Mtaltwose, Malzzucker, Zuckerart, die sich neben Dere
rin aus Stuͤrke durch Einwirkung der im Malz enthal—
cenen Diasiase (s. d.) bildet, eine harte, weiße, aus feinen
Nadeln bestehende Kristallmasse, wird häufig mit dem sehr
ihnlichen Traubenzucker verfälscht. M. ist der für die Bier—
ürung wichtigste
Maͤltraͤtieren Efrz.), schlecht behandeln, mißhandeln.
Maltzahn, Hellmuth, Freiherr von, Staatsmann, geb.
3. Jan. 1840 in Gültz bei Treptow a. d. Tollense, seit
1871 konservatives Mitglied des Reichstags, 1888 — 93
Staatssetretãr des Reichsschazamtes, 1899 Oberpräsident
der Provinz Pommern.
Malizahn, Wendelin, Freiherr von, Literaturforscher,
geb. 10. Mai 1815 zu Berlin, gest, 8, Juli 1889; ver⸗
hzient durch die Ausgabe von Lessings Werken (1833-57),
Schillers und Goethes Xenienmanustript“ (18856) ꝛc.
Wtaltzan, Heinr von, Reichsfreiherr zu Wartenberg
und Penzlin, Reisender, geb. 6. Sept. 1826 zu Dresden,
hereifie 1802 Algerien und Marokko, 1883—54 den Orient,
ging 1860 als arab. Pilger nach Mekka, 1869 nach Tunis,
Tripolis und Malta, 1870 nach Arabien erschoß sich wegen
schwerer Krankheit 28. Febr. 1874 in Pisa; schrieb: „Drei
Jahre im Nordwesten von Afrika““ (a4 Bde., 2. Aufl
1868), „Meine Wallfahrt nach Mekka“ (2 Bde., 1865),
„Reife in Tunis und Tripolis“ (8 Bde., 1870).
Malve. T., Malve, Pflanzengattg. der Malvazeen,
Zrüuter der nördl. gemäßigten Zone. A. silvestris L.
Noßmalve), M. rotundifoĩsa L. (Käsepappel), M. aleea
. (Siegmarwurz) in ganz Europa wild; die schleimigen,
ditterlich schmeckenden Blätter und Blüten offizinell, erstere
zu erweichenden Umschlägen, letztere zu reizmildernden Tee⸗
zufgüssen benutt; einige Arten Zierpflanzen. Die Garten⸗
der Stockmalve gehört zur Gattg. Althaes (s. d.),
Malvaglia * Wwallja), Hauptort des Bleniotals
m schweiz. Kanton Tessin.
Malvasia, griech. Stadt, s. Monemvasia.
Moalvafier Malvoisie, Walmsey), der ursprünglich bei
Monemvasia (s. d.) an der Ostküste des Peloponnes ge—
wonnene, späler nach den griech. Inseln verpflanzte sithe,
m Mittelaller sehr geschützte Rolwein; jetzt auch von Por—
rugal, Teneriffa, den Azoren, Liparischen Inseln, Sardi⸗
nien, Sizilien und der Provence geliefert.
Walvazeen, Pflanzenfamilie der Kolumniferen,
Buume, Siraucher und Kräuter, bes. in den Tropen, mit
ansehnlichen Blüten. Viele sind Zierpflanzen, so: Malva,
Athaea, Nutzpflanzen Lavaters und Gossypium.
Malve, Pflanzengattg., s. Malva.
Malvern, Great Malvern, Stadt in der engl. Grafsch.
Worcefier, am Fuße der Malvern Hills (426 w), (4s801)
6448 E., Mineralbäder.
Malversation (frz.), Veruntreuung.
Malvinas, Las, Falklandinseln.
daivoifie (frz spr wöasih), Wein, s. Malvasier.
Malwa, Landschat in Brit.Ostindien, nördl. vom
Windhiagebirge, ge Teil Zentralindiens; Be⸗
wohner hauptsüchlich Rahratten. Die Prov. W. uͤmfaßt
die Staalen Judaur Bhopal, Dhar, Ratlam, Dschaora u. a.
Malwinen, die Falklandinseln (s. d.).
Malxe, Fluß im preuß. Reg.Bez. Frankfurt, in der
Niederlaufitz mundet bei Fehrow r. in die Spree.
Bratz / Rohmaterial der Bierbraucrei und Spiritusabrikation,
 hergestellt aus Getreide (meist Gerste), das
ünstlich In Fennen gebracht worden ist, dessen Keim—
prozeß aber in dem Stadium unterbrochen wurde, in
wel hem die Buͤdung der Diastase (s. d.) am weitesten vor⸗
geschritten war In der Spaitusfabrikation wird. es, als
Gruͤn- M. in diesem Stadium verwendet und heißt Luft
der Schwelsch Me weun es durch Trocknen an der Luft
und öfteres Umschaufeln im Keimen gestört wird. Zur
Bierbereitung bedarf das M. noch eede Stoffe,
X wig Darren entstehen (Darr⸗M.). Zum Färben
unkler Biere dient Farb⸗M. dunkel geröstetes Darr⸗M.
— Bgl. Weber (18879, Leyser, „Die Malz⸗ und Bierberei⸗
ung“ (10. Aufl. von Heiß, „Die wierbrauerei“, 18909).
Maälzel vder Mangzi Joh. Nep., Mechanlker, geb,
5. Aug. 1772 in Regeusburg, gest. 24. Juli 1838 in
Vhiladelphia, erfand mit de das Metrondm.
Mälzen, s. Bier. sder Wiatka, 8622 E.
Mamadnstch, Kreisstadt im russ. Gouv. Kasan, an

