmm; Hauptorte Sunntiani an der Kuste
und Las (Lus) Bela.
Lus, kanaanit. Stadt, s. d
Lusaͤ, r. Nebenfluß des Jug (Gebiet der Dwina) im
uss. Gouv. Wologha, 422 Rwmlg., schiffbar.
Lusarn, Dors, s. Luserna.
Lusatia, lat. Name für die Lausitz.
Lu⸗schan, Stadt in der chines. Prov. Ho⸗nan, am
obern Schasho; Glaswarenindustrie.
Lufschan, Selir von, Anthropolog und Ethnolog, geb.
11. Aug, 1854 in Hollabrunn bei Wien, bereiste Suͤdosi—
europa, Kleinasien und Syrien, leitete die Ausgrabungen
—,
Prof. für Anthropologie und Ethnologie au der Uni—
»ersität zu Berlin, 1904 Direktor am Museum für Völker—
unde daselbst, gibt die „Ausgrabungen zu Sendschirli“
1893 fg.) heraus.
Luschnitz, r. Nebenfluß der Moldau in Böhmen, ent—
pringt als Lainsitz in Niederösterreich, mündet naͤch 186 kKm
zei Moldauthein. [Grenze, 1370 m.
Lusen, Berg im südl. Böhmerwald, an der bayr-böhm.
Luser, s. Lauscher.
Luferna, deutsch Lusarn, Dorf in Südtirol, (1900)
38 deutsche E., Klöppelschule; deutsche Sprachinfel in
Lusiaden, Epos von Camöes (s. d.). Südtirol.
Lusignan (spr. lüsinjäng), Stadt im franz. Dep. Vienne,
in der Vanne, zen 2063 E.; Neste des alten Stamm—
chlosses des Geschlechts L., von dem ein Zweig auf
Mpern und in Jerusalem herrschte; ihm gehörten an
Buido (s. d.) von L. und Amairig (. d.).
Lusitanlen, röm. Provinz im alten Spanien, ungefähr
das jetzige Portugal, benannt nach dem Volksstamm der
Lusitanier.
Lussin, eine der Quarnerischen Inseln in Istrien, am
Zanal von Ossero, durch eine Drehbrücke mit Cherso ver—
hunden, 88 kmeIg. von einer Bergkette (Ossero) durchzogeu,
hildet die Bezirish. 8.; Hauptstadt Lussinpiccolo (. d.).
Sussingrande, Stadt auf der Insel Lussin, (1900)
385 E., alte venetian. Paläste.
eheele „Bezirksstadt in Istrien, Haupthafen
»er Insel Lussin, (1900) 7348 E.
Lustenau, Dorf in Vorarlberg, am Rhein, (1900)
3221E.: hier 3565 Sieg der Römer über die Alemaͤnnen.
Lüster (frz. Iustro), metallischer Anflug, welchet Ton⸗
varen durch Aufbrennen dünner Schichten von Gold, Silber,
dupfer, Bleiglasur (der Lüsterfarben) gegeben wird. —
2. Erz. 6totfes Iustrée), leinwandartiges, stark glänzend
appretiertes Gewebe mit Kette aus Baumwolle und Ein—
jchlag aus Kammgarn. Lüstergarn, Garn aus grober, stark
zlänzender engl. Kammwolle. — Auch s. v. w. Kronleuchter.
Lustgas, Lachgas, Stickstoffoxydulgas, Stickoxydul,
arbloses, schwach suͤßlich riechendes Gas, entsteht beim Er—
hitzen von salpetersaurein Ammonium, auch bei der Re—
zuktion von Salpetersäure durch Zink, unterhält die Ver—
rennung, wirkt eingeatmet zuerst beraufchend und erheiterud,
ann anästhefierend, daher als Anästhetitum benutzt, darf
iber nur mit Sauerstoff gemischt und für kurze Natkofen
aingewandt werden.
Lustmord, ein aus Geschlechtslust begangener Mord.
kin eigenes Velitt des L. gibt es nicht, der V, wird als
gemeine Tütung bestraft. lsicht, Musterung.
Lustration (lat.), feierliche Reinigung, Weihe; Durch⸗
Lustre Urz. spr. lüstr Glanz“) s. Lüster.
buftrieren (lat.), reinigen. weihen; glamzend machen;
nustern, betrachten.
Lüstrieren rz.), Appreturverfahren, um Baumwoll⸗
zarnen Glätte, Glanz und größere Weichheit zu geben.
Lüstrin, glattes Seidengewebe mit glänzender Keite.
Zustrum (at.), das alle s Jahre wiederdehrende feierliche
Zühn⸗ und Reinigungsopfer (. Suovetaurilia) der Römer
rach Beendigung des Jeusus; daher Zeitraum von 5 Jahren.
Luftseuche, s. Syphilis.
Lustspiel, s. Komödie.
Susze zewsta (spr. luschtich.), Jadwiga, pseudonum Deovma.
 poln. Dichterin, geb. 1830 in Warschau, bekamnt durch