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Rent von Anjou, 1445 vermählt, beherrschte den geistes⸗
schwachen König pollständig. Im Rosenkrieg erst siegreich
für ihren Senan bei Wakefield (1460), mußte sie nach
der Niederlage bei Towton (29. Mai 1461) nach Loth—
ringen flüchten, landete 14. April 1471 mit einem Korps
Franzosen bei Weymouth, wurde 4. Mai bei Tewkesbury
völlig besiegt, ihr Sohn erschlagen, sie selbst gefangen ge—
nommen, 1475 von Ludwig XI. gegen Loͤsegeld befreit.
gest. 28. Aug. 1482 in Frankreich.
Margarete, Königin von Norwegen, Dänemar'
und Schweden, geb. 13853, Tochter König Waldemars IV.
von Dänemark, 1868 mit Hakon VI. von Norwegen (gest.
1380) vermählt, regierte als Vormund für ihren Sohr
Olaf (geb. I in Dänemark und Norwegen; näch
dessen Tode (3. Aug. Fe als Fürstin erwählt, gewann
sie auch Schweden nach Besiegung und Gefangennahme
König Albrechts (von —— schloß, nachdem sie
in allen drei Reichen den Enkel ihrer Schwester Inge—
burg, Erich XIII. von Pommern, hatte wählen lassen,
20. Juli 1897 die Kalmarische Union (s. Kalmar) ab, gest.
28. Olt. 1412. — VBgl. Lundegärd (schwed., 19085).
Margarete von OÖsterreich, Statthalterin der
Niederlande, geb. 10. Jan. 1480 zu Gent, Toͤchter Kaiser
Marimilians I. und Marias von Burgund, als künftige
Gemahlin des Dauphin Karl am Hofe Ludwigs XI. er⸗
zogen, vermählte n als dieser Anna von Bretagne hei—
rakete, erst 1496 mit dem Infanten Johann von Spanien,
1501 mit Herzog Philibert 17. von Sapoyen (gest. 1604)
nach Philipps des Schönen Tod Statthalterin, gest. 1. Dez.
1530 zu Mecheln. — Vgl. Theod. Juste (1858).
Margarete von Parma, Statthalterin der Nieder⸗
lande, geb. 1522, natürliche Tochter Kaiser Karls V., 15838
mit Alessandro von Medici, 1538 mit Ottavio Farnese,
Herzog von Parma und Piacenza, vermählt, verwaltete
seit 1859 die Niederlande mit großer Umsicht, legte 1867
bei Ankunft des Herzogs von Alba ihre Würde nieder,
gest. 1586 zu Ortona. — Bgl. Rachfahl (1898).
Margarete von Valois oder von Naparra,
rüher von Angoulkeme, geb. 11. April 1492, Tochter
Ktarls von Orlkans, 1500 mit Karl von Alencçon (gest.
1525), 1527 mit Henri d'Albret, König von Naparra,
vermühlt, durch ihre Tochter Jeanne Großmutter Hein—⸗
richs IV. von nren neigte dem Protestantismus zu,
gest. 1549 in Btarn; schrieb: „Feptaméron des nouveles“
 (1559; neue Ausg. von Frank, 187980) u. a.
BVgl. Lotheiffen (1885), Miß Freer (engl., 2 Bde. 1895)
Margarete Maultasch, Gräfin von Tirol,
1318, Erbtochter Heinrichs von Kärnten, 1830 mit Jo—
hann dengg dem Bruder Kaiser Karls IV., 1342 noch
bor ihrer Scheidung von diesem mit Ludwig von Bran—
denburg vermählt, vermachte nach dessen und ihres Sohnes
Meinhard Tode Tirol au Hsterreich, gest. 13690 zu Wien
Margaretenblume Efrz. Marguerite), das Gänse—
blümchen (s. Bellis) und die Wucherblume (s. Chrysannhemum).

Margareteninsel, Stadtteil von Budapest.
Margarimeter, Apparat zur aräometrischen Be—
timmung des spez. Gewichts geschmolzener Fette; mit
hm erkennt man fremde Fette in Butter.
Margarine, durch Gesetz vom 12. Zuli 1887 in
e vorgeschriebener Name für Kunsthutter. Der
Chemiler Mege-Mouries erfand 1869 ein Verfahren, nach
welchem Rindstalg gewaschen, in Maschinen zerkleinert und
in einem mit einem Rührwerk versehenen geschlossenen Kessel
in Wasser bis auf 4850 erhitzt wird; das sich an der Ober—
flüche ansammelnde Fett wird abgezogen und in sagu Ge⸗
äßen bis 25 abgekühlt; dabei erstarren die schwerer schmelz⸗
baren Teile des Fettes (Stearin und Palmitin), Margarin
genannt, und die flüssig bleibenden Teile, Oleomargarin ge⸗
iannt, werden, nachdem sie durch Pressen von den festen ge—
trennt sind, mit dem vierten Teil ihres Gewichts frischer
Milch in einer Buttermaschine gebutiert, dann wie Natur—⸗
butter weiterbehandelt nach Zusatz von Butterfärb⸗
mitteln und aromatischen Stoffen (Kumarin, Buttersäure⸗
ester) als M. in den Handel gebracht. Durch verbesserte
Berfahren (Steigerung der Ausschmelztemperätur) ist die
Ausbeute erhöht worden; dem Fette müssen aber, damit
das Endprodukt die nötige Geschmeidigkeit besitzt, Pflan—
zenöle (Baumwollsamen-, Erdnuß-, Sesam-, Blivenöl)

eigemengt werden. — Gegen absichtliche Unterschiebungen
»on M. fuͤr Butter und Butterschmalz sordert das deutsche
Keichsgesetz vom 15. Juni 1897 (seit 1. April 1898 in
raft) den Zusatz eines Kennmittels zur M. als welches
n den Ausführungsbestimmungen (vom 4. Zuli 1887)
Zesamöl vorgeschrieben wurde, welches mit Furfurol und
Salzsäure Rotfärbung zeigt. Das Gesetz fordert auch für
Butker und M. getrennte Herstellungs⸗, Aufbewahrungs-,
Verpackungs- und Verkaufsräume; fuͤr Orte unter 8000 E.
ind gemeinschaftliche Verkaufsräume mit besondern Vor—
ratsgefäßen und besondern Lagerstellen für M. zugelassen.
