Maj

Majumba, Hafenstadt an der nördl. Loangoküste in
Franz.Kongo (Kolonie Mittelkongo).
Majunga (Mojauga), Hafen auf der Westküste von
Madagaskar, 6000 E.; alte eeninds
Maͤjunke, Paul, ultramontaner Politiker, geb. 14. Juli
1842 in Großmograu (Schlesien), früher Kaplau, 1871 578
Redakteur der „Germaniä“ in Berlin, 1874 284 Mitglied
des Deutschen Reichsstags, 1879—84 des preuß. Abgeord⸗
aetenhauses, seitdem Priester in Hochkirch, gest. 21. Mai
1899 das.; e „Geschichtslügen“ (15. Aufl. 1898), „Ge—
schichte des Kulturkampfes“ (1887 u. 18900), „Gesammelte
Lutherschriften“ (1894) u. a.
Majüskeln (lat.)/seit dem spätern Mittelalter Bezeich⸗
uung der großen Anfangsbuchsiaben gegenü ber den Mi⸗
nuskeln oder kleinen Buchstaben. [Tafel: Literatur J, 85.)
Makadamisieren, Art des Straßenbaues (so ge—
nannt nach ihrem Erfinder, dem Schotten Mac Adam,
46. 21. Sept. 1756, gest. 26. Nov. 1836), bei der die
CThausseedecke meist nur aus einer Lage ziemlich gleich—
mäßig klein geschlagener Steine (Makadain) besteht, im
Begensatz zu der ältern Bauweise mit Pack- und Schüttlage.
— Makako (Macaous), zur Familie der Schmaͤl⸗
nasen gehörige Affengattg, nach der Schwanzlünge auch
in drei Untergattungen geteilt: Macgcos, Schwanz min—
destens so lang wie der Körper, Rhesus mit suren
Schwanz, Inuus mit Stummelschwanz. Bis auf den
Magot asiat. Affen mit großen Backentaschen und Gesäß—
schwielen und vorspringender Schnauze. Hierher der ge
meine M. (Javaneraffe, M. cynomolgus L. [Tafel:
Affen J, 9), häufig in Tierbuden, Affentheatern, der
Hutaffe (Kronaffe, Malbruck, Marlborough, M. sinicus
Geoßr.), mit varren Kopfhaar, auf Malabar, eben—
talls häufig in der Gefangenschaft, der Bunder (Bhunder,
Bangur, Rotsteißaffe, Rhesusaffe, M. Rhesus] eryturaeus
Wagn.), mit roten Gesäßschwielen, Oftindien, der Schweins—
schwanzaffe (Schweinsaffe, Bruh, Lapuuderaffe, M. Rhesus]
nemestrinus Desm.), Borneo, Sumatra, und der Magot
(gemeiner Affe, Hundsaffe, türk. Affe, M. Inüus L., Inuus
oaudatus Geoßr. sTafel: Afrikanische Tierwelt, 6]),
Nordwestafrika und Gibraltar (einziger in Europa wild
lebender Affe). Der Bartaffe (Wandern, M. silsnus
Wagqn.) auf Malabar, parn mit großem, grauem Bart
und Gesicht, bildet den Übergang zu den Pabianen.
Makalle, ehemal. Hauptssadt von Abessinien, 228 kw
üdl. von Massaua, stark befestigt.
Makaluben, s. Schlammpulkane.
Makame (arab. Mehrzahl Makamat), d. i. Aufent⸗
halt, insbes. literar. Zusammentunft, deren Teilnehmer ein⸗
ander mit geistreichen Literaturprodukten unterhielten, daher
Name einer zuerst von Hamadaͤni (gest. 1007 n. Chr.) aus⸗
gebildeten, von Hartri zur Vollendung gebrachten Kunstform
in gereimter Prosa mit eingestreuten Gedichten. In deutscher
Sprache sind die M. von Rückert nachgebildet worden.
Makari Mekari) oder Kotoko, afrik. Negerstamm in
Bornu, am südl. Ufer des Tsadsees, auf deutschem Gebiet.
Makarismen (grch.), Seligpreisungen; bes. die acht
der Bergpredigt (Matth. b, 8— 10).
Makarius der Große, Kirchenschriftsteller, seit 0 Ein⸗
iedler in der Sketischen Wüste (ügypten); seine 80 Homilien
3g. von Pritius (1688; deutsch von Jocham, 1878).
Makärjew. 1) Kreisstädt im russ. Gouv. Nishnij
Nowgorod, an der Wolga, 1443 E., bekannt durch seine
Messe, die 1817 nach — Nowgorod verlegt wurde
Makarjew⸗Messe). — 2) Kreisstadt im Gouv. Kostroma,
in der Unscha, 6068 E.
Makarow, Stepan Ossipowitsch, russ. Vizeadmiral
und Hydrograph, geb. 1846 in Nikolajewst (am Amur),
war 1895 während des Chines.s Japan. Kriegs Komman—
dant des russ. ieden in Ostasien, 1896 der 1. balt.
Flotte; 1904 im, Kriege gegen Japan zum Oberbefehls—
haber des ruff. Geschwaders ernannt, ging er 13. April vor
Port Arthur bei der Explosion des Linienschiffs Petropaw⸗
lowsk mit unter. Er baute den Eisbrecher Jermak, machte
fForschungen über Meeresströmungen, schrieb: „Der Wit⸗
jas und der Stille Ozean“ (russ. und frauz., 1893) u. a.
