Maskät, befestigte Hauptstadt des Sultanats Oman
an der Rordosttüste Arabiens, 60 000 E.; Hafen, Stapel⸗
platz bes. fur Datteln; 1807 -1648 portugiefisch.
Maske (ital. maschsra, vom arab. mascharah,
Spott, Gegenstand des Gelächters), künstliches hohles Ge⸗
sicht, hinter dem man das eigene verbirgt. Diese Gesichts.
M. wurden als Toten⸗M. in Mexiko, Agypten, Vorderasien,
 Altitalien und werden noch als Tanz- und Kultus—
Vr. bei Raturvoltern c. [Tafel; Religionen I1 ver—
wendet; sie waren auf, der antiken Bühne und sind noch
et guf dem nial. Volkstheater gebräuchlich, daher auch
Symbol der Schauspielkunst; dann die ganze Tracht, in
die man sich hüllt, und bildlich die moskierte Person selbst;
davon auch s. v. w. falscher Schein, Verstellung, Ausflucht.
mM. des Scauspielers, die Gesamtheit des Charakte⸗
ristischen in seiner äußern Sühnenerscheinung; in der Archi⸗
tetturf. Mastaron IAbb. 1142); in der, Befestigungskunst ein
Wert, das ein dahinter licgendes dem feindlichen Feuer ent⸗
Maskenblume, s. Mimulus sAbb. 1181)]. lzieht.
viaskeunfchwein, s. Larvenschwein.
Dasrenfpiele, allegorische oder mythische Darstel—
ungen mit Gesang und dekorativer Ausstattung im 16.
mud 17. Jahrh. Vorläufer der Oper.
Maskoki, Indianerstamm, s. Creek.
Hiaskopei (verderbt aus holländ. maatschappij), Ge⸗
Pnset Handelsgesellschaft.
Maskulinum (lat.), das männliche Geschlecht.
Daslas (ungar, spr. mahschlahsch), Wein, s. Masch⸗
Maͤsleniza gng, s. Butterwoche. slasch.
wiassmünfter, Stadt im Oberelsaß, an der Dollet,
19505) 3676 6. Amtsgericht; Webereien und Spinnereien.
Maͤsochismus, das Hervorrufen geschlechtlicher Er—
regungen durch Erleiden von Mißhandlungen aller Art von
iner Person des andern Geschlechts, benannt nach Sacher⸗
Mafoch in dessen Romanen diese Geschlechtsverirrung eine
sKtolle spielt. Gegenstück: der Sadismus . Sade).
Mason (engl., spr. mehs'n), Maurer, Freimaurer: Ma—
fönentum, Masoney, s. Freimaurerei.
Masora (hebr. überlieferung“), die im 6. bis 8. Jahrh.
n. Thr. zu Tberias und in Babylonien durch jüd. Ge⸗
sehrte (Masoreten) besorgte Votalisation und Akzenfulerung
 des hebr. Bibeltertes; im weitern Sinne der
Jesamte, in die Große und Kleine M. zerfallende tert—
critische Apparat zum A. T.
Masowien, die nördl. Landschaft des ehemal. Polens
mil den Hauptorten Warschau, Plozk und Rawa, 1207 —
id26 eine cigenes Herzoͤtum,, von König Sigismuud J.
wieder mit Polen hercinigt; seit 1814 zu Rußland ge—
zörig. Die Einwohner Masuren.
Maspero, Gasion Camille Charles, franz. Agyptolog,
geb. 23. Jun 1846 zu Paris, 1873 Prof. am Coliege de
rance das., 1881 Virektor der Ausgrabungen und Leiter
des Museums in Bulak-Kairo, seit 1887 wieder in Paris;
chrieb: istoire anodienne äes peuples de POrient“
1875 u. v.; deutsch 1877), „Larobéologie egyptienne
1887; deutsch 1889) u. a. Kahira für Kairo.
Masr, richtiger Misr, arab. Name fuͤr Agypten, M. eb
Maß, eine angenommene Einheit oder Größe, nach
welcher eine andere Größe hestiumt wird. Man unter⸗
scheidet M. der Zeit, des Raums (Längen-, Flächen⸗
und Körper-M.) und der Schwere Gewichte); im engern
Sinne versteht man unter Vi. speziell die des Naums.
Die Beschreibung der in den verschiedenen vändern gelten⸗
den M. (ind Gewichte) bildet einen wesentlichen Teil der
Mettoiogiee ISVellage Maße und, Gewichten —
Werke von Noback (2. Aufl. 18789) und Treuber (2. Aufl.
891). uber absolutes Ne s. Naß und Gewicht, absolutes.
VBlaßz, fruͤheres Hohlmaß, in Baden und der Schweiz
Ii Saheen — I Darmstadt — 21, Cassel — —
Osterreich ⸗IAuJI, Württemherg I1,64 1: Getreidemaß in
Thüringen, Hessen u. a. — 1. Metze.
Nan Noturzung für den nordamerik. Staat Massa⸗
husetts. san ihre Herren.
Mafsa (vom engl. master), Anrede der Negersklaven
Dasfa, groͤßte der micderläund ostind. Batuinseln.
Maffa, Ausfluß des Aletschgletschers, mündet oberhalb
Brig in die Rhoͤne.
Biassa, Hauptfadt der mittelital. Prov. M. e Carrara,
1781 —3 1303202200 E.. Tostona),. am Friaido,

1143

Mas
1901) 26413 E.; Marmorbrüche. Das frühere Hzgt. M.
