Mädchensommer, s. v. w. Altweibersommer.
Maddalena, La, groͤßte der Magdaleneninseln in der
Bouifaciusstraße, im v Sardiniens, 20 qkm, mit vor⸗
refflichem Hafen; stark befestigt.
Maddaldni, Stadt in der ital. Prov. Caserta, (18901)
20682 E.; Aquädukt nach dem Schloßgarten von Caserta.
Madegafssen (Diadagassen), s. Madagaskar,
NMade in Germanꝶ sengl., spr. mehd in dschörmens),
d. i verfertigt in Deutschland, Handelsbezeichnung, die
ag dem eng! Markenschubgeseh von 1887 die von Deutsch⸗
and eingeführten Waren tragen müssen, sofern sie über⸗
zaupt eine engl. Handelsbezeichnung haben.
Madelra (span. Madera), portug. Insel an der West⸗
tüfte von Afrika sKarie: Spanien ec. J, 10), bildet mit der
Insel Porto Santo (1900: 2856 E.) und den kleinen Wüsten⸗
infeln (Ilhas Desertas) eine portug. Provinz, den Distr.
Funchal (815 4km, 150 374 E.); gebirgig (im Pico Ruivo
18470), pulkanisch; mächtige Kesseltäler und tief ausge—
höhlte Flußtaler, sieile Ufer mildes und gleichmäßiges Klima
Jahrestemperatur an der Südküste 18,82.); großer Feuch⸗
igkeitsgehalt der Luft; daher Kurort für Lungenkranke.
Vroße ee bes. in Wein, ferner Mais, Getreide,
Zataten, europ. Früchten, Ananas, Bananen, Kaffee. Handel
in engl. Hünden; Hauptstadt Funchal. — M. 1419 von den
Portugiesen kolonisiert, 1880 1640 ebeuso wie Portugal
panisch; seit 1886 unter direlter Verwaltung Portugals.
vBVgl.Langerhans (1884), Biddle (engl. 1806 und 1901),
Bromn denglh. 6. Aufl. 1001), Krohn (Fsührer, 1806).
Madelra, r. Nebenfluß des Amazonenstroms, entsteht
rud den Flüffen Mamore, Guaport und Beni, mündet nach
3200 Amn, 2, m breit, unweit Serpa im brasil. Staate
Alto Amazonas; Stromgebiet 1168000 qkm, Strom⸗
chnellen machen den M. zwischen 9. und 12. s. B. 370 xm
veit unfahrbar. — Bgl. Keller-Lenzinger (1874).
Maͤdelegabel, Berg, s. Allgän.
Diadeleme frz. sprmad'lahn), Magdalene; Madelon
pr. mad'löng), Lenchen.
Pradeleine, La(spr. mad' lähn), Stadt im franz. Dep.
Nord, Vorort von Lille, (901) 12 8650 E.
Viadelen, Stadt, s. Magdala.
Dadeien (pr. mehdle), Industriebezirk in der engl.
Braffch. Shropfhire, ain Severn, (1901) 9129 E., Eisen⸗
werkstätten, Kohlengruben. I(. d.).
Madelbneiten (frz. spr.mad'l), die Magdalenerinnen
Dadeiftein, verg inn diesengebirge zwischen der Großen
end Kleinen Sturmhaube.
Mädelsüß, Pflaänzenart, s. Spiraos.
Viadelung, Oilo Wilh, Chirurg, geb. 15. Mai 1846
n Gotha, war Prof. in Bonn und Roͤstock, seit 1894 in
Straßburg. smoiseau.
Mademoifelle (spr. mad'möastll), s. Da⸗
Diadenfresfer, Madenhadker, s. Kuckucke.
Auch eine Ärt der Stare (s. d.) heißt Madenhacker.
Madenwurm, Pfriemenschwauz, After⸗
uade, Springschwanz (Oxyũuris vermicularis
. [Abb. 1104. 2 Maͤnnchen, d Weibchen]),
kleiner weißer Rundwurm aus der Ordnung der
Nematoden, im untern Teil des Dickdarms und
m Mastdarm, namentlich von Kindern, schma⸗
otzend, wanvert in der Bettwärme aus dem
After heraus und verurfacht unerträgliches Jucen.
— talte Klifliere von Essigwasser, Kalk
vasser oder Knoblauchabkochung.
Madera, portug. Insel, s. Madeirg. ane
Vaderaner Tat, Karitelental, Alpental Purm
m Ichweig. Kanton Urn, reich an Naturschönheiten,
Maderna, Carlo, ilal, Architekt, gest. 1628 in Rom;
aute das. die Fassade, Langhaus And Vorhalle der
Peterskirche, Kirchen und — Tafel: Barock und
Rotoko 5, 11.
Biadeysti von Poraj, Stanislaus, Ritter. östert.
Staatsmann, geb. 24. April 1841 zu Sieniawa in Gali⸗
zien, 1883—85 Kultusminister, schrieb mehrere jurist. Werke
and.Die deutsche Staatssprache“ (1884).
mWadfaa, grab. Waffe, gestielter hölzerner Becher, zum
Versen don Geschoffen mittels schwacher Triebsätze.
Madhura, britostind. Stadt, s. Madura—
viadi nladin Necewolt Gilbten) im Quellgebiet
des Uelle (Kibali), Ackerbauer.

