Australien und Ozeanien Lu. II]. (S. auch Ozea⸗
nien.) Unter der Bezeichnung Melanesier werden einer—
seits alle Bewohner von M. zusammengefaßt (auch als
Papua Is. d.J im weitern Sinne bezeichnet), anderseits
nur die maldiisch-papuanische Mischhevölkerung (also die
reinen Papua im engern Sinne ausgenommen) von M.
verstanden Tafel: Menschenrassen, 41.
Melanesisch⸗ Mikrvnesische Svrachen, s. Malaio⸗
bolynefische Sprachen.
Meélange (frz. spr. angsch), Mischung, Gemengsel;
Mẽlanges, Sqyriften vermischten Inhalts: Miszellen.
Melanin, Ophthalmomelanin, Augenschwarz, ein
chwarzer Farbstoff in der Gefüßhaut des Auges, der Haut
8 Negerb, der Tinte der Sepien und krankhaften Ge—
Melanit, s. Granat. sschwülsten, eisenreich.
Heianochlör, s. v. w. Grüneisenerz (. d.).
Delanom (grch.) oder Pigmentgeschwulst, geschwulst⸗
zrmige, vorwiegend aus schwarzen Pigmentzellen bestehende
steubsibung, nimmt nicht selten einen bösartigen Charakter
in und heißt dann Melanosarkom.
—A—
Melanvse (grch.) Schwarzsucht, schwarze Verfärbung
»on Körperorganen und —geweben infolge Umänderung
des Blutrots (Hämatin) in schwarzen Farbstoff. Mela—
aõtisch, schwarz gefärbt.
Melanoskop (grch.), Schwarzseher, Zusammenstellung
iner dunkelroten Rubinglasscheibe mit einer violetten Glas⸗
latte; durch diese erscheinen die grünen Pflanzen schwarz.
Melanofpermeẽen, s. v. w. Phäophyzeen . dy).
Delanter, Pseudonym von R. D. Blackmore (s. d.).
Melautheen, s. Liligzeen.
Dielauurie (grch), Ausscheidung von Melanin (s. d.)
—
Vtelaphyr, Basaltit, Trapp, dunkelfarbiges Eruptiv⸗
zeftein, häufig mandelsteinartig ausgebildet (Melaphyrman⸗
elsteinß, ein porphyrisches Gemenge von Plagioklas, Augit
ind Olivin mit Maͤgnet⸗ und Titaneisen, zwischen den Schich—
en der Steinkohlenformation und der Vyas, verwittert zu
ruchtbarem Ackerboden; Chausseestein.
Wielas, Nischael, Freihert von, österr, General der
davallerie, geß 12. Mai 1729 zu Radeln bei Schüßburg,
i797 Oberbdefehlshaber in Italien, 14. Juni 1800 bei
Marengo geschlagen; gest. 31. Mai 1806 au Elbeteinitz
n Böhmen. sbung.
Melasma (greh.), fleckweise schwärzliche Hautverfär—
wielasse (irz), der bei der Zuckerfabrikation zuletzt ver⸗
bleͤbende Sirup, aus welchem kein Zucker mehr austristal⸗
lisiert. Der noch darin enthaltene Zucker (etwa 50 Proz.)
wird durch besondere Verfahren ausgeschieden (Melassen⸗
entzuckerung). Beim Osmoseverfahren treunt man durch
Osmose die leicht diffundierenden Salze der M. von dieser,
die nun zuckerreicher ist und durch Kristallisation Zucker ab⸗
zibt. Die Elution (nur noch felten) beruht auf Versetzung
der M.mit Wasser und Kalk; der sich bildende Melassenlalt
wird mit Alkohol ausgelaugt, der perbleibende Zuckerkall
uf Zucker verarbeitet; die Abfallauge wird zu Dünger oder
als Schlempekohle verwendet. Bei der Ausscheidung wird
der Zucker durch staubförmigen Kalt ausgefällt. Dieses Ver⸗
ahren ift die einfachste Melassenentzukerung und liefert fast
samtlichen Zucker der M. in großer Reinheit. Das Stron⸗
sanderfahren deruht auf der Fillung des gZuckers durch Stron⸗
an in der Siedehitze. Der erhaltene Strontianzucker (sog
Saccharat) wird durch Kohlensäure, zersetzt. Auch dieses
Zerfahren liefert fast den ganzen Zucker in höchster Reinheit.
Melassenschlempe, in der Spiritusfabrikation der
aach dem Abdestillieren des Alkohols der Melassenmaische
derbleibende Rückstand, reich an Mineralbestandteilen und
Stickstoff; gutes Düngemittel.
Melaftomazeen, Pflanzenfamilie der Myrtifloren,
Baͤume, Sträucher, Kräuter des trop. Südamerika. Einige
Arten sind Gewächshauspflanzen.
Melber, in Süddeuischland s. v. w. Mehlhündler.
wieibourne (spr. meillborn), Hauytstadt der brit.⸗
ruftral. Kolonie Victoria sKarte: Austr alienundOzea—
Jien I. 2], am Narra, 4 xm von dessen Mündung in die
Sobsonbai mit den Vororten (1903) 601460 6., Sitz der
Tolonialregierung, Universität (seit 1853); Handelsplatz
F— auch Beilage: Großbritannien und'grland];
ndustrie in Brauerei, Textilwaren, Maschinenbau. — M.
Brockhous' Kleines Konversations-Lexikon. 56. Aufl. II.

