ruchttragende Sache oder einen, zur Verfügung eines
aindern stehende Kraft oder ein fremdes Recht während
ines Zeitraums gebrauchen darf, dafür aber dem Ver—
mieter, welcher ihm den Gebrauch gestattet, einen nach
der Zeitdauer bemesfenen Mietzins zu zahlen hat Deut⸗
sches Bürgerl. Gesetzb. 88 80). (S. auch Dienst⸗
miete und Kauf.) — Bgl. Borcherdt (809), Arnold
2. Aufl. 18900), Mittelstein Isoo), Niendorff (6. Aufl.
901). san der Welna, (1805) 1201 E.
Vietschisko, Stadt im preuß. Reg.⸗Bez. Bromberg,
Miersteuer, s. Gebäudesteuer.
Dielwertrag, s. Miete.
Mifltorence Irz. spr. Lrangh), eine Art Taft.
Migliaio (spr. ilaio), früheres ital. Handelsgewicht
on 10 Tentingia (Zentner).
Miglio (spr. miljo) ital. Meile ⸗Ls xm (in Rom,
enug Sizilien) bis 2,46 &amp;m (in Piemont).
Mignard (spr. mintahr), Pierre, franz. Historien— und
Portratmaler, auch Radierer, geb. 1612 zu Troyes, Hof⸗
maler Ludwigs XIV., gest. 30. Mai 1683; malte religiöse
Sloffe: Kreugtragung, heil. Cucilia, Madonnen; Bildnisse:
Htad de Maintenon, Marie Mancini, Moliere.— Sein
Hruder Nicolas M., geb. 1608, gest, 1668, ebenfalls Maler
Mignardise (frz., spr. minnjardihs', „Zierlichkeit“)
ur Berzierung dienende Litzen oder Börtchen.
Migne (spr. minnj), Jacques Paul, kath. Theolog,
geb. 25. Olt. 1800 zu St.Flour, seit 1838 in Paris,
Fuhaber der Imprimeérie catholque und Herausgeber der
Kirchenväter: Fatrologiae cursus completus“ (lat,
221Bde., 1844-65; griech. 81 Bde., 1866—61, und
lis vde. 1837-66); Jest. 26. Ott. 1875 in Paris.
Mignei (pr. minnieh), Frang. Auguste Marie, franz
Historiker, geb. 8. Mai 1796 zu Aix, 1830 — 48 Staats⸗
At und Archivar im, Ministerium des Auswärtigen, seit
1836 Mitglied der Akademie, gest. 24. Marz 1884; schrieb:
Histoire de la révolution française“ (1824 u. ö.;
deutsch 1842), „Bistoire, de NMario Stuart“ (1851:
xwt 1869) u. a. — Bgl. Trefort (1885).
Mignon (frz., spr. minnjöng, „Liebling“), in Goethes
Wilhelim Miister“ ein liebliches weibliches Wesen; auch
Rene eines mechan. Musikwerks: als Schriftaattung
. vp. w. Kolonel (s. d.).
Piignonetten (ri., spr. minnjo⸗), schmale Zwirn⸗
piten; klein gemusterte Kattune; kleine Briefoblaten u. a
RMigrane (aus grh. hewmikranis, halbseitiger Kopf⸗
schmerz), nur eine e befallender heftiger Schmerz,
bun 821 Stunden Dauer, häufig mit Erbrechen, bernhl
auf Neuralgie der sympathischen, Halsnerven. — Vgl
Spitzer (101), Flatau (1802), Möobius (2. Aufl. 1903)
Migränestift, s. Menthol.
Htigränin, Mischung aus Antipyrin, Koffein und
Zitronensäure, gegen Migräne angewendet.
Migration (lat.), Wanderung; migratdrisch, wan—
dernd; migrieren, wandern, umherziehen.
Migrationstheorie, eine von Moritz Wagner aufge⸗
steute Theorie, nach der die natürliche Zuchtwahl nur dann
stattfinden kann, wenn Organismen durch Wanderungen
ihren Aufenthaltsort wechselten; denn irgendwelche Ver⸗
ünderungen in ihrem, Bau kounte immer nur beieinzel⸗
nen wenigen, in starker Minorität bleibenden Individuen
auftreten. Da diese sich aber mit den Individuen der
Majorität fortwährend kreuzten, müßten jene kleinen Eigen⸗
sumlichteiten bald schwinden. Nur die Auswanderung der
dieselben Veränderungen befißenden Individuen in Gegenden,
die von der Stammform nicht bewohnt werden, können
ene erhalten und so zu Bildung neuer Arten führen.
Miguel (spr. -gehl), Dom Marig Evarist, Usurpator
Portugals, geb. 26. Okt. 1802 zu Liffabon, dritter Sohr
Koͤnig Johauns VI., ward pon seinem Bruder Dom Pedro,
der 1326 zugunster seiner Tochter —B
auf die Krone verzichtete, mit dieser verlobt und als Re⸗
zent eingesetzt (26. Feor. 1828), ließ sich 80. Juni 1828
als König protlamieren, mußte, nachdem Dom Pedro
1833 Lissabon erobert, 26. Mar 1884 allen Ansprüchen
entsagen und Portugal verlaffen, lebte, seit 1864 mit der
Pringessin Adelheid von Zowentein⸗WertheimeRosenberg
dermaͤhlt, seit 1836 auf Bronnbach bei Wertheim, gest.
das. 14. Rov. 1866, hinterließ inen Eohn Dom M. (geb.
e Iö—). vstect Oberst und Haupt des Hauses Bra—

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Mtik

janza, und sechs Töchter, von denen Maria Theresa (geb.
