zur Goethe“ (1835), sowie Novellen, wie „Les flancés
ds Spitzberg“ (1858), „Garida“ (I860) u. a.
Marmolata, höchfier Gebirgsstockdes Südtiroler Hoch—
landes (Fassaner Dolomite), 3298 m; Gletscher (5 4xm0).
Marmtont (spr. ong), Auguste Frederic Louis Viesse
de, Herzog von Rogusa, franz, Marschall, geb. 20. Zuli
1774 zu Ehatillon-sur⸗Seine, begleitete Bonaparte 1798
nach Agypten, 1809 Herzog und nach dem Siege bei Znaim
(ILI. Juli) Marschall, darauf Generalgouverneur der illyr.
Provinzen, 1811 Oberbefehlshaber in Portugal, 18138 Be—
fehlshaber des 6. Armeekotps bei Großgörschen, Bautzen,
Dresden und Möckern, unterwarf sich Ludwig XVIII., der
ihn zum Pair und Chef der Haustruppen ernannte, erhielt
von Karl X. 26. Juni 1830 den Befehl über die 1. Mili—
tärdivision in Paris, folgte diesem ins Ausland, gest.
2. März 1852 zu Venedig; schrieb: „Méemoĩ res“ (1856
7 deuntsch 1887 68).
Marmontel (spr. ongtell), Jean Francçois, franz.
Schriftsteller, geb. 11. Juli 1728 zu Bort (Limousin),
gest. 31. Dez. 1799 zu Abbeville, Mitglied der Franz
Akademie, Historiograph von Frankreich; seine „Contes
moraux“ (1761; deutsch 1784-95) in fast alle europ
Sprachen uͤbersetzt. „Memoires“ (8 Bde., neue Ausq
891). — Bgl. Lenel (franz., 1903).
Marmor, körnigetristallinisches Aggregat von Kalk—
patkristallen, Linsen im archäischen Schiefergebirge bildend
»der durch Kontaktmetamorphose aus dichtem Kalkstein
entstanden. Man unterscheidet: 1) einfache Marmorarten,
aus reinem oder mit einein färbenden Pigment versehenem
alk bestehend (weißer M. oder Statuen-M., bei Carrara, auf
Paros, im Pentelikongebirge ac., schwarzer M., Lucullan
oder nero antico, roter M. oder rosso antaco, gelber M.
ind viele Arten mit gemischten Farben); 2) Breccien, aus
eckigen, verschiedenfärbigen oder (Pseudobreccien) aus
nur durch Adern getrilten Marmorarten bestehend (der aus
sehr kleinen Frägmenten zusammengesetzte Brocatello,
der Florentiner Ruinen⸗M., mit ruincnähnlichen Zeich—
aungen); 3) Konglomerate, aus runden Bruchstücken
Pudding ⸗Mi.); 4) zusammengesetzte Marmorarten, fremde
Mineralien, z. B. Chlorit, Serpentin, enthaltend (Cipollin,
Jeflammt auf weißem oder rötlichem Grunde, mit Glim⸗
ner, Talk oder Chlorit, Muschel- oder Lumachell⸗M.,
Schaltiergehäuse enthaltend, am prächtigsten der opalisie—
ende M!von Bleiberg in Kärnten).
Marmora, La, s. La Marmora, Alfonso.
Marmorchronik., Parische Chronik, Arundelischer
Marmor, die 263 v. Chr. auf Marmor aufgezeichnete Ta⸗
delle der polit. und literar. Hauptbegebenheiten in Griechen⸗
and von 16082 (Ketrops) bis 264 v. Chr., erhalten in
Wwei Bruchstücken; das erste hg. als „Ohronicum Parium“
I880, das zweite in den „Mittellungen des Deutschen
Archäöi. Instituts in Athen“ (1807).
Marmorieren, marmoraͤhnlich machen beim An—
ttreichen, bei der Buntpapierfabrikation.
Warmorzementfleine, künstliche den Marmor nach—
hmende Steinmassen, hauptfächlich aus Gips bestehend.
Marmoset, J. Uistiti.
Marmotte (frz.), Murmeltier.
Varne ispr. maru), bedeutendster Nebeufluß der Seine,
omnit vom Viatean vbon Langres, mündet nach 525 1m
davon s64 schiffbat) oberhalb daris bei Charenton. Wich⸗
tigfte Kanalberlindungen: der Ourcqkanal, 107 xm lIg.
oon La Ferté-Milon nach Paris; der Seitenkanal der
M., 137 kwulg., von Anernep uüber Chalons nach St.⸗
Dizier der Rhein-Marne-Kanale(f. d). - Danach benannt
das franz. Dep. Ma der mittlere Teil der Champagne, 8208
i Ggon) 3äν . Hauptsiadt Chalons⸗ sur⸗ M.
was Dep Hante Or. Oper⸗Vr.. der suͤdöstlichste Teil
der Champagne und ein Teil von Burgund, 6257 qxm,
226545 E.; Hauptstadt Chaumont.
Vrarne, Etadt im preuß. Reg.Bez. Schleswig Karte:
Rordwestbeutschland T, 8, dei Hannoverl, nahe der
Elbemundung, (1905) 3332 E.. Amtsaericht: dabei Kirch-Ppiel
 M., 4949 E.
Marner, ver, fahrender Sänger aus Schwaben, vor
1287 ermordet; dichtete um 1230, bes. Sprüche. Seine
sSedichte hg. von Strauch (1876).
Marnie, Phil. von, Herr bon Mont-Sainte-Aldewonde
 nilaänd Staatsmann und Literat, geb. 1538

