Gesandter Sardiniens in Petersburg, 1817 Minister in
Turxin, gest. 26. Febr. 1821; Vertreler des theotratischen
Despotissmus, fchrieb: „Du papoe“ (neue Ausg, 1885) u- a.
Quvres und, GGuvres posthumes“ sje 4 Bde., 1864).
— Bal. Descostes (1803 u. 1895), Cogordan (1884),
Manddul (10005. — Sein Bruder avier de W, geb.
m Okt. 1763 zu Chambery, gest. 12. Juni 1862 zu Peters⸗
zurg, eleganter franz. Schriftsteller ,„VPoyage autour de
ma hampre“, die Erzählungen „Le léepreux de 12 cite
d Aoste, Prascovie“ u. a.). — Vgl. Ungewitter 1802).
Maisuür (engl. — brit.⸗ostind. Vasallenstaat im
rüdl. Vorderindsen, mit der der bhrit. Regierung über—
wiesenen Zivil- und Militärstation Bangalur 76 258 4k‘m,
I801i) 38339808 E.; Reichtum an Mineralien, bes. Eisen.
Sitz der Regierung, und des Residenten Bangalur; Haupt
tadt M., 68111 6E.; befestigt; frühere Hauptstadt Sri—
rangapattan, — M. bis 1789 unter brahman. Radschas,
dann machtiges mohammed. Sultanat unter Haidar Ali
und dessen Sohne Tipu Sahib; degen Untergang 1799
serstückelt, 18831— 81 unter brit. Verwaltung, 1881 dem
Tfchama Radschendra Wodejar übertragen.
Maitland (spr. mehtländ), Stadt (Gemeinden East
ind West M.) in der brit.-austral. Kolonie Neusüdwales,
am Huuter, (1901) 10085 E.; Hafen Morpeth.
Maitland (spi. mehtländ), sJLauderdale, Graf von
NMadstre (frz., spr. mähtr), — Meister, bes. Lehr⸗
neister. Maltrees· arts (dsahr), Magister der freien Küuste;
aitreds. Iois (a lda), Rechtsgelehrter; A. d'hötol Epr.
dotell), Haushofmeister; à ia M. d'hötel bei einer Speise be⸗
deutel: mit einer Buttersauce (Zwiebeln, Mehl, Zitronen);
U. de plaisir (spr. dẽ guhn Anordner geselliger Ver⸗
müguugen; A. Jos reguötes (spr. däh rekühts, Beamte des
Staatstats (24), die über die Eingänge Vorkrag, halten.
Maitresse (frz, spr. mä-), Herrin, Geliebte, Konkubine
Maiwurm, s. Blasenkäfer.
Maizena, Maismehl (s. Präpariertes Mehl).
Maizuru, japan. Kriegshafen, s. Maidsuru.
Vajaͤ, er. Nebenfluß des Aldan im russ.-sibir. Gebiet
akutsk, über 1000 kmelg,, schiffbar.
Maja e Maia), aͤlteste Tochter des Atlas, durch
Zeus Muttet des Hermes. Ihr wurde spüter die röm—
Naturgottheit M. oder Majesta hoie Maigöttin), Tochter
des Faunus, Gemahlin des Vullan, gleichgestellt.
Maja (ãys, d. i. Fiunh Betrug), eine Eigen⸗
chaft, die in der wedischen Religion bes, dem Gotte
Zaruna zugeschrieben⸗wird; in der ind. Philosophie s. v. w
Illufion; auch Name der Mutter Buddhas.
Majano, Benedetto da, florent. Bildhauer und Archi—
cekt, geb. 1444 zu Majanö, gest. 1497, Begründer der
lorent. Skulptur; Hauptwerk: Marmorkanzel in Sta.
Troce, Palast Strozii. — Sein Bruder Giuliano da M.
Jeb. 1432 zu Majano, gest. nach 1491 in Neapel, eben⸗
salls Bildhauer und Ärdhitekt in Rom und, Veapel.
NMajanthémum ebe, Schatteublume, Pflanzengattg.
er Liligzeen; einzige deuͤtsche Art M. bifollum Schmide
zweiblattrige Schattenblume), Blüten weiß in endständi—
ger Traube, die beiden Blätler herzförmig.
Majdaupet (Pet Majdan), Bergstadt in Serbien, am
Pes, (1806) 1313 E., CEiscu⸗ und Kupferhütten.
Majebashi, Stadt auf der japan. Infel Nippon, (1803)
1714 E.; Seidenzucht.
Bajeli, franzoftind. Besitzung (s. Maht).
Vlajelia, Gebirgostock der Äbruzzen, im Monte Amaro
185 * hod.
Majefta, röm. Gottheit (s. Maja).
Dajeftat at. Najestas), Hoheit, Erhabenheit, in
der Republit Rom die dem Volk, als der Gesamtheit
der Buürger, zukommende höchste Macht und Würde, dann
auf die röm Imperatoren, von diesen auf die xöm.⸗
e aiser ubertragen; jedt, Titel der europ. Kaiser
und Könige. Ausfluß ve M. sind die Majestätsrechte,
m wefentlichen in der Unverletzlichkeit (daher Unverant⸗
wortlichteit) und Heiligkeit der Person des Monarchen
estehend. — Majeftätisch, herrlich, erhaben.
Diajestãtsbele idig ing, s. Majestätsverbrechen.
Diajeftatsbrief, die on Kaiser Rudolf II. 11. Jul⸗
609 den böhm. Protestanten verlichene Gnadenakte, durch
eren Aufhebung 1618 Kaiser Matthias den Anstoß zum
Dreißigjahr. Kriege gab. — Voal. Gindely (1868).
Brodbaͤus' Kleines Konversations-Lexikon. 5. Aufl. I1

