Improvisationen (gesammelt 1854 und 18658), schrieb auch.
„Polen im Liede“. Sinfonie des Lebens“ Erzählungen.
Eut, unbewohnbare Salzwüste im S. der irau. Landsch.
Chorassan, in den pers. Prov. Chorassan und Kerman.
Lutament (lat.), Kitt- oder Lehmwerk; Lutation,
Bexrleimung, Verkittung eines Gefäßes (s. Lutieren).
Lutatier, röm. plebejisches Geschlecht mit dem Bei⸗—
namen Catulus (s. d.).
Lutotis Parisissrum, lat. Name für Paris.
Lütgendortmund, Dorf im preuß. NReg.«Bez. Arnsderg,
 (18000) 11696 (1805: 12932) E.; Steinkohlengruben,
Luthardt, Christoph Ernst, prot. Theolog, geb. 28. März
1823 zu Maroldsweisach (Unterfranken), seit 1856 Prof.
in Leipzig, gest. das. 21. Sept. 1902, Hauptstimmführer
der konfessiouellen Lutheraner in Deutschland, bes. duͤrch
die 1868 von ihm begründete „Allgemeine evang.-luth.
irchenzeitung“. Hauptschriften: 5, Das Johanneische
Evangelium“ (2 Bde., 2. Aufl. 1875), „Kompendium der
Dogmatik“ (10. Aufl. 1900), „Geschichte der christl. Ethik“
(2 Bde., 1888 — 93), „Kompendium der theol. Ethik“
—
hums“ (4 Bde., neue Aufl. —— „Die christl.
Glaubenslehre“ (1898), „Die vier Evangelien, verdeutscht
und ausgelegt“ (1888). — Biogr. von Kunze (1903)
Luther, Martin, Begründer des deutschen Protesian—
tismus, geb. 10. Nov. 1488 zu Eisleben, von wo sein
Vater, der Bergmann Hans L. (vorher zu Möhra bei
Sisenach), ein halbes Jahr später nach Muen über⸗
siedelte, bezog, zu Mansfeld, Magdeburg und Eisenach
vorbereitet, 1501 die Universitüt Erfurt, um die Rechte
zu studieren, wandte sich jedoch zunächst den humanistischen
Studien und der scholastischen Vhilosophie zu und wurde
1505 Magister. Durch eine schwere Krantheit in eine re—
ligiöse Krifsis geworfen, trat er ins Kloster der Erfurter
Augustiner, wo er sich, bes. durch den Ordensprovingial
Johann von Staupitz unterstützt, zu den neuen religibsen
Uberzeugungen durchkümpfte, aus denen später die Refor—
mation emporwuchs. 1507 zum Priester geweiht, wurde
L. 1508 als Prof. der Philosophie an die Üniversität
Wittenberg bernfen und (nach einem Aufenthalt in Rom
—D——
Betonen der sog. guten Werke auf die Augustinische Lehre
von der Gnade zurückgehend, wirkte er schon vor 1517
als Dozent, Prediger und Ordensinspizient sowie in
Schriften für diesen Standpunkt und gegen die Scholastik,
als er, gereizt durch Tezels leichtfertigen Ablaßhandel,
am 31. Ott. 1517 seine „90 Thesen“ über den Ablaf
au die Schloßkirche zu Wittenberg anschlug. Er mußte sich
Olt. 1518 vor Kardinal Cajetän in Augsburg veraut⸗
worten, entging dabei einer Gefangennahme nur durch
ichleunige Flucht, ließ aber eine Beruüfung „au den bessei
gu unterrichtenden Papst“ zurück. 1619 disputierte er zu
Leipzig mit Eck, verbrannte 10. Dez. 1520 zu Wittenbery
die von letztern veranlaßte päpstl. Bannbulle vom 15. Juni
schrieb 1520 seine drei gewaltigen Reformationsschriften:
„An deu cristl. Adel deutscher Nation“, „Die babylon.
Gefangenschaft der Kirche“ „Von der Freiheit eines Christen⸗
menschen“, und verteidigte sich am 17. und 18. April 1521
vor dem Reichsstage zu Worms. Von Kurfürst Friedrich
dem Weisen vor der Reichsacht auf die Wartburg gerettet,
uͤbersetzte er hier in 10 Monaten das N. T. (zuerst 1622
Jedruckt), kehrte im März 1522 zur Dämpfung des Bilder—
sturms nach Wittenberg zurück und verheiratete sich, nach—
dem er 1524 die Mönchskutte abgelegt, 13. Juni 1625
nit Katharina von Bora (s. d.).Egarf wandte er sich
gegen die Wiedertäufer und gegen die zum Bauernkrieg
ausartenden —— des Landvolkes
and errichtete unter dem Schutze seines Landesherrn eine
aeue selbständige Landeskirche. Durch die kurfächs. Kirchen—
⸗aisitation (1827 —29), die beiden Katechismen (1529), den
Abschluß der Bibelübersezung (A, und N. T. zuerst 1634),
wodurch er zugleich der Schöpfer der neuhochdeutschen
Schriftsprache wurde, legte er den Grund zu einem neuen
VBoltsglauben. Seine geistl. Lieder sind von, großer Kraft
and Junigkeit. Er starb 18. Febr. 1546 auf einer Reise
zu Eisleben und wurde in der Schloßtirche zu Wittenberg
destattet. Vollständigste Ausgaben der Werke von Walch
(24 Bde. 1740 -63), zu Erlangen und Frankfurt (105 Bde.
