drüsen gebildete Flüssigkeit, welche zur Ernährung der
Jungen dient. Die M. ist bas pollkommenste Nahrungsmittel
 (s. d. Beilage), weil sie alle für den Aufbau des
Körperd erforderlichen Nahrungsftoffe enthält. Beim und
nach dem Gebären wird das Kolostrum oder die Biest⸗M.
abgesondert. Kuhmilch besteht zu etwa 87, Proz, aus Wasser,
enthält 31 Proz, Fett, eiwä ebensoviel Eiweiß und gegen
s Proz. Milchzucker, ferner etwa 1 —— Aschensalze. Das
Fett ust in der Min Form kleiner Kügelchen enthalten
und wird durch Erschütterungen, z. B. beim Butterungsprozeß,
 zum Erstarren gebracht (Butter). A. Gaulin in
Paria gelang durch hohen Druck die Homogenisierung der
M. d. J. eine so feine Berteilung des Fettes, daß es nicht
mehr ausbuttert, die M. also auch weit transportiert und
damit besser verwertet werden kann. Als guter Nährboden
fur Mitkroorganismen verdirbt die M. leicht, namentlich durch
die Hilchsautebakterien und die Buttersäurebakterien (beide
bewirken das Gerinnen der M.); Heubazillen zersetzen das
Eiweiß in Pepton und erzeugen die bittere M. Um die
n der M. enthaltenen Mikroorganismen unschädlich zu
machen, benutzt man verschiedene Verfahren (s. Milchkonser⸗
vierung). — Bgl. Rauduitz und Basch (1803), Jenser
1903), Bernstein (1904).
Milch, der Same der Fische. snaemontana
Milchbaum, s. Galactodendron utile und Taber-Milchblattern,
 s. v. w. Kuhpocken. — Milchborke.
Milchschorf. — Milchbruch, s. Galaktocele. — Milch
Milchdistel, s. Silybum. s[brustgang, s. Chylus.
Milchd rüsen, s. Brüste und Zitzen.
Nilcheiweiß, das in der Milch enthaltene Eiweiß, na⸗
nentlich Kasein; Siebolds M. s. Plasmon.
Vislchfieber, s. Gebäürfieber. — Milchfistel, s. Brůste
VWiitchiluß, s. v. w. Galaktorrhöe (s, Galaktometer). —
Milchgefäfte s. v. w. Chylusgefäße (s. Chylus)
Wiichslas, milchig getrübtes Glas. Die Trübung be—
stand fruher meist aus phosphorsaurem Kalk als Knochenasche
(daher Knochenglas oder Beinglas) oder Guano. Schöneres
Mergibt ein Vusatz von Kryolith zu möglichst kalkfreiem
Slas Gryolithglas oder Heißgußporzellau). Billiger ist
ein Zusatz eines Gemenges von Feld- und Flußspat (Spat⸗
ziash.M. dient bes. zu Lampenglocken, Vasen u. a.
Miilchhöfer, Artur, Archäolog, geb. 21. Mürz 1852
zu Schirwindt Ostpreußen), 1883 Prof. in Münster, seit
Isod In Kiel, gest. das. 7. Dez. 1903; schrieb: „Die
Mufeen Athens“ (1881), „Die Anfänge der Kunst in
Griechenland““ (1883), „Untersuchungen uͤber die Demen⸗
ordnung des Kleisthenes“ (1892), Aber die Gräberkunst
er Heuenen“ (1888), . Die Tragödie des Aschylus auf der
Bühne“ (1900) u. a. Milchkochapparat.
Milchtochapparat, Sorhletscher, s. Sorhletscher
wilchkonferbierung, das Haltbarmachen der Milch
durch Abtötung der Mikroorganismen (Sterilisation). Dazu
dienen: Zusaß hem. Mittel (doppeltkohlensaures Natrium,
Soda, Borsäure, Salizylsäure c), teils bedenklich, teils un⸗
wirkfam oder dem Geschmack nachteilig, Kälte (Gefrieren)
namentlich aber Hitze. Letztere wird verwendet: beim Pa
steurisieren (30 Minuten dauerndes Erhitzen auf 650 - 70 0.
ünd rasches Abkuͤhlen), bei der partiellen Ster ilisation (bis
Stunde dauerndes Erhitzen auf 100- 103 in Flaschen
mit Patentverschluß) und bei der vollständigen Sterilisa⸗
lion (viertelstuͤndiges Exhitzen im Autoklaven auf 120-1259).
 Unter gewoͤhnlichen Verhältnissen ist die Milch vor
dem Verbrauche mindestens 10 Minuten lang zu kochen, daun
lasch abzutuüͤhlen. Für Säuglinge geschieht dies am besten
im Sorhletschen Milchkochapparat (j. d.)
Milchtrankheit, s. Milk-siokness.
Milchkraut, s. Glaux.
Milchlattich, s. Sonchus. sTafel: Pilze, 17.
Diilchling, Pilzgattg.,s, Lactarius; rotbrauuer M. auf
DHilchner, der männliche Fisch.
Milchpilz, s. Lactarius. I
Dilchroͤhren oder Milchsaftgefäße röhrenförmige,
häufig verzweigte Zellen (ungegliederte M.) oder längere
Kandle (gegliederte M.) der Pflanzen, in denen eine mil⸗
dig weiße, rote oder gelbe Flüssigkeit (Milchfaft) ent⸗
halten ist; bes. bei den Euphorbiazeen, Papaperazeen, Zi⸗
Horiazeen, Kampanulazeen, ferner bei einigen Pilzen der
Goattung üaetarias, Im Milchsaft sind Stärkekörner, Harze,
Zcutschär Zucker. Gummi. Alkaloide enthalten.

