Minuzien (lat.), Kleinigkeiten, Geringfügigkeiten; im
Bergbau die kleinen Stücke (Gefälle) aus reinem Salz; mi
nuziös, an Kleinigkeiten hüngend, pedantifch.
Minyas, der mythische König der Minher (s d), in
Orchomenoge Das sog. Schetthaus des W. ein reich ge—
schmigtes Kuppelgrab, durch Schhliemann freigelegt.
Minne, aghpt. Stadt, s. Minich.
Minyer, altgriech. ↄder —E Volksstamm im
füdl. Thessalien und in Böotien. Auf sie führt man die
zewaltigen Deichbauten und Befestigungsanlagen an und
dem 'jetzt ausgetrockneten Kopaissee zurück.
Minze, Pflauzengattg., s. Mentha.
MIio conto, s. m. (. Hafen.
Diokto, tleine Insel im Bismarckarchipel, Jqkm;
Dionnet (spr. neh), Thtodore Edme, franz. Numis⸗
matiker, geb. 12. Sept. 1770 zu Paris, gest. das. 5. Mai 1842,
schrieb: Description des médaiiles grecaues et. ronaines“
 (1806 89) u. a.
Miosis (grch.), Verengerung der Pupille (s. d.).
Diolitta Larch), die Pupille (s. d.) verengernde Mittel.
vtivozan, untere Abteilung des Jungtertiär [s. Bei—
lage und Tafel: Geologische ee ma⸗
rine, Brackwasser⸗ und Sumpfbildungen mit trop. und
fübttop. Flora, den Vorläufern des Pferdes und riesigen
Rüsseltieren.
i.pꝓartitum (lat., „halbgeteilt), männliche Tracht
des 10 bis 16. Jahrh. in der Art, baß die eine Hülfte
des Kleidungsftückes eine, die andere eine andere Farbe
zeigt, oder daß. die Beinlinge cinen mehrfachen Wechsel
sgestreift, geschächt u. dgl.) der beiden Farben zeigen.
Viiquel (sprickel), Joöhannes von, Staatsmann, geb.
19 Froͤr. I828 Ju Neuenhaus, Rechtsanwalt in Göttingen,
Miitbegründer des Natiönalvereins, 186852570 und 1876
g0 Bůrgermeifler von Osnabhrück, 1870 —73 Direltor
der Diskontogesellschaft in Berlin, 1867 82 Mitglied
des preuß. Abgeordnetenhauses, dann des Herrenhauses,
Igor und i887 90 des Reichstags, einer der Führer
der Nationalliberalen, bes. verdient um die Reichs justiz⸗
gesetze, seit 1880 Oberbůrgermeister von Frankfurt a. M.
feit 1684 im preuß. Staatsrat, 1890 bis 5. Mai 1901
preuß. Finanzminister, 1897 Vizepräsident des Staatsmini⸗
steriums und geadelt, gest.8. Sept. 1901 in Frankfurt g. M
Miquelets (spr mib'leh), die kriegerischen Berg⸗
dewohner der südl. Pyrenäen.
Miquelon (spr. mil'loöng), franz. Insel an der Südküste
Neufundlands, entstanden aus den Juseln Grande M. und
Langlade, 215 qkm, (1802) 554 E. (S. auch erty
Miir (rxuff.), Welt, Friede; Gemeinde, insbes. die ru
Bauerngemeinde mit gemeinsamem Grundbesitz.
Mira, s. Walfisch.
Mirabeau (spr. vboh), Honort Gabriel Riquetti, Graf,
franz. Politiker, geb.. März 1749 zu Bignon bei Nemours,
Sohn des bes. durch das Werk, Ami des ponmes“ (1765 besanuten
 Victor Rignetti, Margnis de M. (geb . 5. Olt. 1736,
gest. 13. Juli 1789), von diesem wegen seines wilden Le⸗
bens mehrfach, zuleht 1777 580, zu Vincenues in Haft ge⸗
bracht, griff seit 1784 die Finanzberwaltung Calonnes heftig
an, Jing 1785 in geheimer Sendung nach Berlin, ließ sich
itzg als Vertreler des Dritten Staͤndes in die General⸗
staaten wählen, entschied durch seine kühne, hinreißende Be⸗
redsamkeit den Sieg desselben in der Ralionalversamm⸗
lung; da er an Stele des gestürzten feudalen Staates den
monarchischen Verfassungsstagt erstrebte, usbes. mit Hilfe
des Hofs das parlamentarische Rinifterinm zu erlaugen
suchte, verlor er zum Teil seine Popularität, ward dennoch
17 30 Prafident des Intobinertlubs, 1791 auch der Nationalversammlung,
 gest 2. April 1781; schrieb: Desla mon
aropis hruiehe gonα ναια/X le Grand 73
deutsch 10 , wichtig auch die ,Memoires“ (&amp; Bde.
1834) und „Gorrespondenée butre ĩe comte do M. et
Wirn de Tamaron (8 Bde, 1861; deutsch 1864). —
iogt. bon Stern (2 Bden 1800), Mezieres (1892), Erd⸗
Mirabellen, Pflaume. fmannsdörffer 1900).
AMirabile dictu (lat.), wunderbar zu sagen: mirabilo
risn, wunderbar anzuschauen.
Piirabilien (lat), wunderbare Begebenheiten.
AMirabilis T., Wuuderblume, Pflangengattg. der Nyk⸗
taginazeen, Kräuter des wärmern Amerita. M. Jalapa L.
mit gebüschelten großen Blüten, und M. Iongiflora L., mit
Krochaus' Aleines Aonversationa-Kerikon. 6. Aufl. U.

