Man weihte ihr viele Feste (Marienfeste): Mariü
Reinigung Kirchgang zum Tempel, 2. Febr.; s. Licht—
messe), Mariä Vertkündigung (25. März), Mariü Heim⸗
suchung (Besuch bei Elisabeth, 2. Juli), Mariä Geburt
(8. Sept.), Mariä Himmelfahrt (150. Aug.), Mariä Dar⸗
stellung (s. d.). Seinen vorläufigen Abschluß erhielt der
Marienkultus, der seit dem 12. Jahrh. auch die Gestalt
zines ritterlichen Frauendienstes annahm und an dessen
höchster Ausbildung die Kunst einen Hauptanteil hatte (s.
Madonna nebst Tafel), durch das Dogma von der Unbe—
deckten Empfängnis MRariä(d. h., daß M. im ersten
Augenblick ihres Daseins im Schoß ihrer Mutter Annd
»on jedem Makel der Erbsünde befreit worden sei), das
nach langem Streit am 8. Dez. 1854 von Pius IX. ver⸗
ündigt wurde. Als voller Abschluß wird von vielen
kath.-tirchlichen Kreisen auch die Dogmatisation der leib⸗
lichen Himmelfahrt der M. erstrebt. (S. auch Mariö
sieben Freuden und Mariä sieben Schmerzen.) Von den
wundertätigen Marieubildern sind die berühmtesten in Lo—
reto in Italien, in Czenstochau in Polen und in Altötting
in Bayern. — Sb Hasenclever (1874), Schultz (1878),
von Lehner (2. Aufl. 1886). — Andere M. im N. T.:
M. von Bethanien, Schwester der Martha und des Lazarus;
M. von Magdala (s. —— M., Weib des Kleophas,
Mutter des jüngern Jakobus, vielleicht Schwester der Mutter
Jesu; M., die Mutter des Markus.
Maria von Agypten (AM. Aegyptiaca), Heilige
gest. 4317), lebte nach der Legende in der Jugend aus—
chweifend, ward auf einer Wallfahrt nach Jerusalem be—
ehrt, brachte 47 J. lang als Büßerin in der Wüste jen—
eit des Jordan zu; Gedächtnistag 9. April.
Maria Theresia, deutsche Kaiserin, Königin
von Ungarn und Böhmen, Erzherzogin von Hsterreich,
geb. 13. Mai 1717 zu Wien, Tochter Kaiser Karls VI.
hurch die Pragmatische Sanktion zur Thronfolgerin be—
stimmt, vermählte sich 12. Febr. 1736 mit Franz Stephan
(s. Franz J.) von Lothringen, bestieg 20. Okt. 1740 den Thron
der österr. Erblande, verlor durch den österreichischen Erb—
olgekrieg (s. d.) und die Schlesischen Kriege (s. d.) Schle—
sien und Glatz die Hzat. Parma, Piacenza uünd
Guastalla und konnte dieselben auch im Siebenjährigen
Kriege, (. d.) nicht wiedergewinnen. Nach dem Tode
hres Gemahls (18. Aug. 1765) nahm sie ihren ältesten
Sohn Joseph II. als Nitregenten an; erwarb bei der
ersten Teilung Polens (1772) Galizien, von der Türkei
(1775) die Bukowina, im Frieden zu Teschen (18. Mai
1779) den Innkreis. Im Innern kräftigte sie die Macht
des Staates im Sinne der Einheit, besserte die Verwal—
ung, das Unterrichtswesen und die Rechtspflege, hob die
Leibeigenschaft in den deutschen Provinzen auf und be⸗
Hruntte die Frondienste, gest. 29. Nop. 1780. — Val,
Arneth (10 Bde. 1863 —79u. 1888); Korrespondenz mit
Jofeph IT. (3 Bde, 1867); Briefe an ihre Kinder und
Freunde (14 Bde, 1881), Wolf und Zwiedineck-Südenhorst
1884 u. 19085), de Billermont (ranz., 2 Bde, 1805).
Maria, Königin von Bayern, geb. 15. Okt. 1828
Tochter des Prinzen Wilhelm von Preußen, 1842 mit
Maximilian I. von Bayern vermählt, seit 10. März 1864
Wilwe, trat 1874 zur tath. Kirche über, gest. 17. Mai
i889. — Val. M. Schultze (1802).
Maria von Burgund, Erbtochter Karls des Küh—
nen, geb. 18. Febr. 1467, 1477 vermählt mit Marximilian
von Hsterreich, dem spütern Kaiser, gest. 27. März 1482
Maria J. Tudor, die Blutige oder die Katholische,
Königin von England (1583 68), geb. 18. Febr. 1616,
Tochter Heinrichs VIII. und Katharinas von Aragonien,
als strenge Katholikin von ihrem Stiefbruder Eduard VYIJ.
auf Beitteb des Herzogs von Northumberland von der
Thronfolge ausgeschlossen, gewann gegen des letztern
Schwieger tochter, Jane Grey(s. d.), die beim Tode des
dönigs“ (6. Juli 1683) als Vaqfolgerin ausgerufen
ward Anhang und zog schon 8. Aug, in London ein; fie
degann mit glühendem Eifer die Wiederherstellung der
talh. Kirche.“ Nach ihrer Vermählung (26. Juli 1554)
mit Philipp D. von Spanien fuchte M. die päpstl. Autori—
tät in England herzufsellen, verlor an Frankreich Calais,
gest. 17. Nov. 1358. — Vgl. Stone (engl., 1901).
Maria 11. von England, s. Maria ITI., Königin von
Bross“ annien und Irländ.

