Mar

—134

wesen (Kriegsmarine) im Gegensatz zur Handelsmarine.
[S. Beilagen: Handel und Handelsmarine und
Heere und Flotten.]
Marineakademie zu Düsterbrook bei Kiel, unter
rinem Konteradmiral als Direktor, bildet acht Seeoffiziere
ährlich in zwei sechsmongatigen Winterkursen weiter aus.
rine oͤsterr.zungar. M. befindet sich in Fiume.
Marineanit, s. Reichsmarineamt.
Marineartillerie, das gesamte Geschützwesen der
Marine, zerfällt in Schiffs- und Küstenartillerie. In—
pettion der M., seit 1804 geteilt in die Inspektion der
Schiffsartillerie und die der Küstenartillerie und des
Marineattachẽé, s. Attache. [Minenwesens.
Marineblau, roͤtliche Matken des Wasserblaus . d.).
Marinedepotinspektion, Behörde der
deutschen Marine, der die Artillerie- und die
Minendepots, sowie das Munitionsdepot unter⸗
tehen; Sitz in Wilhelmshaven.
Marineinfanterie, Marinetruppen, In⸗
iennde zur Besatzung der Kriegshäfen
und Verwendung im Kolonialdienst, in einzelnen
Marinen auch zum Dienst auf Kriegsschiffen be—
stimmt. In Deutschland (s. d., — unter⸗ 40
steht sie der Inspektion der M. in Kiel. Die Rerue—
Achselklappe der M. zeigt Abb. 1140. infanterie.
Marineingenieurkorps der deutschen
Marine, leitet die Bedienung der Maschinen und Kessel an
Bord der Schiffe. Dienstgrade: Chef-, Oberstabs⸗, Stabs-,
Oberingenieur und Ingenieur. Es ergänzt sich aus jungen
Leuten unter 21 Jahren, mit Berechtigung zuin Einjährig⸗
Freiwilligen-Dienst, die 30 Monate in einer dang
maschinenfabrik praktisch gearbeitet und die Marineingenieur⸗
ichule (s. d.) erfolgreich besucht haben.
Marineingenieurschule, ausschließlich für das Ma⸗
chinenpersonal der höhern Laufbahn (Ingenieuraspiranten,
erste Maschinisten, Ingenieure) bestimmte Fachschule in
diel, 1. Oklt. 1901 errichtet.
Marineinspektionen, den Marinestationen (s. d.)
unterstehende, den Brigadekommandos der Armee ent⸗
sprechende onandeee den in Kiel und Wilhelmshaven,
mit einem Konteradmiral oder Kapitän zur See als Marine
inspekteur an der Spitze. Ihnen unterstehen je eine Ma—
trosen⸗ und Werftdivision.
Marinelli, Giovanni, ital. Geograph, geb. 28. Febr.
1846 zu Udine, 1879 Prof. an der Universität Paduag,
1892 zu Florenz, gest. das. 2. Mai 1800; schrieb: „La
geografis e I padri della chiesa“ (1882; deutsch 1884),
Ls terra“ (18883 fg.; Hauptwerk), „Le Alpi Carniche“
(1888), „Venezia alls storia della geograta“ (1889),
Guids della Carnia“ (mit andern, 18988) u. a.; Be⸗
—
Marines, Stadt auf Sizilien, (1901) 8961 E.
Marineofftziere, s. Seeoffiziere.
Marinepostbureau, für die deutsche Marine das
——
desatzungen im Auslande gerichteten Briefe gerichtet sein
muͤssen, wenn sie die Portoermäßigungen für den 608
chweren Brief (Offiziere 20 5, Unteroffiziere und Mann⸗
chaften 10 5) genießen sollen.
Marineschuͤle zu Kiel, unter einem Kapitün zur See
als Direktor, bereitet in einjährigem Kursus die Fähnriche
zur See zur Seeoffizierprüfung vor.
Marineschützen kapitulanten, Obermatrosen und
Matrosen der deutschen Matrosendivisionen, die als
Schützen der leichten Artillerie an Bord der Schiffe ver—
wendet werden; sie müssen 6 Jahre aktiv dienen und er—
halten die Kapitulantengebühren und nach Ablauf der
apitulation 600 AM.
Marinestationen, Flottenstationen, Territorial⸗
oczirke der Marine, in Deutschland Marinestation der
Osisee Kommando in Kiel) und der Nordsee (Kommando
in Wilhelmshaven) unter einem Admiral als Chef; im
Auslande Küstenstrecken, an denen sich ständig deutsche
triegsschiffe, Stationskreuzer, aufhalten.
Marinetelegraphenfschule ju Lehe, bildet Mann⸗
hraften der deutschen Marine im Telegraphieren aus.
Marinetrompete, s. v w. Trumscheit.
Marinetruppen, s. Marineartillerie und Marinec—
nfanterie.

