Maler-Radierer (frz. peintre-graveur) ein Künst—
er, der hauptsüchlich nach eigenem Entwurf Radierungen
und Kupferstiche anfertigt. — Verzeichnisse von Bartsch
21 Bder, 1808 —21), Passavant (6 Bde., 1860 64)
Andresen (5 Bde. 1864 -78).
Malersilber, s. Malergold.
Malesherbes (pr. mälsärb), Chretien Guillaume
de Lamoignon de, franz. Staatsmann, geb. 6. Dez. 1721
zu Paris, 175063 Virektor der obersten Zensurstelle,
dann Präsident der Steuerkammer, forderte 1771 die Be—
rufung der Reichsstünde, ward deshalb abgesetzt, 1778 476
Minisser des Innern, verteidigte Ludwig XVI. vor dem
donvent, 22. April 1794 guillotiniert. — Biogr. von
Dupin (1841), Bignaur (1874).
Malet (sfpr. leh), Claude Franc. de, frauz. General, geb.
28. Juni 17654 zu Doͤle, 1805 Gouverneur von Papia, wegen
republitanischer Gesinnung abgesetzt, 180812 gefangen ge—
halten, entwarf den Plan, Napoleon J. zu stürzen, entfloh, ver—
ündeke den Soldaten den Tod Napoleons, ward gefangen,
20. Ott. 1812 erschossen. — Vgl. Hamel (franz., 1873).
Malevogebirge, s. Parnon.
Malgarien, Dorf im preuß. Reg.-Bez. Osnabrück,
vem. Epe, an der Haase, (1900) 162 E., Amtsgericht.
Malgaschen, die Einwohner von Madagaskar (s. d.).
Malghera, ital. Fort an den Lagunen von Venedig,
Krückenkopf der nach Venedig führenden Eisenbahn.
Malhaͤo da Serra (spr maljaung), Berg, s. Estrella.
PMalherbe (spr. malarb), François de, franz. Dichter,
geb. 1585 zu Caen, gest. 16. Okt. 1628 zu Paris, Schöpfer
der klassischen poet Bittion in Frankreich. „Cuvres“ (neue
Ausge s Bden, 186260). — Val. Laur (1869), Allais
1898), Broglie (1897). [widrig, unedel
Maͤlhonett (frz. malhonnéête), unanständig, ehr—
Mali, Christian, , und Tiermaler, geb.
3. Okt. 1832 in Broekhuizen bei se lebt in München;
zes. alpine Dorf- und Weideidyllen (Schafe).
Maliä, —X Kap, s. Malea.
Ptalibran (spr. Ang), Maria Felicita, Sängerin,
Tohhler des Süngers Manuel Garcia (. d.), geb. 24. Närj
808 zu Paris, 182882 an der Ital. Oper das. zuerst mit
dem Kaufmann M. in Neuyork, 1836 mit dem Violinvirtuo—
jen Beriot vermählt, gest. 28. Sept. 1836 zu aven
Malice Efrz. spr. ihß), Bosheit, bes. boshafte Auße⸗
ung; maliziös, boshaft, tückisch.
Vralié (arab.), in der Türkei alles, was sich auf das
Finanzwesen bezieht; Malis⸗Rasiri, Finauzminister.
Malietoa, König der Samoainseln (s. d.).
Mali⸗kha, Quellfluß des Irawadi (s. d.).
Malimba. ) BHasenplatz in der deutschen Kolonit
damerun, an der Mündung des Sanaga (Bungo),
Dampferstation. — 2) Stadt in der portug. Kolonie
Angola (Westafrika).
Malindi, Hafenplatz in Brit.⸗OstafrikasProtektorat,
üdl. von der Mündung des Sabaki, 5000 E.; Ruinen.
Malines (spr. lihn), franz. Name für Mecheln.
Malinke, Negerstamm, s. B
Malis, im Altertum Landschaft des nördl. Mittel⸗
riechen lands, zwischen Ota und Spercheios am Malischen
Maliziös, s. Malice. Golij.
Mali Zvornik, Ort, s. Zvornik.
Malkontent (ftz.), unzufrieden, mißvergnügt. Mal
ontenten (Aaleontenta), Mißvergnügte, ofter Name polit.
barteien, die eine Auderung der Dinge austrebten.
Mall, Modell für die Bearbeitung von Schiffsteilen,
vie Steven, Spanten, Kiel ꝛc.
Mallarine, Slephane, franz. Dichter, geb. 1842 in
Paris, gest. 10. Sept. 1i898; in seinen Gedichten Vertreter
des Symbolismus und der Decadence; schrieb: „L'après
midi dun faune“ 1877), Poccies“ (1887) u. a. auch
überfetzer der Gedichte Poes.
Mallauchen (Biallochen), s. v. w. Mollochen (s. d.)
Malle (ftz. spr. mall), kleiner Reisekoffer, Felleisen;
»aher Mallepoft, Felleisenpost, Briefpost.
Malleco (pr. malje-⸗), Provinz in der südamerik. Re—
»ublit Chile, 7701 4kw, (1903) 114978 E.; fruchtbar,
reich an Bauholz; Hauptort Angol.
Malleeland (spr. maͤlli), Wurray Serub, austral. von
dem Malleebaum (FEucalyptus oleõss F. v. Mũll bestan⸗
denes, fast undurcdringlichses Wüstenland, am Murray.

