Mei

60

Meißner, isoliertes Plateau im Dnß Reg.⸗Bez.
Caffel, aus Buntsandstein und Muschelkalk bestehend, in
der Casseler Kuppe bis 749 mm hoch.
Meißner, Aug. Gottlieb, Schriftsteller, —— 4. Nov
1753 zu Bautzen, gest. 20, Febr. 1807 als Konsistorial⸗
rat in Fulda; schrieb „Skizzen“ (14 Sammlungen, 1778
—86) und histor. Romaue. — Vgl. Fürst (2. Aufl. 1900).
— Sein Enkel Atfred M.. Diger geb. 15. Okt. 1822 zu
Teplitz, gest. 29. Mai 18885 in Bregenz; schrieb „Gedichte“
(1845 u. v.), das Epos „Ziska“ (1846 uͤ. ö.), Dramen,
Romane („Sansara“, „Schwarzgelb“! 2c.), von denen meh⸗
rere vielleicht auf Ideen des Shriftstellers Franz Hedrich
sgest. 31. Okt. 1885) beruhen, u a. — Vgl. (1892).
Meißner, Georg, Physiolog und Anatom, geb. 18. Nov.
— D0
i. Br. 1860 bis 1901 in Göttingen; Forschungen über Haut,
ie Fseohe u. a.
WMeißner Hochland, s. v. w. Sächsische Sopen
Meißnersche Körperchen, Tastkörperihen, die aus
einen Nervenfasern gebildeten Endanschwellungen der Ge—
jühlsnerven Sinnesorgane 1, 11. 2)].
Meissonser (spr. messonnkeh), Ernest, franz. Maler,
Jeb. 21. Febr. 1815 in Lyon, gest. 31. Jan. 1891 in
Paris. Seine meist kleinen, aber teuer bezahlten Bilder
gen teils Geureszenen: Der Raucher, Streit beim Spiel,
Neiter vor der Schenke, teils Kriegsszenen aus der Na—
doleonischen Zeit: Rapoleon J. im Winterfeldzuge 1814, Na⸗
voleon III. bei Solferino (1862, im Luxembourg), Schlacht
hei Friedland. — Bgl. Formentin (1901).
Meistbegünstigungsklausel, der bei Abschluß von
Handelsvperträgen übliche Vorbehalt, daß dem vertragschlie—
zenden Staate das Recht der meisthegünstigten Nation, d. h.
mindestens dieselben günstigen Zollsatze zugestanden werden,
wie irgendeiner andern Nation.
Meister (vom lat. magister), jeder, der ein Hand⸗
verl g betreibt (s. Meisterprüfung); in der
Dn i de ünstler, die nicht genauer, meist nur mit
hrem Monogramm (Monogrammtisten) bekannt sind. — M.,
n der deutschen Marine Dechkoffiziere, denen die Instand—
jaltung des Schiffskörpers obliegt.
Meistergefang, s. Meistersinger.
Meisterlauge, s. v. w. Kalilauge (s; Kalium).
Meisterprüfung, Zrisung zur Erlangung des Mei—
stertitels in einem Handwerk, bestand zur Zunftzeit, durch
die Gewerbeordnungsnovelle vom 26. Juli 1897 (Hand⸗
werkergesetz) in Deutschland wieder eingeführt.
Meister Sepp von Eppishusen, s. Laßberg, Jos.,
Freihert von.
Meistersinger, die deutschen bürgerlichen Dichter, die
eit dite des 14. Jahrh. im Anschluß an die Minne—
änger die lyrische Kunstdichtung in zunftmäßig abge—
cchlossenen Vereinen mit Beobachtung doe Regeln (der
Tabulatur) handwerksmäßig betrieben (Meistergesang).
Tafel: Literatur II, 5.1„Meister“ wurde, wer einen
neuen „Ton“ (Melodie) erfand und nach dem Urteil der
„Merker“ fehlerfrei vortrug. Bekannteste M. sind: Aeen
hogen, Haus Folz, Muskathlüt, Hans Sachs. Die letzte
———— der M. hielt sich in Ulm bis 1839. — Bgl.
Ae —
Meister vom Stuhl, s. Freimaurereci.
Meisterwurz, s. Astrantia und Pencedanum.
Meitzen, Aug., Statistiker, geb. 16. Dez. 1822 zu
Breslau, 1868 Mitglied des preuß. 1872 — 82 des deut⸗
schen Statist. Amtes, 1875 Prof. in Berlin; schrieb: „Der
Boden und die landw. Verhältnisse des preuß. Staates“
(6 Bde. 1873 1901), „Das deutsche Haus“ (1882), „Ge—
schichte, Theorie und Technik der Statistik“ (2. Aufl. 1803),
„Siedelung und Agrarwesen der Germanen, Kelten, Rö—
nex, Finnen und Slawen“ (8 Bde. mit Atlas, 1886).
Meiüm, Insel, s. v. w. Perim (s. d.).
Meijer, Otto Feee geb. 27. Mai 1818 in
Zellerfeld, 1374 Prof. in Göttingen 1888 Konsistorial⸗
präsident zu Hannover, gest. das. 24. Dez. 1893; schrieb:
„Lehrbuch des deutschen Kirchenrechts“ 85. Aufl. 1869),
Zur Vsee der röm.-deulschen Frage“ (3 Bde. 1871
85), „Cinleitung in das deutsche Staatsrecht“ (2. Aufl.
18849, „Das Rechtsleben der deutschen evang. Landes
tirchen“ (1889) u. a.
Melico, s. Mexilko.

