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burtsort Schillers. Der Marbacher Bund wurde 14. Sept.
1408 von den schwäb. Stäunden und Städten gegen
Ruprecht von der Pfalz geschlossen.
Marbel, Motze, s. Glas nebst Abb. 696 m.
marbella (spr. ellja), Hafenstadt in der span. Prov.
Maͤlaga, am Mittelländ. Meer, (1900) 8629 E.
Mar Bermeijo, der Kalifornische Meerbusen (s. d.).
Marblehead 668 mahrbl'hedd), Seestadt im nord⸗
imerik. Staate Massachusetts, (1900) 7582 E.
Marbod (Maroboduus), Herzog der Markomannen,
führte diese 8 v. Chr. in das heutige Bohmen gründete
hier ein mächtiges — waͤrd vom Cheruskerfürsten
Armin bekriegt (17 n. Chr.), durch den Goöten Catualda
vertrieben erhielt von Tiberius Ravenna als Aufent⸗
halt augewiesen, gest. 37 n. Chr.
Marburg, Kreisstadt im preuß. Reg.⸗Bez. Cassel, an
der Lahn, (1500) 17531 (1905: 20187) E., Garnison,
Land- und Amtsgericht, Universität (50. Mai 1627 von
Philipp von Hessen gerunden got. Elisabethkirche (1285
883 Tafel: Gotikneĩ, 8) mit dem Sarkophag der heil.
Elisabeth, Schloß (15629 Religionsgespräch zu M. zwischen
duther, Zwingli u, a. Reformatoreu). — Vgl. Bücking (1901).
Marburg, Bezirksstadt in Steiermark, an der Drau,
—9 21601 E., Sitz des Bischofs von Lavant, alte Burg
adetlenanstalt; Faßbindereien, Fabriken (Leder, Möbel,
dikör); Leitersberger Eisenbahntunnel (670 3.
Marc⸗Anton (Marcantonio), ital. Kupferstecher, s.
Raimondi. [markiert, hervorgehoben.
maroato, marcando, abgekürzt mard. lital., Mus.),
Marc Aurel, röm. Kaiser, s. Autoninus.
Marceau (spr. ßoh), Franç. Stverin Desgraviers,
ranz. General, geb. 1. März 1769 zu Chartres, schlug
12. Dez. 1793 die Vendeer bei Le Mans, euntschied 26. Juni
1794 den Sieg bei Fleurus, kümpfte 1786 bei der Rhein—
armee, 20. Sept. bei Alteukirchen verwundet, gest. das.
23. Sept. 1796. — Vgl. Parfait (1892), Johnson (1896).
Marcellin (spr. Heläng), leichtes, wahrscheinlich nach
der Stadt Saint-Marcellin benanntes Seidenzeug.
Marcellinus, Heiliger, Papst 296—-304, verlenguete
angeblich in der Diokletianischen Verfolgung den Glauben,
oll dann hingerichtet worden sein.
Marcellinus, Ammianus, röm. Geschichtschreiber, s.
Ammianus Marcellinus.
Marcello (spr. martsch), Benedetto, Kirchenkomponist,
eb. 24. Juli 1886 zu Beuedig, gest, 24. Juli 1789 als
——— (Schatzmeister) zu Brescia; Hauptwerk: die
30 Davidpsalmen 172427) F
Marceuus, rom. plebetische Familie des Claudischen
Befchlechts. Marcus Claudius M. siegte 222 v. Chr. über
Hie Insubrer, focht im zweiten Punischen Kriege bei Nola
iiegreich gegen ee eroberte 218 Syrakus, fiel 208
egen Hannibal bei Venusia. — Marcus Claudius M.,
—2* 51 v. Chr., Anhäuger des Pompejus, ward 46 von
Fasar nach Ciceros Vertteidigungsrede Pro Marcello“)
begnadigt, auf seiner Ruͤckreise nach Rom 45 v, Ehr. von
einem Begleiter ermordet. [Girardin.
Marc⸗Girardin, franz. Schriftsteller, s. Saint-Marc
Diarch (slaw. Morava), Hauptfluß Mährens, ent—
pringt in 1263 m Höhe am Südabhang des sn Schnee⸗
bergs, bildet erst Mährens, dann Hsterreichs Grenze gegen
— mündet nach 350 km (129 xm schiffbar, von
Goding an) bei Theben oberhalb Preßburg in die Donau,
empfüugt JL die —A r. die Thaya.
Biarch, Landschaft (178 4kw) im schweiz. Kanton
Schwyz; Hauptori
Wiarch (fpr. mahrisch), Stadt in der engl. Grafsch.
Cambridge (Isle of Elys, am Old Nen, (1901) 7565 E.
Marchand (rz, spr.schaug), Kaufmann; Narchaudaillour
 (spr. tajöhr), Schneider, der ein Li von Stof⸗
en hält; Marchanbise Epr. schaugdihs'), Ware, Kauf—⸗
nanusgut; marchandieren, Handel treiben, feilschen.
Marchand éspr. schang), Felix, Mediziner, geb.
22. Ott. 1846 in Halle, 1879 Dozent in Halle, dann in
Breslau, 1881 Prof. der pathol. Anatomie in Gießen,
1888 in e 1900 in Leipzig.
Marchand (spr. schang), Thomas, franz. Offizier und
Forschungsreisender, geb. 20. Rov. 1863 in Thoissey m
Nin) miehrfach Führer von Expeditionen in Nordafrika,
nahn 1898 Faschoda für Frankreich in Besitz, mußte es

ber wieder räumen, 1900 an der Expedition gegen China
ꝛeteiligt, nahm 1904 als Oberst seinen Abschied.