Carrara kam 1829 an Modena, mit diefem 1860 an
as Königr. Italien.
Massa, Herzog von, s. Regnier, Claude.
Massachufeits (spr. mässetschüh-), einer der Ver.
Stagaten von Amerika Karte: Vereinigte Stagten II,
m Atlant. Ozean, 22 183 qxm, (1900) 2805 346 E.; buch⸗
enreich, im W. gebirgig, vom Tonneclicut, Merrimac und
Zousatonic durchflossen Industrie, bes. Schuh- und Textilvaren;
 Harvard-Universität in Cambridge. Hauptstadt Bo—
ton. — M.wurde zuerst 1620 von den sog.Pilgervütern be—
edelt. &amp; Vol. Hale (engl. 1892), Adams lengl., 1892).
Massae Carrara, ital. Provinz, s. Massa.
Massafra, Stadt in der südital. Prop. Lecce, (1901)
ait Borgo Sta. Caterina 11026 E.
Massage (frz., spr. ahsch'), Massieren, Knetverfahren,
nechan. Bchandlungsweise von Krankheiten, bestehend in
nethodischen, mit der Hand, Instrumenten oder Maschinen
Zanderschen Apparaten; Beispiel Tafel: Moderne Heil⸗
erfahren I, 5) ausgeführte Manipulationen: Streichen,
eiben, Kneten, Erschütterung (Vibration), Klopfen, at⸗
iven und passiven Bewegungen des kranken Körperteils,
ewirkt eine Beschleunigung des Blutumlaufs und Stoff⸗
vechsels und dadurch schneilere Aufsaugung entzündlicher
lusschwitzungen. — Val. Grünfeld (2. Aufl. 1000), Hoffa
1. Aufl. 1803), Preller (2. Aufl. 1903), Bum (1906).
Massagẽten, stythisches Nomodeuvolk nordl. vom
jaxartes, gegen deren Königin Tomyris Cyrus 529 p. Chr.
efallen sein soll.
Massai (Masai), nach cigener Bezeichnung Oigob,
Zolksstamm in Ostafrita, Hirken- und Kriegervolt, mit
en hamit. Galla verwandt. — Bgl. Fischer (18088), Thom—
on engl. und deutsch 1888), Baumaunn (1804), Hinde
engl, 1901), Merker (1804), Hollis (engl, 1905)
Massäker (ftz. massacre), Gemetzel. Bluͤthad; massa⸗
ieren, niedermeteln.
Massalta, alter Name von Marsecille.
Massalianer, grch. Euphemiten, Enucheten oder Eu—
hiten, d. i. Betende, nichtchristl. (parfische) und christl.
Sekten des 4. Jahrh. in Kleinafien und Syrien; letztere
hestrebht, durch fangtischen Gebetskultus sich über Kirche
ind Moral zu erheben.
Massa Marittima, Stadt in der ital. Prop. Grosscto,
n den Maremmen, (1901) 18462 E.
Maßanalyse, volumetrische Analyse, Titrieranalyse,
Methode der analytischen Chemie, bei der die Bestimmung
iner Substanz nicht durch dirckte Wägung geschieht, son
ern, durch die Messung desjenigen Volumens einer Löfung
»on bekanntem Gehalt an wirksamen Stoffen (Titer), dad
zötig ist, um eine gewisse Endreaktion zu erzeugen; diese
Endreaktion wird meist erkannt durch Faͤrbenunderung be—
timmter, den zu untersuchenden Loͤsungen zuzusetzender
zndikatoren, z. B. Lackmus bei Neutralifativnsanalysen, d.h.
jer maßanalytischen Bestimmung von Basen und Säuren
Azidimetrie, Alkalimetrie), Staͤrke (Jodometrie) 2c. oder
zurch Entfärben von Kaliumpermanganat (Oxydimetrie),
as als Indikator und Reagens zugleich dient. Auch die
geendigung von Füllungsreaktionen wird zur M. benutt
Fällungsanalysen). Zuür Abmessung der Flüssigkeitsmenen
 bedient man sich graduierter Glaͤssgefäße, der Pipetten
dund Büretten (s. d.) [Tafel: Chemie II, b.idoj.
Massaua (Medsaua), einer der Hauptorte, früher
Zauptstadt der ital. Kolonic Erythräa in, Ostaftika, auf
wei durch Steindämme verbundenen Inseln und zivei
dalbinseln des Roten Meers, (1893) 77750 E. (600o
zuropüer, ohne Garnison); Handelspforte für Abessinien.
— M. früher zu Abesfinien, seit 1067 zur Türkei gehoöͤrig,
866 aͤgyptisch, 1886 von ital. Truppen beseht.
Masse, die in einem Körper enthaltene Stoff⸗ oder
Naterienmenge, wird berechnet, indem man das in Kilo—
rammen ausgedrückte Gewicht durch die Akbzeleration der
Schwere (d. i. 8,8) dividiert.
Masse, s. p. w. Vermögensmasse, die unter Verwal—
ung eines bestellten Pflegers steht, z. B. Konkurs-M.
Massegläubiger, die Gläubiger der Gemeinschafts—
erbindlichkeiten (Massekosten, Masseschnlden), die nach der
donkurseröffnung durch die Tätigkeit des Gerichts und des
Verwalters sowie aus andern Umständen entstanden sind.
zhr Schuldner ist die Gemeinschaft der Konkursalaͤubiger.