Mar

132

von Guise, 1534 vermählt mit Ludwig von Orlkans (gest
1535), 1538 mit Jakob V. von Schottland, nach dessen Tode
o Regentin, hielt im Kampfe gegen Heinrich VIII.
den Bund mit Frankreich und dem Katholizismus auf—
recht; gest. 10. Juni 1660 in Edinburgh.
Maria Stuart, onige von eed (1542
—68), geb. 8. Dez. 1542 zu Linlithgow, Tochter Jakobs V.
und der Maria von Guise, in Frankreich erzogen, 24. April
1653 mit, dem Dauphin, sputern Franz IN., vermählt,
lehrte dessen Tode 1561 nach Schottland zurück, nahm
als Enkelin Margaretes, Tochter Heinrichs VIi., den
engl. Königstitel an, erbitterte die Protestanten durch die
Begünstigung des Katholizismus, heiratete 29. Juli 1368
ihren Vektter Henry, Lord Darnley- der sich pr Ermor⸗
dung ipe Sekretärs Riccio (d. März 1866) ihren Haß
zuzog; sie gebar ihm 18. Juni 18066 einen Sohn, Jakob VI.,
spuͤter als Jakob J. König von Großbritannien. Alt
9. Febr. 1567 ihr Gemahl von Bothwell überfallen und
erdrosselt war, vermählte sie sich gleichwohl 15. Mai 1567
mit diesem, wurde aber von dem empörten prot. Adel
als Gefangene w. Schloß Lochleven in Fife gebracht.
24. Juli 1567 entfagte sie dem Thron zugunsten ihres
Sohnes. Der unerträglichen Haft entkam sie 2. Mai
1568 in abenteuerlicher Fluͤcht, ward aber mit ihren An—
hängern 13. Mai bei Langside von dem Regenten Murray
besiegt und entfloh nach England, wo sie von der Königin
Elifabeth gefangen gehalten wurde. Mehrere Befreiungs—
versuche und Komplotte der Anhänger der Gefangenen
bestimmten Elisabeth 1586 zur Einleitung der Unter—
suchung gegen M. S.; als Hochverräterin verurteilt, ward
sie 18. Febr. 1587 in Fotheringhay enthauptet. — Biogr.
pon Gerdes (1885), Philippson (franz., 3 Bde., weg
Storm (2. Ausg. 1886), Fleming (eugl., 1897), Lang (engl.
1901), MacCunn (engl., 1905), Henderson (engl., ꝰ Bde.
1905), Heyck e dramatisch behandelt von Schiller
Maria, 33 in ”“ von Schwaben, s. Jrene.
Maria Sophie Amialie, Königin beider Sizilien,
3 4. Ott. 1841, Tochter des Herzogs Marimilian von
Bayern, 3. Febr. 1869 mit Franz I. von Neapel ver—
mühlt, folgte ihm nach der Ubergabe von Gaẽta nach
Rom, lebte seit 1870 in Bayern, später in dreg
Maria Luise, Königin von Spanien, geb. 8. Dez.
1751, Tochter Herzog Philipps von Parma, 1765 mit
dem Infanten Don Carlos vermählt, regierte, nachdem
dieser 1788 als Karl IYy. den Thron bestiegen, mit ihrem
Geliebten Godoy (s. d.), Herzog von Alcudia, unumschränkt,
trat in Bayonne vor Napoleon J. als Anklägerin ihres
Sohnes Ferdinand VII. (s. d.) auf, der durch eine Revolu—
tion den Thron bestiegen hatte; gest. 2. Jan. 1819 zu Rom.
Maria Christina, Königin von Spanien, geb.
27. April 1806, Tochter Frauz' J., des Königs beider
Sizilien, wurde 11. Dez. 1829 vierte Gemahlin Ferdi—
nands VII. von Spanien, den sie so sehr beherrschte, daß
er durch die Pragmatische Sanktion (29. März 1830)
den weiblichen Defzendenten zum Nachteil seines iüngern
Bruders Don Carlos das Erbfolgerecht zusprach. Nach
des Königs Tode (29. Sept. 1838) war sie Regentin für
JIsabella II. (s. d.); Don Carlos erhob sich gegen sie, der
Bürgerkrieg währte bis 1840. Durch einen neuen Aufftand
12. Okt. 1840 zur Niederlegung der Regierung gezwungen,
ging sie nach Frankreich, kehrte aber 1843 zuruüͤck, wurde
185464 zum zweitenmal berbannt, gest. 22. Aug. 1878
in Havre. M. d vermählte sich 1838 ere mit einem
Leibgardisten, Don Fernando Muñoz, der 1844 zum Her⸗
zog von Rianzares erhoben ward (gest. 12. Sept. 1873).
Maria Christina, Königin von Spanien, geb.
21. Juli 1858, Tochter des österr Erzherzogs Karl Fer—
dinand; 28. Nop. 1879 vermählt mit Sen Alfons XII.
von Spanien, führte nach dessen Tode (258. Nov. 1885) die
Regentschaft für ihren 17. Mai 1886 nachgeborenen Sohn
Alfons XII. bis 17. Mai 1902.
Maria, Königin von Ungarn, geb. 17. Sept. 1605
zu Brüssel. Tochter König Vhilipfs I. von Kajstilien,
1522 vermaͤhlt mit König Ludwig TI., floh nach deffen
Tode in der Schlacht bei Mohack (29. Aug. 1526) nach
Preßburg, von ihrem Bruder Kaiser KarlV. 1630 zur
Regentin der Niederlande bestellt, gest. 18. Okt. 1688
Maria⸗Anng-Orden, sächs. Damenorden, gestiftet
15. Mai 1906 von König Friedrich August III. in drei Klassen.