Mejillomnes (spr. mechilj.), M. det Sur, Stadt in der
len. Proy. Antofagasta, am Stillen Ozean, Hafen.
Mekari, RNegerstamm, s. Makari.
Me⸗kha, Quellfluß des JIrawadi (s. d.)J.
Me⸗kiaug, Strom Hinterindiens, s. Negeng
Mekines (Miknas), Stadt im JInnern von Marokko,
ommerresidenz des Sultans, 530 —60 000 E.
Mekka, Hauptstadt des türk.-arab. Wilajets Hedschas,
0-60 000 E., in ir ee Gegend, als Geburtsort
Mohammeds wichtigster Wallfahrtsort der Mohammeda—
ier Gährlich 80100 000., Pilger) und Pflanzstätte der
nohammed. Theologie (Sitz des Scheich al-zUlemä), einer
er größten Handelsplätze des Ostens; in der Mitte des
Mekkatals das islamit. Hauptheiligtum, die Kaaba (s. d.
ind Tafel: Religionen ID), im O. eine die Stadt, be⸗
serrschende Zitadelle. — Vgl. Snouck-Hurgronje (2 Bde.,
888 89 u. 1889), Heß (1900). — Mekkabahn, s. Hedschas.
Mekkabalsam, Opobalfam, Balsam von Commiöra
 opopalgamum Bngl., einem Strauch des südwestl.
Arabiens, durch Auskochen der Zweige gewonnen und in
er Parfümerie benutzt.
Mes⸗kong Me⸗kiang), Kambodscha, Strom im östl.
Zinterindien, entsteht aus Dsatschu und Oschitschu im
üdl. Tibet, durchfließt die südchineß. Prov. Jün- nan (als
zan⸗tsan), Birma, Siam, Kambodscha, Kotschinchina, mün⸗
net nach etwa 4200 xmm in das Suͤdchines. Meer Karte:
INstasten NM]. G. d.).
Mekonfum (grih.), das Opium; auch das Kindspech
Mekonsäure, s. Opium.
Mekran, das alte Gedrosta, 600 xm langes Küsten⸗
——
110 000 E.; der westl. Teil seit 1870 persisch. Die Hafenstadt
uwadar (Gwädel) 5000 E. Konstantinopel.
Mektebi Harbije, die höchste türk. Militärschule zu
Mela, Pomponius, röm. Geograph aus Spanien, um
30 n. Chr.; seine „Chorographia““ bꝗ. von Frick (1880).
-Bgl. Fink (1881).
Meéelac, Graf von, franz. Marechal de Camp, ver—
vüstete 1689 auf Befehl Ludwigs XIV. die Pfalz; fiel
2. Sept. 1709 bei Malplaquet.
Melaleuoa L., Pflanzengattg. der Myrtazeen, immer⸗
zrüne Bäume oder Sträucher ne Aus den Früch⸗
en und Blättern von M. joucadendron L., dem Kajeput⸗
aum, wird das Kajeputöl (s. d.) gewonnen.
Melampyrin, v. w. Dulzit (. d.).
Melanãmte WDo— das Vorkommen schwarzen Farb⸗
toffes im Blute, fast immer Folge schwerer Wechselfieber,
ntsteht durch Zerfall der roten Blutkörperchen, bewirkt graue
ʒärbung der Haut und innern Organe.
Melancholtie (grch., — D— Schwermut,
ine Art Geisteskrankheit bei der eine peinliche, gedrückte
Stimmung vorherrscht. Melancholiker, ein Meusch von me⸗
aucholischem Temperament, das zu starken, langsam wech⸗
elnden, aber meist leidvollen Affckten neigt.
Melanchthon oder Melanthon, Philpp (gräzisiert
rus Schwarzert), 38 Reformator, geb. 16. Febr.
4487 zu Bretten in der Pfalz, Sohn eines Waffenschmieds,
tudierte in Heidelberg und Tübingen, wo er Dozent der
lassischen — wurde, seit 1518 Prof. des Griechischen
zu Wittenberg, schloß sig Luther als Gehilfe im Kampfe
ür die nn an der Kirche an; als „Praeceptor Gernaniae“
 (Lehrer Deutschlands) und Reformator des deut⸗
chen Schulwesens allgemein gefeiert, wurde er später
vegen seiner milden, vermittelnden, der Calvinistischen
Abendmahlslehre geneigten Richtung von den strengen
zutheranern heftig angefeindet; gest, 190. April 1560 zu
Wittenberg. Er verfaßte die „Augsburgische Konfession“
uind deren „Apologie“ (1580), in den „ioci communes“
1521) die erste prot. Dogmatik (neüestens hg. 1900),
Unterricht der Visitatoren an die Pfarrherren im Kur—
ürstent. Sachsen“ (1527; die erste evang. Kirchen- und
Asusade Ausgabe seiner Werke in —E
ind Bindseils „Corpus Reformatorum“ (1834 -60;
als —— dazu: „Melanchthoniana paedagogics“,
g. von Hartfelder, 1882). — Biogr. von Schäfer (1394),
vilinger (10902. [Graf.
Melander, kaiserl. Feldmarschall, s. Holzapfel, Peter,
Melanesien, Gesamtheit der von W. nach O. und
SO. um den austral. Kontinent gelagerten Inseln sKarten: