Mel

162

technisch verwendet wird, z. B. das von Cedrela (s. d.)
u Zigarrenkisten, das Mahagoniholz von Swietenia (s. d.)
Melibiodse, s. Naffinose.
Melibokus oder Maichen, Gipfel des
Odenwaldes, 515 m, östl. von Zwingenberg,
mit Aussichtsturm.
Nelãoa L., Perlgras, Pflanzengattg. der
Bramineen. In Deutschland M. nutans
(nickendes Perlgras [Abb. 11641), mit hän⸗
genden Ährchen, sowie M. ciliata L. und alfissima
 L., zu Makartbuketts verwendet.
Melieren ——— Melierte Zenge.
aus vielfarbigem Garn hergestellte (gespren⸗
telte) Stoffe.
Melikertes, nach der griech Sage Sohn
des Athamas und der Ins (s. v. ), ward, als 1164. Perlsich
 diese mit ihm ins Meer flürzte, von graß
einem Delphin an den Isthmus von Korinth
ragen und unter dem Namen Palaimon göttlich verchrt.
Ihm zu Ehren wurden die Isthmischen Spiele eingesetzt.
Welikow, Loris-, s. Loris⸗Melikow.
Melilithbasalt, s. Basalt.
Melilla (spr. illja), Miila, span. Stadt und Presidio
üdl. vom Kap Tresforcas an der Nordküste von Marokko,
900) 8956 E., Hafen (seit 1902 Handelshafen), Zita⸗
vesle; seit 1496 spanisch.
Moliiõtus Vuss. Honigklee, Stein⸗
tlee, Melilote, Melote, Pflanzengattg.
der Leguminofen, Kräuter mit verschie⸗
den gefürbten Blütentrauben, die wegen
hres Gehaltes an Kumarin und Meli⸗
lotol stack honigartig riechen. Arten:
M. vulgaris WV. (weißer Steinklee)
M. osffleinalis L. (gelber Honigklee
Meliloteutlee Abb. 1165; a Blüte,
b Wurzel]), zur Bereitung des
zerteilend wirkenden Melilotenpfla⸗
sters und uen Motten gebraucht;
M. caeruléa Lom. (blauer Stein⸗ 3
klee. Schabzieger⸗, Käseklee, Sie⸗ v a. Mellotentlee·
bengeruch, Siebenzeit), aus Südeuropa und Nordafrika,
als Gewürzpflanze zur Bereitung von Kräuterkäse angebaut
und vietag verwildert; M. Iéucantha Koch GRiefen-,
Buchara⸗ oder Bocharaklee) Futterpflanze.
Wieline (spr. ihn), Jules, franz. Politiker, geb. 20. Mai
1838 zu Remiremont, Advokat in Paris, 1872 Mitglled der
Nationalversammlung, 1876 der Deputiertenkammer, 1883
885 Minister des —S 1888 und 1889 Präsident
der Deputiertenkammer, 1896 bis 16. Juni 18908 Mini⸗
terpräsident, 1903 Senator; schrieb „Die Rückkehr zur
Scholle“ (deutsch 1905).
Melingue (pr. längꝰ), Lucien, Historienmaler,
zeb. 18. Vez. 1841 zu Paris, gest. 4. Ott. 1888 zu Aix—
es⸗Bains; bes. Szenen aus der franz. Geschichte. — Sein
Bruder Gaston M., geb. 26. Zuli 1840 in Paris, malte
gistor. Bilder.
Melinit, von Turpin erfundener, hauptsächlich aus
Vikrinsäure bestehender Sprengstoff, früher nur in Frank⸗
ceich, Mie auch in andern Staaten verwendet.
Melioratisu (lat.), Boden⸗M., Verbesserung, bes.
zines Grundstücks oder einer Wirtschaft, int Gegenfatz zur
Deterioration; im engern Sinne (Amelioration) Entwus—⸗
serung und Bewäüsserung von Flächen durch Kulturtechniker
Melidrieren, verbessern — Val. Kaemmerer (1886). Reich
(1905). Montt.
WMelipulli, offizieller Name der chilen. Stadt Puerto
Melis, Meliszucker, Verbrauchszucker von geringerer
Qualität als Raffinade.
Melisch (vom grch. wolos, Lied), liedermäßig, fang⸗
hat melische Dichttunst, s. v. w. lyrische Dichtung.
Melisma (grch.), melodische Verzierung, Koloratur;
beim melismãtifchen Gesaug koͤmmen mehrere Noten auf
einen Vokal, im Gegensatz zum syllabischen, bei dem nur
eine auf jede Tertsilbe kommt.
Melissa L., Melisse, Pflanzengattg. der Labiaten.
Garten · oder Zitronenmeliffe 9 ofsteinalis L.), Kraut
mit zitronenartigem Geruch, Gartenpflanze; das Kraut
Melissenblätter) ist offizinell und dient zur Herstellung
Anes mild anregenden, berubigend auf die Unterleibsorgane

