der Erdoberfläche mit sog. Meteorologischen Stationen
(s d.d, die zu hationalen Bebbachtungsneßen verbunden sind,
an deren Spitze Meteorolog. Zeutralstellen oder Institute
stehen. Seit 1860 ist einerseits diese Organisation uͤber viel
——— auch durch Verein⸗
barungen auf internationalen meteorolog. Kongressen (1878
Wien) größere Bergleichbarkeit gesichert, anderseits durch
Vergleichung gleichzeitiger Zustände miltels Synoptischer
Karken (s. Wetterkarten) eine neue, mehr physik. Richtung
ringeschlagen worden, die durch Weiterprognoöse (j. d.) und
Sturmwarnungen auch prabtische Anwendung gefunden hat.
— Val. Trabert (2. Aufl. 1801 van Bebber (1802), Mohn
1003), Hann (2. Aufl. 1905), Börnstein (2. Aufl. 1906).
Veteorologische Etationen, Stationen für regel⸗
mäßige Beobachtung der Erscheinungen der Meteorologie
(j. 125; es gibt M. S. 1. Ordnung, kurz Observatorien,
2, 3. und 4. Ordnung, je nach dem ümfange und der Ausrüstung
 mit Instrumenten; eine Mittelstellung zwischen den
Siationen 1. und 2. Ordnung nehmen piele Stationen auf
hohen Bergen (Gipfel⸗, Höhenz/ Hoche, Hange, Kamm—
stationen) ein, welche, wie die Stationen 1. Ordnung, mit
Regiftri erinstrumenten ausgerüstet sind. Neben diesen M. S.
gibt es noch Gewitter⸗ und Hagelstationen, Meßstellen für
Sqhneetiefen, Beobachtungsstellen für Phänologie 2c.
Meteorologische Zeichen find international seit
1873 vereinbart, so S für Regen, * für Schnee, 4 für
Hagel. für gebel ac. um Kürze und allgemeine Ver⸗
andlichkeit zu exreichen.
Metedrpapier, s. Cladophors und Oedogonium.
Meteörring, s. Sternschnuppen.
Meteorftahl, s. v. w. Nickelstahl (s. Eisenlegierungen).
Dieteorfteine, Mondsteine, Meteoriten Meteoro⸗
lithen, Aerolithen, Uranolithen, fteinartige oder metallische
Massen, die, von Sternschnuppen herrührend, einzeln oder
in Menge auf die Erde sallen. Die Steiumeteosrite sind
hauptsächlich aus Silekaten zusammengesetzt, die Eisen
eteorite bestehen hauptsüchlich aus einer Rickeleisenlegie—
rung, die entweder strukturlos ist oder kristallinische (okta⸗
edrifche oder hergedrische) Struttur zeigt. Durch Atzung
einer polierten Fläche eines ottaedrischen Eisens mit Sänre
entstehen die Widmanstättenschen Figuren [Tafel: Astro⸗
romie II, 11]. loberfluche gelangende Wasser
Metedrwasser, das als Regen, Schnee rc. auf die Erd⸗
eler tz metre), Grundmaß des dezimalen (metri⸗
schen) Maßsystms, der zehnmillionste Teil des Viertels
es ẽrdmerediaus Eder zehnmillionste Teil des Erd⸗
meridianquadranten), und zwar des Quadranten zwischen
Aquator und Nordpol. Der gesetzliche franz. M., an Stelle
des frühern Fuß⸗ und Ellenmaßes allgemein eingeführt,
z orea Parifer, 8,186 preuß., 8ge⸗ Wiener, 3,281 engl.
und russ. Fuß. Die höhern (griech.) und die niedern (lat
benannten) Einheiten werden nach dem Dezimalsystem ge⸗
hildet: Deka-, Hektos, Kilos, Myria-M. (10, 100.
1000, 10 000 in), Dezi⸗, Zentis, Milli-M. E oo,
is ooo m). Der Quadrat-M. ist die Grundlage des Flächen⸗
maßes (s. Ar, Kilometer). Aufs Kubit⸗M. (als Holzmaß
in Frantreich Stere genannt) gehen die Körpermaße und
Gewichte zurück (11* , ooo ebm, 1x8 die Schwere eines
dilers desculierten Wassers bei 400. im luftleeren Raume).
S. Metrisches System.)
Meterkerze (abgekürzt: Mg) oder Lur, in der Be⸗
leuchtungstechnik derjenige Helligkeitsgrad einer weißen
Flaͤche, welcher entsteht, wenn dicfelbe von einer Normal⸗
rze aus der Entfernung von 4m fenkrecht beleuchtet wird.
Meterkilogramm, . Arbeit.
Deiertonvention, s. Metrisches System.
Hieterlonne, abgekürzt mt, das Tausendfache eines
Meterkilogramms.
Deiterzentner, s. Metrischer Zentner.
Meth, s. Met.
Methaãmoglobin, Verbindung des Blutfarbstoffe
Hamoglobin) mit Sauerstoff, bei gewissen Krankheiten, na—
ne Vergiftungen mit orydierenden Substanaen.
Meihan, j. Grubengas.
Methen, s. Methylen.
Methfefsei, Albert, Liederkomponist, geb, 6. Olt. 1788
in Stadiilm, 1832 - 48 Hofkapellmeister in Braunschweig,
lest. 28. Maͤrz 1869 in Heckenbeck.
Memintrisodid, s. Jodoform.

