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Messedaglia (spr.-Aallja), Angelo, ital. Nationalöko—
nom, geb. 2. Nov. 1820 zu Villafrauca, 1858 Prof., in
pᷣadua fpüter in Nom, gest. das. 5. April 1901; schrieb:
IL gcienza statisties della populazione“ (1878), „La
Watisstica della criminalità“ (1879), „La storia e la
atatistica dei metalli preziosi“ (1881), „La moneta“
188283) u. a.
Messen, Handelsmessen, große, längere Zeit anhal—
tende Märkte (s. d.), vorzugsweise für den Großhandel
an bestimmten Orten (Meßplaͤtzen), eutstanden in Anschluf
an Kirchenfeste, wurden durch Privilegien (Meßfreiheiten;
und Zahlungserleichterungen (Meßvaluta) gefördert und
durch Meßordnungen geregelt, sinken aber immer mehr zu
Abrechnungstagen und Musterausstellungen herab (Leipzig,
Frankfurt ä. O, Lyon, Beaucaire, Sinigaglia, Bergamorc.),
dehen hauptsächlich noch in Blüte, wo es an guten Ver—
ehrsmitteln mangelt (Nishnij Nowgorod, Tanta Agypten],
Mekka, Hardwar e Irbit und Kiachta).
Messene, Stadt in Messenien (s. d.).
Messenten, Landschaft im SW. des Peloponnes, im
O. durch den Taygetos von Lakonien, im N. durch das
dykäongebirge von Ärkadien und Elis getrennt, im W. und
S. von dem tief eindringenden und den Messenischen
Meerbusen bildenden Jou. Meere bespült; in der Mitte
dom Pamisos durchflossene Ebene, am Rande gebirgig,
m W. im Fen 1391 mm hoch; nach S. in eine Halb—
nsel mit dem Kap Akritas (jetzt Gallo) auslaufend. M.
hatte nach der dor. Einwanderung eigene Herrschaft, unter—
lag im 1. und 2. Messenischen Kriege (748 —724 und
385 —ã668 v. Chr.) den Spartauern, suchte im 3. Meise⸗
nischen Kriege (466 —455 v. Chr.) vergeblich seine Freiheit
wiederzuerlangen, wurde durch Epaminondas 369 v. Chr.
wiederhergestellt (mit der neuerbauten Hauptstadt Messene)
und blieb bis 146 v. Chr. unabhängig. Im heutigen Königr
Griechenland bildet der südl. und östl. Teil des alten M.
den Nomos M., 1727 qkm, (1896) 110 327 E., während der
nordwestl. Teil zum Romos Triphylia gehört. Im Nomos
M. Korinthen-, Wein⸗-, Feigen- und Olivenbau; Hauptori
Kalamä. Das alte Messene, im Volksmunde Nisi (Pa—
nisos), am Pamisos, 8122 E.
Messerscheide, s. Scheidenmuscheln.
Meßfahne, s. Jalon.
ehgewand die Kleidung des kath. Priesters beim
— en, in der Advents- und Fastenzeit violett, am
Karfreitag und bei Trauergottesdiensten schwarz, an son—
stigen Fesien und Sonntagen je nach deren Charalter weiß,
rot oder grün. ssias“ von Klopstock (s. d.)
Messtade, Ferae für, das religiöse Epos „Mes—
Mesfianisch, auf den Messias (s. d) bezüglich.
Meffias (hebr. maschigon, grch, Christös), der Ge—
albte, im A. T. Bezeichnung des Königs; spüter aus—
chließlich von dem erwarteten Sprößling des Stammes
David gebraucht, der als vollkommener König nach einer
Zeit der Drangsale (den sog. Messiaswehen) das Mesianische
 Reich aufrichten werde. Daneben dritt in den
Weissagungen der hebr. Propheten die Vorstellung vom
Gottestknechte“, d. h, dem treuen Teile des Volks, dem
die Weltherrschaft bestimmt sei, hervor. In der letzten
Zeit vor Christus belebte sich die eigentliche Messiashoffnung
 wieder, und Jesus selbst erklaͤrte sich ausdrücklich
 für'den verheißenen M., gab jedoch den sinnlichen Er—
wartungen der Juden eine tiefere geistige Verree und
verband (nach Jes. da fg.) mit der Idee des königl. M.
die des leidenden M., den dann schon die älteste Christen⸗
jeit in den Messiauischen Weissagungen des A. T. nach⸗
uweisen suchte. — VBgl. Baldenfperger (3. Aufl. 1008),
Paul (18985), Hühn (2 Tle. 1888 - 1900).
Messidor, der 10. Monat im franz. republikanischen
Kalender (19. Juni bis 18. Juli).
Mossisurs (frz., spr. Fioh), abgekürzt M. M., Plural
von Monsieur, d. h. (meine) Herren.
Messin, Le (spr. nd, die Umgebung von Mez.
Messina, Hauptstadt der ital. Prov. M. auf Sizilien
Karte: Italien 1,7] (3226 4km, 1905: 663 718 E.),
an der Straße von M. (Faro di M.), (1901) 148 778 E.,
ttark befestigt, Dom (1088 begonnen), Kirche Sta. Mad—
dalena, Universität (1838 eröffnet); Hafen sBeilage: It a—
ien] mit zwei Leuchttürmen. — Mi, 732 v. Chr. von
rumdischen Seerkubern unter dem Namen Zankle gegründet.