137

Mar

u Brüssel, seit 1388 Bürgermeister von Antwerpen, das er
egen Alex. von Parma verteidigte, beförderte eifrig den
lufstand der Niederländer gegen Spanen, gest. 15. Dez.
598 in Leiden. Nach seinem satir. „Byjenkortf“ beareitete
 Fischart seinen Bienenkorb“. — Biogr. von Juste
1888), Fredericq (niederland., 1882).
Paro, Familienname des röm. Dichters Virgil.
Marobbratal, Tal im schweiz. Kanton Tessin,
Maroboduus, s. Marbod. [11 xm Ilꝗ.
Marochetti (spr. ketti), Carlo, Baron, ital. Bild⸗
auer, geb. 1805 zu Turin, bis 1848 in Paris, dann in
england, gest. 4. di 1868 zu Passy bei Paris; Por⸗
rütstatuen füt London, die Sarkophagfiguren des Prin⸗
engemahls und der Königin Viktoria in Frogmore, die
Neiterstandbilder Emanuel Philiberts und Katl Alberts
ür Turin u. a.
Marsde (frz. ermattet, bes. von Soldaten gebraucht,
ie hinter ihrer Truppe zurückbleiben (Marodeurs, spr.
döhr); ihr oft mit Erprefsungen und Gewalttätigkeiten gegen
die Cinwohner verbundenes ümhertreiben heißt Marodieren.
Marokko oder das Sultanat Maghreb alarha (d. h.
ʒer äußerste Westen), nordwestlichster Teil Afrikas Karten:
Afrida Tu. Tuat und die Sahara 488 240 (456 000)
Kkim, etwa 8 Mill. E.; vom Atlas (s. d.) durchzogen; wich⸗
igste Flüsse die Muluja (520 xm) und der Tensift (660 km).
Die Bevölkerung größtenteils (6 Mill.) Berbern; 3 Mill.
Araber und Mauren (mohammed., arabisch sprechende,
zrab. ⸗ berber. Mischrasse in den Städten fTafel: Ren—
schenrassen, — 200 000 Neger, 1650 000 JZuden und 4-000
 Europäer. Ackerbau (Weizen, Gerste, Mais, Durra),
nit en ungleichen Ernten, und Viehzucht; Industrie in
oten Mügten (Fes), feinein Leder (Marbquin), Seidenyeberei,
 Teppichen und Töpferei; Handeln Beilage:
frika; Karawanenhandel nach Timbuktu und Senegam⸗
en. — Verfassung despotisch; Titel des Herrschers Emir
IeMumenind. i. Fürst der Gläubigen. Ein groher Teil des
dandes im N. und W. ist Rebellenland; Hauptstädte M.
uud Fes. Stehendes Heer 10000 Mann Jufanterie, 8000
Mann Kavallerie, 6—7000 Gendarmen; im Kriege etwa
200 000 Mann Landsturm. Wappen: in Grun drei silberne
halbmonde; Flagge rot sTafel: Flaggenj.
Geschichte. M., AMauretania Tingitäna der Römer, kam
um 700 n. Chr. unter die Herrschaft der Araber, wurde unter
den Almoraviden unabhängig; u sie folgten 1160 die Al⸗
nohaden, 1275 die Meriniden, auf diese 1361 die Sanditen
ind Anfang des 16. Jahrh. die Scherife von Tafsilet, die
hre Herrschaft bis nach Guinea ausbreiteten. Um 1603
erfiel das Reich durch innere Kämpfe; im 17. Jahrh be—
ründete Mulei Scherif die Dynastie der 2. Scherife Ali—
den), von denen Muleis Soliman (1794- 1822) und Abd
reRahman bessere Zustände herbeiführten. Unter dessen
Sohne Sidi Mohammed (1868-78) geriet M. in Krieg
nit Spanien, mußte 26. April 1860 20 Rilt. Plaster zahle
ind einiges Gebiet abtreten. Ihm folgte Sultan Mulei—
dassan (18573 -94), diesem Abd ul⸗Asis. Unter ihm mehr⸗
ach Erhebungen unbotmäßiger Stämme, Aufruhr under
dem Prätendenten Bu⸗-Hamara und Konflikte mit den
zurop. Mächten. Frankreich besetzte die Oasen von Tuat
I800) und Figig (1903) und erlangte 8. r 1904 Eng⸗
ands Anerkennung als eürop. Vormacht in M. Wegen eines
darüber mit ene ausgebrochenen Konflikts wurde
eine internationale Konferenz berufen, die vom 17. Jan. bis
7. April 1906 in Algeciras tagte. — Bal. Rohlfs (4. Äufi.
1884), Lenz (2. Aufl. 1882), Diercks (1804), Meatin (engl.,
3 Bde., 1898 - 1902), Mohr (1802) Kampffmeyer (1803),
Aubin (frauz., 1904; deutsch 1805), Schanz (1006)
Marokko, eigentlich Marrakesch, Haͤupistadt des
N., am Nordabhange des Atlas, 40 50 000 (80 000) E.
000 Juden); Handel, Gartenbau.
Marokkoleder, s. Saffian.
Maron sspr.ong, Marron, Marun, Maroon), Busch⸗
zeger, die Nachkommen von eutlaufenen Negerstlaͤven im
innern von Güayana und Westindien. I. d.).
Maronen Htal. marrono), die Fruͤchte der Edelkaͤstanie
Maroni, suͤdamerik. Grenzfluß zwischen Franze und
Niederlünd.«Guayanag, mündet in den Atulant. Ozean. —
M. Ort in Franz.-Guayana, (19001) 1882 6.
Marontten, christl. Sckte im Libanongebiet, etwa
120000 Köpfe, benännt nach dem Klosler des beil Mars.