Marcinkowskiverein, Verein in Posen zur Unter—⸗
tũtzung armer Schüler poln. Nationalität.
Marckon, Gnosliker, Sohn eines Bischofs von Sinope,
lehrte um 186 n. Chr, ein guostisches System mit schroffer
Betonung des Gegensatzes von Gesetz und Evangelium.
Der sog. Kanonu des M. enthielt eine Abart des Lukas⸗
vangellums und zehn Briefe des Paulus. Seine An—
zünger (Marcioniten), in Ägypten, Palästina ec. verbreitet
zerschmolzen im 6. Jahrh. mit den Manichäern.
Marcius, Gnäus, s. Coriolanus.
Daercker, Marx, Agrikulturchemiker, geb. 26. Olt. 1542
n Falbe a. S., 1871 Vorsteher der agrikulturchem. Versuchs⸗
tation der Prov. Sachsen in Halle a. S., 1872 Prof. gest.
8. Okt. 1801 in Gießen; Hauptwerk: „Handbuch der
Spiritusfabrikation“ (8. Aufl. 1808), ferner: „Fütterung
und Schlachtergebnis“ (mit Morgen, 1893), „Die Kalij⸗—
düngung ꝛc.“ H, Aufl. 1884), „Anleitung zum Brennerei—
hetreb⸗ (3. Aufl. 1804). — Vol. Behrend (1802).
Wiards, Erich, Geschichtsforscher, geb. 17. Nov. 1861
n Magdeburg, 1893 Prof. in Freiburg i. Br., 1894 in
deipzig 1901 in Heidelberg; schrieb: „Die Zusammenkunft
 von Bayonne“ (1888), „Gasp. von Coligny“
(Bd. 1, 1882), „Kaiser Wilhelm 1.“ (5. Aufl. 1808),
Königin Elisabeih von England“ (1887) u. a.
Maͤrcobrunnen, s. Markdobrunn.
Marconi, Guileimo, Erfinder der Telegraphie ohne
Draht, geb. 28. April 1874 in Griffone bei Bologna, ging
1896 naäch England; unterstützt das. von der Wireless
relegraph Company, gelang es ihm 1902 von der irischen
ur kanad. Küste Zeichen zu geben.
Marco Pols, der bedeutendste Reisende im Mittelalter,
 geb. 1254 zu Venedig, begleitete 1271 seinen Vater
und dessen Bruder Maffeo auf deren enny Reise zu dem
Mongolen-Großchan Chubilai, stand bei diesem in großer
Zunst und wurde Statthalter der Prov. Kiang-⸗nan; dee
1295 mit seinem Vater und Oheim über Südchina, die
Sundainseln, Vorderindien, Persien und Armenien nach
Benedig zurück (1285); geriet 1298 vorübergehend in
genuesische Gefangenschaft, sarb als Mitglied des Großen
Rats 1323 in Venedig. Sein Reisebericht (beste Ausg. von
Hnle, 2. Aufl., 2 Bde. 1875; deutsch von Bürck, 2. Aufl.
1855) von größter Wichtigleit und trotz der anscheinenden,
hmn früher vielfach vorgeworfenen Übertreibungen sehr
e — Vgl. Broots (engl., 1898).
Marcus, Evangelist, s. Markus.
Darcus Aurelius, röm. Kaiser, s. Antoninus.
Marcusinsel, s. Marlusinsel.
Diardelle (frz), Trichtergrube, rundes Erdloch, Unter⸗
dau prähistorischer Behausungen oder Aufbewahrungsraum;
n Deutschland, der Schweiz und Frankreich aufgefunden.
Mar del Plata, Seebad in der argentin. Prob. Buenos
Aires, 6—7000 E.
Marder (Mustelidae), Fa⸗
nilie mittelgroßer und kleiner,
neist nüchtlicher Raubtiere, von
Jestrecktent, kurzbeinigem Körper⸗
au, meist mit besondern Druͤsen
am After, listige, gewandte, blut⸗
zierige, über die ganze Erde (ohne
Australien) verbreitete Tiere, zu .
denen die Gattungen M, Vielfraß, Fischotter, Stinktier,
Stinkmarder (mit Iltis, Wiesel ꝛc.), Dachs ꝛtc. zühlen. Die
Fattg. V. (ntsla) mit dem Batim⸗-M. (Edel- Buch-M.,
AUustsla martes L. s[Abb. 1136)),
gelblichbraun, Europa, Westasien,
Helz geschätzt; Stein M. (Haus-M.,
M. tojpa Briss. sSchädel auf Tafel:
Skelett D, ), graubraun, Brust
mit weißem Fleck, eiwas kleiner, Eu⸗
copa, Westasien; kanad. M. (Fischer⸗
M., Pekan, M. canadensis Eræl.),
zraunschwarz, Pelz (sog. virgin. Iltis)
geschätzt, nördl. Nordamerika an Flußüfern;
 Zobel (M. zibellina I. [Abb. — Farbung
wechselnd (gelbbraun, iefbraun), Sibirien, Vittelasien
etzt selten, liefert das kostbarste Pelzwerk; amerit. Zobel
Fichten⸗Mi., M. americans L), Vertreter des Zobels im
‚olaren Nordamerika. Stinkmarder (s. d.).
Marderbär, s. Bärenmarder [Abb. 166).
Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon. 8. Aufl.