110

Man

Mamaliga, Speise, s. Polenta.
Mambere, Hauptquellfluß des Sanga (zum Kongo).
Mambunda, Negerstamm, F. v. w. Mabunda
Mamelucken (arab. „in Besitz Erworbene“), ur—
prünglich unter den Ejjubiden in Ägypten rineaie türk.
daufstlaven, die später ß der Regierung bemächtigten.
Man unterscheidet die tuͤrk. M. oder Bahariten (1260
—413889) und die tscherkessischen oder Burdschiten (1389
—45175 bis zur türk. Eroberung). Viele der schönsten
Zaudenkmäler Kairos stammen aus ihrer Zeit. — Vgl.
Vuir, „Phe M. or Slave-Dynasty of Egypt“ (1896).
Mamelucos (span.), in Brasilien die Mischlinge von
Weißen und Indianern.
Mamers (spr.mähr), Stadt im franz. Dep. Sarthe,
in der Dive, (1901) 6645 E., Colldge.
Manters, Kriegsgott, s. v. w. Mars.
Mamertus, Heiliger, Erzbischof von Vienne, gest.
5; Tag 11. Mai (S. Gestrenge Herren.)
Mamiiastraße, schmalster Teildes Tatareusunds(s. d.).
Mamissonpaß, Paß in der Zentralkette des Kaukasus,
825 m hoch; über ihn führt die ossetische Heerstraße von
Pladikawkas nach Kutais.
Mantluken, s. Mamelucken. Brüste betreffend.
Mammas (lat.), die weibliche Brust; mammal, die
Mammalis (lat.), Säugetiere.
Nammss L. Pflanzengättg. der Klusiazeen. M. amezieana,
 Mammei-⸗ oder Aprikosenbaum von San Domingo,
Baum Westindiens, im trop. Amerika vielfach kultiviert,
iefert wohlschmeckende Früchte ( Mammeiäpfel), aus denen
auch Mammeiwein bereitet wird.
Mammillaria Hou., Warzen
der Kugelkaktus, artenreiche Gattg.
)er Kakteen in Merxiko, mii runden,
äulens oder keulenförmigen wollhag⸗
igen Stämmen. Viele Arten (z. B
I longimamma DO. IAbb. 1120])
zimmerpflanzen.
Mammon (aramäisch), Habe,
Bewinn, Reichtum; auch personifiziert als Götze. Mam—
nonsdiener, Geldmensch, Geizhals; Mammonismus, Geld⸗
serrschaft, Ubermacht des Kapitals.
Mammut (Elephas primigensus Blhum.), auses
estorbene Elefantenart, 3 m hoch, größer als der ind.
klefant, mit bis 4 mm langen, nach außen gekrümmten
Stoßzähnen und dicht behaarter Haut. Reste häufig in
en Diluvialschichten Europas und Asiens; vollständig er—
zaltene Exemplare wurden in Nordsibirien im Eise oder
n der Erde eingefroren gefunden, Stoßzähne als blaues
»der fossiles Elfenbein im Handel. — Amerik. M., s.
Mammutbgum, J. Sequois. [Mastodon.
Mammuthöhle, Höhle im nordamerik. Staate Keu—
ucky, ca. 16, mit Nebengängen ca. 280 km Ig. mit dem
Maiumoth Dome (48 in hoch), fließenden Gewässern,
Stalaktitenbildungen; 1808 durch einen Jäger entdeckt.
Mammutpulver, grobkörniges Schießpulver für
weschütze großen Kalibers.
ae Oberlauf des südamerik. Flusses Madeira.
Mampe, ein Kräuterlikör von kräftigem Seimn
Mamre, Amoriterfürst in Hebron, in dessen Gebiet
Ibraham unter Eichen seine Zelte aufschlug (1 Mos. 14, 18).
Mamsfell (verdeutscht aus Mademoiseüe), im 18. Jahrh.
Anrede an unverheiratete Töchter bürgerlichen Standes;
etzt s. v. w. Wirtschafterin u. dgl.
Mamurabeere, s Rubus.
Mamuret ül⸗Asis, türk.-asiat. Wilajet in Armenien
durdistan), 832 900 qk. 675 200 E. ; Hauptstadt Charput.
Man, Gewicht, s. Maund und Batman.
Man (spr. männ), Manniu, engl. Insel in der Jri—
chen See, 588 qkm, (1801) 54 768 E. ; gebirgig lim
Snae Fell 620 mm); reich an Blei, Zink, Eisen; Hauptrwerbszweig
 Inehun und Fischfang; Industrie in Lein—
veberei und Seilerei. Bewohner (Mants) sind Kelten. M.
at eigene Verfassung und eigenes Landrecht, eigenes Par⸗
ament unter einem konigl. Gouverneur; hatte in der ältesten
zeit eigene donge Hauptorte Douglas, Ramfey, Peel,
Lastletown. — Vol. Caine (engl., 1884), Moore (engl.—
Mangar, ind. Jusel, s. Manar. [(1900).
—X ae Brasiliens (Erancdiscés uni
döra Pohnd), dort Heilmittel gegen Skrofulose und Syphilis.

1120. Warzenkarius.