17

Mal
aiieslus (lat.), Hämmerchen, der Knöchel am Schien—
ind Wadenbein.
Mallersdorf, Bezirksort im bayr. Reg.⸗Bez. Nieder⸗
ayern, an der Kleinen Laber, (1905) 1186 E., Amtszericht,
 Franziskanerinnenkloster.
Malisus (lat.) Hammer; das größte Gehörknöchelchen
Tafel: Sinnesorgane Ii, 2). M. (richtiger Maléus)
eißt auch die Rotzkrankheit. — A. malefleärum, Heren—
ammer, s. Here.
Mallinckrodt, Herm. von, Politiker, geb. 5. Febr.
821 zu Minden, 1860 Regierungsrat zu Düsseldorf,
86772 zu Merseburg, als Mitglied des preuß. Abge—
»rdnetenhauses (188263 und 1868274) und des Jeign.
ags (seit 1867) einer der schlagfertigsten Vorkümpfer der
Zeutrumspartei, gest. 26. Mai 1874 u Berlin. — Val.
Pfülf (2. Aufl. 1301).
Malliuger, Mathilde, Süngerin, geb. 16. Febr. 1848
u r 186982 an der königl. Oper in Berlin, seit
895 Gesanglehrerin in Berlin, vermählt mit Baron
esce von der Oye; bes. Wagnersche Rollen.
Mallmitz, Dorf im preuß. Reg.⸗Bez. Liegnitz, am
Bober, (19060) 2088 E., gräfl. Dohnafches Schloß; Eisen—
Mallochen, s. Mollochen. shütte.
Malloreca (spr. malj), Majorca, größte der span. Ba—
earen, mit Cabrera und, Dragonera 3412 4km, (1900)
48 259 E., von zwei Gebirgsketten (1871 w und d44 n
erreichend) durchzogen; reich an Tropfsteinhöhlen, Bewoh—
ner: Mallorquines; Hauptstadt Palma. — Vgl. Pageñ⸗
techer — Erzherzog Ludwig Salvator), Die Ba⸗
earen“ (7 Bde. 1868 90 u. 1897).
Mallotes, Grammatiker, s. Krales. Kapelin.
malustus, Pflanzengattg, s. Rottlera; Fischgatig, s.
Mallow (spr. mülloh), Stadt in der irischen Grafsch
Fork, am Blackwater, (1901) 4542 E. [des Windes.
Mallung, Mallen, das unstete Hin- und Herspringen
Malm, Weißer Jura, die oberste Abteilung der Juraormation,
 hauptsächlich aus lichten Kalksteinen, Dolomiten,
Oolithen und Mergeln bestehend, dabei die berühmten Soln⸗
jofener Plattenkalte [Tafel: Bayern xc. I, 3), mit den
iliesten Vogelresten. [IS. Beilage: Geologische For—
nationen, nebst Tafel.]
Malmaison, Lan(spr. mäsong), Lustschloß, 6 Km
»on Paris, Lieblingsresidenz Napoleons J. und der Kaiserin
zosephine, die hier 29. Mai 1814 starb; jetzt Kunstjewerbemuseum.

Malmberget (spr. chet), Ort im schwed. Lin Nor—
zoen, am Fuße des bewaldeten, eisenreichen Verges M.
617 m), nördl. von Gellivara, ca. 6000 E.
Malinedy, Kreisstadt im preuß. Reg.-Bez. Aachen,
in der Warche, (18906) 4827 E., Amtsgericht, Stähl⸗
uelle; Lederindustrie; 675 gegründete, bis 1801 reichs⸗
umittelbare Benediktinerabtei. — Vgl. Kellen (1897).
Malmen (Maulmain, Moulmain), Seestadt in der
ritrostind. Dib. Tenasserim (Birma), am Saluen, (19001)
8446 E., Docks, Werften, Ausfuhr von Teakholz und Reis.
Malmesbury (spr. maͤhmsboͤrre), Distriktsstadt in der
dapkolonie (Nordwestprovinz), (1904) 8811 E.
Malmignatte (Latrodectes tredeécimguttatus
Abr.), zu den Netzspinnen gehörige südeurop. Spinne, 10 —
2 min lg., mit 18 roten Flecken auf dem Hinter—
eibe; Biß. ge
Malmö, Hauptstadt des schwed. Län Malmöhus oder
M. (a829 qkkzm, 18904; 426983 E.), am Sund, 70797 E.,
SZchloß Malmöhus (seit 1805 Gefängnis); Peterskirche
1319 erbaut); Irrenaustalt, technische Schule, Naviga—
jonsschnle; wichtigster Sechafen Schwedens; 26. Aug. 1848
Waffenstillstand zwischen Deutschland und Dänemark.
Bdalinsey (engh., spr. mahnist), Wein, s. Malvasier.
Wialmström, Bernh. Elis, schwed. Dichter und Lite—
arhistoriker, geb. 14. März 1816 in Nerike, seit 1868
Pröf. in Upsala, gest. 21. Juni 1865; schrieb: „Diktor“
1845 — 47 u. v.), „Svenska vitterhétens historia“
i. a. — Sein Bruder Karl Gustaf M., geb. 2. Nov. 1822,
eit 1863 Prof. der Geschichte in Upsala, 187880 Kul⸗
usminister, 188287 Reichsarchivar, Mitglied der Schwed.
ltkademie; Hauptwerk: „Sveriges politissa historia frän
arl XII. död till 1775 (2. Aufl Bd. 8 180307).
Malniström, Joh. Aug. schwed. Maler, geb. 14. Okt.
829 zu Östra Ny (Ostgottland), seit 1867 Prof. an der