Meridian (lat.), Mittagskreis, der durch die beiden
Pole und durch das Zenith und Nadir eines Ortes der
Erde gezogene Kreis der Himmelskugel, der den Aquator
und Hortgont sentrecht durchschneidet. Alle auf einer
durch die Pole begrenzten Meridianhälfte (Grad der Länge,
Längenkreis, Mittags oder Meridianlinie) liegenden Punkte
der Erde haben gleichzeitig Mittag und gleiche geogr. Länge
(s. d). Die den M.in 360 (bez. 180) Grade GMieridian⸗
oder Breitengrade) teilenden, dem Aquator parallelen Linien
Grade der Breite) bestimmen die geogr. Breite (s. d.)
Im M. erreichen die Sterne ihren höchsten Stand über
dem Horizont (Meridianhöhe). — Meridiangradmessung,
.Breite und Gradmessung.
Merxridian (jspr. meriddlen), Stadt im nordamerik.
Staate Mifsifsippi, (1800) 14050 E.
Meridianinstrument, s. v. w. Passageninstrument;
ist es zur Messung von Höhen mit einem Kreise versehen,
o heißt es Meridiankreis.
eridianzeichen, Miren, im Meridian eines Durch⸗
zangsinstruments in möglichst großer Entfernung (einige Ki—
lometer) aufgestellte Zeichen zur Orientierung und Fehler—
hestimmung der Instrumente.
Moridies (lat., Mittag, Süden; meridionãl, mittügig,
üdlich; auf den Meridian bezüglich—
Merimẽe, Prosper, franz. Schriftsteller, geb. 28. Sept.
1803 zu Paris, 1844 Mitglied der Akademie, 1833 Sena⸗
tor, gest. 28. Sept. 1870 zu Cannes; schrieb: „Théatre
Je Giara Gazul“ (1825, Komödien), „Guzla“ (I827,
Volkslieder), Ia Jacquerie“ (1828, Sittenbilder), histor
Romane und treffliche Novellen („Mosaique“, 1833
Contes et Nouvelles“, 18463 Lettres à une in
nnue“, 1873 u. 1875) u. a. — Val. d'Haussonville (1888),
Filon (1604 u. 1808).
Merino (span.)/ zweiseitig geköpertes Kammwollzeug
geschoren und mit glänzender Appretur. — Merinogarn,
Jaran aus feiner kurzer Wolle; auch halbwollenes Strumpf—
virker⸗ und Strickgarn.
Merinos, spanische in andere
dänder eingeführte Schafrasse mit fei⸗
ner Wolle, in Deutschland eingeteilt in
Flettoralss (s. Elektoralschafe), mit
fehr feiner, kurzer, Negrettis. mit
weniger feiner, längerer, und Ram—
qↄouiliets [Abb. 1168], mit noch
weniger feiner, aber noch längerer
Wolle. Abart der letzten die seidenwolligen Mauchamps.
Bgl. Mitfschke⸗Collande (1888), Bohm (2. Aufl. 1891).
Merisneth, Grafschaft in Wales, 17381 qkm. (1901)
9130 E.; Hauptstadt Dolgelly.
Meriftem (grch.), in der Botanik jedes lebhaft durch
Teilung sich vernehrende Zellgewebe, welches teils an den
rorwachsenden Spihen (ur-M.), teils auch in ältern Var⸗
tien (Folge-⸗M.) sich befindet.
AMorite, Orven pour le (spr. pur le merit, „für das
Verdienst“), 1740 von Friedrich d. Gr. gestiftet für Mili—
tar⸗ und Zibilpersonen, seit 18. Jan 1810 nur als Beloh⸗
nung für das im Kampfe gegen den Feind erworbene Ver⸗
dient; feit 31. Mai 1842“ auch eine Friedensllase fin
Wissenschaften und, Künste. Kriegsdekoration ein blaues
aiztspitiges Malteserkreuz, in dessen vier Winkeln je ein
goldener Adler. Ordenszrichen der Friedenklasse ein run⸗
es von vier Kronen umgebeunes Schild, auf dessen äußerm
hauem Rande die Worte „Four le, mérite“, auf dem
sanern weißen viermal IFund I stehen. Ordensband
saͤwarz mit silbernem Randstreifen. [Tafel: Orden.]
Meritorisch (lat.), verdienstlich: in Osterreich s. ve w
wesentlich, sachlich.
Moritum (lat.), Verdienst, in der kdath. Theoloagie bes.
ras Verdienst des Menschen vor Gott.
Merivale (spr. merrlwehl), Charles, engl. Historiler,
geb. 8. März 1808 zu Bristol, seit 1868 Dechant von Ely,
Jest. 27. Dez 1893; schrieb: „Aistory of Rorae under the
perors“ (8 Bde., 1880 62; deutsch 1866—72) u. 4.
Mertk, Pflanzengattg. s. Sium. b“ 5000 6.
Dierka (Miarta), Hafenplat in Ital.- Somalland,
Vilerkantilifch (neulat.), auf den Handel bezüglich, kauf⸗
nännisch; Merkantilist, Anhänger des Merkantilsystems.
Merkantilsystem, Merkantilismus, das namentlich
onñ Golbeat . 1. daber auch Casbertismus) entwickelte

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Mer

iatisnalskonomische System, das im Besitz edeln Metalls
ind im Uherwiegen der AÄusfuhr über die Einfuhr den Reich—-um
 des Landes sah, daher Bergbau, Handel, Industrie
ind Ausfuhr förderte, dagegen Ackerbau und Einfuhr
durch Zölle) beschränkte; durch die Physiokraten und Adam
Smith wissenschaftlich überwunden.
