Magdalenengrotte, Grotte bei Adelsberg E. d.)
n Kramn.
Magdaleneninseln, Inseln am östl. Cingange der
Bonifaciusstraße zwischen Korsika und Sardinien, meist
(wie Caprera, La Maddalena, Santa Maria) zu Sar—
dinien, andere zu Korsika gehörig.
Maͤgdalenenstifte, s. Magdalenerinnen.
Magdalenenftrom, s. Magdalena.
Magdalenerinnen, Orden von der Buße der heil.
Magdaleng, zur Rettung gefallener Mädcheu, ursprünglich
auch aus folchen bestehend, seit dem 18. Jahrh. bes. in
Deutschland verbreitet; ühnliche Zwecke verfolgen die prot.
Magdalenenstifte.
VBliagdeburg, Hauptstadt der preuß. Prov. Sachsen
ind des Reg. Bez. M. (11613 qkm, 1900: 1176872, 18905:
225587 E. 3 Etadt⸗, 14 Landkreise), Stadtkreis Karte:
Mittleres Westdeutschland L4, bei Rheinprovinz)
und Feftung (Eisenbahnsperre und wichtiger —
Depotplatz) an der Elbe (drei Arme mit drei
Bruͤcken), (1900) 229 667 E. (13 333 Katho—
liten, 1828 Israäeliten), (1905) 240709 E.,
Zarnison, Land- und Amtsgericht, Oberposts,
önigl. Eisenbahndirektion, Reichsbankhaupttelle,
 Handelskammer, Generalkommando des
1. Armeekorps, got. Dom (1208 -1868), 2 Waie
Gymnasien, 2 Realgymnasien, Oberrealz,4 o s.
yöhere Mädchenschulen, Lehrerinnenseminar, Museum; bedeu⸗
kende Industtie (Schiffbau, Maschinen, Lokomotiven, Panzer⸗
olatten und -türme Fried. Krupp, Grusonwerk], Zichorie,
Zucker n. a.), Holzbildhauerei, Tischlerei, Obst⸗ Gemüfebau
Eauerkraut, saure Gurken), wichtiger Handel (Zichorien,
dolomalwaren, Kohlen, Holz), Weliplag für Zuckerhandel.
ettendampffchiffahrt. — Sqchon unter Karl d. Gr. wird
M. als Handelsort genannt. Das Erzbistum M. wurde
368 von Otlto J. geftiftet; doch war die Stadt von den
Erzhischöfen wenig abhüngig. Der reen von M.
stand im Mittelaͤlter in großem Ansehen, das Magde—
burger Recht war weit verbreitet. Nach Annahme der Re—
formation wurde das Stift von Prinzen aus den Häusern
»on Brandenburg und Sachsen perwaltet; im Dreißig⸗
ühr. Kriege 20. Mai 1681 Erstürmung der Stadt durch
Tuͤlh und“faft gänzliche Zerstörung; 1648 wurde das Erz-⸗
stift als Herzogt. M. Kurbrandenburg zugesprochen, au
welches es endgültig 1680 fiel. — Vgl. Hoffmann
Chronit, neus Ausg. 2 Bde., 18838 — 86), Wolter
Geschigte. 3. Aust I80), Kawerau (5. Ausl. 18900)
Magdebirrger Boͤrde, fruchtbarer Landstrich in der
reuß. Drov. Eachfen, zwischen Magdeburg und der Bode.
Pagdeburger Halbkugeln, s. Guericke, Otto von.
Wagdeburger Zenturien, s. Zenturien.
Mägdekrieg, s. Boͤhmischer Magdekrieg.
Maägdefprung, schroffe Felsenklippe über dem Selke⸗
al im Harze, an Juhe Hutte und Or M. (1900) 887 6.
Mage, in der alten Rechtskunde ein Seilenverwandter
männlicherseits: Schwert⸗M.; weiblicherseits: Spill⸗,
Spindel oder Kuntei-M.), Verwandter im allgemeinen;
Magenschaft, s. d. w. Vetwandtschaft.
„Wiagelaug, Hauptftadt der diederländ.- ostind. Re—
identfeh. Keduim Vunern Javas, (1808) 28 210 E.
Magellan (spr. magellan), Secfahret, s. Magalhäes
Magelone, Heldin eines franz Prosaromans (uuerst
don Veit Worbeck zu den Vollsbuch „VBon der
chönen Magclone“ (1586; deue Lusg. 1804) bearbeitet
Magen (stomachus, Ventriedlus), die sackartige
Erweiterung des Verdauungskanals Tafel: Eingeveide
 I1, 2u, 5), liegt quer, links oben in der
Bauchhöhle, üümitielbat untert dem Zwerchfell, zerfällt in
ine blindsackförmige, in der linken Koͤrperhalfte liegende
Ausbuchtung, den Viagengrund, einen mittlern Teil, den
örper des er. und den fog. Psörtner (PyIörus), die ring⸗
förmige Ausmuündung in den Zwoölffingerdarm. Die Ein⸗
rittsselle der Speiseroͤhre in den M. heißt Magenmund
ardia). Die Magenwände bestehen aus einem üußern
zlatten Bauchfellüberhug einer mitttern Muskelschicht und
iner innern Schleimhaut mit zahlreichen Blutgefäßen und
den sog. Pepsin? oder Labdrusen, die den sauern Magen
aft ur Verdauung des Fleisches und Eiweißes liefern
Die Nerven des M. stammen vom 10. Gehirnnervenpaar,
dem Vagus, und om Sonwathikus. Die größern Blut—

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Mag

efätze, die Kranzadern, entspringen aus der Baucharterie,
ie Venen gehen in die Pfortader. Über die Krankheiten
»es M.s. Magenkrankheiten. — Bei den Tieren ist die Bil⸗
ung des M. ahnlich wie beim Menschen. Bei den körner—
ressenden Vögeln ist die Muskulatur der Mageuwand sehr
tark und mit zwei festen hornigen Reibplatten versehen zuͤr
nechan. Bearbeitung der Nahrungsmittel, die zuvor im
dropf erweicht sind. Die Wiederkäuer (f. d.) haben vier M.