31]

Mar

Maria Lutfe, Königin von Etrurien, geb. 6. Juli
182 zu Madrid, Tochter Karls IV. von Spaͤnlen, 1798
ermählt mit Lubwig von Bourbon, ältestem Sohne Her⸗
og Ferdinands von Parma, der zufolge Vertrags zwischen
Spanien und Frankreich 1801 mit dem Tilel eines Kö—
nigs pon Etrurien Toskana erhielt. Nach dessen Tode
27. Mai 1803) führte sie für ihren Sohn Karl (geb.
22. Dez. 1799) die Regiexung, bis 23. Nob, 1807 Cuuien
 an Frankreich kam. Nach dem Siurze Napoleons 7.
rhielt sie für ihren Sohn Lucca mit der Anwartschaft auf
Barma, gest. 13. März 1824. „Mémoâires“, hꝗ. von
emierre d'Argy (1814).
Maria von Medici, Königin von Frankreich, geb.
26. April 1573, Tochter des Großherzogs Franz 1I1I. Medici
oon Toskang, im Dez. 1600 mit Heinrich IV. don Fraut
eich permählt, erst einen Tag vor desfen Ermordung
183. Mai 1619) als Königin gekrönt, riß sofort die Vor⸗
nundschaft über ihren Sohn Ludwig XiII. und die Re—
Denes an sich, wurde von diesem nach Ermordung
April 1617) ihres Gunstlings Concini, Marquis d'Ancre
zach Blois verwiesen, kehrte 1621 nach Paris zurück,
onnte aber Richelien gegenuͤber keinen Einfluß gewinnen;
1630 in Compiegne wieder gefangen gehalten, entkam sie
de Brüssel, ging 1688 nach Englande und 1641 nach
döln, gest. daf. 3. Juli 1642. . Val. Miß Pardoe
3 Bde. 1852), Zeller ranz. 1882, 1888).
Maria Theresia, Königin von Frankreich, geb.
O. Sept. 1638, Tochter Zhilirns IV. von Spanien, 1660
nit Ludwig XIV. vermählt, gest. 30. Juli 1683
arigLeszczynsta Königin von Frankreich,
eszezynstki.
Maria Antoinette (spr. angtdanett), Königin von
Frankreich, geb. 2. Nov. 1756 Tochter Kaiser Franz' J.
ind Maria Theresias, 16. Mai 1770 mit dem Dauphin,
pütern König Ludwig XVI. vermählt, hatte unter In⸗
riguen und Verleumdungen (s. Halsbandgeschichte) zu
eiden, war als „Osterreicherin“ schon beim Ausbtuch der
devolution sehr unpopulär, betrieb den Fluchtversuch vom
1. Juni 1731, teilte 13792 die Gefangeufchaft ihres
vemahls im Temple, ward nach seiner Hiͤnrichtung 1793
on ihren Kindern getrennt, 2. Aug. in die Conciergerie
ebracht, 18. Olt. vor das Tribunal geftellt und 16. Dkt.
793 zum Tode verurteilt und guihotiniert. — Biogr.
»on Maxime de la Nocheterie (1890; deutfch, Bde.,
808), Bicknell (engl., 1887), Brunier (8 Tle 1902 - 5)
Blennerhassett (1903) de Nolhac (engl. 1905), Briefe hg.
»on Marime de la Rocheterie und Marquis de Beaucourt
Bdl u 2 1806- 06)
Maxria Louise, Kaiserin der Franzosen, zweite
Jemahlin Napolebus J., geb. 12. Dez. 178F81, Tochter Kaiser
Franz' J. von Osterreich, 1. April 1810 vermählt, führte
812 4 die Regentschaft in Frankreich, lebte nach Napo⸗
eons Abdankung mit ihrem Sohne, dem fpatern Herzog
»on Reichstadt (s. d.), in Schönbrunn, erhielt 1814 du
dzgt. Parma, Piacenza und Guastalla, vermählte sich 1821
norganatisch mit dem Grafen von Neipperg (s. d.) 1833
nit Graf Karl Renatus von Bombelles, 'gest. 17. Dez.
847 zu Wien. — Biogr. von Helfert (1873), Masson
franz., 1902).
Maria 11. Königin von Großbritannien und Ir—
and, geb. 80. April 16623, Tochter Jakobs II., 1677
nit Wilhelm II. von Oranien vermählt, ward nach dem
Zturze ihres Vaters 11. Fehr. 4689 als Königin ertlärt,
lest. 28. Dez. 1694. — Bgl. Nippold 3
Maria Theresia von Osterreich, s. Maria Theresia,
eutsche Kaiserin.
Maria 11. da Gloria, Koönigin von Portugal
182663). geb. 4. April 1819 zu Rio de Janeiro, Toch⸗
er Kaiser Pedros J. von Brasilien, folgte ihrem Groß⸗
ater Johann VI. von Vortugal nach dem Verzicht ihres
Baters (2. Mai 1826) in Poͤrtugal, gelangte erst 1834
iach dem Sturze ihres Oheimd Dom Miguel, der
16. Juni 1828 die Krone usurpiert halte, zur Regierung,
eiratete 26. Jan. 1835 den Herzog Auguͤst von Leuchten⸗
erg, nach dessen Tode (28. Murz n den Prinzen
Ferdinand August von S.e Coburge Gotha— ohary (s. Fer⸗
zinand II.), gest, 16. Nov. 1883 ju Lissabon.
Maria von Guise, Königin von Schottland, Mutter
ver Maria Stuart, geb. 22. he 15185, Tochter des Claude