Man

129

Krieges gelangte fast die ganze Linie 2) in den Besitz der
Japaner uͤnd im Frieden von Portsmouth wurde als Grenze
wischen der russ. und der japan, Verwaltung die Station
Kwaustschingetse (222 Werst südl. von Charbin) festgesetzt
Mandurta, Stadt in der ital. Prov. Lecce, östl. von
Tarent, (1901) 13 113 E.
Mandwi (Mandvi, Mandavi), Hauptstadt des brit.⸗
ind. Vasallenstaates Katschh, Präsideutsch. Bombay, am Golt
youn —59 — (1901) 24 683 E.
Manebach, Dorf in S.Gotha, an der Ilm, (1900)
1591 E.; Industrie; Luftkurort. sschule.
Manege (frz. manège, spr. nähsch), Reitbahn, Reit—
Manegebewegung, s. Zmangsbewequngen
Manen (lat. manes, d. i. die Guten), bei den Römern
ud altital. Völkern die Seelen der Verstorbenen.
Manendieunst, s. v. w. Ahnenverehrung (s. d.).
Manes, Stifter der Manichäer, s. Mani.
Manessische Handschrift, berühmte, im 14. Jahrh.
in der Schweiz entstandene, seit dem 17. Jahrh. bis 1888
in Paris, seitdem wieder wie früher in Heidelberg auf—
dewahrte deutsche Minnesängerhandschrift, enthält 7000
Strophen von 141 Dichtern uund 317 große Bilder; be—
nanunt nach einem Gedicht Hadlaubs auf den Züricher Rats—
herrn Rüdiger und seinen Sohn Joh. Manesse (um 1800),
die eifrig Liederbücher sammelten; abgedruckt in von der Ha—
gens, Minnesinger“ (1838); neue Ausg. von Pfaff (1888 fg.).
Manet (sprneh), Edouard, franz. Maler, Hauptmeister
der sog. Impressionisten, zu Paris, gest. das. 30. April
1883; bes. Bildnisse und Landschaften (Strand von Bou—
logne), genrehafte Figureubilder (Frühstück im Grünen).
— Biogr. von Duret (franz., 1802), Tschudi (1902),
Meier-Gräfe (1903).
Manketho, ägypt. Priester, Tempelschreiber in Helio—
polis zur Zeit der ersten Ptolemäer, schrieb unter anderm
eine „Agypt. Geschichte“ in griech. Sprache. Sie ist bis
auf wenige Fragmente (hg. von Unger, 1867) verloren,
ber ein Auszug erhalten.
Manfred, König von Sizilien, geb. 1231, natür⸗
licher, aber anerlannter Sohn Kaiser Friedrichs II., er⸗
hielt nach dessen Tode 1260 Tarent, übernahm nach seines
Halbbruders Konrads IV. Tode 1254 die Verwaltung des
ÄApulischen Reichs für seinen Neffen Konradin, ließ sich
11. Aug. 1258 in Palermo zum König von Sizilien krönen
und gewann im Kampfe mit dem päpstl. Stuhl 1260 ganz
Toskana. Urban IVgab seine Länder 1268 als päpstl.
Lehn an Karl von Ansou, gegen den M. 26. Febr. 1266
bei Benevent fiel. — Vgi. Kesare (1837), Schirrmacher,
„Die letzten Hohenstaufen““ (Bd. 4, 1878), Karst (1897).
Manfredonia, Stadt in der ital. Prov. Foggia, am
Monte Gargano und am Golf von M. des Adriat. Meers,
1901) 12188 E. Hafen.
Maͤng, Sautt, bayr. Gemeinde, s. Sankt Mang.
Manga, Mangopflaume, s. Mangifora.
Mangabe, s. Meerkatze.
Mangabeiras, Serra das M., Gebirgszug in Zen—
albrasilien, bis 1000 m. ss. v. w. Codlarchipel.
Mangaia-Archipel, Inselgruppe in Polynesien,
Mangal (türk.), orient. Wärmeapparat.
Mangalia, Mentalie, Hafenstadt am Schwarzen Meer,
4898) 1459 E., der südlichste Punkt des 1878 an Rumü—
aien abgetretenen Teils der —— Kr. Küstendsche.
Maungalur, engl. Mangalore, bei den Eingeborenen
auch Kodigal, Hafenstadt in der brit.«ostind. Praͤsidentsch.
Madras, an der Malabarküste, Distr. Südkanara, (1901)
14 108 E.; Kaffeeausfuhr.
Mangan (chem. Zeichen An), dem Eisen ähnliches Me—
tall, in der Natur weit verbreitet aber immer an Sauerstoff
ebunden, im Pyrolusit (Braunstein), Braunit, Manganit,
Hausmannit. Manganspat, Braunspat, der Manganblende;
cötlichweiß, sehr spröde, hart und streng flüssig; Atomge—
wicht 35, spez. Gewicht 8; orydiert sich leicht an feuchter
Luft, löst ig in Säuren zu Manganosalzen. Hauptsächlich in
Form von Legierungen (s. Dangamegerungen) verwendet.
Manganoxyd entsteht als grünes Pulver beim Glühen von
Mangankarbonat unter Luftabschluß. Andere eeren
bindungen sind; Manganoxyduloxyd (Hausmannit), Man—⸗
gansesquioxyd (Braunit), Mangansuperoxyd (Braunstein).
Manganchlorür (Manganochlorid), rosenrote, zerfließliche
Friflalle, bildet sich beim Lösen aller Manganoxyde in Salz⸗