Magenabszeß, s. Magentzündung.
Magenatonie, s. Magenerweiterung.
Magenausspülung, Einführung einer mit Schlauch
ind Glastrichter versehenen Magensonde (Magendusche,
Magenheber) durch Mund, und Speiseroͤhre; in den
Trichter wird Wasser gegossen, das beim' Heben des
Trichterz in den Magen einströnit, beim Senken des—
selben aber infolge Heberwirkung wieder entleert wird;
zur Dunshedlider Stoffe (namentlich Gifte) oder
des zersetzten Mageninhalts.
Magenbrei, Speifebrei, s. Chymus.
Magenbrenise, s. Biesfliegen sAbb. 211].
Magenbrennen, s. Sodbrennen.
Magendie (spr. maschängdih), Francois, franz. Phy⸗
iolog, geb. 16. Olt. 1783 zu Bördeaux, 1831 Prof. am
SolléFgo de Prance, gest. 7. Okt. 1885, verdient um die
kẽxperimentalphysiologse; schrieb: „Précis clémentaire
2 ꝑhyxSiologis“ (4. Aufl. 1836; deutsch 1834 36) m. a.
Magendurchleuchtung, s. Gastrodiaphanie.
Magendusche, s. Magenausspülung.
Nadenesviern Hoffmanusches, s. v. w. Pomeranzen⸗
lixier (s. d).
Magenentzündung (Gastritis), Entzündung der
Nagenschleimhaut, in Form bei Magenkatarrh
J. d.), schwer bei Vergiftungen mit ätzenden? Allalien,
Mineralsäüren oder Metallsalzen (toxische M.), erzengt
)eftige Schmerzen, Blut- und Schleimerbrechen. Phleg
uonische M., Magenabszest, mit ausgedehnter Eiterung
des Unterschleimhautgewebes des Magens verbundene M.
Magenerweichung (Gastromasacia), nur an Lei—
hen vorkommende, durch Selbstverdauung hervorgerufene
Beränderung der Magenwand.
Magenerweiterung (Dilatatio ventriculi), stär—
ere Ausdehnung des Magens, wodurch die Magenwand
in Zusammenziehungskraft einbüßt, so daß der Magen⸗
nhalt nur trage und unvollständig in den Dünndarm
ibergeführt wird. Ursachen: chronischer Magenkatarrh mit
zersetzungen und Gärungen des Mageninhaltes, gewohn—
eitsmäßige Uberfüllung des Magens mit schwer verdau—
ichen vegetabilifchen Rahrungsstoffen, Verengerung des
Bförtners infolge von Narben oder Geschwülsien, endlich
cchwäche der Magenmuskulatur infolge nervöfer Stor
ungen (Mageninsuffizienz oder Magenatonie).
Vragenfistel, Fistelgang von der Magenhöhle zur
iußern Bauchwaud, entsteht durch Aufbruch eines Magen—
geschwürs und Abszesses, oder infolge einer Schuß- oder
Stichverletung des Magens; wird angelegt bei Verenge—
ungen der Speiseröhre behnfs künstlicher Ernährung.
Magengefschwür, rundes, chronisches oder perforie⸗
endes M. (Hleus ventriculi), bei Personen im mitt—
ern Lebensalter, bes. bei bleichsfüchtigen, schwächlichen
Mädchen vorkommendes Magenleiden, bei dem ein rundes
Ztück der Magenwand geschwürig zerfällt, heilt meist
angsam, kann zu Verwachsungen, Perforation führeu.
WMageninsuffizienz, s. Magenerweiterung.
Magenkatarrh, Gastrizismus, verdorbener Magen,
ikute oder —— Entzündung der Magenschleimhant
nfolge Genusses übermäßig heißer oder kalter Rahrungs
nittel, scharfer Gewürze sowie starker alkoholischer Ge—
ränke. Die Schleimhaut ist geschwollen, gerötet und mit
lasigem Schleim bedeckt.
Magenkrampf, Kardialgie, plötzlich auftretender
ohrender, schnürender oder krampfarliger Schmerz in der
Magengegend bis nach dem Rücken ausstrahlend, gewöhn⸗
ich mit großer Erschöpfung und Ohnmachtsgefuühl ver—
unden, ist häufig eine reine Neuralgie (nervöse Kardi—
ilgie), bei Hysterie und Krankheiten der Gebärmutter
der Eierstöcke, oder verursacht durch Erkraukungen des
Magens selbst (bes. das Magengeschwür).
Btagenkrankheiten. Am häufigsten sind Magen—
atarrhe(s. d. Magengeschwür (s. d.) bei Vergiftungen