'888) Witwe des Etzherzogs Karl Ludwig ist, während
Naria Anna (geb. 1861) mit dem Großherzog Wilhelm
»on Luxemburg vermählt ist.
Migulinskaja Stauiza, Flecken im Gebiet der Doni⸗
ven Kosaken, am Don, 28 146 E.
Mihmandar (xvperf.), Gastempfänger, Gastführer, in
Mihräb, s. Moschee. sPersien ein Hofbeamter.
Mijako (Miako), japan. Stadt, s. Kioto.
Mijan Kaleh, Halbinsel an der Südostküste des Kaspi—
hen Meers, begrenzt den Golf von Astrabad.
Mijares (spr. mich⸗), Millares, Küstenfluß im östl. Spa⸗
nien, mündet nach 134 Km bei Castellön ins Mittelmeer.
Mijäsßszk, Mijaßtkij Sawöd, Stadt im russ. Gouverne—
nent Orenburg, am Mijaß (durch Isset zum Tobol; 451 km,
roße Goldwäschereien), 16 100 6. skochen.
Mijotieren (rz. spr. mischo-), bei schwachem Feuer
Mika (frz. Mica), s. Glimmer.
Mikado, älterer Titel des Kaisers von Japau; jetzt
für Tenns oder Tenshi.
AMikania IIs., Pflanzengattg. der Kompositen, meist
chlingende oder kletternde Straͤucher des trop. Amerika.
HZeilmittel gegen Wechselfieber und Schlangenbiß ist M.
uaco Humb. (Guako).
Mikindani, Hauptort des zum Bezirksamt Lindi ge⸗
jörigen Bezirksnebenamtes M. im südl. Deutsch-Ostafrika,
a. 3000 GE.; drei Häfen, Dampferstation, Handel.
Miklo sich (spr. schitsch), Franz von, Begründer der mo—
)ernen Slawistik, geb. 20. Nov. 1813 zu Luttenberg, 1849 86
brof. in Wien, * das. 7. März 1891; Hauptwerk: „Ver⸗
leichende Grammatik der slaw. Sprachen“ (4 Bde.,
852—75; Bd. Lu. 3, 2. Aufl. 1876—79), ferner „Ety—
nolog. Wörterbuch der sslaw. Sprachen“ (1886), „Lexikon
alacoslovenioum“ (1862-65), Abhandlungen über slaw.
Flemente in andern Sprachen, über slaw. Personen- und
Ortsnamen u. a.; auch über die Mundarten und Wande—
ungen der Zigeuner Europas (1872-80).
Miiklucho⸗-⸗Maclay, Nikolaj Nikolajewitsch, russ. Rei—
ender, geb. 1846, gest. 14. April 1888 in Petersburg, bes,
hekannt durch seine Forschungen über die Vieee auf
Heuguinea; errichtete in Sydney das Maclay-Musenm.
Piiknas, Siadt in Maroklo, s. Mekines.
Hiiko, s. Rollschwanzaffe.
Hiera Dilos, jetziger Name der Insel Delos (s. d.).
Hiikra Kalmeni, Eiland bei der Zyklade Santorin,
70 durch vulkanische Eruption entstanden.
Mikro ... (grch), klein ..., schwach . „bezeichnet
jei clettr. Einheiten den millionten Teil der Einbeit, z. B.
Mikrovolt — ooo ooo Volt.
Mikrobarometer (grch.), Barometer, die die ünde⸗
ungen des Quecksilberstandes vergrößert anzeigen, behufs
leichterer Ablesung sehr kleiner Druckschwankungen.
Mikroben, Mitrobien (grch.), kleinste tierische oder
oflanzliche Lebewesen, im engern Sinne s. v. w. Bakterien.
Mirrochemie igrch.),‚ mikrochem. Analyse, chem.
Unterfuchung mikroskopisch kleiner Gebilde, bes. bei —
ae und petrogr. Untersuchungen angewandt —
V8gl. Behrens (1899 u. 1900).
Weikrographie (grch.), Beschreibung mikrostopischer
gcgenffunde; auch Kleinschreibung, kleine Schift.
Mikrokephalen ge „Kleinköpfe“), Menschen, die
nfolge frühzeitiger Verwachsung der Schädellknochen eine
mertwürdige Kleinheit des Schädels sowie eine äußerst
nangelhafte Ausbildung des Gehirns und der geistigen
Faͤhigkeiten (Blödsinn) zeigen, früher irrtümlich als Aisen⸗
nenfchen bezeichnet, weil man die Mikrokephalie für eine
xẽĩntwicklungastufe zwischen Mensch und Tier anfabh. —
aql. Pfleger und Pilcz (1897).
Mikroklin, s. Feldspate.
Mikrokokten, s. Micrococgeus.
Mikrokösmos (grch.), s. Makrokosmos.
Mikrolepidopteren, die Kleinschmetterlinge (s.
chmetterlinge).
Mikrolithen (arch), s.Kristalliten.
Mikrolog —9 — Kleinigkeitsträmer, Silbenstecher:
Mikrologie, Silbenstecherei.
Mikromanie (grch.), Kleinheitswahn, Gegeusatz zum
vrößenwahn, krankhafte Selbstunterschätzung, bes. bei Me—
—