Makart, Hanus, Maler, geb. 28. Mai 1840 zu Salz⸗
burg, Schüler Pilotys, seit 1879 Prof. an der Kunsi—
akademie in Wien, gest. das. 3. Okt. 1884; seine Gemälde
durch Farbenpracht der Kostüme und ausgiebige Verwen—

ung nackter Frauengestalten ausgezeichnet. Hauptbilder:
Kest in Florenz, Huldigung der Venctianer vor Caterina
Fornaro (1873, Berlin), Triumph des Bacchus (Wien),
kinzug Karls V. in Antwerpen (1878, Hamburg), Der
Sommer (1881, Dresden).
Makassar (Mangkassar). Hauptstadt des niederlünd.⸗
ind. Gouv. Celebes, am Flusse Goa, (1895) 17 318 E.
Makataecebene, fumpfige Ebene in der deutsch-ostafrik.
randschaft Usagara.
Dakatafluß, Fluß in Deutsch-Ostafrika, s. Wami.
Makdischu, Ort in Ital.⸗Somalland, s. v. w. Mog⸗
Makedonien, s. Mazedonien. ldischu.
Makedo⸗Walachen, s. Zinzaren.
Maki, s. Lemuren.
Makkabäer, jüd. Heldenfamilie —J ihrem Ahn⸗
jerrn auch Hasmonäer), die seit 167 v. Chr. ihr Volk
»om Joch der griech. Könige der Syrer befreite, benannt
iach Judas Matkabi (s. d.), nach dessen Tode (160) seine
Brüder Jonathan (Hohepriester seit 182) und Simon
erblicher Fürst, 1410— 138) herrschten. Die ra seit
Aristobul T. (105) Könige, erlosch mit Aristobul III. 35
». Chr. — Die Geschichte der M. enthalten die zwei bibli—
den apokryphischen Bücher der M.; ein drittes berichtet
iber die Judenverfolgung zu Alexandria unter Ptolemaͤus
hilopator; ein viertes ermahnt unter Hinweis auf die
WM. zu frommem Leben. — Kommentar zu den Büchern der
M. von Keil (1875); vgl. ferner Niese (18900).
Makkarodni (Maccheröni, ital.), eine Art ifal. Nudeln
ius feinem Weizenmehl, meist röhren- oder stengelförmig;
n Italien auch s. v. w. Dummkopf, Tropf.
Makkaronische Maccheronische) Poesie, scherzhafte
at. Gedichte mit eingestreuten Wörtern aus auderer
Sprache, die lat. flektiert sind; dann überhaupt eine auf
Bermischung der Sprachen beruhende Art der komischen
—DD— Gee 1488) uud
Teofils Folengo (s. d.); in Deulschland am bekanntesten die
„Floia“. — Vgl. Geuthe (2. Aufl. 1836).
Makler (Maͤtkler), Seusal, Unterhändler, der gewerbs⸗
nüäßig Geschäfte nachweist und Abschlüsse vermittelt; bes.
m Handel: Waren⸗, Wechsels, Fonds-, Fracht-, Schiffs- c.
M. (Handels⸗M.), die über ihre Geschäfte ein Makler—
ournal führen müssen und einen Prozentsatz der Umsatzumme
 (Maklerlohn, Courtage, Sensarie) erhalten; wenn
ie bei der Feststellung der Börsenkurse mitwirken, Kurs-⸗M.
vereidete M.) genannt. (Deutsches Handelsgefetzb. 88 93
104.) Ider Maros, (1800) 33722 E.
Makõ, Hauptstadt des ungar. Komitats Csanäd, an
Mabkololo, afrik. Volksstamm der Basuto (s. d.);
e Reste jetzt am obern Schire im Makolololand.
Makolololand, Gebirgsland in Afrika, südl. vom
stjassusee, 1200 m — gesundes Klima, stark bevölkert;
ßrodukte: Zucker, Indigo, Kautschuk, Reis, Kaffee. Nach
zergeblichen Versuchen Portugals 1888 und 1889, durch
Serpa Pinto M. in Besitz zu nehmen, wurde es 1891
»on England als Kronkolonie in Anspruch genommen;
etzt Teil des Britisch-Zentralafrika-Protektorats.
Mabkowystkij, Konstantin Jegorowitsch, russ. Maler,
jeb. 1839 in Moskau, Prof. an der Alademie in Peters⸗
urg. Hauptwerke: Einholung des heiligen Teppichs in
dairo (1875), Bojarenhöchzeit, Tod Iwans des Schreck⸗
ichen (1888), Schmückung der Braut; auch Bildunisse. —
Scin Bruder Wladimir M., Maler, geb. 1846 in Mos—
rau; Genrebilder (Bankkrach u. a.).
Makrelen (Scombridaé), Familie der Stachelflosser,
nit langgestrecktem, seitlich zusammengedrücktem, nacktem
der kleinschuppigen Körper, ausschließlich Meeresbewoh—
ier. Malkrele, Thunfisch, Schiffshalter, Herings—
— oldmakrele. Gemeine M. (Soomber scomber I.
Tafel: Fische I, 6]), Rücken duntelstahlblau, mit zahl—
eichen dunkletn, welligen Querstreifen, Seiten und v,
ilberweiß, im Mittelmeer und Westeuropa. Fleisch geschätzt.
Makrembolitissa, byzant. Kaiserin, s. Eudoͤkia.
Makrobidtik (grch.), die Kunst lange zu leben, nach
inem Buch dieses Titels von Christoph Wilh. Hufeland
1796; neue Ausg. 1896), edeend mit Diötetik,
zyfien und ee Gunst richtig zu leben). —
zal. Klencke (3. Aufl. 1878), Büchner ——
Makrokephalie (grch.), Großköpfigleit, angeborene
Zerbildung, bestehend in hoher, türmartiger Gesalt des