Margarit, Perlglimmer, Kalkglimnmter, ein silber⸗
veißer, siark perlmutterglänzender, kalkhaltiger Glimmer.
Margarita, Insel vor der Küste Venezuͤelas, (1881)
0 197 E.; Hauptort Asuncion (1832 E.)
Margate (spr. mahrget), Hafenstadt auf der Insel
hauet (engl. Grafsch. Kent), (1901) 23 057 E., Seebader.
Margaux, franz. Dorf, s. Chateau⸗Margaur.
Marge (frz., spr. marsch'), Stand, Abstand, Spielraum.
Margelaͤn, Alt-⸗M., Stadt im russ.-zentralasiat. Ge—
ete Ferghana, 42855 E., 15 Kmm südöstl davon Neu-M.,
376 gegrüudet, Hauptstadt des Gebietes Ferghana, 6518 E.
Margelle (ftz., spr. schell), s. v. w. Maͤrdelle.
Marggrabowa, Kreisstadt im preuß. Reg.-Bez. Gum⸗
innen, am Oletzkoer See, (1905) 5018 E., Amtsacricht;
rahebei Schloß Oletzko.
Marggraf, Andreas Sigismund, Chemiker, geb.
3. März 1709 in Berlin, 1764 das. Vorstand des Va—
oratoriums der Akademie der Wissenschaften, geft. das.
. Aug. 1782, entdeckte die Magnesia und die Tonerde, hoch⸗
erdient durch die von seinem Schüler Achard zuerst praktisch
erwertete Entdeckung des Zuckers in der Runkelrübe.
Marggraff, Herm., Dichter und Schriftsteller, geb.
4. Sept. 1809 zu Zullichau, redigierte seit 1888 die „Blätter
ür literar. Unterhaltung“ in Leipzig, gest. daf. 14. Febr.
864; schrieb: „Deutschlands jüngste Lileratur- und Kul—
urepoche“ (1838), „Gedichte“ (1837), Romane u. a.
Margherita, Königin von Italien, s. Humbert J.
Margiane, im Alkertum innerasiat. Landschaft am
bern Orxus (Amu-darja); Hauptstadt war Antiochia
Nargiana (das heutige Merw)
Marginalien (neulat.), Randbemerkungen.
Margittes, komische Figur der griech. Volkssage, töl⸗
elhafter Mensch, der sich selbst für klug hält, der Held
es dem Homer zugeschriebenen komischen Gedichts.
Margolf, der Eichelhäher (s. Naben).
Margonin, Stadt im preuß. Reg-Bez. Bromberg,
c. Kolmar in Posen, (1908) 1869 E. Amtsgericht.
Margot (frz., spr. goh), Koseform von Marguerite,
wetchen. Name der Margaretenblume.
Marguerite (frz., spr. marg'riht'), Margarete; auch
Margueritte (spr. gerit), Paul, franz. Romanschrift⸗
teller, geb. 20. Febr. 1860 in Laghouat (Algerien), schrieb
ealistische und feine psychol. Romane („Tous quatre“,
885; „Jours d'épreuve“, 1888; „La force des choses“,
890; „Tourmente“, 1894) und Novellen.
Marheinẽeke, Phil. Konr., prot. Theolog, geb. 1. Mai
780 in Hildesheim, seit 1811 Prof. in Berlin, gest. das.
314. Mai 1846, in der Theologie Führer der „Hegelschen
stechten“. Hauptwerke: „Christl. Symbolik“ (83 Bde.,
810-14; neu 1897) und „Geschichte der deutschen Re—
armation“ (2. Aufl., 4 Bde. 1831-84).
Marholm, Laura, Schriftstellerin, s. Hansson, Ola.
Maria, Insel an der Ostseite von Tasmanien, 149 k.
Maria (hebr. Mirjam), die Mutter Jesu, in der Kir—
hensprache Unsere Liebe Frau (U. L. F.) oder Heilige
Fungfrau (frz. NotreDame; ital. Madonna), gebar nach
Matthäus und Lukas durch ein Wunder Jesum zu Beth⸗
ehem, floh mit ihm und ihrem Manne, dem Zimmer⸗
nann Joseph von Nazareth, dem Pflegevater des Kindes,
or Herodes nach Aghpten und kehrte dann zurück nach
sazareth; g der Kreuzigung Jefu blieb sie ind Jeru⸗
alem (Apostelgesch. 1, 9. Die spätere Sage erzählt,
»aß sie 589 J. alt geworden und gen Himmel gefahren
ei. Seit dem 4. —J ward ihre ewige Innesseuschast
— ———
es oder Gottesgebärerin vetehrt und vom Katholizismus
des Mittelalters als Himmelskönigin und mächtigste Für⸗
precherin bei Gott an die Spitze der Heiligen qgesiellt.