Mai

1142

Mainlinie, Bezeichnung der Greuze zwischen dem
rühern Norddeutschen Bund und den süddeutschen Staaten.
Main-⸗Neckar-Eisenbahn, Staatsbahn (97 xm)
Frankfurt a. M.⸗Darmstadt-Heidelberg, mit Zweiglinien.
Mainotten (Maindten), richtiger Mauiaten, die frei—
zeitliebenden Bewohner der griech. gedi edi Mani
Maĩrna), auf der Halbinsel zwischen den Golfen von Ma—
rathonisi und Koron, behaupteten unter türk. Herrschaft ihre
Unabhängigkeit, verloren diese 1834 im Kampfe gegen die
Regentschaft des Königr. Griechenland. Irecht erhalten.
Maintenieren (frz. spr. mängt'n-⸗), behaupten, auf⸗
Maintenon (spr. mängt'nöng), Stadt im franz. Dep.
xkure⸗et⸗Loir, an der Eure, (1901) 2067 E., Schloß.
Maintenon (spr. mängt'nöng), Francoise d'Aubigneé,
Marquise von, seit 1684 heimliche Gemahlin Ludwigs XIV.
von Frankreich, geb. 27. Nov. 1635 zu Niort, protestan—
tisch erzogen, ward, zum Katholizismus bekehrt, nach dem
Tode ihres Mannes, des Dichters Scarron, 1668 Er—
zieherin der Söhne Ludwigs XIV. von der Frau von
Montespan, gewann die Gunst des Königs und seit 1684
steigenden Einfluß auf die Staatsangelegenheiten, gest.
15. April 1718 in dem Fräuleinstift St.-Cyr. Gesamt—
ausgabe ihrer Schriften von Lavallte (1834-66). —
Biogr. von Noailles (4 Bde. 1848 -58), Lavallée (2. Aufl
1876), Geffroy (2 Bde., 1887), Houssonville (1903).
Mainthal, ital. Valle Maggia, Bezirk im schweiz. Kan—
ton Tessin, 5668 4xm, (1900) 5195 E.; Hauptort Bignasco.
Main⸗Weser-⸗Eisenbahn, preuß. Staatsbahn
Tassel⸗-Gießen-Frankfurt a. M. (189 xm0).
Mainz, Hauptstadt der hess. Prov. Rheinhessen und
Festung, ehemals Residenz der Erzbischöfe ünd Kürfürsten
von Mil F 7. g (I805: 01124) E,
Garnison, Bischofssitz, Land-, Amtsgericht,
preuß.-hess. Eisenbahndireltion, Reichsbank— VDIDIIE
stelle, Handelskammer, Dom (12. und 18. 5
Jahrh. neu erbaut), kurfürstl. Schloß mit de
Sammluugen, Gemäldegalerie, großherzogl. 3
Schloß (ehemals Deutschordenshaus), Prie⸗
sterseminar, Gymnasium, Realgymnasium, 1118. Mainz.
Kunstgewerbeschule; bedeutende Industrie
(bes. Leder und Möbel), Weinhandel; wichtiger Stapelplatz.
Gegenüber die Stadt Kastel. — M. (Moguntiäcum) wurde
18 v. Chr. von Drusus als röm. Kastell angelegt, während
der Völkerwanderung mehrfach zerstört, stand im 13. Jahrh.
an der Spitze des Rhein. Städtebundes, wurde 1486 dem
Erzstift foͤrmlich einverleibt, seit dem Dreißigjähr. Kriege
mehrfach von den Franzosen erobert (1644, 16088, 1798,
1754, 1797), war 1801 - 14 Hauptstadt des franz. Dep.
Donnersberg, kam dann an Hessen, blieb aber bis 1866
von Preußen, sterreichern und gcsch gemeinsam besetzte
Bundesfestung. Hier errichtete Gutenberg 1450 die erste
Buchdruckerei. — Vgl. Bockenheimer (1874 -96).
Mainz, ehemal. Erzstift im Niederrhein. Kreise, dessen
Erzbischof der erste der drei geistl. Kurfürsten und des
Reichs Erzkanzler in Deutschland war, um 750 durch
Bonifatius gestiftet, umfaßte 8260 4km, wurde, nach deni
Tode des letzten Kurfürsten Friedrich Karl von Erthal
1802), 18083 säkularisiert. — Bgl. Hennes (8. Aufl. 1879).
Mainzer Fluß, s. v. w. Straß (s. d.)
Maio, eine der Kapperdischen Inseln, 214 4km, 1000 E.
Maipo, Vulkan der argentin. Kordilleren, 840 s. B.,
386 m; an dessen Fuße entspringt der Flußz M. (210 4xm Ig.)
Maipure (Maypure), Indanerstamm in der Republik
dolumbien in Südamerika.
Maira. 1) R. Nebenfluß des Po in Piemont, mündet
nach 67 Km bei Lombriasco. — 2) M., Mera, r. Zufluß
der Adda, entspringt in Graubünden durchfließt das Bergell,
nündet nach 67 Km. — Vgl. Lechner (1903).
Mairan, s. v. w. Meiran (s. Oxiganum).
Maire (frz. set mähr), Vorsteher des franz. Ge—
neindebezirks, zugleich Richter und Verwaltungsbeamter.
Maire⸗Inseln, Le (spr. mähr), s. Schouteninseln.
Mairenke (Alburnus mento —— Fisch der Karpfen⸗
familie, mit sehr langgestrecktem Koͤrper, blaugruͤnem
Rücken, silberweißen Seiten; im Donaugebiet, namentlich
den bahr. Seen und Südrußland. [O1900) 1096 E.
Mairhofen (Mayrhofen), Ort im Zuͤlertal (Tirol),
Mairie (spr. märih), Bürgermeisteramt: Rathaus,
Bemeindehaus.