1826 86: Bd. 120 in 2. Aufl. 1862 80); große kritische

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Lut

sSesamtausgabe seit 1883 Deimep „Lehr⸗ und Streit⸗
chriften für das christl. Haus“ (2. Aufi. 1898 fg.). „Brief⸗
vechsel“, hg. von Euders (18841808), Lischreden“ von
Förstemanin und Bindfeil 846- 48). - Wichtigste Biogr.
2.8 von Kolde (2 Bde 1884 -93), J. Köstlin (2 Bde.,
5. Aufl. 1902 fg. populärer Auszug, 8. Aufl. 1891), Lenz
3. Aufl. 1807), Buchwald (1802), Häusrath (2 Bde. 18904)
Von L.s 6 Kindern ůberleblen ihn 4 Johannes (gest.
8. Olt. 4575 zu Königsberg als Rat in Diensten des
Herzogs Alhrecht von Preußeun), Martin Cheolog, gest.
. Mai, 1565), Paul (gest. 8. März 1593 zu Leipzig als
urfürstl. Leibarzt), Margarete (gest. 1570 zu Mülhausen);
hie ‚münnlichen NRaͤchtommen Ls siarben 1758 aus.
Lutheraner, ursprünglich der den ersten Anhängern
Zuthers von kath. Seite beigelegte Spottname; dann
Selbstbezeichnung der Luther folgenden Theologen und durch
ie auf die von ihnen ausgebildeten evang.-deutfchen Landes
irchen (Lutherische Kirchen) übertragen, die als ihre Be—
enntnisschriften die „ungeänderte“ Augsburgische Kon⸗
ession, die Katechismen Luthers (1529), Melauchthons
LIpologie der Augshurgischen Konfeffion (1530), Luthers
Schmalkaldische Artutel (16537), endlich die Formutia
oncoraiae (1380) anerkannteu. Die luth. Hrthodorie
peherrschte die Kirchen der f. das 17. Jahrh. hindurch,
vurde aber durch den Pietismus und Rationalismus der
JIufklärungszeit erschütlert, um erst im 19. Jahrh. im
Begensatz zu der von Friedrich Wilhelm III. in Preußen
egründeten Union der Juth. und reform. Kirche neu zu er⸗
tehen und die neuere prot Theologie zu bekampfen. Der
dampf gegen die Union führte feit 1834 zur Separation
ines Teils der strengen L. in Schlesien (og. Alt⸗L. unter
»em Oberkirchenkollegium in Breslan, sen 1841) àu. a.
und zur Erneuerung des luth. Konfesfionalismus inner
alb der Union. In den 1866 annektierten Prov, Schleswig⸗
dolstein und Hannover wurde die Umson nicht eingeführt
ind selbständige luth. Landesktrchen organisiert. Herr⸗
chend, obschon vielfach in stetem Kampfe mit den frei⸗
innigen und vermittelnden Parteien, ist das konfessionelle
uthertum außerdem in Medclenburg, Bayern, zum Teil
n Sachsen, ferner in den skandingo. Ländern, den russ.
Ostfeeprovinzen und in einigen Synoden Rordamerikat
ind zählt über 80 Mill. Bekenner. — Bgl. Rochoil Ge
chichte der evang. Kirge in Deutschland“ 1884) Frilfchel,
„Geschichte der luth. Kirche in Amerika⸗ (Bde. 189697).
Lutherfestspiele, dramat. Stücke, die Luther und
eine Zeit behandeln, vielfach zu den Sätularfeiern der
Reformation und, von Luthers Geburtstag (so 1883) ent—
tanden und meist von Dilettanten aufgeführt; solche K.
dichteten Herrig, O. Devrient, Henzen u. a. — Vgl. Erdmann
 (1888).
Lutherische Kirche, s. Lutheraner.
Lutherstiftung, Deutsche, eine 1883 begründete Stif⸗
ung, welche die Erziehung von Kindern edang. Pfarrer
ind Lehrer fördern will. Sitz in Berlin.
Lutidin, s. Pyridin.
Lutieren (lat.), Verkitten, Verstreichen von Fugen an
Apparaten hei cheni. und technischen Operationen. Der Kitt
Lutum) besteht aus Lehm für eiserne, Ton für könerne nud
Leinmehlteig für gläserne Apparate.
Lutizen, slaw. Volksstamm, s. Wilzen.
Lütjenburg, Stadt im preuß. Reg.-Bez. Schleswig,
an der Kossau, (1805) 2217 E., Amtsgericht.
Lütke, Feodox Petrowitsch, Graf, russ. Admiral, geb.
28. Sept. 1787, leitete 1826229 eine russ. Erdumseglung
„Bericht“ 1835 — 36), 1864 Präsident der Atabemn
der Wissenschaften in Petersburg geft. 20. Ang,. 1882.
Luton (spr. lijuht'n), Stadt in der engl. Grafsch. Bed⸗
ford, am Lea, (1901) 36 404 E.
LEütschine, 1. Nebenfluß der Aare im schweiz. Kauton
Bern, entsteht aus der Schwarzen und Weißen L, mündet
bei Bönigen, 22 kwulg., in den Brienzer See.
Lu⸗tschu, Inseln im Stillen Ozean, s. Liu-kin.
Lutten, in Bergwerken Roͤhren dus Holz oder Blech, die
den Grubenbauen Luft (Wetter:L.) oder Wasser (Wasser⸗8.)
zuführen. sweinbrennen.
Lutter, das erste Destillationsprodukt beim Braunt-Eutter
 am Barenberge, Flecken im braunschw. Kr.
sandexsheim, (1800) 17533 65 Amtsgericht; hier 27. Aug.
626 Sieg Tillus über Christian IVe bon Dünemnau.