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Bedeutung. — M. wird 980 als Außenposten von Toledo
unter dem Namen Majoritum erwähnt, 1561 Residenz
der Könige; Friedensschlüsse 1586 zwischen Frankreich und
Spanien, 1617 zwischen Spanien und Venedig, 1800
wischen Portugal und Spanien.
Madridejos (spr.chos), Stadt in der span. Prov
Toledo, (1900) 7158 E.; Industrie.
Madrigäl, Dichtform, Nebenart des Sonetts, aus
mehrern drei⸗, auch vierzeiligen Absätzen bestehend; in der
Muͤsik eine inn 16. und 17. Jahrh. (Palestrina, Lasso, Lotti,
Vabrieli, Zarlino ꝛc.) gepflegte kunstvolle Art des (meisi
fünfstimmigen) Chorgesangs. Tanz.
WMadrileña (spr. Jenja, „Madriderin“), ein span.
Madrillbrett, s. Petarde.
Madschus, s. Parsen.
Madura. ) Insel des niederländ.»ostind. Archipels,
1470 qkm, als Refidentschaft 3418 qkm, (1886) 16305106.,
hurch die Madurastraße von Java getrennt. — 2) Stadi
im Distr. M. der brit ⸗ostind. Madras, am
Waigai, (1001) 105 84 E.; Baumwollhandel; früher Haupt⸗
tadt von Karnatak; altind. Ruinen. sKarte: Asten T, 4)]
Madurabein, Madurafuß, in Indien epidemische
Erkrankung des Fußes, seltener der Hand, bestehend in
Entzündung, Eiterung, Erweichung der Knochen; verursacht
durch Wucherung eines Schimmelpilzes ähnlich der Attiaomhlose.
 — Vol. Carter (engl. 1874).
Maduresische Sprache, auf Madura gesprochen, mit
der javan. Sprache eine Gruppe des maldiisch-polynesi⸗
schen Sprachstammes bildend.
Maduro (pan, d. i. reif), ein starker Portwein; bei
Sortierung von Zigarren solche mit dunkelm Deckblatt.
Madüsee, Landsee im preuß. Neg.⸗Bez. Stettin, von
der Plöne durchströmt und mit dem, Plönesee verbunden,
16 xwlg., 8 ckmebr., bis 42 mn tief, reich an Marunen!
Madvig, Joh. Nicolai, dän. Philolog und Stagtsnann,
 geb. 7, Aug. 1804 zu Svanike, seit 1828 Prof zu
Kopenhagen, Reichstagsmitglied, 18418 51 Kultusminister,
gest. 18. Dez. 1886; lieferte Neise Ausgaben von Ciceros
Schriften und von Livius (2. Aufl. 1872 19); schrieb:
„Lat. Sprachlehre“ (deutsch, 4. Aufl. 1867),, Ad verssaria
critiea“ (I871-840), „Die Vexfassung und Verwaltung
des röm. Staates“ (deutsch, 2 Bde. 188182) u. a.
Maerlant (spr. mahr-⸗), Jak. van, niederländ. Dichter,
Jeb. um 1285, gest. 1291 zu Damme bei Brügge; Verfasset
nehrerer didaktischer Epen, einer RIMMy bei“ (1271;
39. 1858-61), einer gereimten Weltchronik („Spieghei
historiael“, Bd. 1-8, 1863) u. a.
Waes, Gewichts- und Geldgröße, s. Mas.
Maes (spr. maͤhs), Nicolas, holländ. Genres und Bild⸗
nismaler, geb. 1632 in Dordrecht, gest. 1683 in Amster—
dam, nse Rembrandts; Hauptbilder: Alte am Spinn⸗
rocken (Amsterdam), Faule Köchin Condon).
Maeseya, belg. Stadt, s. Maaseiit.
Massta (ital.), Majestät; 3 für Bilder, die
Shristus auf deni Thron sitzend darstellen. [E.
Maesteg (spr. mästeg), Stadt in Wales, (19001) 16 018
NMasstoso (ital. aß majestätisch, feierlich.
Maestricht, niederländ. Stadt, ,Magstricht
Masstro (ital.), Meister, Lehrmeister, Herr: M. di eap.
zꝛolla, Kapellnieister.
Maeterlinck (spr. maht-), Maurice, belg. Schriftsteller,
 geb. 28. Aug. 1863 in Gent, erst Advokat, lebt
seit 1886 in Paris; seine Dramen („La prindesse Mo.
lolme“ deutsch 18923 L'instruse“, deutsch 18083 „Peniléas
AMélisande“, deutsch 1897) bekunden einen pessimistischen
Mystizismus, „Monnu Vanns“ aber eine Loslösung von
dieser Weltanschauung; er schrieb ferner mehrere Buücher mo⸗
ralifierender Weltbetrachtung („Le trésor des humibles“,
deutsch 1898; „Lu sagesse et in destinée“, deutsch 18909
„Læ vie des abeilles“, 1801; deutsch, 8. Aufl., 1805) u. a.
Mäeutik (grch.), Geburkshilfe, Hebammenkunst; Be—
weng für die sökratische Methode, durch Fragen aus
der Seele der Sqier die richtigen Begriffe herauszuholen.
Mafeking (spr. maͤff, bei den ee wfeh-),
Stadt im NO. von Brit.⸗Betschnanenland, am Molopo
(zum Oranjefluß), Sitz des bhrit. Residenlen, von den
Zuren 1900 vergebens belagert.
