1871 Staatsanwalt in Mosbach, 187583 Mitglied der
dad. Ersten Kammer, 1878 -81 des Reichstags (konser—
»atip), 1883 bad. Gesandter in Berlin, 1880 Staatsekretär
 des Auswärtigen Amtes, seit 1887 Botschafter in
donstantinopel.
Marschaͤl von Sachsen, s. Moritz, Graf von
Marschen, s. Marschland. Sachsen.
Marschfieber, s. v. w. Wechselfieber.
Marfschland, niederdeutsch die Marsch, im nordwestl.
ODeutschland im Gegensatz zur Geest der in Flußtäälern (Fluß
marschen, Bruchland) und Küstenniecderungen (Seentar—
chen) aufgeschwemmte fruchtbare Boden; durch Deiche
»der Dämme gegen Uberschwemmung geschützt und durch
Schleusen (Siele) künstlich entwässert. Die zwischen den
Arinen des Deichsystems liegenden Teile heißen im N.
ain der Elbe Köge, in Ostfriesland und Holland Volder.
— Bgl. Kohl (1846), Bulling (1898),. Allmers (4. Aufl.
9402), Gruner (19083).
Marschner, Heinr., Komponist, geb. 16. Aug. 1795
n Zittau, 1823 —27 Musildirektor in Dresden, 1831 -259
poftapellmeister in Hannover, gest. das. 14. Dez. 1861;
Dpern: „Vampyr“, „Templer und Jüdin“, „Hans Hei—
ing“; außerdem Klaviersachen und Gesänge, namenklich
Maͤnnerchöͤre. — Vgl. Münzer (1801).
Marschroute, gebundene, s. Zwangspaß.
Marsdenia, Pflanzengattꝗq., s. Condurango.
Marsdiep, Meerenge zwischen dem niederländ. Fest
ande und der Insel Texel, 4 Rm br.
Marseillaise (spr. ßäjähs'), die franz. Kriegs- und
Nationalhymne („Allons enfants ete.“), 17892 von Rouget
de Lisle (s. d.) in Straßburg verfaßt, von den Mar—
seiller Freiwilligen zuerst in Paris bei ihrem Eirzug nach
riner Melodie aus dem Oratorium „Esther“ von Grison
gesungen (vgl. Loth, franz., 1886). — Nach derselben Me—
odie die sog. Arbeiter⸗M. („Wohlan, wer Recht und Arbeit
ichtet“) von Jak. Audorf (gest. 1898 in Haniburg).
Marseille (spr. ßäj), Hauptstadt des Dep. Boucheb⸗
»u⸗Rhoͤne sKarte: Frankreich LI], an einer östl. Bucht
d)es Golfe du Lion, (1901) 491 161 E. (80000 Italiener),
weitgrößte Stadt Frankreichs, Kathedrale (1852 begonnen,
1893 eingeweiht), Kapelle Notre-Dame de la Garde, 1214
erbaut, jetzt roman.-byzant. Kirche; Justizpalast (18588 —
52), Chateau d'Eau — de Longchamp) mit natur—
zistor. Muscum und Bildergalerie; der Prado (4 km Ilg.
ührt in doppelten Platanenalleen zum Meere, mathem.
ialurwiss. Fakultät, mediz.⸗ pharmazeut. Schule, Konser—
»atorium fur Musik, Sternwarte, Auͤtiquitätenmuseum im
Schloß Borely. M. ist Frankreichs erste Scchandelsstad⸗
f. Beilagen: Europa, und Fraukreich J; seit 1844 an⸗
Jelegte Hafenanlagen mit Befestigungen. Judustrie in Ol⸗
und Getreidemühlen, Seifenfabrikation, Möbeltischlerei,
Schiffbau, Scilcrei. — M., von den Phokäern um 600
o. Chr., vielleicht schon um 900 von den Phöniziern ge⸗
zründet, griech. Massalia, lat. Massilia, aristokratischer Frei⸗
laat, wichtiges Handels- und Bildungszentrum in Süd⸗
auien unick röm, Herrschaft, gelangte später au Burgund
ind Ärelat, und behauptete scine Ünabhängigkeit bis zur
Interwerfung unter Frankreich 1482.
e Seife, s. Venetianische Seife.
Brarser Marsen), sabellishes Volk in Mittelitalien,
im den Fuciner See, mit dem Hauptort Marruvium Gietzt
San Benedetto). Sie standen seit 04 v. Chr. unter Roms
Hegemonie, erhoben fich aber dagegen im Marsischen oder
Vnndesgenossentrieg. — Marfen heißt auch ein german.
dolt an der bhern Lippe und Ruhr, das sich mit den Che—
uskern an der Varusschlacht beteiligte.
Marsfeld der Römer, s. Campus NMartius. Auch
ein großer Platz in Paris (Champ de Maus), zu Volks⸗
kesten, Truppenmusterungen, auch zu den Weltausstellun⸗
jen von 1867, 1878, 1889, 1900 benutzt.
Marsgafien, die Ratrosen die die Segel auf den
Rahen bedienen.
Barsgebirge, Gebirge in Mähren, westl. von den
arpathen 40 Amn lg., im Brdoberg 5887 zm hod.
Brarfij (spr. mahrfch), James, engl. Chemiter, geb.
2. Sept. 17984 war als Chemiker im Ärsenal von Wool⸗
wich, dann aun der tönigh Pilitärakademie tätig, gest.
Zuni 1816 in London, bekannt durch den nach ihm
zcnannten Apparat zur Nachweisung von Arsenik.

