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Reichsjustizminister, 1861 bad. Gesandter beim Bundes
tage, 1867 in München, 1871 Präsident der Oberrechnungs⸗
ammer in Karlsruhe, seit 1874 Mitglied des —*
Keichstags (nationalliberal), gest. 5. Nov. 1875 zu Berlin
schrieb: „Polizeiwissenschaft“ (3 Bde., 8. Aufl., 1866)
Geschichte und Literatur der Staatswissenschaften“ (3 Bde.
18335388), „Enzytlopädie der Staatswissenschaften“
(2. Aufl. 1872) u. a. — Bgl. seine „Lebenserinneruugen“
2 Bde., 1802) und H. Schuͤlze (1886). — Brüder; Jul
von M., Orientalist, geb. 25. Okt. 1800 zu Stuttgart,
1844 Prof. des Persischen am Collège de Franoe zu Paris
1867 Präsident der Asiat. Gesellschaft, gest. 4. Jan. 1876 zu
Paris, gab Firdusis Sobpshnanieh“ (7 Bde., 1838-78)
e — Moritz von M., nationalökonomischer Schrift
keller, geb. 1802 zu Stuttgart, 1841 Obersteuerrat das.,
1848 Mitglied der Nationalversammlung, seit 1881 Mitglied
 der württemb. Kammer (Führer der Großdeutschen)
I868 des Zollparlaments, 1871 73 des Deutschen Reichs
ags, gest. 18. Febr. 1888 in Stuttgart,
Möhler, Joh. Adam, kath. Menote — 6. Mai
1796 zu Igersheim, 182635 Prof. in Tübingen, gest.
12. April 1838 als Prof. zu München; Hauptwerk: „Sym⸗
bolit“ (11. Aufl. 1890), gegen die prot. eniene ge⸗
ichtet. — Biogr. von Friedrich (1804), Knöpfler (1806).
Mohn, s. Papaver.
Mohn, Henrik, norweg. Meteorolog, geb. 15. Mai 1835
zu Bergen, seit 1866 Direktor des Meteorolog. Instituts
in Kristiauia und Prof. an der Universität das.; schrieb:
Grundzüge der Meteorologie“ (5. Aufl. 1898), IAtudes
ur les mouvements de l'atmosphère““ (mit Prof. Guld⸗
herg, 1876 u. 1880), „The North Ocean“ (I1887),
„Meteorologi“ (1903) u. a.
Möhne, r. Nebenfluß der Ruhr, entspringt als Ahe
hei Brilon, mündet nach 55 Kmäbei Neheim.
Mohnöl, fettes, trocknendes Ol, durch Pressen des
Mohnsamens gewonnen, dünnflüssig und hellgelb, dient als
—Speiseöl und in der Firnisfabrikation, medizinisch zu
Mohnsaft, s. Opium. sEmulsionen rtc.
Mohsbro (Mohorro), Handelsplatz und Hauptort des
Bezirksamts Rufiji in Deutsch-Ostafrika, am Mündungsarm
Mohr, Gewebe, s. Moire. sM. des Rufisi, d00 E.
Mohr, pharmazeut. Präparat, sAothiops.
Mohr (aus ann volkstümlich s. v. w. Neger.
Wohr, Eduard, Afrikareisender, geb. 19. Febr. 1828
zu Bremen, bereiste seit 1866 Südafrika, gest. 26. Nov.
1876 zu Malansche in Angola; schrieb: „Reisebilder aus
—0
besi“ (2 Bde. 1876).
Mohr, Laura, Echriftstellerin, s. Hansson, Ola.
Möhra, Dorf in S.⸗Meiningen, 6 im nördl. von
Salzungen, (1900) 538 E., anfanglicher Wohnort der
Möhjre, s. Mohrrübe. [Eltern Luthers
Mohrenaffe, s. Meerkatze.
Mohrenente, s. Tauchenten.
Mohrenheint, Artur nlowitsc Baron von, russ
Diplomat, geb. 8. Juni 1824 in Moskau, 1867 Ge—
andter in een 1882 Botschafter in London, 188
Ig7 in Paris, seindem Mitglied des Reichsrats.
Mohrenhirse, s. Sorghum.
Mohrenkaiman, s. Alligator.
Mohrenkopf, s. Mähnentaube.
Mohrenmaki, s. Lemuren.
Diohrin, Siadt im preuß. Reg.-Bez. Fraukfurt, am
Mohriner See, (1905) 1198 E.
Möhringen. 1) Stadt im bad. Kr. Konstanz, im
Jura, an der Donau, (19005) 1822 E. Hier 24. Nov.
16483 Sieg der Kaiserlichen über die Franzosen (Schlacht
von ee — 2)M. auf, den Fildern, Gemeinde
im württemb. Neckarkreis, 4030 E.
Moͤhrrübe, gelbe Rübe, Karotte (Dauous cardta L.),
Gemüsepflanze der Umbelliferen, wegen der fleischigen
Wurzeln angebaut. Man unterscheidet die langen, spindel⸗
förmigen Möhren und die kurzen abgestutzten Karotten,
jowie nach der Farbe weiße, rote, gelbe, violette.
Mohrsches Salz, s. Kisen.
Mohrsche Wage, Wage zur Bestimmung des spez
Gewichts von Flüssigkeiten, beruht auf dem Satze: Der
Gewichtsverlust, den ein fester Körper in einer Flüssigteit
 erleidet, ist ihrem spez. Gewichte proportional.