Mairübe, Weiß- oder Speiserübe, frühreifende Rübeu—
erte; Wurzel wie auch Blattstiele dienen als Gemüse.
Mais (CSes wais L. IAbb. 1418)), auch Welschkorn,
ürk. Weizen, Kukuruz, in Amerika schlechtweg Corn, aus
»em trop. Amerika stammende,
2m hohe Getreidepflanze mit
olbigen Fruchtständen, in vielen
Spielarten (Stein⸗, Zahn⸗, Zucker⸗
M. und Tuskarora oder weicher
M.) angebaut, liefert schätzbares
Brünfutter; Körner als Vieh—
utter (neuerdings zu Maiskuchen
räserviert) und zu Grieß und
Mehl (Maismehl), auch auf
Stärke, Spiritus verarbeitet;
Mehl zu Brei (Maisbrei, Mama⸗
iga, Poleuta) und Brot, unreife
dolben als Gemüse (bes. vom
duall⸗- oder Puff⸗M., Popoorn,
Iher rrn en e ee
erspringen); der Saft der Pflanze —
oor der —D zu Sirup und Zucker, Vlhen, o Fruchtteen
ie Kolbenscheiden, die Fasern des Stengels und der Blätter
u Seilen, Korbflechterei, zum Polstexn, Maisstroh zu Pa—
zier verwendet; einige Varietäten Zierpflanzen, bes. der
apan. Band⸗⸗M. (Zahn-, Riesen-M.). [OeZ. Beilage: Ge⸗
eide. — Bgl. Thiele (1898, 1899).
Maisbraud, s. Brand (des Getreides).
Maischbottichsteuer (Maischraumsteuer), Form der
tier⸗ und Branntweinsteuer, wird nach dem NRauminhalt
yes Maischbottichs bemessen.
Maische, in der Braucrei die Mischung des Malz⸗
chrotes mit Wasser; in der Spiritusfabrikalion die Mi—
un der aus dem Dämpfer ausgeblasenen Masse mit dem
Malzschrot; Maischapparate, Maischbottiche, Gefäße, in
denen das Maischen vor sich geht.
Maischwamin, verschiedene Pilze der Gattung
Igaricus, die bes. im Mai auf Grasplätzen und in iste
Wäldern in Ringen wachsen. Beliebte Speisepilze sind
graveolens Pers. und pomonae Leur.
Haisdieb, s. Schwarzvögel.
Maiskraukheit, s. Pelade.
Maiskultivätor, ein der Pferdehacke ähnliches landw.
verät zur Bearbeitung der Zwischeuräume zwischen den
Naispflanzen; in Amerika verwendet.
Maison (frz., spr. mäsong), Haus, Wohnung; A. de
zanté (spr. sangteh), Krankenhaus; A. du peupleé (spr. dü
yöpl), soziat, Vereinshäuser in Belgien; M. garnie (spr.
arnih), Haus mit zu vermietenden Chambres garnies
ĩ. Chambre); M. militaire, s. Maison du Roi.
Maison sspr. mäsöng), Nicolas Jos., Marquis, franz.
Marschall, geb. 19. Dez. 1771 zu Epinay, focht under Na—
oleon I. 1815 Gouverneur von Paris, 1828 Oberbefehls⸗
jaber der Erpedition nach Morea, 1829 Marschall, 1831
Besandter in Wien, 1833 in Petersburg, 18383836 Kriegs⸗
ninister, gest. 13. Febr. 1840 zu Paris.
Maison (spr. mäsöng), Rud., Bildhauer, geb. 29. Juli
854 in Regensburg, Autodidakt, gest. 12. Febr. 1804 in
München; Hauptwerke: zwei Standartenträger zu Pferde
ür das Reichstagsgebäude, zwei Reiter und zwei Ritter
ür das Rathaus in Bremen, Reiterstandbild Kaiser Fried⸗
ichs III. in Berlin (1904), Wotan (1801); ferner genre⸗
xtige Statuen und Statuetten: Augur, Neger auf Esel
Tafel: Genrekunst I1I. 131, Karawanenträger von
Lanther angefallen.
AMalson du Rol (spr. mäsong düröd), Naison miliairo
 (spr. tähr), Haustruppen der franz. Krone, spüter
)as unmittelbare militär. Gefolge des Monarchen; die Maion
 militairo für den Präsidenten der Republik besteht aus
inem Divisionsgeneral und fünf Stabsoffizieren.
Maisons⸗Alfort (spr. mäsöng alfohr), Dorf im
ranz. Dep. Seine, an der Marne, 7 Kin von Paris,
1801). 10 547 E., Tierarzneischule, Judustrie.
Maisrebbler, Maschine zum Entkörnen der Mais—
olben, für Handbetrieb eine mit Zähnen besetzte, vertikal
rotierende Scheibe, gegen die die Maiskolben gepreßt
verden, für Kraftbetrieb eine mit Stiften besetzte Trommel.
Maistre (spr. mästr oder mähtr), Joseph, Graf von,
ranz. Schriftsteller, geb. 1. April 1754 zu Chaͤmbery. 1808