1136. Baummarder.

129

Mar

Varderbeutler, J. Beutelmarder.
Nardi (frz.), Dienstag; I. gras (spr. grah), Fastnacht.
Mardin, Stadt im asiat.s türk. Wilajet Diarbekr,
im Masiusberg, 25 000 E. (52000 Christen).
Mardocha stage, Name für das jüd. Purimfest (s. d.).
Mardonius daltpers. Marduniya), pers. Feldherr,
193 v. Chr. von seinem Schwiegervater König Darius J.
nit einem Heere gegen Griechenland geschickt, mußte nach
dem Scheitern seiner Flotte am Berge Athos zurückkehren,
iel 478 v. Chr. in der Schlacht bei Platau.
NMare (lat.), Meer; M. Adriaticum oder Superum, das
Adriat. Meer; M. Britannioum, der (Brit.) Kanal; M.
dantabricum, der Biskayische Meerbusen; M. Cronium,
das Weiße Meer oder Nördl. Eismeer; M. Prythraeum,
as Rote Meer; M. Btruscum oder Tusoum, das Tyrrhen.
Meer; M. Germanteum, die Nordsee; M. Hlberntoum, die
Jrische See; M. Hyrcantum, das Faspifche Meer; MMedirranum
 oder Internum, das Mittelländ. Meer; M. Paifleum,
 der Stille Ozean; A. Podamum, der Bodensee;
. Suevicum oder Balticenm, die Ostsee.
Marẽ, eine der franz. Loyaltyinseln, s. Nengonk.
Aarénnasi (frz., spr. -schaͤll), Marschall (s. d.).
Maree (frz.), Ebbe und Fiut.
Maree, Loch (spr. lock märrih), See in der schott.
Brafsch. Roß and Cromarty, 21 xX Tg., bis 110 m tief.
Marées, Hans von, Naler, geb 24. Dez. 1837 zu
Elberfeld, seit 1864 in Rom, gest. das 8. Juni 1887, Histo—
rienbilder, Bildnisse (21 Werke in der Galerie zu Schleiß⸗
— —
Warellen, s. v. w. Aprikofen.
Maremmen, die sumpfigen und ungesunden Küsten—
triche Italiens im südl. Toskana, am ee Meer,
»om Ausfluß des Cecina bis Orbetello, 1850 kRm Ig. 11
30 Rm br.; seit 1828 esereine Austrocknungsversuche.
Marengo, Dorf in der ital. Prov. Aleffandria, am
Fontanone; hier 14. Juni 1800 Sieg Bonapartes über
den österr. General Melas. — Val. Herrmann' (1909).
Marennes (spr. renn), Ort im franz. Dep. Eharente⸗
Inferieure, an der Seudre, — 6459 E.
Marenzio, Luca, ital. Komponist, geb. um 16550 in
Foccaglio bei Brescia, gest. 22. Aug. 1609 zu Rom; am
edeutendsten seine Madrigale. [Imesser.
Mareograph (lat.⸗grch.), selbstregistrierender Flut—
Waredtis, im Allerlum Landsch. Unterägyptens,
im Südufer des Sumpfsees M. Getzt Birket Marlut).
Maresch, Joh. Anton, Musiker, geb. 1719 zu Chotebot
Böhmen), gest. 30. Maĩ 1784 in Petersburg, Erfinder
er Russischen Hornmusik (s. d.).
Maret (spr. reh), Hugd Bernard, Herzog von Bassano,
zeb. 1. März 1768 zu Dijon, Advokat in Paris, unter
der Republik Gesandler in Fugland, später Staatssekretür,
Bertrauter Napoleons J. 1811 -13 Minister des Aus—
wärtigen, während der Hundert Tage zum Herzog von
Bassano ernaunt. 1816 -20 perbannt, 1881 Pair, 1834
penige Tage Minister, gest. 13. Mai 1839 in Patis. —
Bgl. Ernouf (franz., 2. Aufl. 1884).
Maren (spr. Feh), Etienne Julius, Physiolog, geb.
5. März 1830 zu Beaune (Dep. Cdte⸗dOr), 1867 Prof.
in Paris, gest. das. 16. Mai 1904; schrieb: De Ia dirou—
lation du sang“ (1863 u. 1881), „La machine animale“
 (4. Auff. 1886), „Physiologio expérimentae“
4 Bde. 1876-80) u. a.
Marezzomarmor, ein den Marmor imitierender Stuck
uus feinstem, doppeltgebranntem Gips mit Alaunzusatz.
Marforio, verstuͤmmelte antike Kolossalstatue (Fluß⸗
jott), früher zur Anheftung von Pamphleten benußt ¶. Pas⸗
quill), jetzt im Kapitolinischen Museum zu Rom.
Marfußz, s. v. w. Drudenfuß (s. d).
Margareta, Heilige, aus Antiochia, eine der 14 Not⸗
jelfer, als Christin zur Zeit Diokletians von ihrem heidn.
hater verstoßen, vom Präfekten Olybrius wegen ver⸗
chmähter Liebe ins Feeit eworfen und ensthauptet.
Bedüchtnistag 13. auch 20. Juli. — Beilage: Heiligerc.J
— Eine zweite heilige W., Schutpatrotin von Sthoti—
and, geb. 1046, Gemahlin di Malcolms II. von
Schottland (seit 1070), gest. 16. Rov. 1093; heilig ge—
prochen 1251. Gedächtnistag 10. Juni.
Margarete von Anjou, Gemahlin Heinrichs VI.
on England, geb. 23. Maͤrz 1429, Tochter des Herzogs