Marcohantia Toddi, Lebermoosgattg. der Marchan—⸗
iazeen, mit blattartigem, unregelmäßig gerandetem Thal⸗
us. In Deutschland M. F
na L. (Leberkraut) [Abb. 11835)),
in feuchten Felsen ꝛc.; die ꝛu
ien und Archegonien stehen auf ge—
onderten aufrechten Trägern; vege—
ative Vermehrung gesthieht durch
n Brutbechern gebildete Brutkörner;
rüher gegen Leberleiden und Ver—
topfung angewandt.
Marchantiazeen, Familie der Lebermoose (s. d.).
Marche (spr.ke), ital. Name für die Landsch. Marken.
Btarchegg (Marcheck), Stadt in Niedexösterreich, im
Marchfeld, x. an der March, (1900) 2210 E.
Maͤrchen, Volkserzühlungen, die im Unterschiede von
x*os und Sage nicht an wirkliche histor. Personen uud
gegebenheiten anknüpfen, sondern das Wunderbare und
ßhaͤntastische schildern, oft unter Aufhebung der Natur⸗
jesetze, mit Hettintieung von Feen, Zauberern, Tieren
i. dal. Die meisten M. geben sog. „wandernde“ Erzüh—
ungbstoffe wieder, die 9 von Jubien her seit früher Zeit
urch mündliche oder schriftliche Uberlieferung im Volke ver⸗
reitet haben; manche lassen auch Niederschläge mytholog,
Auschauungen exkennen. Die bekannteste morgeüländ.
Zammlung ist „Tausend und eine Nacht“, deren Bekannt⸗
verden im Abendlande zahlreiche Kunst-M. erhengte so
von Geothe, Musäus, Tieck, Chantisso, Brentano, Andersen,
Zauff, Fouqut u. a. Aufzeichnungen von M. direlt aus dem
Zolksmunde sind die „Kinder- und Haus-M.“ der Brüder
Brimm, an sie schlossen sich an die Sammlungen von Bech—
tein, Grässe, Simrock, Pröhle, Fr. Hoffmann, F. Schmidt,
Itto, Lohmeyer u. a. —. Vgl. R. Köhler (1894).
Marchena (spr. martsch⸗ Stadt in der span. Prov.
Sevilla, (19000) 12468 E., Schwefelbäder.
Marchesa Colonibi (spr. tẽ.), Pseudonym der ital.
Vudee Maria Torelli⸗Torriani.
Marchese (spr. c), s. Marquis.
Darchesfi (pr. ke-), Mathilde, geborene Graumann,
Besanglehrerin, geb. 26. März 1826 in Frankfurt a. M.,
erst Konzertsängerin, seit 1832 vermählt mit dem Sänger
uind Gesanglehrer Salvatore de Castroite-⸗M. (geb. 15. Jan.
822 in Palermo), 18834-61 Gesangprofessorin am Kon⸗
expatorium zu Wien, dann zu Köln, lebt in Varis: schrieb:
„Aus meinem Leben“ (1888).
Marchesi (spr. Ic), Pompeo Cavaliere, ital. Bild⸗
zauer, geb. 7. Aug. 1789 in Saltrio, Schüler Cauopas,
jest. 7. Febr. 1888 als Prof. an der Akademie zu Mai—⸗
aud; Porträtstatuen: Goethe (Stadkbibliothek zu Frank⸗
urt), Kaiser Franz J. (Hofburg zu Wien); Pietaà (San
Larlo in Mailand).
Marchfeld, Ebene in Niedero nerre ic, zwischen Donau
ind March, umfaßt gegen 8900 qkm; berühmte Pferde⸗
ind Gänsezucht. Hier 13. Juli 1260 Sieg Ottokars von
Böhmen über Bela IV. von Ungarn; 26. Aug. 1278 Sieg
stuüdolfs von Habsburg über Ottokar, welcher fiel. Auch
die Schlachtfelder von Aspern und Eßling und Waaram
iegen auf dem M.
Marchienne⸗au⸗Pont (spr. schlenn o pong), Flecken
n der belg. Prov. Hennegau, au der Sambre, (1904)
18935 E.;, Kohlengruben, Glashütten, Eisenwerke.
Marchin (spr. e Gemeinde in der belg. Prov.
rijttich, ain Hoyoux (zur Maas), (1904) 3815 E.; Industrie.
NMaronio, — Markgraf. Trauermarsch.
marcia (ital., spr. martscha), Marsch; M. funebre,
Maroiana Siiva, Marcianischer Waid, s. Schwarz⸗
vald. Prov. Caserta, (1901) 12788 E.
Marcilanife (spr. schan—), Stadt in der unterital.
Marcianopölis, alte Stadt in Mösien, von Trajan
jegründet; später Hauptstadt der Bulgaren, jetzt Preslav.
Marcianus (Markianos), byzant. Kaifer (150 —467),
aach dem Tode Theodosius“ II. von den Zirkusparteien
um Kaiser erhoben, vermählte sich mit Pulcheria, des
erstorbenen Kaisers Schwester.
Marcinelle (spr. ßintll), Ort in der belg. Prop.
hennegan, an der Sambre, (18904) 15 916 E.; Kohlen⸗
ruben. Eisen- und Zicgelindustrie.

IAO. LRF.