gründer der alttestamentlichen histor.kritischen Forschung,
gest. 22. Aug. 1791. —e— Mosaisches —
be re, Nusg 780, Einlettung in die Schrif⸗
den des Neuen Bundes“ (2 Bde.4. Ausg. 788), „Moral“
1792- 1828); Selbstbiogr. (17798). — Vgl. Smend (1898).
— Seine Tochter Karoline M. geb. 2. Sept. 1768, ver⸗
mählt 1784 mit dem Bergmedikus Böhme (gest. 1788), 1796
mit A. Wo von Schlegel, 18038 von diesem geschieden und
bermählt mit dem Philosophen Schelling, gest. 7. Sept.
1800 in Maulbronn. — Val. Wait (1871 u. 1882),
Sidgwick (engl., 1888)
—e— s. Michael (Erzengel).
wichaeisorden, bayr Verdienstorden vom beil. Mi—
hael, 16. Febr. 1887 von König
Ludwig J. gestiftet; vier Klassen;
Ordenszeichen ein achtspitziges,
blau eingissiertes Kreuz, auf
dessen vier Armen die Buchstaben
P(vincipi) Frᷣideiis) F(vere)
patriae) in der Mitte der heil.
Michael; Band dunkelblau mit
rosa Streifen. Seit 1894 mit
den M. noch eine bronzene Me—
daille verbunden. (Abb. 1176.
Michaels⸗ und Georgs⸗
orden, engl. Orden, 1816 ge⸗
ftiftet, 1881 mit erweiterten v8. Barv Michaels⸗
Statuten; drei Klassen; Ordens⸗ orden.
zeichen ein fiebenarmiges, weiß emailliertes Kreuz, auf dem
Nltelschild der heil. Michael, reversfeitig der heil. Georg:
Sand blau mit einem roten Mittelstreifen.
Michajlow/ Kreisstadt in ruff. Gouv. Riasan, an der
Pronja (zur Ota), 4630 E.
Michatoyat sspr. mitscha⸗), Abfluß des Sees Ama—
titlän (Guatemala) zum Stillen Ozean.
Michaud (pr. choh), Joseph, franz. Historiker und
royalistischer Publizist, geb. 19. Funi 1767 zu Albens
(Savoyen), feit 1790, in Paris, Gegner Napoleons J.,
gest. 30. Sept. 1839 in Passy; schrieb: „Aistoire des
iscades cneue Aufl. 1877 deulsch 1827 -32), „His
I ;νεnes“, (1815) u. a. Aus der Buch⸗
druckerei mit Verlagsgeschäft, das er um 1802 mit seinem
Sruder Louis Gabr. M. (gest. 1858) angelegt hatte, ging
nuter anderm die „Biographie upiverselle““ seit 1811:
2. Aufl. 1843— 6) hervor.
Michel, volkstünmlihe Abkürzung des Namens Michael
dem deutschen M. (Personifitation der 8 Nation)
sagt man Echwerfäligkeit und gutmütige Unk ugheit ung
Michel (pr. Ichell), Louise, franz. Anarchistin, ge
207 April 1833 auf Echloß Vroucourt (Haute⸗Marne),
1871 hach Reukaledonien dedortiert, kehrte nach der Am⸗
——— Paris zurück, 1883 wegen anarchisti⸗
scher Unruhen zu 6 JIcfaungnis verurteilt, 1885 be⸗
zuadigt, gest. 9. Jan. 1905 in Marseiile.
vuchelangelo (spr, mitelaudschelo rigentlich Michelaugels
 Buonarroti, al. Budhauet, Maler und Architelt,
eb. 6. Muͤrz 1475 zu Caprese bei Florenz, Schüler des
is Ghitlandaio und des Bildhauers Bertoldo im
Florenz, 1505 von Papst Julius II. nach Rom berufen,
gest. das. 1. Febr. 1664. M. ist einer der größten und
dielseitigsten Künstler aller Zeiten. Seine bedeutendsten
plastischen Werke; die Pietà in der Seaneee zu Rom,
das Gtabmonument Julius' V. mit der Mosesslatue in
der Kirche San Pietro Vincoli zu Rom und die Me⸗
diceergräber in San Lorenzo zu Vlorenz; bedeutendste
Gemälde: die alttestamentlichen Freslen an der Decke seine
Einzelfigur auf Tafel: sorienmalerei I, 1J und
das Juugste Gericht (1541) an der Altarwand der Sir⸗
inischen Kapelle im Vatikan; groͤßtes architekton. Werl die
Kuppel der Peterbkirche zu Rom Geit 1546) verfaßte auch
Gedichte (hg. von K. Frey, 1897; deutsch von Robert⸗tornow,
1886). — Bal, Biogr. von feinen Schülern Vasari (1560)
und Condivi (15053 u, ö.; deutsch 1898); von Springer
(3. Aufl. 1886), H. Grmm (11. Aufl. 1900), Knackfuß
7. Aufl. 1903), Fnapp (1906); seine Briefe hg. vou
Nulanesi (1875); Briefe, an M.' hg. von Frey 1880)
Michelet (spr. misch'leh), Jules, franz. Historiker,
geb. 21. Aug. 1798 zu Paris i838 61 Prof. am Colloge
3 Fnes. dest. 9. Febr. 1874 au Hyeres; Hauptwerke