932

Mis

angröhrigen, abends een Blüten, Zierpflanzen.
e Wurzeln der erstern Abführmittel statt der echten
Miracles, s. Mirakel. Jalappe.
Miraflores, Kartause bei der span. Stadt Burgos.
Mirage (frz., spr. -ahsch'), Luftspiegelung.
Mirakel (lat. miracdium), Wunder, Wundertat; in
der mittelalterlichen Literatur frz. und engl. miracles)
die dramatisierten Heiligenlegenden; mirakuiös. wunder⸗
dar, wundertätig.
Miramar dnicht Miramare), Schloß bei Triest, am
Adriat. Meere, ehemals im Befih des öfterr. Erzhetzogs
Marimilian, der hier 10. April 1864 die merik. Kaiserkrone
annahm; jetzt dem Kaiser pon Osterreich gehörig.
Miranda, Staat im N. der Ver. Staaten von Vene⸗
zuela, (1904) 142 178 E.; Hauptstadt Petare.
Miranda, portug. Dichter, s. Saäͤ de Miranda.
Mirandsla, Staͤdt in der ital. Prov. Modena, an der
qurana, (1901) 13731 E.; Reis- und Seidenbau.
Mirandola, Graf von, s. Pico.
Mirano, Distriktshauptort in der ital. Prov. Venedig,
im Musone, (1801) 2054 E. sKarte: Italien I, 1].
Mirat (engl. —S Hauptstadt der Div. M. (29 334
Km, 1891: 38326833 E.) der brit.-ostind. Vereinigten
Provinzen von Agra und DOudh (Agra, früher Nordwestↄropinzen),
 (1901) 118 129 E.
Mirbach, Julius, Graf (seit 1888) von, Politiker, geb.
27. Juni 18839 in Sorquitten in Ostpreußen, seit 1874 Mit⸗
zlied des Herrenhauses, 1878 —81 uͤnd 1886 —98 des Reichs⸗
ogs (konservativ), Bimetallist.
Mirbanöl, J. Nitrobenzol.
Mirbeau (spr.boh), Octave, franz. Schriftsteller, geb.
6. Febr. 1880 in Trkvieres (Calvados) Journalist; schrieb
Erzählungen („Les lettres de ma chaumiôre“, 18863,, 00nes
 de ma chaumiéôre“, 1894), Romane („Le Calvaire“,
1887; „L'aphbé Jules“, 188857, Sepastien Roch“, 1880;
„Le jardin des supplices“, 1899), Dramen („Les mauvais
 pergers“, 1897; „L'épidémie“, 1887).
Mirbi, Karl Theodor, prot. Theolog, geb. 21. Juli
860 iu Gnadenfrei, 1889 Prof. in — schrieb
„Die Publizistid im Zeitalter Gregors VII.“ (1894),
Quellen zur Geschichte des Papsttums“ 6 Aufl. 1801),
Die preuß. Gesandtschaft am Hofe des Papstes“ (1899).
Mirditen (Miriditen, Mirediten), Stamm der Alba—
refen, südl. vom Drin, Katholiken; Hauptort Oroschi.
Miren, s. Meridianzeichen.
Mirfield (spr. mörfihld), Stadt in der engl. Grafsch.
Hhork (West Riding), am Calder, (1901) 11346 E.; Woll⸗
innereien. IChorol, 10023 E.
Mirgorod, Kreisstadt im russ. Gouv. Poltawa, am
Mirikina, s. Nachtaffe.
Mirjam (hebr., „Widersetzlichkeit“, grch. Mariam,
Maria), ältere Schwester von Moses und Aaron (2 Mos.
2, 4 u. a.; ihr Tod 4 Mos. 20, ); galt als Prophetin
Mos. 15, 1, 4 Mos. 12; Micha 6, 5).
Mirow, Flecken in Mecklenburg-Strelitz, am Mirower
Zzee In den der Müritz-⸗ Havel-Kanal führt, (1905)
687 E., ntsgerint Schloß, Lehrerseminar.
Mirsapur l(engl. Mirzapore), Distriktshauptstadt der
div. Benares der brit.-ostind. Vereinigten Provinzen (Agra,
rüher Nordwestprovinzeun), am Ganges, (1901) 70862 6E.
Mirza (xpers., spr. nuührsa), pers. Titulatur, bezeichnet
jinter dem VRamen den Prinzen von Geblüt, vor dem
Kamen den Schriftgelehrten.
Mirza Schaffy, Lehrer Bodenstedts (s. d.) in Tiflis,
r von ihm den Namen für Originaldichtungen entlehnte.
Misahöhe, Regierungsstation im Agomegebirge (Togo).
Misandrie (gich.) Männerhaß.
Misanthrop (grch.), Menschenfeind; Misanthropie,
MNenschenhaß; misanthropisch, menschenscheu, mürrisch.
Mischabelhörner, Saasgrat, Gebirgsstock im schweiz.
danton Wallis, Penninische Alpen, zwischen Nikolai- und
-Zaastal; höchster Punkt der Dom (1554 m).
Mischkrug, s. Krater [Abb. 876.
Mischler, Exnst, Nationalökonom, geb. 28. Dez. 1857
n Prag, 1888 Prof. in Czernowitz, 1801 in Prag, 1803
n Graz, Direktor des Statist. Amtes von Steiermark;
chrieb: „Handbuch der Verwaltungsstatistik“ (Bd. 1, 18892)
a., Ritherausgeber des „Osterr. Staatswörterbuchs“
2. Aufl. 1904 fg.).