Mariä Darstellung, Mariä Opferung (lat. Pestum
raesontatiõnis Marias), kath. Marienfest (21. Nov.),
— B——
dind von ihren Eltern zu ewiger Jungfrauschaft dem Tempeb
neweiht sei; 1585 allgemein ängeordnet.
Mariadorfen, Dorf in Bayern, s. Dorfen.
Maria⸗GEinsiedeln, Wallfahrtsort, s. v. w. Einsiedeln.
Maria⸗Enzersdorf, österr. Dorf, s. Enzersdorf.
Mariage (frz., spr. ahsch), Heirat; im Kartenspieb
dönig und Dame in einer Hand; auch s. v. w. Sechs—
indscechzig. lriagerfiors, (1901) 914 E.
Marstager, Stadt im dun. Amt Randers, am Ma—
Mariahall, größtes Trabergestüt Deutschlands, in
»rendlingen im Großhzgt. Hessen.
Maria Heimsuchung, Mariäã Himmelfahrt ec.,
Maria (Mutter Jesu).
Mariahilf, Vorstadt von Wien (6. Bezirk).
Mariakulunr, Marktflecken in Böhmen, an der Eger,
Maria⸗Laach, s. Laach. (CG900) 918E.
Narialatrie (greh.), göttliche Verehrung der Maria.
Maria Lichtmeß, s. Lichtmesse.
Marialuisenorden, span. Frauenorden, 1792 von
irl IV. gestiftet, für 30 Edeldamen bestimmt.
Maria Magdalena, s. Magdalena.
Mariampol eln Maryampol), Kreisstadt im russ.⸗
oln. Gouv. Suwalki, an der Szeszupa, 4272 E.
Mariana, Juan de, span. Geschichtscheiber, geb. 15886 zu
Talavera, Jesuit, gest. 17. Febr. 1628 zu Madrid; Haupt⸗
vert: „Historis de rebus Hispanicis“ (1592; span, 1601
i. àð ferner „De rege et regis Institutioné“ (1609) 2c.
Marianen, Ladronen, Diebsinfeln, außer Guam(s. d.)
em Deutschen Reiche (626 4km, 2400 E. ; Bezirksamt von
Deutsch-eNeuguinea im weitern Sinne; Regierungssitz Sai—
an) gehörige mikrones. Inselgruppe vulkanschen Ursprungs
m Stillen Ozean Deutsche Kolönien U, 8),
erfallen in eine südl. Hälfte, zu welcher Guam, die groͤßte,
Tinian, Rota und Sagipan gehören, und eine nördl.; die
ehn nördl. Inseln sind unbewohnt; Überreste früherer
kultur; Eingeborene, Chamorro, verwandt mit den Ta—
jalen, außerdem Karolinier u. a.; Kokospalmen; Handel
Beilage; Australien und Ozeanien. — Die M.,
621 von Magalhäes entdeckt und Ladronen benannt, seit
668 spanisch, 1888 bez. 1899 an die Ver. Staaten und an
deutschland verkauft. — Vgl. Finsch (1800).
Mariguer, auch Fröhliche Brüder, Mitglieder eines
2833 in Bologna entstandenen Ritterordens. — M. heißen
nch die Mitglieder (kath. Adlige) der freiwilligen Saui—
ütspflege des — Ritterordens im Kriege und Frie—
en; gestiftet 1371 durch den gegenwärtigen Hoch— und
deutschmeister Erzherzog Wilhelm.
Marianische Kongregationen oder Sodalitä⸗
len, religiöse Bruderschaften, die seit der zweiten Hälfte
»es 16. Jahrh. zur befondern Verchrung der Jungfrau
Maxia von den Jesuiten an ihren Schulanstalten gegründet
vurden, und in denen den Mitgliedern (Kongreganisten,
Sodalen) gewisse Andachtsübungen, geistl. Ererzitien, ge⸗
neinsame Versammlungen ꝛc. zur Pflicht —5 — werden.
Später schufen die Jesuiten, bei denen die Oberleituug der
veitverzweigten M. K. blieb, für alle möglichen Staͤnde,
gerufsarten und Lebensalter solche M. K. Organ: „Unter
er Fahne Mariens“ Wh — Bgl. Löffler (1884).
Marianmisches Gebirgssystem, Gebirge in Spa—⸗
rien, von Murcia bis zum Kap Säo Bicente, 540 kmn Ig.,
»is 120 xm br., Südrand der Kastil. Hochebene, scheidet
Andalusien von Neukastilien und Estremadura, sowie in
Portugal Algarve von Alemtejo; Hauptteile Sierra Mo—
ena und das Gebirge von Algarve mit der Sierra Mon—
hique; am Südrande der Mancha 12 —51300 w hoch.
Marianne, ehemal. geheime Gesellschaft in Ftank—
eich (1860) mit sozialistischen Tendenzen: auch VPerfonifi—
ation der Franz. Republik.
Mariano, Raffaele, ital. Philosoph und Schrift—
teller, geb. 6. Sept. 1840 in Capua, Prof. in Neapel;
chrieb: „Oristianesimo, Cattolicismo e Civilta“ (1879;
eutsch 1881) „Giordano Bruno“ (1881) u. a.
Ma riã — s. Mariä Darstellung. Mariä
seinigung, s. Lichtmesse.
Mariaschein, Dorf in Böhmen, (1900) 3806 E.
Pallfahrtskirche, Jesuitenkollegium: Braunkohlenwerke.