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Schleswig, drängte beim Ausbruche des Deutschen Krieges
bon 1866 die Ofierreicher aus Holstein, besetzte das nördl.
Hannover und übernahm 20. Juli den Oberbefehl über die
Mainarmee. 1868 zum General des 1. Armeckorps ernannt,
führte er dasselbe im Deutsch-Franz. Kriege von 1870 in
den Schlachten von Colombey-Nouilly und Noisseville, focht
dann als Oberbefehlshaber der J. Armee (seit 27. Okt. 1870)
bei Amiens und an der Hallue, zwang an der Spitze der
Südarmee (seit 9. Jan. 1871) das Bourbalische Korps zum
Ubertritt nach der Schweiz, 20. Juni 1871 —-78 Oberbefehls⸗
— —
eldmarschall, 1876 und 18789 mit diplomät. Missionen nach
Rußland betraut, seit 1. Okt. 1876 Statthalter von Elsaß⸗
Lothringen, gest. 17. Juni 1888 zu Karlsbad. — Biogr.
on Keck (18090).
Manteunffel, Otto Theodor, Freiherr von, preuß.
Staatsmann, geb. 3. Febr. 1808 zu Lübben, 8. Nov. 1848
Minister des Innern, nahm als interimistischer Minister
des Äußern an der Olinützer Konferenz (29. Nov. 1850) teil,
seit 19. Dez. 1860 Ministerpräsident, suchte den bureau—
tratischen Absolutismus herzustellen, nach Einsetzung des
Prinz⸗Regenten 5. Nov. 1868 entlassen, seit 1866 Mit—
lied des Herrenhauses, gest. 26. Nov. 1882. Aus seinem
Idid erschienen „Unter Friedrich Wilhelm JV. Denk—
würdigkeiten des Ministers Otto Freiherrn von M.“ (8 Bde.
19001) und „Preußens auswärtige Politik 1880 68*
(3 Bde. 1902). — Bgl. Fesetig (18631). — Sein Sohn
Otto, Freiherr von M., geb. 29. Novp. 1844 in Berlin, 1886
Landesdirettor der Prov. Brandenburg, 1877—g98 konser⸗
»atives Mitglied des Reichsstags, seit 1883 des Herren—
jauses, seit 1891 dessen 1. Vizepräsident.
Maͤntik (vom grch. maptis, Seher), Wahrsagekunst
Mantilla (span., spr. -illja), Schleiertuch der span.
Frauen, den Kopf und einen Teil des Gesichts verhül⸗
lend; danach Mautille, leichtes Fraueumäntelchen.
Mantinea (greh. Mantineia), im Altertum Stadt im
ostl. Arkadien; hier 418 v. Chr. Sieg des spartan. Königs
Agis II. über die Argiver, 362 v. Chr. Sieg der Thebaner
unter Epaminondas, der hier fiel, über die Spartaner
Mantiqueira (spr.ketc), Serra da, Gebirgskette im S
der brasil. Prop. Minas Geraes, im Itatiaya 2712 mhoch.
Mantisse (lat. d. i. Zugabe), in der Mathematik der
gebrochene Teil eines Logarithmus (s. d.).
Mantua (ital. Mautöva), Hauptstadt der ital. Prov.
M. (2339 4km, 1805: 315 489 E. ; Lombardei) und starke,
von Seen umgebene Festung, am Mincio, (1801) 29142
E., Kirche Saut' Andrea (1472 begonnen), Dom, Corte
Reale (1302 begonuen Palazzo del Tèͤ (von G. Romano
erbaut), Sternwarte, Bibliothet, Museum; Gerberei, Han—
del mit Seide. — Das Gebiet des ehemal. Hzgts. M.
kam 1062 an die Markgräfin Mathilde von Toskana,
daun an die Bonaccolsi, 13283 au die Gonzaga, 17885 von
Ssterreich mit den mailänd. Landschaften zut Lombardei
pereinigt, 1859 zu Venetien geschlagen, fiel 1866 an Italien
Mauntugnifches Gefaͤß, autike Vase (15 em hoch),
aus einem einzigen Onyr geschnitten, 1680 aus Mantüg
zeraubt, jetzt im Museum zu Braunschweig.
Mautiumbasee, See im Kongostaat, östl. von der
Müudung des Mobangi in den Kongo.
Manu (,Mensch“), im Weda der Vater der Men—
schen, der in Indien die Rolle des Noah spielt; dann
Bezeichnung der Schule der Manava, vou der das be—
rühmteste ind. Gesetzbuch, das MAanavadharmadustra,
tammt (h9. Lond. 1887; übersetzt von Bühler, 1886).
Manuag, amerik. Samoainsel, s. v. w. Tau.
Maumnal (lat.), Handbuch, kaufmännisches Tagebuch,
Memorial; Buch, worin die Ausgaben und Einnahmen
nach den Quellen und verschiedenen Zwecken (Titeln und
Kapiteln) eingetragen werden; bei der Orgel die Klavia—
tur (2-4) fur die Hände, Gegensatz: Pedal (s. d.).
Manuaglakten, s. Handakteu.
Manubien (lat.), Kriegsbeute und das daraus ge—
üöste Geld; auch Wuchergewinn.
Maunnubrium (lät) Handgriff, Handhabe; insbes.
e Griffe an den Registerzügen der Orgel.
Manucci (spr. uitschi), s. Manutius.
Manuduktion (lat.), Handleitung, Anleitung.
