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Mithra (Mitra), indo⸗eranische Gottheit, bei den In⸗
»ern früh verblaßt, dagegen bei, den Erauiern im Avesto
ine hervorragende Rosse als Gott des Lichtes und der
Treue spielend, Der Mithrakultus herrschte auch in Persien
ud in Armenien; in der spätern röm. Kaiserzeit im ganzen
stöm. Reiche verbreitet. sTafel; Religionen T, 18.1
Bgl. Windischmann (1857), Cumont (deutsch 1903).
Mithridat, altes, angeblich vom pont. König Mi—
hyridates Eupator, tatsächlich aber von Damokrates, dem
deibarzte Neros, herrührendes Arzneimittel von Latwer—
Jenform, aus 54 Gubstanzen bereitet, galt als Universal—⸗
nittel gegen Gifte.
Mithridates, besser Mithradates, Könige von Pon⸗
tus. Am berühmtesten M. VI. Eupator oder der Große
geb. um 132 v. Chr. folgte 120 seinem Vater M. V.,
roberte fast alle Nachbarländer, 88 v. Chr. auch das röm.
Tleinafien und die ügtischen Inseln, ließ an einem Tage
30000 Römer ermorden, sandte seinen Feldherrn Arche—
laus nach Griechenland, Dieser ward vom röm. Feld⸗
herrn Sulla 0 der Einnahme Athens (86) bei Chäro—
eia und Orchomenos (85) geschlagen. 81 mußte M. alle
Eroberungen wieder herausgeben (erster Mithridatischer
Krieg, an den sich 83 —81 der zweite schloß,, Im
dritten Mithridatischen Kriege (44263) ward M. von
dncullus 73 und 72 geschlagen. Nachdem er 67 Pontus
wiedererobert, ward er 66 von Pompejus am Lykos be⸗
flegt, floh in sein Bosporanisches Reich und ließ sich dort,
Zucch deu Vexrat seiner Söhne gebeugt, töten. M,war
jochgebildet, sprach 22 Spraen und förderte griech. Wesen
ind“ griech, Kunst, blieb aber, dabei nur ein gewaltiger
drient Sultan. — Vgl. Th. Reinach (1890; deutsch 1895).
Mitidja, Ebene in Ishenen s. Metidscha.
VHiitigantia (lat.), Linderungsmittel; aüch mildernde
mstände; Mitigatiön, Milderung.
Mitilini, Stadt auf Lesbos, s. Mytilene.
MDtitisgußz, Eisenguß unter Zusatz von Aluminium,
ahr dicht und hart. [ben Musseline.
Mitkal, in Rußland die rohen Druckkattune und gro⸗
Vtitla (Mietlan), heilige Stadt der Zapoteken (s. d.)
merik. Staate Oaraca; Nuinen von Tewmipelpyramiden
Mitlauter, s. Konsonant. sund Palästen.
Ditleiden Wariä, s. Mariä sieben Schmerzen.
Mitonnieren (frz), langsam in einer Flüssigkeit ver⸗
Mitotische Figuren, .Zelle. skochen.
Mitra, Gottheit, s. Mithra.
Mitra Grad, Binde, bei Homer Leibgurt; Kopf—
oedeckung der alten asiat. Völker [Abb. 1186 a]; in der
hristl. Kirche die Bischofsmütze [bJ;
. vimplex der gewöhnlichen Abte;
I. in cireulo, dh. mit geschmück—
— VV—
I. in elreulo et in titülo,
mit geschmücktem Streif (tiulus)
 vom Nande bis zur
Spitze; papstue 8 b d
AI. Uippocratis, Kopfbinde de— J
Hippottates, eine Ärt chirurg. ei aheeß vrn
Zerbandes des Kopfes. ween —E
Mitraille (frz. spr.-traͤh), J
dcrtutfchenladung; Mitraiilade (spr rjahd), Kartät⸗
chenfeuer, Niederschießen mit Karkätschen. Mitrailleuse
spr. Ara söhf'), f. d w. Kartätschgeschütz und, wenn es sich
inn selbsitätige Waffen handelt, s. v. w. Maschinengewehr.
Mitreederei, Reeberei, Verein von Personen (Wit—
eedern), die ein ihnen nach je einem oder mehrern An⸗
ilen iSchiffsparten) gehöriges Schiff auf gemeinsame
Rechnung zum Erwerb durch Seefaͤhrt benutzen. Die
gefchafte suͤhrt der fog. Korrespondentreeder (Handels⸗
Jesetzbuch 88 490 fg.).
Mitrovica (spr.-witza), Stadt im türk.⸗europ. Wi⸗
sajet Kosovo, am Ibar, etwa 4000 E.
Mitrovicza (Mitrovitz), Stadt in Kroatien⸗ Slawo⸗
nien, l. an der Save, (1900) 11518 E., Ruinen der
Römerstadt Sirminm.
Miutscherlich, Eilhard, Chemiler, geb. 7. Jan. 1794
n Nenende bei Jever, 1821 Prof. in Berlin, est 28. Aug
(863 in Schöneberg bei Berlin, entdeckte den Isomor—
phißsmus und den Dimorphismus, die Selensäure, die
sBermangansänre, eine Methode zum Nachweis von Phos⸗

*

»hor, das Benzol und seine wichtigsten Derivate; schrieb:
Lehrbug der Themme“(4. Auft. 1812 —47); „Gesamelte
 Schriften“ gab Alexander M. 18096 heraus. —
Vgl. Rose (1864), „Exrinnerungen an E. M.“ (1894).