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Mar

Marfh (spr. mahrsch), Othniel Charles, Paläontolog,
jeb. 29. Okt. 1831 zu Lockport (Neuyork), seit 18606 Prof.
im Xalo College, gest. 18. März 1889 in Newhaven, ver—
ient durch reiche fossile Funde in den Rocky Mountaius.
Marfhall, William, Zoolog, geb. 6. Sept. 1846 in
Veimar, 1872 Sekretär der Großherzogin von Sachsen in
Weimar, 1879 Dozent und 18885 Prof. in Leipzig; schrieb;
Die Tiefsee und ihr Leben“ (1888),,Der Bau der Bögel“
1895), „Die deutschen Meere und ihre Bewohner“ (1806),
Spagiergänge eines Naturforschers“ (8. Aufl. 1808), Die
Tiere der Erde“ (3 Bde. 18003 5) u. a.
Marshall (spr. mährschälh), William Calder, engl.
gildhauer, geb. 1318 in Edinbuͤtgh, seit 1839 in London,
jest. 17. Juni 1894; Idealgestalten, Porträtstatuen.
Marshallarchipel (nach dem eugl Forscher Marshall),
älschlich Marschallarchipel geschrieben, deutsche Inselgruppe
m Stillen Ozean [Karten: Beutsche Kolonien Ue
ind Kartographie V, 131, östl. von den Karolinen, be—
teht aus zwei patallelen Reihen von Altollen, der Rialik—
ette und der Ratatkette, zusammen mit der Gilbertinfel
auru 405 qkm, 15000 E. darunter (1904) 81 Weiße;
die eingeborene Bevölkerung gistonesisc Hauptprodukt
ije Kokospalme; Handel Beilage: Australsen und
Zzeanien. Die wichtigsten Infeln sind Jaluit (s. d.),
chon, Arno, Meijoro Litieb, Milli und Ailinglab. —
8885 Heißung der deutschen Flagge, 1906 den Karolinen
ingegliedert. — Val. Hernsheim (1883), Hager (2. Aufl.
8889). lam Agti, (1901) 6321 E.
Marsico Nudvo, Stadt in der suüdital. Prov. Potenza,
Narsilia L., Wasserfarne aus der Familie der HPar⸗
iliazeen, krautartige Sumpfpflanzen mit kriechendemWurzel⸗
tock und viergeteilten Blüttern, in Deutschland M. quarifoliata
 Laauf sumpfigen Wiesen. Die starkemehlhalti—
jen, bohnenförmigen Spoörenfrüchte ciniger austral. Arten,
. B. von M. Nardu 4. Br. und M. salvatrix Hanst., die⸗
jen den Eingeborenen als Nardu zur Gewinnung von Mehl.
Marsiliazeen, Pflanzenfamilie der Farne, die Gat—
»ngen AMarsilia und Pilularis umfassend.
Marsischer Krieg, s. Marser.
Mars⸗la⸗Tour (pr. mars la tuhr), Dorf im franz.
Dep. Meurthe-et-Mosclle, (1901) 624 6.; hier 16. Aug.
1870 Sieg der deutschen Zweiten Armee unter Prinz Fried—
ich Karl uüͤber die Franzosen unter Bazaine (auch Schlacht
„on Vionville genaunt). —[13174 E.
Warstal, Flecken auf der dän. Insel Arröe, (18001)
Marston r mahrst'n), John, engl. Dichter, geb. um
5785, gest. 25. Juni 1634 zu London, Dramatiker uͤd Sa—
iriker; Werke hg. von Bullen (3 Bde, 1887).
Marfston (spr. mahrst'n), Westland, engl. Dramatiker
ind Novellist, geb. 830. Jan. 1819 zu Boston, gest. 5. Jan. 1800
u London; Dramen: „Gerald“, „Life for Ufe“ ꝛc.
Marston Mopvr (spr. mahrst'n muhr), Moorfläche im
B. der engl. Stadt Pork; hier 2. Juli 1644 Sieg Erom
vells über die königl. Truppen unter Nuprecht von der Pfalz.
Marstrand, he an der Westküste Schwedens,
än Göteborg und Bohus, (1900) 1614 E., Seebad.
Marstrand, Wilh., dän. Genre- und Historienmaler,
eb. 24. Dez. 1810 zu Kopenhagen, seit 1848 Prof. an det
ltademie das. gest. 26. März 1873; Hauptbild: Die Wochen—
tube, Wandbilder in der Grabkapelle zu Roestilde.
Marsupialia, die Beuteltiere (s. d. und die Beutel—
uallen (s. Lappenquallen).
Marshyas, ein Silen Zer phryg, Sage, Flötenbläser,
orderte Apollo zu einem Wettstreit in der Mufit heraus,
vard von diesem besicgt und, lebendig geschunden.
Mart (der und die) auch Mahr, Nachtmahr, nach nord⸗
cutschem Aberglauben ein den Menschen zur Nachtgeit be—
rüngendes ete Wesen, dem Alp ähnlich
Martaban, Bai in Hinterindien, zwischen Birma und
kenasserim, mit den Häfen Rangun, Amherst und Ralmen.
Martel de Janville (spr. martell de schangwil), Ga—
rielle, Gräfin de, rorre de Riquetti de Mirabeau, franz.
ZSchriftstellerin, geb. 1850 auf Schloß Koetfal (Morbihanß,
869 mit Graf M. vermählt, schrlieb unter dein Ramca
hyp interessante, oft pikante Romane und Novellen, wie:
Potit Bob“ 882), „Petit bleu“ (1888), , bob au
alon“ (1888 - 89), Une pacsionnette“ (1851), „Bijou“
nd „Miquette“ (1888), „Les femmes du Golonei“
1899), „Journal dune dui's'en ßBehs“ [(11900) u. 4.