Mat
Materiãlwaren, auch Spezereiwaren, gewöhnlich
ie Hauptartitel der Kleinhaudlungen (Kolonialwaren,
Vewuͤrze 26.)3. in Süddeutschland s. v. w. Drogen.
Mialeriativn (lat.), Stoffbildung.
Htalerte (Iat.) Stoff, das Sachliche im Gegensatz
— Inhaͤlt im Unterschied von der äußern Er—
cheinung und Darstellung; auch s. v. w. Eiter.
Materiel (frz), stofflich, körperlich; sachlich, wesent—
ich am Stoff hafteud, am Irdischen hängend, genußsüchtig
Materieren (von Materie), eitern; in der frühern
tʒandwerkersprache: das Meisterstück machen; Materiereister,
 Zunftmeister, der das M. überwächt.
Mater magna (lat,), s. Kybele.
watern (late), muͤttetlich; Maternität, Mutterschaft;
Maternitaͤtsprinzip, der Rechtsgrundsaßz, daß die Erhaltung
ines unehelichen Kindes der Mutter obliege,
Vraterna, Amalie, Opernsängerin, geb. 10. Juli
817 n St. Georgen in Stesermart, 1863—94 an der
dofoper in Wien, seit 1005 Gesangslehrerin das.
Matétee, s. Iiex [Abb. 868].
Diathenmia (grch., „Wissenschaft“), mathem. Lehrsatz.
—— grch), die Wissenschaft bon den Grö⸗
zen, Größenlehre. Die reine M. zerfällt in Arithmetik
Zahlengrößenlehre) und, Geometrie (Raumgrößenlehre):
zur angewandten M. gehören Mechanik, Astronomie mi
Chronologie und Geodäsie. Die technifche M. umfaß!
die — Arithmetik (kaufmännische, jurist. und polit.
stechenkunst), die praktische Geometrie (deskriptive, gra—
phische Geometrie, Projektionslehre, Konstruktionslehre,
ie Feldmeßkunst, dereanie Nivellieren, Mark⸗
scheidekunst), die praktische Mechauik oder Maschinenlehre,
die bürgerliche Baukunst, die Wasserbaukunst (Hydro⸗
mechanik), die Kriegswissenschaften, Nautik. Der mathem.
Beweis schließt jeden Zweifel aus; daher sprichwörtlich
mathem. Gewißtheit oder Wahrheit. — Einige Kenntnis der
Mi. findet sich zuerst bei den Indern und Ägyptern, erste
wissenschaftliche Ausbildung erfuhr sie durch die Griechen
(Eutlides, Archimedes, Diöphantus); die Araber machten
bg dann durch Einführung der ind. Ziffern verdient, im
bendland ward sie bes. vervollkommnet durch Newton,
Gauß, Kepler, Galilei, Leibniz ꝛc. — „Geschichte“ der M.
hon Euter (1878 —75), Cantor (3 Bde. 2. Aufl. 1894 fg.),
Elemente“ der M. von Baltzer (2 Bde. 7J. Aufl. 1886)
Maihematische Geographie, s. Geographie,
Dathematische Zeichen, in der Arithmetik (xrith
met. Zeichen) und Geometrie (geometr. Zeichen) die zur
Berbindung der Zahl- bez, Raumgrößen dienenden Zeichen:
Cund oder piusß, — (weniger oder minus), oder ·
mas),: (geteilt durch), ⸗gleich)⸗ (größer als), Dklei⸗
er als) Zoder Fungleich, größer oder kleiner als), S
ühnlichs, B(kongruents, YGurzel aus), los. oder 1g
Vogarithmus), I(unendlich groß), O (Dreieck. (senk⸗
cecht), Dohehe Moder Ginkel), ⁊ (Ludolfsche Zahl,
dünd Kreis), Sscummierung), d oder d (Differential)
Mathesis (grch), Mathese, die Mathematit.
watheftus Johs. luth. Theolog und Dichter geist!
dieder, geb. 24. Juni 1504 zu Vochlitz (Sachsen), gest.
g. Dkt.“ 1865 als Pastor zu Jogchimsthal (Boͤhmen),
hekannt durch seine Biographie Luthers in 17 Predigten
(1d66 u. 6). Ausgewählke Werke“ (4 Bde., 1886-1804).
 — Biogr. von Lösche (2 Bde., 1895).
Mathias, s. Matthias.
Mathilde, hezuge Tochter des sächs. Grafen Diet⸗
ich, Gemahlin des deutschen Königs Heinxichs 1. geb.
uni 890, gest. 14. März 868 im Kloster zu Quedlinburg
Vedüchtuißtag 11. Marzefs. Beilage: Herligenrc.J.
Maͤthilde, Gemahlin des deutschen Kaisers Hein⸗
ich V., geb. 1102, Tochter Heinrichs J. von England,
1154 vernnählt, kehrte 1125 als Witwe nach England
zurück, heiralete 1128 Gottfried Plantagenet von Anjou
(gest. 1151), wurde nach dem Tode ihres Vaters (1135)
rus England vertrieben, gest. 10. Sept. 1167 zu Rouen.
Mathilde, Markgräfin von Tuszien, geb. um 1046,
Tochter des Markgrafen Bonjfacius, im 80. Jahre Witwe
Bottfrieds des Buckligen von oen war Gregors VII.