Mitskal (Mistai, Metikal, Mustati) Herlengewicht in
det Tuůbei und Persien — e Geldagröhe in Ma—
rokko ⸗ Lꝛ AM.
Mittag oder Süden, die Himmelsgegend, wo die Sonne
und die uͤbrigen Gestirne ihren höchsten Standpunkt haben.
Nn. (GGittagézeit), der Augenblick, wo der Mittelpunlt
Rer Sonne in den Mittagskreis (s. Meridian) eines Orted
itt (wahrer Vi., nur viermal im Jahre, mit dem durch
insere Uhren angezeigten mittlern M. zusammenfallend)
Mittagshöhe, s. v. w. Meridianhöhe (s. Hteridian) der
*onne.
Mittagskreis, Mittagslinie, Mexidian.
Mittagspunkt, Südpunkt, der suͤdl. Durchschnitts⸗
inkt des Meridians mit dem Horizont.
Mittagsrohr, Passageninstrument (s. d.).
Diittagsuhr, s. Sonnenuhr und Gnomon.
Dtiitagswimpel, gelber Kriegswimpel der deutschen
Marine na diguem Kreuz, der um die Mittagszeit im
Broßtopp gesetzt wird.
Miitteis, Ludwig, Jurist, geb. 17. März 1859 in
ꝛaihach, 1887 Prof, in Prag, 1898 in Wien, 1889 in
deipzig/ schrieb: „Die Lehre von der Stellvertretung nach
öm. Recht“ (1886), „Die Individualisierung der Obliga⸗
on⸗ (1886)Relchstecht und Voltsrecht in den östl. Pro⸗
oinzen des tömn. Kaiserreichs“ (1891) u. a. RPuudbte.
Biitlel (im Buchdruck), ein Schristgrad, 14 typogn
Mittel (in der Maeon Das arithmei. M.
weier oder mehrerer Zahlen ergibt sich durch Addition
herselben und Division der Summe duͤrch ihre Anzahl
das geometr. M. zweier Zahlen ist gleich der Quadrat⸗
vurzel aus dem, Produkt derselben; das harmonische M.
ehr gahlen wird erhalten durch Dipisfion des doppelten
Iroduktes derselben durch ihre Summe. Zwischeu den
reien besteht die Beziehung: das arithmet. M. verhält
ich zum geometr. wie dieses zum harmonischen. ¶S. auch
Zaͤrmonische Teilung.)
Mittelalter, der histor. Zeitraum vom Untergang
es Weström. Reichs (476 n. Ehr.) bis zum Beginn
der Reformation (1617). Die Geschichte des M. behan⸗
elten: Leo * Aufl. 18315, Ebert Citeraiur, 2 Bde.
871 80), Aßmann (187690), Prutz (2 Bde., 18865
37), Eicken (1887), Pflugk-Harttung (1889). sKarten
Mittelalter J. und
Mittelamerika, s. Zentralamerika.
Mittelasien, s. Zentralasien.
wliiteiberg/ Gemeinde in Vorarlberg, im Kleiuen
Walsertal, (1500) 1187 E.; seit 18901 zum Deutschen
Zollverein (Bayern) 28
Mitteldeuischer Handelsverein, s. Zollverein,
Mitteleuropa (gentraleuropa), Bezeichnung des Ge⸗
zietes Europas zwischen den Alpen im S. und der No
ind Ostsee im N; auch in einem weitern Sinne gebraudh
vgl. Partsch, 1804). Aber die physikal. und geolog. Ver⸗
jältnisse s. die nebenstehenden Karten: Mitteleuropa
u. AI, uber die Bevölkerungsverhältnisse s. die Karten
gebölrkerung J und Deutschtuüm JI, über die Wirt⸗
chaftsverhaltnisse s. die Karten: Handel, In dustrit
und Landwirtschaft Lu. I.
Mittelenropäische Zeit (abgekürzt M. E. 8) die
nach dem 15, Laͤngengrade östl. von e veslinrmite
Sinheitsgeit (s. d)gilt in Deutschland, Luremburg, Ostet
ceich- Ungarn, Dänemark, Italien, der Schweiz, Ehweden
storwegen, Bosnien, Serbien und der westl. Türkei —
oniker Tisenbahnnetz), 1 Stunde vor gegen West⸗, 1 Stund
aach —— Osteuropäische Zeit.
Mittelfell, s. Mediastinum.
Mittelfleisch (Poripaeum), s. Damm.
Mittelfranken, Neg.⸗Bez. in Bayern — —
däihe dog o F. d unnitteldare Skͤdte—
6 Bezirksamler), fruchthare, von der Regnitz und Alt⸗
nuhl dewasserte Laudschaft; im R. der Steigerwald, im
dvie Frantenhoͤhe, im S. und O.der Frantische Jura,
dauptstadt Ansbach. —
Billeigebirge, Bohmisches, s. Böhmisches Mitte
Mittelbochdeutsch, s. Deutsche Sprache.