Meng⸗tfe (Meng⸗tze, Möng⸗tse Mengtsz), Stadt in
er Von Prov. Jün-nan, (1904) 12000 E.; Hafen,
dem fremden Handel seit 1889 geöffnet (Grenzzollamt).
Mengetze (der Weise Meng), eigentlich Weng⸗kho,
lat Meucius, chines. Sittenlehrer des 4. Jahrh. v. Chr.,
seben Konfuzius als größter Moralist verehrt. Seine
Gespräche hilden das „Buch des M.“, das vierte der sog.
pier klaffischen Bücher. — Vgl. Legge (engl., 1893).
Menhaden, Bunker (Cinpèa tyrannus Latrobe),
kleiner Fisch der Heringsgattg., an der atlant. Küste Nord⸗
amerikas, als amerik. Sardine im Handel, aber hauptsächlich
zuf Tran derarbeitet (Preßrückstände liefern Fischguano).
Menhirs (telt.. hohe Steine“), große hohe Stein⸗
ausen (meift Monolithen), oft mehrere in einer Reihe,
neist Grabsteine, in mauchen Ländern vielleicht Oralel⸗
der Opfersteine, zu den Megalithischen Denkmälern (s. d.)
— bef. in Skandinavien (s. Bautasteine), Deutsch⸗
and und der Bretagne.
Menieresche Krankheit (pr. tährsche), bestehend in
Dhrensausen, Schwindel, Erbrechen und zeitweiliger Be⸗
wuͤßtlosigkeit, wonach unsicherer, taumelnder Gang und
sochgradige Schwerhörigkeit zurückbleihen, beruht auf Er⸗
rantung des Gehirns oder der Schalleitungsapparate im
Dhr. — Bgl. von Frankl-Hochwart (2. Aufl. 1906).
Meniletk (fälschlich Menelit), Kaiser von Abessinien,
geb. 17. Aug. 1844, 1865 König von Schoa, 9. März 1889,
nach dem Tode von Johannes, Negus Negesti von ganz
Abesfiniten, schloß mit den Italienern 2. Mai 1889 einen
Abhangigkeitsvertrag, besiegte fie aber 1. März 1896 bei
Adua.“ Vurch den Frieden zu Addis Abeba (26. Okt. 1896)
»öllig unabhängig. — Bgl. Paulitschte, „Harar“ (1888)
Venilmontant (spr. mongtäng), früher Vorstadt,
etzt Arrondissement pou Paris.
Menin (pr. näng), fläm. Meenen, Stadt in der
zetg. Prov. Westflandern, au der Lys, (1904) 19377 E.
Preningitis (grch.) Gehirnhautentzündung (s. d.);
I. corspro- spinalis, Genickstarre (s. d.); M. spinalis,
Rückenmarkshautentzündung, s. Rückenmarkskrankheiten.
PNeninx (grch.) die Hirnhaut.
wienippus, Zyniker, geb. in Gadara in Palästina,
wahrscheinlich im 3. Jahrh. v. Chr., behandelte Gegen⸗
unde aus dem Gebiete der praktischen Philosophie in
eiterm Tone. — Bgl. Fritzsche (15879),
Veniskus (grch kleiner Mond'), etwas von der
Form der Mondchel; in der Optik eine konkav⸗bonvere
dinse; in der Geometrie ein halbmondförmiger Kreis⸗
bschnitt; Knorpellage im Kniegelenk.
Menispermazeen, Pflanzenfamilie der Polykarpen.
neift trope windende oder kletternde Gewächse.
Menk, s. Stinkmarder.
Mennige, s. Blei. [Minden, (1905) 8051 E.
vilennighüffen, Bauerschaft im preuß. Reg.⸗Bez.
Hienno, Simons, Stifter der Mennoniten (s. Tauf⸗
zesinnte), geb. 1492 zu Wilmarfum (Friesland),Lath,
hriester, schloß sich den Toufgesinnten an, später Bischof
u Gröningen, gest. 13. Jam 16559 zu Oldesloe GHol⸗
tein); schrieb: Fundamentbuch von dem rechten chriftl
Flauben⸗ (1638) u. a. — Bgal. Mannhardt (1882),
Fleischer (holländ., 1892).
Mono lital.), weniger; meno allégro, weniger schnell;
nenso rTorte, weniger stark.
Menologium (grch.), nach den Monatstagen geord⸗
geie Heiligengeschichte; Heiligenkalender.
Menominee (opr. nih), Stadt im nordamerik. Staate
Michigan, gegenüber von Narinette (s. d.).
Bienopause (grch.), Zeit des Nachlassens der Men⸗
truation (s. d.).
Menorca (Minorca), die kleinere der Balearen, 760
Ixm, “ 37376 E., Kalksteinhöhlen; UÜberreste kelt.
hauwerke; Hauptstadt Mahoön. sstrugtion.
Mienostafe grch), krankhafte Unterdrückung der Men⸗
wienotti, Ciro, ital. Patriot, geb. 23. Jan. 1798 zu
Miglierna bei Carpi, Industrieller, suchte 1831 Herzog
Franz IV. von Modena die ital. Königskrone zu ver—
schaffen, wurde vom Herzog in Modena festgenommen,
16. Mai 1831 hingerichtet.
Biensaͤleh, Strandsee in Unterägypten, östl. vom
Damieitearm, zur Zeit der Nilschwelle 2800 4km; an ihm
Wae aliety die Stadt M.. (1807) 10421 E.