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Mil

Dilchsaft, s. Chylus; M. der Pflanzen, s. Milchröhren.
Milchsäure, Gurungsmilchsäure, Zuminsäure. Nancy⸗
äure, Thebolaktinfäure, entsteht durch Milchsäuregärung
zus Zuckeratten, beim Sauerwerden von Milch, Gemüse,
Wein, Bier, im Magens und Darminhalt vorhanden; dicker,
arbloser, unkristallinischer Sirup, sehr sauer; in Wasser,
Alkohol und Ather sehr leicht löslich; dient als Atzmittel
ind zu Einatmungen bei Kehlkopfkrankheiten, wird auch
nnerlich bei Verdauungsstörungen, und gegen Blasensteine
gegeben; verwendet in der Färberei, rd Stürkefabri⸗
ation (Zersetzung des Klebers durch Gärung) und Spirxi—
usfabrikation Herstellung des sauren Hefeugutes). Die
nilchsauren Salze kristallisieren gut und sind leicht öslich;
affizinell ist das milchsaure Eisen (gegen Bleichsucht). M.
üßt sich in zwei optisch aktive Modifikationen (Cints- und
Rechts-M.) spalten, von deneu sich die letztere im Fleisch—
aft findet (FleischM., Para⸗M.).
Milchschorf, Milchborke, Auspruug, Bläschenausschlag
m Gesicht und auf der Kopfhaut der Kinder, zu Krusten ein⸗
rocknend, meist Folge unzweckmäßiger Ernährung. Behand—
ung: Entferunung der Krusten durch Ol oder Glyzerin und
Zedecken der kranken Stellen mit eintrocknenden Salben.
Milchfpiegel, mit aufrecht gerichteten feinen Haaren
esetzter Teil der Haut, bei Kühen vom Euter bis zum
Schwanz reichend; seine Breite und Höhe läßt auf größere
»der geringere Milchergiebigkeit schließen.
Milchstraße, der helle, fast in Gestalt eines größten
dreises um die ganze Himmelskugel sich erstreckende weiß—
iche Streifen; sein Licht rührt von zahllosen fernen Sternen
jer, die eine flache, linsenförmige, an einer Stelle gespaltene
Schicht bilden müssen, in deren Mitte oder nahe bei welcher
ich unser Sonnensystem befindet. sTafel: Astronomie
.1. und II, 13.)]
Milchwage, Laktodensimeter, Aräometer zur Prüfung
es spez. Gewichts der Milch. Die Zahlen 20 540 der Stala
tsprechen dem spez. Gewicht 1,020 bis 1,040.
Milchwein, J. v. w. stumys (s. d.); moussierender M..
Milchweiß, s. Annaline. IsJ. Kefir.
Milchwirtfchaft, Meierei, die vornehmlich auf Milch⸗
iutzung gerichtete Viehhaltung, im weitern Siune auch die
Zerarbeitung der eedn oder gesammelten Milch
zuf Butter und Küse, das eigentliche Molkereiwesen (s. d.). —
Igl. Kirchner (4. Aufl. 1898), Fleischmann (3. Aufl. 1801)
Milchzähne, s. Zähne.
Milchzucker, Laktofe, Laktobiose (Saooharum lactis),
iin Bestandteil der Milch, durch Abdampfen der von Fetl
ind Küsestoff befreiten Kuhmilch (der sog. süßen Molken)
gewonnen, meist als feines Pulver dargestellt; schmeckt schwach
üß, wird durch Fermente in Milchsaure- und Buttersäure⸗
Järung versetzt. Durch Kochen mit verdünnter Schwefelsäure
der Fermenten zerfällt er in Galaktose und Traubenzucker,
velch letzterer bei der Gärung Alkohol (Kumys, Kefir der
Tatären) liefert; reduziert Metalle aus ihren Salzen, daher
uur Herstellung von Silberspiegeln verwendet, dient als milhes
 Abführmittel, zur Korrektion der Kuhmilch bei Süug—
ingsernüährung, als Vehikel für Arzucimittel.
Mildernde Umstände, besondere tatsächliche Um—
tände eines Straffalles, die denselben in eineuͤt mildern
dichte exscheinen lassen, so daß ein niedrigeres Maß der
zesetzlichen Strafe eintritt.
Milde Stiftungen, frommie Stiftungen, Stiftungen
ür religiöse Zwecke, Bogtutiueit Unterricht; früher
uur Kirche Wrnn und ihre Rechte teilend, seit dem
6. Jahrh. bes. vom Staate beaufsichtigt, meist mit den
sechten der jurist. Person und Stcuerfreiheit.
—* (pr. meil), die engl. Meile (s. d))y. M. of Land
spr. länd) oder Square M., engl. Feldmaß zu ba0 Acres
—2868,00 n (oder 2,36 qk. die brit. Quadratmeile).
Miles (spr. meils), Nelson Appleton, nordamerik.
Seneral, geb. 8. Aug. 1889 in Waqufettville (Maffachu⸗
etts), 1862 Oberst, 1864 Geueral, 18985 Oberbefehls—
aiber, eroberte 1898 Portoriko.
Mileschauer, Berg, s. Donnersberg.
—B
nöxtlich gewordene Hauptfigur eines Stückes von Plautus.
Milesische Erzählungen, schlüpfrige Erzählungen,
ach den „Milesiaca““ des Aristides aus Milen
Milet, im Altertum die machtigste und reichste unter
en ion. Städten Kleinasiens, in Kauen, unweit der Mün—