Merkaptän, Uthylsulfhydrat, Schwefelalkohol, Thio⸗
aiskohot, Alkohol, in dem der Sauerstoff durch Schwefel ver⸗
reten ist, entsteht bei der Destillation von Natriumsulf⸗
Wdrat mit äthylsaurem Kalium, wasserhelle, bewegliche
Flüssigkeit von höchst widerwärtigem Geruch; spez. Gewicht
sn; siedet bei 360; dient zur Darstellung von Sulfonal.
Merkaptol, f. ———— ———
Merkara, Hauptstadt der indo-brit. Prov. Kurg,
Werkel, Adolf, Strafrechtslehrer, geb. 11. Jan. 1836
u Mainz, seit 1874 Prof. in Straßburg, gest. das 80. März
896; Vee „Kriminalistische Abhandlungen“ (2 Bde.
887), „Jurist. Enzyklopädie“ (2. Aufl. 1900) , Lehrbuch des
zeutschen Strafrechts“ (1889)9, „Hinterlassene Fragmente
und gesammelte Abhandlungen 2 Bde. 1888 -39) ꝛc.
WMerkel, Garlieb, Schriftsteller, geb. 21. Okt. 1769
iuf, Lodiger in Livland, starb, nach luͤngerm u ne
n Leipzig, Weimar und Berlin, d. Mai 1880 zu Deptins
of bei Riga; Gegner Goethes und der Romautiker;
chrieb: „Briefe an ein Frauenzimmer über die neuesten
ßrodukte der schönen Literatur in Deutschland“ (1801 8)
1. 4. — Vgl. Eckardt (1887). lfrauken, (1905) 825 E.
Merkeundorf, Stadt im bayr. Rege-Bez. Mittel
Merkur, röm. Gott, s. Mercurius. — WMi, sMetall,
Quecksilber.
Merkur, der der Sonne am nächsten (im Mittel 371
Mill. xm) stehende Planet; Durchmesser 1800 151; Um
aufszeit 88 Tage; Rotationsdauer ebenfalls 88 Tage;
er besitzt eine Asmosphäre.
Merküur, Großer Staufen, Berg im Schwarzwald, bei
Baden-Baden, 672 meboch; Aussichtsturm
Merkurblende, s. Sinnober.
Merkurial, quecksilberhaltig; Merkurialmittel, Mer—
urialien, die Quecksilbermittel.
Merkurialin, s. Methylamin.
Vertkurialismus, s. Quecksilbervergiftung.
Merkurialpflaster, s. Quecsilberpflaster.
Merkurialfalbe, s. Quecksilbersalbe.
WMerkurichlorid, s. Quecksilberchlorid.
Merkurioryd, Merkurifulfät, Merkuriver⸗
udungen ꝛc., s. Quecksilber.
WMerkurochlorid, s. Quecksilberchlorür.
Merkurstab, s. Caduceus JAbb. 306)].
Merle, s. Drossel [Abb. 458)].
Merle d'Aubigné (spr. merl dobinnjeh), Jean
Henri, franz. reform Kirchenhistoriker streng calbinistifcher
Richtung, geb. 16. Aug. 1794 in Genf, seit 1830 Proͤf.
an der von der Staatskirche getrennten Moole de theo.
ogie svangélique das., gest. 20. Okt. 1872; Haupt⸗
verke: „FHistoire de la réformation du 160 siécle“
(6 Bde., deutsch 2. Aufl. 1861), „AListoiro de le réfornstion
 en Turope au temps de Calvin“ (8 Bde.;
eutsch, 4 Bde. 1768 -66). — Biogr. von Bonnet (18745)
Merlette (frz., von merle, d. i. Amsel), in der Wap⸗
enkunde die Amsel ohne Füße und Schnabel.
Werlin, der Zanberer, altbrit. Sagengestalt; nach
Beoffrey von Monmouth in der brit. Chronik, der die
Prophetiae Merlini“ beigefügt sind, und in „Vita Mer
ini⸗ aus Vermischung eines Dämons mit einem Weibe
ntstanden; der Stoff vielfach poetisch und in Romancn
ehandelt. — Val. San-Marte (1858).
Werlino Coccajo, s. Folengo, Teofilo.
Werlüschti (russ. Lämmerfelle als Pelzwerk.
Mermillod (pr. joh). Kaspar, Kardinal Bischof von
Lausanne und Genf, geb. 22. Sept. 1824 zu Carouge, seit
1847 Prediger in Genf, 1857 Stadtpfarrer, 1868 vom
Papsft, mit der, bischöfl. Gewalt für Geuf delraut, wegen
überschreitung seinet geistl. Befugniffe 1872 von der Staats—
hehörde abgesetzt und, als er vom Papste 1878 zum apostol.
Zilkar von Genf ernannt ward, ausgewiesen; seit 1883 Bi⸗
chof von Freiburg- Lausanne, von Geuf Nicht anertannt,
1890 Kardinal; gest. 28. Febr. 1892 in Rom. — Biogr.
»on De Belloc (1892). sbis Krösus (s. Lydien).
Mermnaden, die lIydische Käniasdunastie von Gyges