37]

Mel

335 gegründet, benannt nach dem brit. Premierminister Lord
MNa Zurch die Entdeckung der Goldfelder rafch nee
Melbourne (spr. mellbörn), William Lamb, Viscount,
rit. Staatsmann, geb. 15. Närz 1778, fland 1884 und
1835 41 an der Spitze eines Whigministeriums, gest.
35. Nov. 1848. — Bgl. M'iCullagh Toxrens (2Bde.,
dond. 1877). — Seine Gemahlin Taroline Lantb (geb.
8. Nop. 1788, gest. 28. Jan. 1628), Romanschriftstelletin,
durch g Verbindung mit Lord Byron bekaunt.
Melbye, Anton, dän. Marinemaler, geb. 18. Febr.
818 in Kopenhagen, gest. 10. Jan. 1876 zu Paris.
Melchers, Paulus, Kardinal, geb. 6. Jan. 1813 zu
MNünster, erst Jurist, 1841 Priester, 1807 Bischof von Osna—
rück, 1866 Erzbischof von Köln, 1870 Gegner der In—
allihilität, dann deren Verteidiger im Kulturkaͤmpfe; wegen
uwiderhandlungen gegen die kirchenpolit. Gesehe 28. Jum
3376 abgesetzt, 1885 Kardinal; gest. 11. Dez. 1898 zu Rom.
Welchtor, einer der Heiligen drei Könige (. d.).
Melchisedek (hebr., „König der Gerechügkeit“) nach
Mos. 14, 18 Priester und König zu Salem Ferufalem)
ur Zeit Abrahams, galt den fpütern Juden nach Ps. 110,4
ils Vorbild des Messias. Melchisedekiten (Melchiseve
ianer), gnostische Sekte des 2. Jahrh. welche M. als bimmischen
 Exlöser verehrte.
Melchiten, Name der orthodoxen Christen in den von
)en Arabern eroberten Ländern, als dem Laiser (König,
melech) gehorsam, im Gegensatz zu den Monophysiten.
Melchtal, zwei Taͤler der Beruer Alpen im Kanton
Obwalden; das Großze M. mit dem Dorfe M.; hier soll
Arnold an der Halden, benannt Arnold von M, einer
er Stifter des Schweizerbundes, gelebt haben, und das
dreine M., vom Großen durch den“ Hohenstollen getreunt.
Welde, s. Atriplex und Chenopodium.
Meldereiter, s. Jäger zu Pferde.
Meldorf, Kreisstadt im preuß. Reg.-Bez. Schleswig,
in der Miele, (1905) 3028 E. Amtsgericht, Gymnafium;
m Mittelalter Hauptort von ganz bieien
Meleagros (lat. ee Sohn des Ätolerkönigs
Dineus von Kalydon und der Älthaig, erlegte den kaly—
onischen Eber (s. Kalydon) und erschlüg die drei Brüder
einer Mutter, starb, nachdem die über seine Tat erzürnte
MRutter das Holzscheit, von dem nach einem Orakelspruch
ein Leben abhängig war, ins Feuer geworfen hatte.
Melkda (Melita), dalmatin. Insel, zur Bezirksh. Ra—
jusa gehörig, 99 qkm, 1623 E.; Haupttal Babinopolie
nit dem Orte M. (1099 E).
Melegnano (spr. -ennja-), früher Marignano, Stadt
n der ital. Prov. Mailand, ain Lauibro, (1901) 6666 E.;
sier 13. und 14. Sept. 1515 Sieg Franz' J. von Frankreich
iber die Mailänder und Schweizer; 8. Juni 1859 Napo—
eyns III. über die Osterreicher.
Meleguetapfeffer (spr. getta⸗), s. Aamomum.
Melena, Elpis, J. Schwarß, Marie Esperance von,
Melencze (spr.mellenze), Großgemeinde im ungar. Ko—
nitat Torontäl, (1900) 8486 E.
Melendez Valdes, Don Juan, span. Dichter, geb.
1. Maärz 1754 zu Riberg del Fresno, gest. 24. Mai 1817
ils polit. Flüchtling zu Montpellier; seine Gedichte (1788
i. hin den alten Nationalformen gehalten.
Meélenki, Kreisstadt im russ, Gouvb. Wladimir, an der
Unsha (zur Oka), 8804 E.; Flachshandel.
Melezitose, Laxierzucker, zur Gruppe des Rohrzuckers
ehörige Zuckerart in der Manna von Briançon (Aus—
chwitzung auf den jungen Zweigen von Larix europaea
O., frʒ. moleéze).
Melfi, Stadt in der ital. Prov, Potenza, am Fuße des
Bulkans Vulture, mit Foggiano (1901) 14649 E.
Meli, Giovanni, sizil. Dichter, geb. 4. Maärz 1740 zu
Palermo, Arzt und Pharmagzeut, gest. das. 20. Dez. 1815;
chrieb prächtige Lieder, auch epische Gedichte, Fabeln und
Zatiren, die Posse Ditirammu“; Auswahl dentfch pon
Sregorovius (2. Aufl. 1886).
Moelĩs I. Pflanzengattg. der Meliazeen, Baume des trop.
Asien und Australien. M. Azedarach T., der Paternoster⸗
zaum oder chines. Holunder, wird in Südeuropa als Allee—
jaum gezogen; seine Rinde ein Mittel gegen Eingen eide—
vürmer, seine Steine dienen zu Rofenkranzen.
Meliazeen, Pflanzenfamilie der Therebinthinen, Büume
der Sträucher des wärmern Asien und Amerika, deten Holz
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