113

Maj

Majestätsverbrechen (Crimen laessge magestatis),
ede absichtliche (dolose) Verlezung der Ehre des Regenten
der der —288— schuldigen Ehrerbietung. Das Deutsche
Strafgesehuch 5 104) 'unterscheidet Tatlichkeiten
Strafe; bis zu lebenslänglichem Zuchthaus oder Festungs—
aft) und aee e Gefaͤngnis oder Festuugs⸗
jaft). (S. auch Hochverrat und Landesverrat.)
Watestowurzgel, s. Munjitwurzel.
Majkop, auchh Maikop, Abteilungsstadt des russ.⸗
aukas. Kubangebietes, an der Bjelaja, 34181 E.
Majkow (spr. kofs), Apollon Vitolajewitsch, russ.
Dichter, geb. 4. Juni 1821 bei Moskau, gest. 20. Mätz
887 in Petersburg; schrieb Gedichte, „Zwei Welten“,
Zwei — „Röm. Skizzen“ u. a.
Majlaäth (Mailath), Joh. Graf, Geschichtschreiber und
Dichter, geb. 8. Okt. 1786 zu Pest, lebte im Pest und
Bien, spuͤter in Munchen, ertränkte sich 3. Jan. 1806 im
Starnberger See; Häuptwerk: „Gestchichte des österr
daiserstaates“ (5 Bde., 1884 — 60), feruer „Gedichte“
1824), „Magyar. Sagen, Märchen und Erzählungen“
2. Aufl. 2. Boe., 1837) u. a., auch Ubersetzungen.
Maijolika, eine besondere Art der Fayence, benannt
zach der Insel Majorca, von wo im 15. Jahrh. die Fabri—
ation der Fayeunce nach Italien kam. Blutezeit im 16.
Jahrh., in den Fabriken zu Pefaro, Urbino eune Fon⸗
ana), Gubbio (Andreoli), Castel Durante sTafel: Nrunk⸗
Jeräte, 81; Arbeiten bes. Geschirre und Prachtgefäüße,
emalt mit Ornamenten, Figuren, Bildnissen. Gegen—
— — ist die Majolikafahrikgtion als Luzusindusirie wieder
aufgeleht. — Bgl. O. Falke (1806).
Majonnaise, s. Mayonnaise.
Major und Minor (lat., „größer“ und „kleiner“), in
Bezug auf das Alter: „alter“ und „jünger“.
Major, früher Oberstwachtmeister, in der militär. Raug—
»rdnung der unterste Stabsoffiziergrad, gewöhnlich Ba—
aillons⸗ oder Abteilungskommandeur.
Majsoran, Gemüsepflanze, s. Origanum.
Majorat (mittellat.), jede Erbfolgeordnuung, die dem
Altesten ein Vorzugsrecht gewährt. Dahin gehören 1) die
Primogenitur —— wonach der ülteste der
iltesten Linie, zur Erbfolge gelangt; 2) das Seniorat,
vonach der Alteste der ganzen Fämilie überhanpt erb—
jexechtigt ist; 3) das M. im engern Sinne, wonach der
Alteste der dem Grad nach am nächsten Verwandten erbt.
Majoratsgüter sind ohne Zustimmung sämutlicher Anwärter
nteilbar und unveräußerlich.
Majorca, eine der Balearen, s. Mallorca.
Magor Domus (lat.), Hausmeier, im Fränk. Reich
— —
Jeamte, Aufseher des königl. Haushalts, vertrat die Per—
on des Königs, später unter schwachen Herrschern oft
Inhaber der ganzen Regierungsgewalt (wie Pippin von
sanden, Pippin von Herstal, Karl Martell, Pippin der
tleine, s. Pippin). Großiährigkeit (s. d.).
Majorenun (mittellat.), großsährig; Majorennität,
Vtajorescu, Titus, rumän. Staatsutann und Schrifte
teller, geb. 1840 zu Crajova, Prof. in Jassy und Bubkareft,
87476 und 1888 -69 Unterrichtsminisler, Begrüuder
der Junimea, „Oritice“ (18749), schrieb ferner Poeca
omensa“ (1867), „Patru novele“ (1882) u. a.
Magor-gonorai — maschohr sceneran in Frank⸗
reich früher s. v. w. Geueralstabschef der Aruice.
Majorianus oder Majorinus, Flavius Julius, west⸗
röm. Kaiser (4675461), gewann 488 einen großen Teil
»on Gallien und Spansen für Rom zurück, waͤrd an dem
Angriff auf das Vandalenreich in Afrika infolge der Ver—
nichlung seiner Flotte durch Geiserich (460) gehindert,
danach gestürzt, gest. 7. Aug. 461.
asori codo (Codo majort, lat.), d. h. ich weiche dem
srößern, Titel aus der Ipahz „Dionysius Cato“.
Vajorisieren, durch Majorität vergewalligen
Majoristen, die kath. Geistlichen der höhern Grade
ordines maiores, Bischof, Priestet, Diakonus).
Majoritat (lat.), Mehrheit, im Gegensah zur Mi⸗
toritüt Minderheit) Bezeichnung des numerischen Uber—
jewichts bei einer Abstimmung d.) ꝛc.
Majnba (Amajuba Hill), Tafelberg in der brit. Ko⸗
onie Natal Karte: Afrika I, 6), 1950 , 27. Febr. 1881
stiederlage der brit. Truppen durch die Buͤren.