08

Mad

Madia Isol., Pflanzengattg. der Kompofiten, klebrige
druuter aus Rördamerita mit gelben Bluͤtenköpfchen; I.
zatt va Aol. (Oimadie) in Chile, wegen ihrer ölgebenden
Zamen (Madiaöl) angebant.
Madischa, Ort in Afrika, s. v. w. Mogdischu.
Madifon s(spr. mäddtß'n). — 1) Stadt im nordamerik.
Staate Indiang, am Ohio, (1900) 7835 E. — 2) Haupt⸗
stadt des Staates Wisconsiin, 19 164 E., Staatskapitol, Uni—
»ersität. — 3) Stadt im Staate Jowa, s. Fort Madison.
Madison (spr. mäddiß'n), James, 4. Präsident der Ver.
Staaten von Amerika (1808-17), geb. 16. März 1751
in Port Conway (Virginien), 1780 Mitglied des Kon—
tinentalkongresses, 1801 Staatssekretär, 1809 Präsident,
führte durch Beschränkung des Verkehrs mit England 1812
zum Kriege mit diesem, schloß, 1813 wiedergewählt,
24. Dez. 1814 den Frieden zu Gent, trat 4. März 1817
urück, gest. 28. Juni 1836 zu Montpellier (Virginien). —
Biogr. von Rives (3 Bde. 1859—69) und Gay (1884).
Madiun, niederländ. Residentschaft im O. von Java,
882 4Km, (1895) 1111490 E., meist niedriges, frucht⸗
ares Flachland; Vulkane (Wilis 2556 m, Lawu 3265 1);
zauptort M.; Hafenplatz Patjitan.
Maädler, Joh. Heinr. von, Astronom, geb. 29. Mai
1794 zu Berlin, 1840 —65 Prof. und Direktor der Stern⸗
varte zu Dorpat, gest. 14. März 1874 zu Hannover; lieferte
nit Beer eine Mondkarte 3779 und eine „Seleno⸗
zraphie“ (1837); schrieb: „Populüre Astronomie“ (8. Aufl.
884), „Geschichte der Himmelskunde“ (2 Bde., 1872 73).
Madonna (ital. „meine Herrin“), Bezeichnung der
Jungfrau Maria; in der bildenden Kunst die malerische
oder plastische Dateuung der Marig mit dem Jesuskinde,
eils nn Heiligen. Berühmte Madonnenmaler: Giov.
gellini, Correggio, Tizian, Raffael, Murillo. sHierzu Tafel:
Nadonna.] — Vgl. Baumbach (2. Aufl. 1896), Rothes
1905) und das Prachtwerk von Venturi (deutsch 1000).
Madonna di Campiglio (spr. Ppilljo), Luͤftkurort
uid isue in Südtirol, Bez. Tione, 13165 m ü. d. M.
Madras, Präsidentschaft (Provinz) Britisch-Ostndiens
 (367064 qkm, 1801: 38 209 436 GE., einschließich
 Vasallenstaaten 392 881 4km, 42397 622 E.), zerfällt
u 22 brit. Distrikte (einschließlich drei bes, verwalteter Re⸗
sentschaften), zusammengefaßt in fünf Divisionen, und fünf
dasalleustaalen: Trawankur, Kotschi, Pudukattai, Banga⸗
iapalli und Sandur. — Die Hauptstadt M., am Ind.
Dʒean, auf der Küste Koromandel, bod 346 E., besteht aus
dem europ. Fort St. George, der von Eingeborenen be⸗
wohnten Lehe Stadt und Vorstädten, ist Sitz der Re—
gierung. Universität (seit 1857), polytechn., theol, landw.
Schulen. Industrie in Baumwolls, Glas⸗ und Lederwaren,
Zuckerfabriken, Töpferei, Santedere — M. erste feste Nie⸗
derlassung der Engländer in Ostindien (1639); seit 16538
Prafidenchaft. — Vgl. Wheeler (engl. 8 Bde. 1861-62).
Vradrashauf, .v. w. Sunn, s. Crotalaris.
wiadrastücher, breit gegatterte baumwollene Tücher
»on der Koromandelküste.
Madre aufiral, Laguna de la, Haff, an der Ostküste
von Mexiko, 180 xmulg., bis 30 kmebr., durch vier
Inseln vom Meere gunt
Madre de Dios, Amarumayn, nach seinem Haupt⸗
uellfluß auch Inambari, Fluß in Peru und Bolivia, ent⸗
eht aus dem Rio Tono und Inambari an den Ostabhängen
Jer Kordissleren, mündet unter 110 s. B. l. in den Beni.
Madrid, Hauptstadt Spaniens Karte: Spanienꝛc.
„BZj und der Prov. M. (7088 ꝗqkxm, 1900; 776 034 E. ),
in Manzanares, 5389585 E., 655 m ü. d. M., mit konti—
dentalem Klima und hohen Temperatur— ——
interfchieden; über 900 Straßen (Calle de
Alcala, Calle Mayor, Calle de Carreteas,
Falle de la Montera u. a.), 76 Pläte (Plaza. 42
nayor, Plaza de Oriente, Plaza del Prine *
ipe Alfonso c.), 29 Promenaden, bes. El
ßrado und der Park von M., Bnen Re— —8
iro); goten San Francisco, San Gero⸗
timo; Residenzschloß (1834, mit wertvollen Gemälden),
gibliothek, Museo del Prado, naturwiss. Museum, Stern⸗
varte, Akademie der Wissenschaften (1713 gegründet), Zen—
raluniversität ꝛc. Industrie in Tabak, Zigarren, Teppichen,
Jold- und Silberwaren, Porzellan und Leder. Füͤr den
zandel M.s Lage als Zentrum des span. Eisenbahnnetzes von