Maffei, Andrea, ital. Dichter und Übersetzer, geb. 1800
iu Niva am Gardasee, gest. 27. Novp. 1885 in Mailand:

»eröffentlichte „Vorsi“ (2 Bde. 1858 fg.) n. a. übersetzte
es. Schiller, Goethe, Shakespeare, Milton, Byron ic.
Maffei, Francesco Scipione, Marchese, ital. Dichter,
geb. 1. Juni 1675 zu Verona, gest. das. 14. Febr. 1765;
chrieb Dramen („„Merope“, 1714; „Lo ceremonie““),
erner „Verona llustrata“ (5 Tle., 1825 27) u. a.
Maffersdorf, Fabrikort in Böhinen, bei Reichenberg,
an der Neisse, (1900) 6570 E.; Brauerei, Malzfabrik,
Wollspinnerei, Teppichfabriken.
Mafta (Maffin), Geheimbund auf Sizilien, entsprechend
der Kamorra (s. d.) in Unteritalien. Masisden, Mitglieder
der M. — Bgl. Cutrera (1800).
Mafta, zu Deutsch-Ostafrika (Bez. Kilwa) gehörige
ruchtbare Insel, östlich von der Mündung des — 672
xm; Hafenplatz Tschole. — Vgl. Baumann (1896).
Maßfiti (Maviti, Masttu), kriegerischer Stamm der
zulukaffern in Deutsch-Ostafrika.
Ma Foi (frz., spr. foͤ), meiner Treu!
Mafra, Flecken in der portug. Prov. Estremadura,
800) 4784 E., Kloster (1717 31 erbaut), königl. Palast,
infanterieschule. linstrument.
Magädis, der Harfe ähnliches altgriech. Saiten—
Magalhäes (spr. magalijdengs), Domingo Jost Gon—
alves de, brasil. Dichter, geb. 18. Aug. 1811 zu Rio de Janeiro,
859 Gesandter zu Wien, 1868—71 in Washington, später
n Rom, gest. 1882; das Haupt der nationalen Dichterschule,
im berühmtesten durch das Epos „A Confederaqio dos
Tamayos“ (1857); schrieb auch Gedichte und Trauerspiele.
Magalhäͤes (Epr. magaljsengs), Fernäo de, span.
Magallaänes, engl. Magellan. portug. Seefahrer, geb. um
1480, trat 1517 in den Dienst Kaiser Karls V., ging,
uim einen neuen Weg von W. nach den Molukken zu
inden, Sept. 1518 mit fünf Schiffen unter Segel, ent⸗
deckte 21. Olt. 1620 die Meerenge zwischen dem sůdamerik.
Festlande und dem Feuerlande (Magalhäesstraße), 28. Nov.
den Stillen Ozean, fiel 27. April 1521 in einem Gefecht
uuf der Insel Matan e — Vgl. Ruge (1888),
huillemard (engl., 1890), Alberto (span., 1898).
Magalhaͤesarchipel, Inselgruppe im Stillen Ozean,
e Japan und den Marianen; bekannt und bewohnt
ind die Bonininseln (s. d.) und Vulkaninseln (s. d.).
Magalhaäesländer, Bezeichnung für das suüͤdl. Süd⸗
ierika (Terxitorium Magallanes und Patagonien).
Magalhäessche Wolken, s. Kapwolken.
Magalhäesstraße, s. Magalhäes, Fernäo de.
Magallanes (spr. galj), Territorium der Republik
Thile, zu beiden Seiten der Magalhäesstraße, 171438
ikm, (1903) 13729 E.; Hauptstadt Punta-Ärenas.
Magallaues (spr.galjã⸗), Seefahrer, s. Magalhäes.
ANMagasinage (frʒ., op ahsch'), das Lagern in einem
Ragazin, Lagerzeit, Lagergeld; Aagasinler (spr. 4eh),
Magazinverwalter, -pbesitzer.
Magazingenossenfchaften, s. Genossenschaften.
Magazingewehr, s. Repetiergewehr.
Magdala (Madala, Madelen), Stadt in S.⸗«Weimar,
u der Madel (zur Ilm), (1905) 764 E.
Magdala, ehemal. Bergfestung (2780 m) im Innern
»on Abessinien, 190 xm südösil. von Gondar; 18. April
868 von den Engländern unter Robert Napier (of Mag—
ala) erstürmt und zerstört.
Magdalena, Magdalenenstrom, Hauptfluß der süd⸗
amerik. Republik Kolumbien, entspringk unter 20 80n. B.
ius einem Kordillerensee, bricht in Wasserfällen und
Stromschnellen nach NO. durch, tritt dann in die große
kiefebene zwischen beiden Kordilleren ein, mündet nach
570 xm in das Karibische Meer; mit Dampfschiffen bis
Zonda und RNeiva befahren. Stromgebiet 206000 qkmn;
ebenflüsse Cauca, Sogamoso und Eesar.
Magdalena, Departamento der südamerik. Republik
dolumbien, 50 295 qum, 90000 E., meist Tiefebene mit
lrwald und Savannen; Hauptstadt Santa Marta (6000 E.).
Magdalena, Maria von Magdäla, Begleiterin Jefü
Luk, 8,2; Mark. 16, 8), wird nach alter Tradition für die
Sünderin Luk. 7, ss fg. gehalten, daher die vüsßende M.
»er christl. Legende und' in der Kunst (Gemaͤlde von
Lorreggio, Batoni, Mengs).
Magdalenabai, Bucht an der Südwestküste der
zalbinsel Niederkalifornien, 90 kKmulg. durch die Insel
Sta. Marqarita vom Meere abgeschlosen; Hafen.