175

Met

Methode (greh.), planmäßiges Verfahren zur Erreichung
ines — Zieles. Bes. oft wird das Wort in der
püdagogit gebraucht, in der die Methodik (Hodegetih) einen
esondern Abschnitt bildet. Man unterscheidet dort allge ⸗
meine Methodie (Methodologie) und spezielle Metbodik der
inzelnen Unterrichtsfächer.
Methode der kleinsten Quadrate, mathem. Rech⸗
iungsoperation, um aus einer großen Reihe von Messungen
erselben Größe nach den Lehren der Veee
zechnung den wahrscheinlichsten Wert zu fir den, da alle
egrehe mit Beobachtungsfehlern behaftet sind.
Dieser Wert ist derjenige, für den die Quadrate der Diffe⸗
enzen der gemessenen Werte gegen diesen am kleinsten, ein
Minimum werden.
Methodit (grch.), s. Methode; Methodiker (Methodist),
iner, der eine Methode (s. d.) streng befolgk; methödisch,
eine Methode befolgend, planmuüßig.
Methodisten, ursprünglich Spottname einer aus der
mnglikan. Kirche hervorgegangenen Religionspartei, welcher
nan vorwarf, die Bekehrung nach einer bestimmten „Me—
herbeizuführen, weil sie streng auf Erkennen und
Bekennen der Sünde, auf einen zu bestimmter Zeit er⸗
olgenden Durchbruch der Gnade und darauf sich einstellende
Bollkommenheit hinarbeitete. Sie wurde begtündet 17209
»on John und Charles Wesley (s. d.) und George White⸗
ield zu Orford und schon früh streng hierarchisch in Ge—
ellschaften“ und „Klassen“ gegliedert (jährl. Konferenz
ils rchliche Aepee mit fast uneingeschränkten Be⸗
ugnissen). Sehr bald traten innere Spaltungen ein, und
eit 1787 sonderten sich verschiedene Abzweigungen ab.
Her Methodismus ist bes, in Großbritannien von mäch—
rigem Einfluß auf die engl. Staatskirche und auf die nie—
dern Volksklassen, ebenso in Nordamerika (1901 zusammen
—D—
mit 7 Mill. missioniert mit Erfolg seit 1849 auch in Deutsch⸗
land. Die „Erweckungsversammlungen“ (revivals, campmeetings)
 sind für Amerika charakteristisch geworden. Eine
Abzweigung der M.ist auch die Heilsarmee (s. d.). — Val.
decky un 1880), Buckley (engl. 1896).
Methodius, Slawenapostel, Cyrillus.
Methodologie, s. Methode.
Methone, griech. Stadt in Messenien, s. Modon.
Methuenvertrag (pr. methiuen-), der von dem brit.
Sesandten Methuen 1708 mit Porkugal abgeschlossene
Zandelsvertrag, durch den der ganze portug. Handel all⸗
nühlich in die Hände Englands kam; 1836 aufgehoben.
Methusalem (richtiger Methusala, hebr., „Maun des
Wurfgeschosses“), Sohn —— starb (nach 1 Mos. d, 27)
969 J. alt; daher sprichwörtlich; so alt wie M.
Methyl, einwertiges organisches Radikal, gibt mit
Wasserstoff Methan (Grubengas), mit Hydroxyl den Me—
hylalkohol; bei der Abscheidung aus Verbindungen ver⸗
einigen sich zwei Methyle zu Äthan.
Miethylal, Methylendimethyiäther, aus Holzgeist beim
destillieren mit Braunstein und Schwefelsäure gewonnene
arblose Flüssigkeit; Schlafmittel.
Methylaldehyd, s. Formaldehyd.
Methylamin, Monomethylamin, Merkurialin, die
änfachste organische Base, leitet sich vom Ammoniak durch
Ersatz eines Wasserstoffs durch Methyl ab; findet sich in
nanchen Pflanzen (Arten von Mercourislis) und in der
deringslake, entsteht bei der Destillation von Holz und
enochen. Diniethylamin, eine bei 4.70 siedende Flüssigeit,
 findet sich im Holzgeist und in der Heringslate,
Trimethylamin (Propylamin) in denselben Flüssigkeiten,
n vielen Pflanzen (Blüten von Chenopodium vulvatis,
Arniea montana, des Birnbaums), entsieht bei der Destilla—
ijon der Schlempe der vergorenen Runkelrübenmelasse; nach
Heringslate riechende wasserhelle Flüssigkeit. medizinisch
Jegen Gelenkrheumatismus benutzt.
Methylauniliuviolett, s. Methylviolett.
Methyläther, Holzäther, Methyloxyd, entsteht als farb⸗
oses Gas heim Erwärmen von Methylalkohol und Schwe—
felsure, dient zum Betriebe von Verdunstungseismaschinen.
i Methvläthyloxyd, erhalten aus
Natriummethyl und Ieaee ———
Methylbenzol, s. Toluol.
Methulchlorid, Chlormethyl, ütherisch riechendes,
arbloseß Gatz. lokales Anßsthetikum bä VReuraldgien, in