13501859 selbständiger Staat, 1811 unter türk. Lehns⸗
serrfchaft, 1712 1821 von griech. Hospodaren, seitdem
»on einheimischen Fürsten regiert, verlor 4774 die Buko⸗
vina an Osterteich, 1812 Bessarabien an Rußland, wWint
ber 1686 Linen Leil zuruck, der 1878 wieder an Rußz
and kam; feit 18809 nit der Walachei zum Fürstent. Getzt
tönigr.) Rumänien (s. d.) vereinigt.
Moldautein, Bezirksstadt in Böhmen, (1900) 4022 E.
Bioidava, rNebenfluß des Sereth, in der Moldau, ent⸗
vringt in den Karpathen (Bukowina), mündet bei Roman.
Moldawit, Bouteillenstein, dunkelolivengrüne, runze⸗
ig gerippie Glastnollen in der Agererde, bes. bei Bud—
veis (Boͤhmen), wahrscheinlich glasige Metenriten.
Vrolde, Sladt im norweg Amt Romsdal, am Molde
jorb (1000) 1678 E.; Ausfuhr, von Fischen.
VBroldgarn, grobes Leinengespinst.
Vi vie Viondralb, Windei, falsche Frucht, fehlerhaftes
Brodutt der Zeugung, gestaltlose zusammengeballte Masse
rus wasserhaltigen Blasen (Hydatiden-, Blasen⸗ oder Trau⸗
ben⸗M.), Blut- und Fleischklumpen (Blut⸗M., Fleisch⸗M.),
vird nach 326 Monaten ausgestoßen.
Mole (vom ital. molo), ein Damm, der einen am offenen
Meere liegenden Hafen oder eine Hafeneinfahrt vor den
großen Wellen (Fiutbrecher) oder vor Versandung schützen
Molech, Gottheit, s. Moloch. ssoll.
Molekularnekrose des Knochens, s. Knochenfraß.
Moleküle, Moleteln, Massenteilchen, die kleinsten
Teilchen, in die sich die Materie physikalisch teilen läßt,
lassen sich hemisch trennen in Atome; ihre absolute rihn
Geschwindigkeit und Entfernung voneinander läßt sich
annähernd berechnen. Die Bestimmung des Molekular⸗
gewichts, der Molekulargröße, erfolgt gegenc relativ,
udem das Gewicht des leichtesten, des Wasserstoff- M.,
als Einheit gesetzt wird, nach der Apogadroschen Regel,
daß gleiche Gasvolume gleiche Anzahl M,enthalten, durch
Bestimmung der Dedi unzerfetzt siedender Körper
ferner a Bestimmung der Erniedrigung des Gefrier—
hunktes und Erhöhung des Siedepunftes von Lösungen
Kryostopie, Ebulliostopie), oder auf chem. Wege. Die
Flemente bestehen im Dampfzustand nur selten aus ein⸗
elpen Atomen, meist aus M. von zwei (Sauerstoff, Stick
loff, Wasserstoff) oder mehrern Atomen. M. können sich
zu größern Komplexen, Molekularverbindungen, zusammen⸗
lagern, en die Affinitäten der Einzelatome beim Zu—
tandekommen des M. der Hauptsache nach abgesättigt sind
zierher gehören —A und Doppelsalze
Molenbeek⸗Saint⸗Jean (spr. zäng schang), nord⸗
vestl. Vorstadt von Brüssel, (1904) 63678 E.
Moleschott, Jal. Physiolog, geb. 9. Aug. 1822 zu
herzogenbusch, Arzt in Utrecht, 184764 Privatdozent
— Zürich, 1861 in Turin,
1879 in Rom, gest. das. 20. Mai 1883, Vertreter der
naterialistischen Richtung; schrieb: „Kreislauf des Lebens“
3. Aufl. 187688), Physiologie der Nahrungsmittel
2. Aufl. 18860), „Lehre der Nahrungsmittel“ 13. Aufl.
358), „Lebenserinnerungen“ (1894).
Noles Hadriani, die Engelsburg ß d.) in Rom.
Dolestin (engl., spr. mohlstinns, J. v. w. Englisches
Molestieren (lat.), belästigen. [Leder (. d.).
Molette (frz.), s.v, w. Krausrad; aag gehärtete
Stahlprägwalze zum Pressen von vertieften Zeichnungen
in Zeugdruckplatten; auch der Farbereibstempel der Maler;
nolettieren, rändeln, Verfahren der Metaͤllarbeiter zur Her⸗
tellung von Inschriften ꝛc
Molfetta, Stadi in der ital. Prov. Bari, am Adriat.
Meer, (1901) 40 135 E.; Werften.
Moliere (fppr. Aühr), Jean Baptiste Poquelin, ge—
nannt M., framg, Lusispieldichter, geb. 15. Jan. 1822 zu
Paris, Schaufpicler, zog seit 1646 als Leiter einer Truppe
in der Proving umher, durfte sich 1668 in Paris nieder⸗
assen (feit 1081 im güalais Royal), gest. 17. Febr. 16733
gegelte witzig umd geistreich die Gehrechen seiner Zeit,
iusgezeichnet durch lebenswahre Charatteristik, bes, in den
Hauptwerken: „Les préciouses riäleules“ (1659),
Lécole des maris“ (1661), „Le miganthrops“ (1666),
Le Tartufo“ (1667), Iavare“ (1668), „Les femmes
gavantes“ (1672), , Lo malade imaginairo“ (1678).