131

Mic

Aistoire de France“ (16 Bde., 183767 u. ö.), in
emotrat. Geiste, „Aistoiro de lu révolution francaise
7 Bde. 1847 53 u. b.) und die vielgelesenen Schriften
Loiseau“ (1886),, Lamour“ (1889), femme
1860), Ls mer“ (1861), auch ins Deutsche übersetzt,
u. a. — Bgl. Corrkard —— Monod (19085).
wrichelet syt. mischleh), Karl Ludw., philoß. Schrift⸗
teller aus der Schule Hegels, geb. 1. Dez. 1801 zu Ber⸗
in, Prof. dh — „Vorlesungen
ber die Perfönlichkeit Gotles ec.“ (1841),„Geschichte der
MRenschheit (1889 60), „System der Philosophie“ (1876
81), Wahrheit aus meinem Leben“ (1884) u. a.
Michelianer, Sekte, s. Hahn, Joh. Mich.
Vichelis, Friedr. Führer der altkath. Bewegung,
geh. 27. Iu 1815 zu Nünster, kath. Priester, 1864 Prof,
der Philosophie am Lyzeum zu Braunsberg, 1871 als
ein Haͤuptgegner des ünfehlbarkeitsdogmas erkommuni⸗
ziert, gest. 28. Mai 1886 als altkath. Seelsorger in Frei⸗
urg Br.; BHauptwerke: „Die Philosophlie Platos“
(2Bde., 188960), „Die Philosophie des Bewußtseins“
1877), „Kath. Dogmatik“ (1881), „Das Gesamtergebnis
der rn *68885), „Die tath. Reformbewegunq
ind das Vati e Konzil“ (1887).
Micheln, Dorf, s. Muͤlsen.
Vichelozzo (pr. mitel·), ital. Baumeister und Bild⸗
auer, geb. 1896 in Florenz, gest. 1479, das. und in
Fenedig tätig; Hauptwerke: Palast Riccardi in Florenz,
Statue Johannes des Täufers u. a. — VBgl. Wolff (1800).
Michelsberg, ungar. Kisdisznöd, Großgemeinde und
durort in Siebenbürgen, 4 kRm westl. von Hermannstadt,
1800) 1024 E., Kaltwasseranstalt.
Michelstadi, Stadt in der bes Prov. Starkenburg,
in der Muͤmling, (1905) 3483 E., Amtsgericht.
Michetti (spr. tetti), Paolo, ital. Genrernaler, geb.
ꝛ. Dtt. Isb1qu Tocco da Casauria, seit 1901 Leiter
der Kunfischule in Neapel; Hauptbilder: Fronleichnamsest,
 Febesfrühling, Gelübde, Tochter des Jorio.
Michigan (fppt. mischigänn), einer der nördlichsten der
qigan Ghen sanee e ezeeee
dn AmerikaI], umfaßt zwei durch den Huron⸗, Michigan—
nd Oberen See gebildete Halbinfeln (Unter und Ober-M.)d,
519283 4x1m, (1000) 2420882 E. in Kupferproduktion,
zisenerzbau uͤnd Holzproduktion erster Staat der Union;
riche Salzlager, bes. im Saginawtal. Staatsuniversität zu
Anu Ardor; Hauptstadt Lansing; größte Stadt Detroit. —
nt. Idos als Territorium organisiert. ward 1837 Unions—
taat, Verfassung von 1850.
Michigan CEity (spr. wisgigünn ßittl), Stadt im nord⸗
merit. Siaate Indiana, am Michigansee, (1900) 14850E.
Michigansee (spr. he zweitgrößter der fünf
danad Sten, ganz im Gebiet der Ver. Staaten von Amerika
eeten fKarte Bereinigte Stagten II, 61660 44m;
nit dem Huronsee durch — D000—
ichtum; an ihm liegen Chicago und Milwankee.
Michipicoien (pr. miischic), kanad. Insel im Oberen
Sce, 2 Ig., aus Eruptivgestein, bis 200 mm hoch.
VBiichvacän (pr. mitscho-), Staat im westl. WWito,
38 094 4kmn, (1000) 936 808 E. X
on Tancetard, Pantamban); Hauptstadt Morelia.
Michon (spr. Ichbng), Jean Hippolyte, franz. Pre⸗
iger und Schriftsteller, geb. 21. Nop. 1806 zu La Roche⸗
Fressange, gest. 8. Mal 4881 auf Schloß aee
CEhaͤrente); bekannt als Begründer der Graphologie.
Mickiewicz (pr. miztjewitsch), Adam, der größte poln.
geb. 24. Dez. 1798 in Zaosie (bei Rowogroͤdet
Litauen), ward 1824, polit. verdächtig, ins Innere
sußlands verbannt, seit 1829 im Auslande, 1840 -44
Prof. der slaw. Literatur am College de Prapese in Paris,
vo er seine „Vorlesungen über slaw. Literatur“ Grrde
349) hielt, gest. 26. Nov. 1855 zu Konstantinopel; schrie
e Bichtungen „Konrad Wallenrod“ (deutsch 1834 u. ö.),
Dziady deutsch: „Ahnenfeier“, 1887), „Pan Tadeéusz“
deutsch 1836 u. d.), Sonette, Balladen u. a. — Biogr.
on Chmielowsti (2 Bde. 1886), Kallenbach (2Bde., 1887)
ind von M.s Sohn Wtiadystaw M., geb. 28. Juni 1838
u Paris (franz., 1888; poln. 4 Bde., 1880 -95).
Miorooooous, Kugelbakterien, Sammelname für
leuste Bakterienformen der Gattg. Coocus. M. prodiögus
 M Colin, ein ganz kurzes ovales Stäbchen. irr⸗