im 493 durch Anarilas von Rhegion mit Messenern be⸗
iedelt und Messanag benannt, seit dem 1. Punischen Kriege
misch; 831 n. Chr. von den Sarazenen, spüter von den
Normannen erobert; in neuerer Zeit durch Pest (1740)
ind Erdbeben (1783) verödet; 1860 von Garibaldi be⸗
etzt, Zitadelle 1861 von dem ital. General Cialdini ein⸗
genommen.
Messina, Straße von (Faro di M.), Meerenge zwischen
Süditalien und Sizilien, 30 KmuIg., 3,8— 22 km br.
Messing, Gelbkupfer, Gelbguß, eine Kupferzinklegie⸗
rung von heil- bis goldgelber Farbe, mit 18—30 Proz.
Zzinkgehalt, läßt sich sehr gut gießen. Beim Gußz⸗M. unter⸗
cheidet man 19 ordinüres Guß-M. (Stück-M. spröde, mit
oͤhem Zinkgehalt), 2) zähes Guß-M. für Roͤhren und
Apparate der IAc Industrie, 3) Guß⸗M. für Kunstguß
nit hohem Kupfergehalt (Cuirre poli, Bathmetall). Das
chmiedbare M. (Neu-⸗M., Muntzmetall) enthält ca. 10 Proz.
Zint und ca. 5 Proz. Eisen; das zur Drahtfabrikation
ind zu Blech ausgewalzte Tafel-M. muß von fremden
Beimengungen möglichst frei sein.
Messinggießerei, Gelbgießerei, die Herstellung von
Zußwaren aus Gußmessing (s. Messing).
Meßinstrumente, elektrotechnische, Apparate zur
Messung der Spannung (Voltmeter), der Stromstärke
Amperemeter, Galvanometer), des Widerstandes (Ohm⸗
neter), der Energie (Wattmeter), des Verbrauches (Elek⸗
rizitätszähler), beruhen meist auf elektromagnet. Wirkung.
Meßinstrumente, geodätische, die in der Feldmeß⸗
'unst benutzten Instrumente zum Tn von Winkeln,
daͤngen und Höhen. Signalinstrumente sind Heliotrop und
Jalon; Längen⸗-M.: Bandmaß, Meßkette, Meßlatte und
Basisapparat; Horizontalwinkelmesser; Kompaß, Spiegel⸗
nstrumente, Meßtisch, Kippregel; Vertikalwinkelmesser:
dippregel, Theodolit. Tachymeter ꝛc.
Meßkanon, s. Messe.
Meßrkatalog, Verzeichnis der erschienenen Bücher,
Kunstsachen und Landkarten, jährlich zweimal zur Oster⸗
und Michaelismesse, erschien in Frankfurt a. M. 1664-1759,
 in Leipzig 13865—1850. — Bgl. „OCodex nundiaarius
 ote.“, hq. von Schwetschke (1850 um. 1877).
Meßkeil, ein aus Glas oder Stahl angefertigter
deil, dient zum genauen Messen des Abstandes der Enden
zweier Meßstangen voneinander.
Meßkeite, eine meist 20 m lange Kette aus durch
leine Ringe verbundenen Stahlstäben von O,s m Lüänge be—
stehend, dient zur Ausmessung gerader Linien an dem
Felde, Kettenmessung. Jede Abtragung wird durch einen
dettennagel gekennzeichnet.
Meßkirch, Anitsstadt im bad. Kr. Konstanz, an der
Ablach, (1805) 3800 E., Amtsgericht; hier 6. Mai 1800
Sieg der Franzosen unter Moreau über die Hsterreicher.
Meßkonten, Meßkontierungen, die Kontierung (s. d.),
pie früher nur auf den Messen stattfand.
Meßlatte, Meßrute, hölzerner Maßstab zum Messen
reineret Langen im Felde; von etwa 41m Lange.
Weßnuer, s. Küster.
WMeßopfer, s. Messe.
Meßrad, mit Zählwerk versehenes Rad zum Messen
»on Langen und zurückgelegten Wegstrecken. (S. auch
durvenmesser.)
Messrs. (engl., spr. meschrs), Abkürzung von Mesienrs,
 (die) Herren (bes. bei Firmen in Briefaufschriften).
Meßruie, Meßstab, s. Meßlatte. A
Meßtisch, Mensel, Feldmeßinstru— 42
nent, ein auf einem Stativ S [Abb.
1171] horizontal aufgestelltes, mit Zei⸗
henpapier bespanntes Reißbrett R, auf
dessen Fläche durch ein mit Visiervorrich—
ung vv versehenes Lineal L Richtungs⸗
inien aufgezeichnet werden, aus denen
ich ein enmetris richtiges Bild des
. —
—A in beliebiger Verkleinerung un1. Meztisch.
Meßtischblatt, der 60. Teil einer Gradabteilung.
Meß⸗ und Marktsachen, auf Messen und Märkten
eschlossene Handelsgeschüfte. Die M. u. M. werden vom
Hesetz als schleunige Sachen behandelt und gehören daher
u den Feriensachen, in denen auch während der Gerichts⸗
erien Termin abgehalten wird.