Marinette (spr. märrknttt), Stadt im nordamerik.
taate Wisconsin, am Menomince River, (1900) 16 185,
nit Menominee (Michigan) 20013 E.; Hafen, Holzhandel.
arneesneeer Verwaltungsbeamte, denen die
Kechnungsführung, Materialbeschaffung, Verpflegung bei
en Marineteilen zur See und am Lande obliegt. In der
eutschen Marine haben die M. Offizierrang bom Kapi—
anleutnant abwärts.
Marini oder Marino, Giambattista, ital. Dichter,
geb. 18. Okt. 1569 zu Neapel, nach einem bewegten Leben
daf. gest. 25. März 1625; durch seine Epen ——
1623; „Lu strage degli innodenti“, 1833) und Sonette
»erühmft. Nach ihm die künstelnde, schwülstige Schreibart
in der ital. Literätur des 17. Jahrh. Marinismus, deren
Anhänger Marinisten genannt. — Vgl. Broßmann (1898).
Marinieren (frz), das Konservieren von Fischen
durch ezn in eine Brühe von Essig, Ol und Gewürzen.
Marinlismus, s. Marini, Giambattista.
Marino, ital. Republik, f. San Marino.
Marino, Stadt in der ital. Prov. Rom, am Albaner
Vebirge, (1901) 8177 E.; Weinbau.
Marion (spr. märrkonn). 1) Stadt im nordamerik.
Staate Indiana, (1900) 17 337 E. Gewinnung von Natur⸗
—DD—
Marionette (ftz.), Glicderpuppe, die auf einem
Marionettentheater mittels Schnüren oder Drähten bewegt
vird; danach willenloser, von andern beherrschter Mensch.
— Bgl. Rehm (1905).
Mariotie (spr. btt), Edme, frauz. Physiker, geb.
im 1620 in Bourgogne, Prior von St.-Martiu-sous⸗
Beaune bei Dijon, gest. 12. Mai 1684; Entdecker des
zach ihm benannten Mariotteschen Gesetzes, daß die Vo—
umina einer und derselben Menge Luft dem auf sie wir—
enden Druck umgekehrt proportional sind.
Mariottesche Ausflußflasche, Apparat zum Messen
der Ausflußgeschwindigkeit von Flüssigkeiten.
Marishal, Lord en schäll), s. Keith, George, Earl.
Maritim (lat.), Meer und Schiffahrt betreffend. —
Maritime Forschungsreisen, s. Eutdeckungsreifen nebst
Zeilage und Tiefseeforschung.
Maritorne, s. v. w. garstiges, schmutziges Weibsbild,
nach einer Figur im „Don Quijote“.
Marittimo, eine der Ägadischen Inseln.
Maritza (Marica), der Hebrus der Alten, bedeutendster
Fluß der Balkanhalbinsel, entspringt in Ostrumelien, im
Ktilodagh, mündet nach 490 km bei den Sümpfen vou
ẽnos ins Agäische Meer; bis Adrianopel schiffbar.
Mariupoͤl, Hafenstadt im russ. Gouv. Jekaterinoslaw,
im Asowschen Meer, 52770 E. (ca. 50 Proz. Griechen).
Marius, Gajus, röm. Feldherr, geb. 155 v. Chr. in
Urpinum, 107-86 sfiebenmal Konsul, besiegte 107 und
.O6 Jugurtha, 102 die Teutonen bei Aquu Sertiä, 101 mit
tatius Catulus die Cimbern bei Vercelli. Der miß—
lückte Versuch, seinem Nebenbuhler Sulla (s. d.) den
Oberbefehl gegen Mithridates zu entreißen, veranlaßte
»en Ersten Bürgerkrieg. Von Sulla geächtet, entkam M.
inter großen Gefahren nach Minturnaͤ und von da nach
Afrika; von Cinna 87 zurückgerufen, drang er mit Heeres—
nacht in Rom ein, ließ hier fünf Tage morden, gest. Jan. 86.
Mariut, Sumpfsee in AÄgypten, s. Mareotis.
Marivaunx (spr.woh), Pierre Carlet de Chamblain
de, franz. Romanschriftsteller und Dramatiker, geb. 4. Febr.
1688 zu Paris, gest. das. 12. Febr. 1768. Die gezierte,
vitzelnde Sprache seiner Lustspiele (wie „Les jeux de
amour et du hasard“, „Les fausses contidendes“ 2c.)
wird Marivaudage (spr. wodahsch) genannt. Unter seinen
ßomanen am besten „Vie de Äarianne“ (17381 -41)
ind „Le paysan parvenu“ (1736). — Bgl. Larroumet
neue Aufl. 1894), Deschamps (1887).
Märjelenseeé, See im O. des Aletschgletschers im
chweiz. Kanton Wallis, 2367 m ü. d. M.
Mark (altdeutsch), Grenze (auch Markung), daher
Markstein, Markscheide; im Mittelalter das von bestimm⸗
en Grenzen umschlossene Gebiet (daher Dorf-M., Feld—
M. ꝛc.) und deshalb en ganzer Lünder oder deren
grenzgebiete, bes. im Deutschen Reiche die den feindlichen
Nachbarvölkern entrissenen Landesteile, die unter kaiserl.
Markgrafen standen und deshalb auch Marktgrafschaften
sießen, so die M. Ssterreich. Brandenburg, Mähren, Lau—