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Martell, s. Karl (Masjordomus).
Martellotürme, runde gewölbte Türme mit 14583
Kanonen, früher in Sardinien und Korsika, dann auch
in England zum Schutz der Küsten angelegt.
Martelltal (Mortelltah, rechtes Seitental der Etsch,
in der Bezirksh. Meran; Hauptort Martell, 960 G.
Marten, Dorf im preuß. Reg.sBez. Arnsberg, (1900)
8880 (1805: 10427) E.; Fabrikation von Bergwerks—
maschinen, Steinkohlengruben.
Martens, Eduard von, Zoolog, geb. 18. April 1831
in Stuttgart, zweiter Direktor am Zoolog. Muscum und
Prof. an der Universität in Berlin, gest, das. 14. Aug.
1804; nahm 1860—62 an der preuß. Expedition nach
Ostasien teil; arbeitete namentlich über Mollusken und
Krebsticre, schrieb: „Die Weich- und Schaltiere, gemein—
faßlich dargestellt“ (1s83) u. ä.
Martens, Friedr. Frommhold von, russ. Völkerrechts-——

1873 ord. Prof in Petersburg, seit 1868 im Ministerium
des Auswärtigen und vielfach an internationalen Konfe—
cenzen beteiligt; schrieb: „Das Konsularwesen und die
Konsularjurisdiktion im Orient“ (1873; deutsch 1874),
„Völkerrecht“ (2. Aufl. 1887—88; deutsch 1883286) u. a.
Martens, Georg Friedr. von, Diplomat und Publi—
zist, geb. 22. Febr. 1766 zu Hamburg, 1784 Prof. der
Rechte in Göttingen, 18082183 westfül. Staatsrat, 1816
hannov. Bundestagsgesandter, gest. 21. Febr. 1821 zu
Frankfurt a. M.; gab heraus: „Récueil des traités“
(2. Aufl. 1817255) und „Nouvéan recueil“ (16 Bde.,
1817 — 42, später von andern fortgesetzt) u. a. — Sein
Neffe Karl von M., geb, 1790 in Frantfurt a. M., gest.
28. März 1863 zu Dresden als sachs.⸗weimar. Minister—
resident a. D.; veröffentlichte: „Gauses célèbres du droit
des gens“ (2. Aufl. 1868 — 61), „Recueil manuel et
pratique de traités eto.“ (18416 - 57; fortgeführt von
Beffcken, 1885 —88).
Martensen, Hans Lassen, dän. Theolog, geb. 19. Aug.
1808 zu Flensburg, 1840 Prof. zu Kopenhagen, 1884
Erzbischof von Secland, gest. 3. Febr. 1884 zu Kopenhagen;
Hauptwerke: „Christl. Dogmatik“ (deutsch, 4. Aufl. 1887),
Christl. Ethik“ (6. Aufl. 1883), „Aus meinem Leben“
deutsch, 2. Aufl. 1891) u. a.
Marterkrenuze (Marterln), in kath. Ländern Kreuze
(bildlich ausgeschmückt, Kruzifixe), aufgestellt zum Schutz
der Felder, als Dentzeichen für Unglücksfälle zc.
Marterfteig, Friedt., Historieumaler, geb. 11. März
1814 in Weimar, gest. das. 6. Sept. 18093 bes. Stoffe
aus der Reformationszeit.
Marterwoche, die Karwoche (s. d.).
Martha (aram., „Herrin“), Schwester des Lazarus
uind der Maria von Bethanien, nach Luk. 10, 88 als
zielgeschäftige Hausfrau sprichwörtlich geworden.
eet Anstalten der Junern Mission, in
denen — Mädchen zu Dienstboten ausgebildet werden.
Martha's Vinehard (spr. winnjerd), zum nord⸗
amerit. Staate Massachusetts gehörige Insel, 82 x Ilg.,
9 Rm br., über 4000 E., Bäder. Hauptort Edgartown.
Martial, Marcus Valerius, röm. Epigrammendichter,
geb. um 40 n. Chr. zu Bilbilis in Spanien, kam unter
Rero nach Rom, gest. um 100; Ausg. von W. Gilbert
—V
dinder (2 Bde,, 1886), deutsch von Berg (1865).
Martialis (lat.), zum Eisen gehörig, Eisen enthaltend;
Nartialia (medicamenta), Eisenmittel; Aqua martialis,
eisen(stahl⸗ haltiges Wasser.
Wartialisch (at.), kriegerisch.
Martianus Capella nhanee Minnens Felix
Capella), aus Madaura in Afrika, schrieb um 450 n. CEhr.
eine aus Prosa und Versen zusammengesetzte Enzyklopädie
in neun Büchern, die beiden ersten: De nuptüs puilologise
 ot Merouriiꝰ (allegorisch) eine der Künste
und Wissenschaften, die übrigen die sieben freien Künste
behandelnd; zuletzt hg. von Ehßenhardt (1866).
Martignac (pr. -innjäck), Jean Baptiste Gage, Vi⸗
tomte de, franz. Staatsmani, geb. 1776 zu Bordeaur,
Advokat, wirkte für die Rückkeht der Bourbonen, 1821
Mitglied der Deputiertenkammer, 1823 deren Vizepräsident,
1828-29 Minister des Innern, trat 18380 für Karl X
ein, gest. 3. April 1832. — Val. E. Daudet (Par. 1875).