1658

Men
Mensalgüter, Tafelgüter, Güter, deren Einkünfte
ur Bestreitung der fürstl. oder bischöfl. Tafel (Hofhal⸗
ung verwendet werden.
ensch (Homo saptens L.), der höchst entwickelte
ebende Organismus, Vinn in die Klasse der Säugetiere,
inter denen ihm die Affen und unter ihnen wieder die
Menschenaffen (s. d.) zunächst stehen; ausgezeichnet und von
Alen Tieren unterschieden durch die besondere Entwicklung
eines Gehirns, die lückenlose ne mit nicht hervor⸗
ragenden Eckzähnen, die eigentümliche Behaarung, den auf⸗
echten Gang, den Gebrauch der Hände, die e Tafeln:
sntwicklungsgeschichte , 28 —80; Skelett; Ein—
eweide DTu. I; Nervensystem Ju. II; Sünnes-—
rgane Lu. II.] Mit der Erforschung seiner Iaturgescicn
ichen Eigentümlichkeiten beschäftigen ib die Anthropologie
s. d.) und Anthropometrie G. d.); mit dem stofflichen und
eisstigen Kulturbesitz die Ethnologie (s. d. und Tafeln:
thnographie Lu. 11). Über die verschiedenen Systeme,
ie Menschen einzuteilen, und die Abssinmnnn des Men⸗
chengeschlechts s. Menschenrassen nebst Tafeln Ju. II.
Ztatistisches s. Erde und Beilage: Bevölkerung, nebst
darten I'u. II.
Siteratur. Allgemeines: Fritsch (1809), Hirth (1000fg.),
3loß (7. Aufl. 1901 — 2), Daffner (2. Äufl. 1802), Wie—
— ——
905); Anthropologie: Topinard (franz., 1886 u. 1898),
Schmidt (1888), Ranke (2 Bde., 2. Aufl. 188394), Plat
3. Aufl. 1887), Livi (ital., 1800), Martin (1801), Cels
franz. 1904); Abstammung: Darwin (deutsch, 8. Aufl.
1890), Haeckel (7. Aufl. 1888), Alsberg (1002), Klaatsch
1902), Stratz (1804 u. 1906), Schwalbe (1904), Michaelis
1904), Bölsche (1904 u. õ.); Rassenkunde: Virchow (1896),
Zergi (ital. 1899), Deniker (franz., 1800), Quatrefages
franz., 2. Aufl. 1900), Driesmans (1902), Gobincau
deutsch, 2. Aufl. 19023), Hertz (2. Aufl. 1s804), Mucke
1905); (deutsche) Zeitschriften: „Archiv für Anthropoogie“
 (1866 fg.), „Zeitschrift für Ethnologie“ (1869 fg.),
„Korrespondenzblatt“ (1870 fg.), „Zentralblatt für An—
hropologie“ (1886 f9.), „Politisch-anthropol. Revue“
1903 f9); über Authropogeographie, Ethnologie, Gesell⸗
chaftswissenschaft, Urgeschichte ꝛc. s. diefe Artikel und Ar—
ikel Geographie.
Menschenaffen, menschenähnliche Affen, Anthropoi⸗
en, Pithekoiden, Anthropomorphen (Anthropomorpha),
Bruppe großer, schwanzloser Affen aus der Familie der
Schmalnasen. Hierher: der Schimpanse, Gorilla und der
Drang⸗Utan (s. diese Artikel und Tafel: Affen J, 1-3).
Vol. Hartmann (1883).
Menschenfresser, s. Kannibale.
Menschenhai, s. Haifische [Abb. 748 a].
Menschen rassen. Der erste, der in der Neuzeit eine
vissenschaftliche Einteilung des Menschengeschlechts versuchte,
var Linne (1766); er teilte sein mit Affen, Halbaffen
ind Fledermäusen in dieselbe Ordnung der Primaten ein—
zereihtes Geschlecht der Menschen (GKenus Homo sapiens L.)
n zwei Arten (Species): den Tagmenschen (Homo diuraus
 L.) und den Rachtmenschen (Homo nocturnus 42);
der letztere ist der »„Orang-⸗Outang“ des Bontius. Der
dagmensch zerfüllt in vier Rassen nach den bekannten vier
dontinenten mit Berücksichtigung körperlicher und geistiger
ethnogr.) Eigenschaften, unter erstern namentlich die
hautfarbe sowie Farbe und Bildung der Haare, unter letz⸗
ern die vier Temperamente und die Kleidung: Amerika—
ner, Europäer, Asiate, Afrikaner. Blumenbach (1788)
ügte zu den vier geogr. Rassen Linnes für die neu—
—35 — Inselwelt des fünften Erdteils noch eine
ünfte M., die malaiische. Bei seiner Rassenaufsiellung
enutzte er vor allem noch die verschiedenen Kopfformen.
er stellte auf: Kaukasier, Mongolen, Athiopier, Ameri—
aner, Malaien (kaukas., mongol., äthiop. amerik., ma—
aiische Rasse). Der engl. Arzt und Naturforscher Prichard
aute auf dieser Grundlage ein ethnolog. Shstem der M.
auf, ihm folgten Horatio Hale u. a. In Deutschland hat man
bdis zum Ende der sechziger Jahre des 18. Jahrh. an der Blu—
menbachschen Einteilung der Rassen festgehalten, während
nan in Frankreich noch heute Cuvier folgt, der die Mensch—
jeit nach ihrer Hautfarbe und andern anctom. Kennzeichen
nn drei Rassen (nach den, drei Söhnen Noahs) einteilt:
n eine weiße, gelbe und schwarze, wobei für feinere Ab—