Manuel J. Komnẽnos, Kaiser von Byzanz (1148
80), geb. 1122, befestigte seine Herrschaft in Kleinasien,

interwarf Serbien, machte das Reich der Magyaren zu
inem byzant. Vasallenstaat, suchte vergeblich Kaiser Fried—
ich J. aus Italien zu verdrängen, gest. 24. Sept. 1180.
— M. 1II. Paläolsgos (14591 514285), geb. 1848, mußte
1424 den Osmanen tributpflichtig werden, trat darauf
»ie Regierung an seinen Sohn Johannes VIII. ab, gest.
21. Juli 14265 als Mönch.
Manmel, Don Juan, Infant von Kastilien, geb.
5. Mai 1282 zu Escalona, kämpfte euergisch gegen die
Mauren, gest. 1349; als Scriftsteller bekanunt durch sei—
ien „Graf Lucanor“, eine geistvolle Sammlung von 36 Ge⸗
hichten, Anekdoten ꝛc. (deutsch 1840).
Bausmel T., König von Portugal, s. Emanuel J.
Manuel, Nikolaus, genannt Deutsch. Maler und
Dichter, geb. um 1484 zu —* gest. das. 30. April 1530.
Seine Dichtungen hg. von Bächtold (1878). — Biogr.
»on Schaffroth (1888), Händtke (18880). — Sein Sohn
daus Rudolf M., gest. 1371, war Holzschneider.
Manufaktur (at.), früher Bezeichnung für die Werk—
tätten der Handarbeit im Gegensatz zur Rohstoffgewin—
iung und zur Fabrik; jetzt versteht man unter Manu—
ikturwaren rorwiegend Tertilwaren.
Manunteg, s. Zahntaube.
Manumission (lat.), Entlassung, die Freigebung
nes Sklaven oder Leibeigenen.
Manuped (vom lat. manus, Hand, und pes, Fuß),
in Dreirad, das durch ruderartige Hebel mit den Händen
Irtbewegt wird; für Personen, die ihre Füße nicht ge⸗—
auchen können.
NManu propria (lat.), eigenhändig.
Aanus (lat.), Hand. M. mortüa, Tote Hand (s. d.).
U. mauum lavat, eine Hand wäscht die andere.
Manufkript (lat. „Handschrift“), jedes geschriebene
m Gegensatze zu einem durch den Druck veroͤffentlichten
Schriftwerk. Der Vermerk auf Druckwerken: „Als M.
zedruckt“ bedeutet, daß dieselben dem Publikum nicht
illgemein zugänglich sein sollen, insbes. bei Bühnenweren,
 daß ihr Besiß das Auffüͤhrungsrecht nicht mit einschließt
Zpeziell heißen M. oder Handschriften alle haudschrift⸗
ichen Bücher vor Erfindung der Buchdruckerkünst. Von
den für die Beurteilung ihres Alters ꝛc. wichtigen Merk—
nalen handelt die Haudfschriftenkunde. — Vgl. Ebert,
„Handschriftenkunde“ (18285 — 27); über Konservierung
ilker Handschriften von Posse (1899), Schill (1889).
Manustupration (lat.), Selbstbefleckung (Onanie).
Manutius, eigentlich Manuzzi (Mannnzzi), auch
Manucci, ital. Buchdruckerfamilie, deren Drucke Aldinen
heißen. Aldus J. oder der Ältere, geb. 1448 zu Bassiano,
errichtete 1488 zu Venedig eine Druckerei, in der neben
ꝛigeuen Arbeiten (in lat. Sprache) viele n Aus⸗
zJaben, darunter Räitiones principes griech. Klassiker kor⸗
nekt und geschmackvoll ausgestattet erschlenen, gest. 6. Febr.
1815. — Bgl. Schuck (1862), Didot (1875). — Sein Sohn
Paulus M., geb. 12. Juni 1511, vorzüglicher Latinist,
iͤbernahm 1533 die Druckerei, folgte 1561 einem Rufe
iach Rom, gest. 6. April 1674. — Vessen Sohn Aldus II.
D. geb. 1547, gelehrter Philolog, ward 16500 Leiter der
däpsti, Buchdruckerei in Rom, übergab das Vencdiger
Beschäft an Nikolaus Manassi, gest. 1607. — Bgl. Gold⸗
mid, (engl., 8 Bde. 1887), Omont (franz., 1892).
Manx, der kelt. Dialekt der Insel Man (s. d), dem
lischen Sprachzweige angehörend.
Manyema, afrik. Volk, s. Manjema.
Manuitsch, einem Flußbett ähnliche Vertiefung zwi—
chen dem Asowschen und Kaspischen Meer (Rest des frühern
zisammenhangs beider), 680 üm elg., mit flachen Seen.
Manzangares. 1) Fluß in der span. Prov, Madrid,
entspringt am Cerxo de los siete Picos, durchfließt Madrid,
uündet d. in den Jarama. — 2) Stadt in der span. Prov.
cudad Real, am Azuel, (1900) 11229 6. [Sherry.
Manzanilla (spr. »illja), span. Wein, eine Art
Manzanillabaum (spr. illja), s. Hppomane.
Manzanillo (spr. illjx). 19 Stadt an der Süd—
üste der Insel Kuba, (18959) 14464 E. — 2) M. Puerto
»e Colima, Hafen des merik. Staates Colima (s. d.).
Manzel, Ludwig, Bildhauer, geb. 8. Juni 1858 in
dagendorf bei Anklam, lebt als Prof. und Vorsteher
eines Meisterateliers an der Akademie in Berlin; Haupt⸗
verke; Friede durch Waffen geschützt (Quedlinburg),