Martigny (spr.innjih), deutsch Martinach. 1) M.
zille (Martinach⸗Flecken), Bezirksstadt im schweiz. Kan—
on Wallis, r. an der Dranse, (1900) 1827 E., 1822 er⸗
euerter röm. Aquädukt. — n e (Martiuach⸗Burg),
Flecken das., südwestl. von M.«Ville, 1298 E.; Weinban.
Martigues, Les (spr. lä martihg), Hafenstadt im
ranz. Dep. —— —— auf kleinen Inseln im
xẽtaug⸗de⸗Berre, (1901) 6280 E.
Martin, fünf Päpste Beilage: Päpste]. — M. V.
orher Otto Colonna, 1117 — 81, auf dem Konzil zu
donstanz erwählt, vereitelte die reformatorischen Bestre—
ungen desselben größtenteils und schloß Separatverträge
nit De aun Frankreich und Englaud, mußte 1. Febr.
481 das Konzil nach Basel berufen, starb aber vor dessen
kröffnung 20. Febr. 1481.
Martin von Tours, Heiliger, geb. um 316 zu
Sabaria (ungarn), in Gallien getauft, ein Muster aller
kugenden, 376 Bischof von Tours, gest. 8397 oder 400 in
em um seine Klause entstandenen Klosser von Marmoutiers;
erdient um Verbreitung des Mönchswesens und Gegner
ewalttätiger Ketzerverfolgung; wunderberühmter Pakron
rrankreichs Beilage: Heilige ꝛc.). — Biogr. von
deinkens (3. Ausg. 1876). — An seinem Gedächtnistage,
11. Nop., feiert die kath. Kirche das Martinsfest (Mar—
ini), auf welches die Gebräuche des altgerman. Herbst-»pfers
 (Martinsmännchen, Martinsfeuer, Martinshorn,
Partinsgans ꝛc.) übertragen wurden.
Martin, Ernst, Germanist, geb. 56. Mai 1841 in Jena,
868 Prof. in Freiburg i. Br., 1874 in Prag, 1877 in
Straßburg, vornehmlich als Herausgeber älterer deutscher
und niederländ. Dichtungen tütig.
Martin (spr. täug), Henri, franz. eneaon, geb.
20. Febr. 1810 zu St.-Quentin, 1871 Mitglied der National—
»ersammlung, 1876 des Senats, 1878 der Alademie,
jest. 14. Dez. 1883; Hauptwerk: „Fistoire de France“
4. Aufl. 18865-60). — Vgl. Simon (franz., 18889).
Martin, Konrad, Bischof von Paderborn, geb. 18. Mai
812 zu Geismar (Eichsfeld), 1844 Prof. zu Bonn,
866 i von Paderborn, seit 1869 Vorkampfer der
äpstl. Unfehlbarkeit, 1875 wegen Widerstands gegen die
Maigesetze abgesetzt und in Wesel interniert, floh von da
rach Belgien, gest. 16. Juli 1879 in Mont St.-Guibert;
chrieb: „Lehrbuch der kath. Moral“ (5. Aufl. 1865), „Lehr⸗
zuch der kath. Religion“ v5 Aufl. 1873), „Drei Jahre
rus meinem Leben“ (3. Aufl. 1877), „Kanzelvorträge“
6 Bde., 188286; Bd. 7: „Hirtenbriefe“ 1890) u. a.
— Bgl. Stamm (1892 u. 1902).
Maͤrtin, Luis, Jesuitengeneral, — 1846 zu Melgar
zei Burgos in Spanien, 1877 Rektor in Salamanca,
1888 Propinzial von Katalonien, 1891 Assistent für Spa—
nien, 1892 General, gest. 18. April 1906 in Rom.
Martinach, schweiz. Stadt, s. Martigny.
Martina Franca, Stadt in der südital. Prov. Lecce,
801) 25 007 E.; Seidenzucht.
MWartinanker, s. Anker JAbb. 78 6].
Martinez Campos, Arsenio, span. General und
Staatsmaunn, geb. 1834, lampfle 1859 in Marokko, war
864 -70 in Kuba, focht dann erfolgreich gegen die Kar—
isten, rief 1874 Alfons XII. als König aus, beendete
1877 den Aufstand in Kuba, 1881 -83 Kriegsminister,
eit 1887 Generalkapitän von Madrid, 18805 —96 wieder
Dberbefehlshaber in Kuba, gest. 28. Sept. 1900 in Zarauz.
Martinez de la Rosa, Don Francisco, span. Staats⸗
naun und dem geb. 10. März 1789 zu Granada, als
reisinniger Abgeordneter z der Restauration Ferdi—
nands VII. verbannt, 1820 Ministerpräsident. 1823 wie—
der ausgewiesen, 18342386 Minister,
840 Gesandter in Paris, 1842 -48 in
stom, 1844 - 46 Minister des Auswär—
igen, 18347 -81 Gesandter zu Paris,
858 Präsident des Staatsrats, gest.
7. Febr. 1862 zu Madrid. „Auserlefene
Schriften“, deutsch von Schäfer (2
—— sne
artinga xz. martingale,
pr. ctänggäll), am Untergurt be⸗ IICI. Marlingan.
estigter Hilfszügel, geht zwischen den Vorderbeinen des
Bferdes de durch das Vorderzeug und gabelt sfich
veiter oben in zwei Enden,. durch deren in die Trensen⸗