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die Nachkommen der 680 verdammten Monotheleten (s. d.),
unterwarfen sich 1182 äußerlich, 1445 durch kirchliche Union
dem Papste, doch haben sie syr. Kirchensprache und Priester—
ehe behalten. Ihr Oberhaupt, der Patriarch von Antio—
chig, residiert im Kloster Kanobin auf dem Libanon. Seit
1860 durch Kämpfe mit den Drusen sehr geschwächt, sind
sie dem christl. Paschalik des Libanon einverleibt. — Vgl.
Köhler, „Die kath. Kirchen des Morgenlandes“ (1896).
Maronneger, s. Maron.
Maroquimn (frz., spr. küng), s. Saffian; Maroquin⸗
apier, s. Saffianpapier.
Maros (spr. rosch), Fluß in Siebenbürgen und Un—
zarn, entspringt im Komitat Csik, mündet nach 876 kKm
dei Szegedin r, in die Theiß.
Maros⸗Akna⸗Ujvaär, s. Marosuivär.
Maros⸗Torda (spr. rosch), Komitat in Siebenbürgen,
1154 ꝗkm, (18900) 178 o896 E,, gebirgig, von der Maros
durchschnitten; Hauptstadt Maros-Vasaͤrhely.
Marosujvaͤr (jpr. roschäizwahr) oder Maros⸗Akna⸗
jvar, Großgemeinde im Komitat Unterweißenburg in
Siebenbürgen, l. an der Maros, (1900) 4051 E.
Maros⸗Väsärheln (spr. rosch wähschahrhelj), deutsch
Neumarkt, Hauptstadt des Szeklerlandes und des ungar.
Komitats Maros-Torda, J. an der Maros, (1900) 19522
S., 2 Gymnasien; Zucker⸗, Spielwaren-, Spiritusfabriken.
Marot (spr. -roh), Cléement, franz. Dichter, geb. 1495
u Cahors, Kammerdiener bei Franz J., gest. im Sept. 1544
u Turin; verfaßte in graziösem Stil (Style marotäüque)
Chansons, Balladen, Episteln, Epigramme, auch Psalmen.
Marotse, Bantustamm in Rhodesia, s. v. w. Barotse.
Marotte (frz.), Narrenkappe; Schrulle, Steckenpferd.
Marovo, brit. Salomoninsel, s. Neugeorgia.
Marozia (Marozzia), Tochter der Theodoro (s. d.), Ge⸗
liebte des Papstes Sergius 111. und Mutter des Papstes
Johann XI. herrschte in Rom sast unabhängig, bis ihr
Sohn Alberich II. sich zum Fürsten aufwarf; gest. vor 945.
Marpingen, Dorf im preuß. Reg.-Bez. Trier, (1900)
.720 E.; im Walde bei M. 1876 angeblich Muttergottes—
erscheinungen, seitdem Wallfahrtsort.
Marquard, der Eichelhäher (s. Raben).
Marquardsen, Heinr. von, Rechtslehrer und Poli—
tiker, geb. 25. Okt. 1826 in Schleswig, seit 1861 Prof. in Er⸗
langen, Mitglied des bayr. Abgeordnetenhauses (bis 1893)
und seit 1871 des Deutschen Reichstags (nationalliberal),
gest. 30. Nov. 1897 in Erlangen; gab ein „Handbuch des
v„ffentlichen Rechts der Gegenwart“ (1883 fg.) heraus.
Marquardt, Karl Joachim, Altertumsforscher, geb.
19. April 1812, gest. als Gymnasialdirektor in Gotha
30. Nov. 1882, Fortsetzer von Beckers „Handbuch der röm.
Altertümer“ (neue Bearbeitung mit Mommsen, 1871 fg.).
Marques (span. spr.-kehs), span. Adelstitel (3wischen
Herzog und Graf).
Margquesas inseln (Markesasinseln), frauz. Les Mar—
quises, nach ihrem Entdecker auch Mendaña-, nach der größten
Insel Nuta-Hiwa⸗Archipel genannt, Gruppe von 11 Ju—
seln im östl. Polynesien Karle: Australten und Ozea—
nien 1I], 1274 4km, 4300 E. ; Hauptort Taiosan auf Nuka—
Hiwa; seit 1842 französisch.
Maraqueß (engl. spr. maͤrkweß), die zweite Rangstufe
— V 0—
Marqueterie (frz.), s. Marketerie.
Marquette (spr. kett), Ort im nordamerik. Staate
Michigan, am Obern See, (1900) 10058 E.
Marqueur (frz. spr.köhr), s. Markör.
Marquis (frz. spr. kih), franz. Adelstitel, in Italien
Marchese, zwischen dem Herzog und dem Grafen stehend;
Marquisat, Würde und Gebiet eines M.
Marquise (frz., spr.kihs'), die Gemahlin eines Mar—
is. — M. Martise) auch eine zusammenrollbare leinene
Schutzvorrichtung gegen die Sonne vor den Fenstern. —
M. als Getränk, sJ. Schorlemorle.
Marrahgebirge, Gebirgskette in der afrik. Landschaft
darfur, 200 m ig, bis 1830 “m hoch,
Marräkesch, Stadt in Afrika, s. Marokko (Stadt).
Marranen, s. Maranen.
Marriot, Emil, Pseudonym von Emilie Mataja (s. d.).
Marrobbio, plötzliches Aufwallen des Meers an den
züsten Siziliens. shaltendes Fuchsin.
Marroöon, brauner Farbstoff; unreines, Phosphin ent—

Marron, Marronneger, s. Maron.