Stütze im Kampfe gegen das Kaisertum, gest. 24. Juli
(115 auf Schloß Bondeno. Ihren ganzen Besitz schenkte
sie 1102 der röm. Kirche Mathildische Erbschaft), doch
Fehielt sie sich freie Verfügung vor und erkannte 1111

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Zeinrich V. als Erben an; der hierdurch entstandene Streit
wischen Kaiser und Papst endete zugunsten der Kirche. —
ögl. Pannenborg (1872), Opermann (1895), —A
Malhura (Muttra), Distriktshauptstadt in der Dib.
Agra der brit.eind. Vereinigten Provinzen Nordwestpro⸗
inzen; jeht Agra), an der Dschamna, (1901) 60042 E.
Mathurinen, s. Trinitarierorden.
Mathy, Karl, geb. 17. e 1806 zu Mannheim, seit
834 wublizist, dann dis 1840 Lehrer n der Schweiz, im
zrankfurter Parlament Mitglied der Partei Gagern und
848 49 Unterstaatssekretär im 3 — 1857
Hankdirektor in Gotha, 1888 —62 in Leipzig, seitdem Mi⸗
ufter in Baden, 1866 Ministerpräsident, gest. 8. Febr. 1868
u Farisruhe — Blogr. von G. Freytag (2. Aufl. 1872.
Matiamvos Reich, s. v. w. Muata Jamvos Reich.
Datica (spr. za)d, Vutterfonds, Mutterlade, hei den
osterr. Slawen Vereine zur Förderung der esmane und
ur Hersiellung und Verbreitung von Büchern in derselben,
Matiko Wone Natico), die bitter und pfefferähnlich
chmeckenden Blätter von Fiper angustifolium R. et P.,
zegen Blutungen und Schleimflüsse benutzt, stleid.
Ptalinee frz.), musikal. Morgenunterhaltung, Morgen—
Matjeshering (niederländ., Jungfernhering“), sJ.
deringe.
Batkowstky, Adalbert, Schauspieler, geb. 6. Dez.
887 bei Warschau, Mitglied des Dresdener Hoftheaters,
886—890 des Hamburger Stadttheaters, seitdem des
herliner Hofthealers, vorzüglich in Liebhabers, Helden⸗
ind Charaktertollen; schrieb: „Erotisches“ (1885), „Eig⸗
es, Ftemdes“ (1885) u. a. - Vgl. Stein (19904)
Matlock (spr. mätt-), Stadt in der engl. Grafsch. Derby,
im Derwent, odoI) vos0 E., viel besuchte warme Quellen.
Mato Grosso, Staat von Brasilien, 1879 661 qkm,
890) 82827 E.; Hauptort Cuyabä.
Mäatoko, s. Gürteltier.
Diaivifschkin⸗ SEchar, Meerenge zwischen der nördl.
ind südl. Insel von Nowaja Semlsa, 88 KXm lg.
Maltra (die), Berggruppe im ungar. Komitat Heves,
adi. Zorlagerung der Zentralkarpathen, im Saskö 1010 m.
Mätrefßfe, s. Maitresse. lrecht.
VMatriarchãt (lat.⸗grch.), s. Mutter⸗
Natrioario L., Pflanzengattg. der
dompositen; in Deutschland nur M Chanomilis
 LD. (gemeine oder echte Kamille
Abb. 1146), mit weißen Strahl- und
elben Scheibenblütchen und wien Blů⸗
enboden und ⸗stiel. Die Blütenköpfe,
in beliebtes Hausmittel (auch offizinell),
virken krampfstillend und schweißtreibend.
Matrikel (lat.), Verzeichnis von
Personen oder Einkünften; auf Universi—
Aten das Verzeichnis, in welches die Stu⸗
enten bei ihrer Aufnahme eingetragen immatriknliert)
verden; das Verzeichnis aller Stände des Deutschen Reichs
ind ihrer Beitrüge zu den Reichsbedürfnissen bildete die
eutsche Reichs ⸗Ve., welche 1815 durch die Bundes-M.
ersetzt wurde. [Standesregister.
Matriken (vom lat. matrix), der österr. Name für
Datrikularbeiträge, die aus dem alten Deutschen
Zunde in das neue Reich aberggengeuen Zuschüsse der
Finzelstaaten zu den gemeinsamen Reichsausgaben (s. Ma—
rikel und Beilage: eane 2, 21).
Dtatrimonial (lat.), die Ehe (matrimonium) be—
reffend, ehelich.
Vtairize (vom lat. mater), jede vertiefte Form, welche
um Abguß, zum Prägen oder zur Herstellung galvanischer
Druckplatten dient; in der Galvanoplastik und Stereo—
vyie auch Mater genannt.
Matronale, Pflanzenart, s. RKesperis. [der Juno.
Matronalia, Fest im alten Rom am 1. Mai zu Ehren
Matroöone (lat.), ehrbare verheiratete ältere *
Matronymika, s. v. w. Metronymika (s. d.).
Matrose, Käfer, s. Holzfresser.
Matrosen, Seeleute, die den Decksdienst auf See—
chisffen versehen; in der deutschen Marine Bezeichnung der
Vemeinen; Ober-M., s. v. w. Gefreiter. srie.
Matrosenartillerieabteilungen, s. Küstenartille-Dwiatrosendivision,
 in Deutschland ein Marxineteil
in Lande. der den Mariueinspektionen untersteht. Die M.