Beste Ausg. von Moland (2. Aufl 12 Bde., 1884),
Desvois Mesnard und Desfeuillesßs (13 Bde., 1873 —

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Möl

900); Abersetzung von Graf von Baudissin (4 Bde, 1866
2675 Fulda (Audwahl, 3. Aufi. 1901). — Biogr. von Lot⸗
eißen (i880), Mahrenholb (1882), Moland (fränz., 1886),
darroumet (1686), Mesnard (1889), Schneegans (1801).
Molin, Joh. Peter, schwed. Bilbhauer, geb. 17. März
814 zu Götebörg, gesi. 20. Juli 1873 als Prof. an der
ltademie zu Stodholm; Hauptwerk: Schlafende Bacchan⸗
in, Statue Oskars J., Koloffalgruppe Bältespünnarne
Ringkampf zweier zusammengespaunter Männer).
Molina, M. de Murecia, Stadt in der span. Prov
Murcia, am Segura, (1900) 8615 En; nahe dabei Salineu.
Molinag, Ludw., span. Jesuit, geb. 1635 zu Cuenca,
zehrer der Theologie zu Evora und Madrid, gest. 12. Okt.
600 zu Madrid, stellte eine vermittelnde Theorie im
Dogma von der Gnadenwahl auf, von den Dominikanern,
ils gegen Thomas von Aquino gerichtet, bestritten. Seine
Unhaͤnger Molinisten. — Bgl. Schneemann (1879 u. 1880).
Molina, Tirso de, Psendonhm, s. Tellez, Gabricl.
Molingri, Gust. de, belg.?frauz. Nationalökonom,
jeb. 3. März 1819 in Luͤttich, seit 1881 Redakteur des
Journal des économistes“ in Paris; schrieb: „Cours
économie pꝓpolitique“ (2. Aufl., Par. 1863), „Religlon“
2. Aufl., ebd. 1882) u a.
Moline (spr. mohlin), Stadt im nordamerik. Staate
allinois, am Mississippi, (1900) 17 218 E.; Gifenwerke.
Nolinia Anch. Molinie, Pflanzengattg. der Grami—
ieen; einzige Art M. coorulsa Mnch. (GBlangras), auf Torf⸗
nooren, Sümpfen, mit sehr hohen, knotenlosen Halmen.
Molinos, Michael, span. Mystiker, geb. 21. Dez. 1640
uu Patacina bei Saragossa, kath. Priester, in seinem
Guida spiritusle“ (1675; deutsch 1699) Begruuder des
Quietismuͤs (s. d.) mußte seine Lehre als ketzerisch ab—
hwören; gest. 29. Dez. 1696 zu Nom. — Bgl. Schaͤrling
deutsch 1834). lital. Prov. Campobasso.
WMolise, ehemal. Provinz des Königr. Neapel, ictzt die
Molitérno, Stadt in der ital. Prov. Potenza, am
Moglio, (18901) 6246 E.; Kastell.
Ptölt, Bezirksort in Ricderösterreich, s. Melt.
Molken, Sirte, Waddike, Strotten, Käswasser, die
Flüssigkeit, die nach Abscheidung des Fettes und des
däsestoffes aus der Milch übrig bleibt; sie besteht aus
Wasser, Milchzucker, geringen Mengen von Eiweißstoffen,
den Salzen der Milch, Milchsäure und Spuren von
dezithin. Das in Resten vorhaudene Fett kann man durch
Zeutrifugieren entfernen (Molkenbutter), oder man setzt
Nolkensauer (s. d.) hinzu und erhitzt bis 952, wobei sich
das Fett als weißer Schaum Gorbruch) abscheidet, aus
em Vorbruchbutter bereitet wird. Bei weiterm Zusatz von
Zauer und Erhiten bis zum Kochen scheidet sich Albumin
Schotten) ab. Durch Eindampfen des Rütkstandes erhält
nan Zuckersand, der auf Milchzucker verarbeitet wird oder,
nit Butter vermischt, als Motteng'sied genossen wird. Der
rößte Teil der in den Käsereien abfallenden M. dient
Is Schweine⸗, zum Teil auch als Kuhfutter. Auch werden
e, bes. Ziegen-M., in besondern Molkenkuraustalten,
»fi mit Zusätzen von Mineralwässern, Alaun, Tama—
indenmus, als Heil- und Stärkungsmittel geuossen. End⸗
ich dienen sie zur Bereitung des Molkenessigs und eines
dnt en Getrünkes (Molkenchampagner. Molken⸗
Ieie zum Brotbacken.
Molkensauer, durch Gärung warmer Molken entstan⸗
„ene Flüssigkeit, euthält Milchsäure, Essigsäure und Alko—
ol und dient zur Ausscheidung des Fettes aus den Molken.
Molkereiwesen, die Verarbeitung der Milch im
Vroßen, bes. auf Butter und Küse; gilt auch als ein Teil
er Milchwirtschaft (s. d.), nimmt aher eine immer selbstün—
igere Gestaltung an durch Errichtung von gemeinfamen
Molkereien mit Krafthetrieb (Molkereigenossenschaften) und
Schweinehaltung zur Verwertung der Nebenprodukte (Ma—
erinilch, Molken).
Moill (lat, mollis; ital. minore; fri. mineur; engl.
ninor), die Tonleiter und Tonart, die als 3. Stuͤfe die
leine Terz hat; Gegensatz Dur (s. dy).
Moll, Gewebe, eine Art Molton (f.d.) aus kurzer feiner
Wolle. h E.
Mogll, Gemeinde in der belg. Prov. Antwerpen, (1904)
Möll, J. Nebenfluß der Drau in Kärnten, entspriugt an
er Pasterze des Großglockners bei Heiligenblukt, muͤndet
ach 65 km bei Sachfenbhurg.