aͤure, daher in den Dotgangen der Chlorfabriken; wird
urch Behandlung mit Kalk und Einleiten von Luft wieder
n Superoxyd verwandelt (Regeneration, Weldonprozeß);
ient auch zur Darstellung brauner Farben. Mauganosulat
 (schwefelsaures M.), hellrosa Kristalle, in Wasser leicht
öslich; in der Färberei verwendet. Borsaures M. Man—
janborat), aus Manganosulfat und Borar, dient als Sik—
ativ (Manganextrakth, ebenso harzsaures und leinölsaures
M. Das Kalinumsalz der im freien Zustande nicht bekann—
en Mangansäure (Kaliummaugauath, entsteht aus Braun—
tein bein Schmelzen mit Kali und Salpeter oder chlorsaurem
dalium als schwarzgrüne Masse (Chamaoleon wiueralo), in
jenig Wasser unzersetzt löslich; durch viel Wasser oder ver⸗
ünmte Säuren entsteht eine violettrote Lösung von Kalium⸗
ermanganat uud eine braune Abscheidung von Mangan—
uperoxyd. Baryummangangt (mangansaures Baryum),
rune Kristalle, bildet das Mangangrün (s. Baryum). Kaiumpermanganat
 (Kaliumhypermanganat, hyper- oder
wbermanganfaures Kalinum), entsteht aus dem Manganat
»urch Wasser, Süuren, Chlor; fast schwarze, im durch—
cheinenden Licht tiefrote, metauglänzende Kristalle, in
Wasser mit Purpurfarbe löslich; gibt leicht Sauerstoff ab,
dient als kräftiges Orydations- und Desinfektionsmitteb—
Kühnes Desiufektionsmittel), zu Mundwasser; organische
Stoffe oxydiert es zu Kohlensäure und Wasser, mit brenn—
aren Stoffen gemischt verpufft es; beim Eintragen in
alte konzentrierte Schwefelstäure entsteht daraus sehr ex—
losives Ubermangansaͤur-anhydrid, durs verdünnte Schwe⸗
elsäure die leicht zersetzliche nöermaugansäure (Hyperman ⸗
zansüure).
Manganblende, Manganglanz, Alabandin, regulü⸗
tes, eisenschwarzes bis stahlgraues, halbmetallisch glänzen—
»es Mineral, besteht aus Mangan und Schwefel.
Manganbraun, s. Bister.
Manganeisen, s. Eisenlegierungen.
Manganeut (grch.), Zauberer, Gaukler; Quacksalber;
Manganie, Zauberei, Gaukelei.
Mangauglanz, s. Manganblende.
Mangangrün, s. Baryum.
Manganin, s. Manganlegierungen.
Manganit, Graubraunstein, Graumanganerz, rhom⸗
Fisches Mineral, dunkelgrau, metallglänzend, aus Maugan⸗—
ydroxyd bestehend, wie Braunstein benutzt.
Mangaulegierungen. Die wichtigste M. ist das Man⸗
janeisen (s. Eisenlegierungen); dann Mangankupfer, das
indere Kupferlegierungen (Bronze) verbessert (Mangan⸗
ronze bildend), und Manganneusilber (80 Proz. Kupfer,
5 Proz. Mangan, 5 Proz. Zink), weiß, gut zu verarbeiten
ind zu polieren; ferner Mauganin, eine Legierung von
Mangan, Lupfer und Nickel, zur Herstellung von Drähten
ür elektr. Widerstände dienend.
Maugansaures Baryum, s. Baryum.
Manganspat, Himbeerspat, Dialogit, Rhodochrosit,
homboedrisches, rosen⸗ bis himbeerrotes durch Verwitte⸗
ung ichecwürzenden durchscheinendes Mineral, dohlen⸗
aures Manganorydul.
Mangarewagruppe, deiselpure der Tuamotu.
Mangbattu, afrik. Volk, s. Monbuttu.
Mange, Wurfmaschine des Mittelalters mit beweg⸗
ichem Gegengewicht; Maschine mit zylindrischen Rollen
um Glätten der Wäsche oder zur Appretur von Geweben
auch Mandel, Mangel, Rolle genannt).
Mangelin (spr. männdschelinn), Verlengewicht in Ma⸗
ras — , za0 g.
Mangerai, Westteil der Sunda—
Insel Flores. Mangeraistraße, Meeres⸗
traße zwischen den Inseln Flores und
Zumbawa in Niederländ.⸗Ostindien.
Mangfall, J. Nebenfluß des Inn
m hayr. Reg.⸗Bez. Oberbahern, fließt
»ei Gmund aus dem Tegernsee, mün—
)et nach 82 km bei ———
Mangifera L., Pflanzengattg. der
en e eiee
der ostind. Maugobaum (M. indiea L.
Ahe e rgtr e, us25. Mangobaum.
ern]) wird wegen seiner orangegelben, gänseeigroßen, wohl⸗
In enden Früchte (Mango, Mangopflaumen. Manga)
ultipiert.