virkenden Tees sowie des sog. Melissen- oder Karmeliter⸗
eistes (f. d.).
Melfta, Insel, s. Meleda. sbei Diabetes findet.
Vielitämie (arch.), Zuckergehalt im Blute, wie ex sich
Melitene, Hauptstadt der Landsch. M. (zwischen Anti⸗
raurus und Euphrat) im östl. Kappadozien, jetzt Malatie.
Melitsopol, Kreisstadt im rufs. Gouv. Taurien, an der
ees 16624 E. Im Kreise M. deutsche Kolonien.
Melitose (Melitrisse), s. Raffinose.
Meliturie Gr die Zuckerharnruhr, s. Diabetes.
Melizitose, . Melezitose.
Melk (Moͤlt), Bezirksort in eee an der
Donau, m 2257 E.; alte berühmte Benediktinerabtei
(1089 gegründet) mit Gymnastum, prachtvoller Kirche
(Grabstuͤtte der ersten Babenberger und des heil. Colo⸗
nannusd, Bibliothet; im Archiv das Melkerkreuz. — Bgl.
deiblinger (2 Bde., 1867-68), Linde (2. Aufl. 1000).
WMelk, Heinrich von, s. Heinrich — Dichter).
Melkart (d. h. Stadtkonig), Name des Baal oder
Ztadtgottes von Tyrus, dessen Kult sich von hier aus
veit verbreitete. Nach ihm nannten die Phöntzier die
Straße von Gibraltar Säulen des M.“. Von den
Briechen mit Hexakles identifiziert.
Melxkntaschine, Vorrichtung zur Gewinnung der Milch
oon Kühen unter Ersparung der Handarbeit, mit der gleich⸗
eitigen Apit, die Milch reinlicher zu gewinnen. Eine
8896 von De Laval ausgestellte M. wird Laktator genannt.
Mellarvsa (Citrus bergamea mellaxdsa), Abart
»er Bergamotte (s. Citrus).
Melle, Negerreich der Mandingo vom 13. bis 18. Jahrh.,
m nördl. Nigerbogen (bis zum Gambia und Meer).
Melle, Kreisstadt im preuß. Reg.⸗-Bez. Osnabrück, an
der Else, 29 3257 E., Amtsgericht, Solbad.
Mellin, Guftav Henrik, schwed. Noveilist und Historiker,
jeb. 283. April 1803 zu Revolar (Finnland), gest. 2. Aug-376
 als Pastor zu Norra-Wram in Schonen.
Melltt, s. Honigstein.
Mello, Don Francisco Manuel de, s. Melo.
Meltrichstadt, Bezirksstadt im bayr. Reg.⸗Bez. Unter⸗
ranken, an der Streu, (1905) 2105 E., Amtsgericht;
ier 7. Aug. 1078 Sieg des Gegenkönigs Rudolf von
vee uͤber Kaiser — IV.
elnik, Bezirksstadt in Böhmen, am Einfluß der
Moldau in die Elbe, (19800) 4927 E., Schloß; berühmter
WVein⸗ und Obsthau. [3060 6.
Melnitk, Stadt im türk.« mazedon. Wilajet Saloniki,
Melo, Don Francisco Manuel de, eigentlich Mells,
pan. Dichter und Geschichtschreiber, geb. 23. Novp. 1611
u Lissabon, gest. das. 13. Okt. 1666; eeen „RKistoria
 de los movimientos, separacion y guerrs de Cataluũa
 en tiempo de Filipe IV.“ (1648; beste Ausg.,
2 Bde. Par. 182682), das Lustspiel „O fidalgo aprepliz“
 und die vorzüglichen „Apologos dialogaes“.
NMolooaotus Læ. et Otto, Melonenkaktus, Kalteengattg
mit sternförmigen Saqen und schopfigem Aufsatz. Maeommũnis
 DPC. aus Zentralamerika und Westindien, menschen⸗
—— mit wasserigem Saft („Quellen der Wüste“).
Wielodie (grehn) eine einstimmige, rhythmisch und
nach den Gesehen des musikal. Fortschritis geordnete Folge
on Tönen. Melsdik, Lehre, auch Kunst der M.; me—⸗
odiös, melodisch, wohlklingend, reich an Melodien.
Melodion, ein 1806 von Dietz in Emmerich erfundenes
Tasteninstrument, bei welchem der Ton durch Reibung
netallener Stabe hervorgebracht wird.
Melodrama (grih.), Schauspiel oder Deklamation,
iegleitet von Instrümentalmusik.
Melon Mieloncillo, spr. iIljo), s. Manguste.
Melone (Cucumis melo L), e Gaftg. Cucumis
gehörige Pflanze aus dem füdl. Asien, liefert kürbis⸗
irtige, süße Früchte; in zahlrelchen Vaxietäten (Kanta⸗
upen, Netz⸗- und glatte M) tultiviert, ebenso die Wasser⸗
M. (gitrullengurte, Angurie, Arbuse, O. Citruuuus L.),
dtachich in Auzarn, Sudrußland, Südeuroya und
ordafrika kultiviert.
Melonenbaum, J. Carica [Abb. 320).
Melouentarttus, s. Melocactus.
Melonenqualle, sJ. Rippenquallen.
Melophon — gitarrenförmiges Instrument. bei
dem die Töne durch Zungen erzeugt werden.