Mohrungen, Kreisstadt im preuß. Reg.⸗Bez. Königs
»erg, (18905) 4121 E., Amtsgericht, Burg; Geburtsort
ʒeders; hier schlug 268. Jan. 1807 Bernadotte die Russen.
Vohl⸗tien, Geldgroße in Annam — 60 Dong (. d,)
wdiohur, oflind. Goldmünze zu 10 Rupien — 29 8 4.
Hior, unabhängige Volksstuͤmme im westl. Annam, Reste
er Urbewohner. svon 60 Alqueire (. d.)
Pioio (Mojo), Getreidemaß in Portugal und Brasilien
Vwioire (frz spr. möareh), Mohr, Moor, geflammtes
gewässertes) Seiden⸗, Woll⸗ oder Baumwollzeug; moirö
rigus (fpr. angtihk), altertümlicher Mohr (mit blitz⸗
růg auscinander Taufenden Adern); moirieren (wässern),
ingenäßten Zeugen durch heiße Pressung ein flammiges
ünsehen geben; derzinntes Eisenblech durch Schmelzen des
Finns und Beizen mit Säuren mit schimmernden kri—
tallinischen Flecken versehen.
Moiren (Mören), die griech. Schicksalsgöttinnen,
dlotho, die Spinnerin (des 3 Lebensfadens),
rachesis, die Zuteilerin (des Lebensloses), und Atropos,
die Unabwendhare. Der Mythus macht sie zu Töchtern
hald der Nacht, bald des Zeus und der Themis.
Moissan (spr. möassäng), Henri Ferdinand Marie,
rang. Chemiter, geb, 28. Sept, 1802 in Paris, bekannt durch
eine Darstelluug küustlicher Diamanten im elektr. Ofen,
solierte und verflüssigte als erster das Fluor, arbeitete
ußerdem bes. über die Oryde des Eisens, über das Chrom
ind seine Verbindungen, über Fluorverbindungen ꝛt.
Moja, Se südamerik. Vulkane.
Mojanga, Hafen auf Madagaskar, s. Majunga.
Mosi, japan. Hafen, s. Modschi.
Moso, Hohlmaß, s. Moio.
Mojsisovies (spr. witsch), Edmund, Edler von Mojs⸗
aͤr, Geolog und Paläontolog, geb. 18. Okt. 1839 zu Wien,
802 Vizedirektor der Geolog. Reichsanstalt das., gest.
27. Aug. 1897; Gründer des Osterr. Alpenvereins;
Dolomitriffe von Südtirol und Venetien? (1879),
hen Triasfaunen“ (1886), „Kephalopoden der Hall⸗
tätter Kalke“ (S Bde., 1898) u. a.
Mokaͤnt (frz.), spottlustig, spöttisch. Indianer.
okafsin, wildledernes Schuhzeug der nordamerik.
Mokrafsinfschlange, s. Dreieckskoöpfe.
Hokieren, sich (frz.), sich uber etwas aufhalten, spotten.
VMokka (Mocha), Siadt in der türk.zarab. Landsch. Je⸗
men, Wilajet Tais, am Roten Meer, 26000 E.; Hafen,
daffeehandel (Mokkakaffee); zurückgegangen.
Mokkastein, Chalzedon mit moosartiger Zeichnung.
Mokoko, s. Lemuren.
Mok⸗po (Mol⸗hpo), Mu ⸗an, Vertragshafen in der
orean. Prov. Süd⸗-Tschöl-la, (1899) 9172 steuerpflichtige
*.; 1897 dem fremden Handel geöffnet.
Mokrin, Großgemeinde im ungar. Komitat Torontaͤl,
1900) 8952 E.
Mokscha, r. Nebenfluß der Oka in den russ. Gouv.
ßensa und Tambow, 618 icm lg. der
Mokschan, Kreisstadt im russ. Gouv. Pensa, an der
Mokscha, 10 710 E.; Pottaschefabriken.
Mokume Erz. meétaux forgés), japan. Metallmosaik,
m Aussehen dem gemaserten Holze ähnlich.
Mola di Baxri, Stadt in der ital. Prov. Bari, am
Idriat. Meer, (1901) 13962 E.
Mola di Gakta, ehemal. Name der Stadt Formia (s. d.).
Molaren 3 s. Zähne.
Molasse, feinkörniger grauer Sandstein, Glied der
Tertiärformation, am nördl, Alpenrand in großer Mäch—
tigkeit, in Meeres- und Süßwasser-M. geschieden.
Molan (spr. Aläh), Jak. Bernh. von, letzter Groß⸗
meister der Templer (seit 1298), 13. Olt. 1307 mit allen
n Frankreich lebenden Nittern auf Befehl Philipps des
Schönen verhaftet und 18. März 1313 verbrannt.
Molche, s. Schwanzlurche.
Molchñsch, der Innwennei . Lurchfische).
Moldau, l. Nebenfluß der Elbe, entspringt auf dem
tzöhmerwalde aus der Warmen und Kalten M., mündet
* 466 xm Melnik gegenüber; 84 xm für Dampfschiffe
chiffbar; Zuflüsse r. die Maltsch, Luschnitz, Sazawa, I. die
Wottawa, Beraun; Flußgebiet 28 068 ꝗkm.
Moldau (ruman. Moldava), nördl. Teil Rumäniens,
375940 qkm, (1899) 1832 106 E. Karten: Balkan⸗
J u. UIJ, einst Teil der röm. Prov. Dazien,