Marrua, afrik. Landschaft südl. von Bornu, seit
394 zu Kamerun gehörig, 2—3800 000 E. (Fulbe und
Zaussa); Anbau von Indigo, Baumwolle und Erdnüssen;
bpferdezucht. — Der Ort M., Kautschukmarkt.
NMarrubium I., Pflanzengattg. der Labiaten, stark be—
aarte Kräuter bes. im außertrop. Asien. Bei uuns M. vulzärs
 L. (gemeiner Andorn, weißer Dorant), mit weiß⸗
ilzigem Stengel und Blättern, früher als Mittel gegen
Zrust⸗ und Unterleibsleiden gebraucht.
Marryat (spr. märriätt), Frederick, engl. Roman—
chriftsteller, geb. 10. Juli 1792, seit 1806 im brit. See—
ienst, gest. O9. Aug. 1848 zu Langham Morfolk), ver—
aßte zahlreiche Seeromane (deutsch, 23 Bde., 188890).
— Seine Tochter Florence M., vermählte Lean, geb.
J. Zuli 1838, gest. 27. Okt. 1899 in Orford, Schau—
pielerin und Saängerin, auch Romanschriftstellerin, ver⸗
ffentlichte eine Biogr. ihres Vaters (2 Bde., 1872).
Mars (Mehrzahl Marsen), unsecmännisch Mastkorb,
ruf Schiffen die auf Planken (Salingen) ruhende Plattorm
 zur Stützung der Marsstenge; Platz für Bedienung
Marsgasten, s. d.) der obern Segel, zum Auslugen ꝛc.
Vor⸗, Groß⸗, Kreuz⸗M.) Gefechts-⸗M., auf Kriegsschiffen
„tahlturm am Gefechtsmast mit Schnellfeuergeschützen.
Mars, einer der großen Planeten; mittlere Entfer—
tung von der Sonne: 2265 Mill. km; Durchmesser: 6770
zmn; Dichte: 42110; Umlaufszeit: 686,08 Tage; Rotations—
»auer: 246 37 1 228,6. Der M. hat eine Atmosphäre mit
zäufiger Wolkenbildung und wird von zwei sehr kleinen
Monden begleitet. Im Fernrohr betrachtet [Tafel: Astro—
nomie II, 6] zeigt er zwei weiße, veränderliche, als Eis—
»ildung gedeütete Flecken an den Polen, sowie ein noch
zicht gedeutetes System von dunkeln Flecken und Streifen.
Mars, Mavors (auch Marspiter, Marmor, Mamers),
iltital. und bes. röm. Natur (Sonnen)gott, (er segnet und
ernichtet die Ernte), dann Kriegsgott und in dieser Eigen—
chaft dem griech. Ares (s. d.) gleichgesetzt. Der Mönat
Martius (März) war ihm heilig, sein Geburtstag, der
.März, wurde von seinen Priestern, den Salieru bes.
gefeiert. — Vgl. Roscher (1873).
Mars, Anue Fransoise Hippolyte Boutet-Monvell, ge⸗
taunt Mademoiselle M., frauz. Schauspielerin, geb. 9. Febr.
779 zu Paris, wirkte bis 1841 am Théâtre francais, gest.
O. Müärz 1847 zu Paris.
Marsal, Stadt im Bez. Lothringen, an der Seille, bis
874 Festung, (1905) 565 E.; Reste aus der Römerzeit.
Marsala, Seestadt auf Sizilien, am Kap Boko, (1801)
7567 E., Ausfuhr bes. von Marsalawein: 11. Mal 1860
ꝛandung Garibaldis.
Marsberg. 1) Nieder-⸗M., Stadt im preuß. Reg.-Bez.
Arnsberg, an der Diemel, (1805) 4899 E., Amtsgericht,
Provinzialirrenanstalt; Kupferhütte und Kupfererzbergbau.
— 2) Ober-M., Stadt ebendas., 1800 E.; hier ehedem
die Sachsenfeste Eresburg (s. d.).
Marsch, die geordnete Bewegung von Truppen auf
ein bestimmtes Ziel, nach dem Zwecke unterschieden in
Friedens⸗ (Reise-) oder Übungs- und Kriegs-⸗M. nach der
dichtung in Front- (geradeaus), Diagonal- (schräg) und
lanken⸗ M. (nach der Seite). Die Marschordnung be⸗—
timmt die Marschformation, die Reihenfolge der Truppen;
MNarschroute ist das Verzeichnis der während eines M. an
den einzelnen Tagen zu belegenden Quartiere (Marsch⸗
wuartiere). Das Marfchtempo (jetzt gewöhnlich 11425120
Schritt in der Minute) stuft sich vom Sturmschritt und
Veschwind- M. zum laugsamen M. ab. — M., auch ein
Musikstück im geraden Takt, nach dem die Truppen mar—
WMarsch (die), s. Marschland. sschieren.
Marschall (altd. Marschalk, aus marah, Roß, und
zeale, Diener), im alten Deutschen Reich Oberstall⸗—
neister und Führer der reisigen Mannschaft; Reichserz-M.,
der auf Reichskagen ec. für die Orduung zu sorgen hatte,
var der Kurfürst von Sachsen (s. Erzümter und Erb—
imter). Später Feld-M. (s. d. ) in Frankreich Maxéchal
le Frande, die höchste milikär. Würde. Hof-M. Oberauf⸗
»her über einen fürstl. Haushalt.
Marschallarchipel, falsche Schreibweise für Marshall⸗
Marschallstab, s. Kommandoslab. larchipel.
Marschall von Bieberstein, Adolf Hermann Frei—
»xx von, Staatsmann, geb. ü2. Okt. 1842 in Karlsruhe,