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Molla (türk. Mewla, d. i. Herr), bei den Türken und
Bersern Titel der Kadis, bes. wichtiger Städte.
Mollendo (spr. molljtnc), Hafenstadt in Peru, Bahn⸗
rusgangspunkt, 2200 E.; Ausfuhrhandel.
VPtöllendorf, Wichard Joach. Heinx. von, preuß. Gene—
ralfeldmarschall, geb. 7. Jan. 1724 auf Lindenberg (Brig⸗
nitz), focht ruhmpoll im Siebenjähr. Kriege, 1783 Gou—
berneur von Berlin, 1794 Oberbefehlshaber am Rhein,
geriet 1806 nach der Schlacht bei Jena in frauz. Ge—
angenschaft, gest. 28. Jan. 1816 zu Havelberg.
WMoller, prot. Müärtyrer, s. Heinrich von Zutphen.
Möller, Eduard von, Staatsmann, geb. 3. Juni 1814
u Minden, 1849 Regierungspräsident in Köln, 1867
Oberpräsident von 1871 -79 von Elsaß⸗
dothringen, reorganisierte das. die Verwaltung, gest. 2. Nov
1880 in Cassel. — Biogr. von Schricker (1881).
Möller, Theodor von, preuß. Minister, geb. 10. Aug
1840 in Kupferhammer bei Brackwede, an industriellen
Unternehmungen und sozialpolitisch beteiligt, 18080 —05 und
seit 1898 Mitglied (naltionalliberal) des Reichstags, seit
1893 des preuß. Abgeordnetenhauses, 1900 Geh. Köommer—
ienrat, 1801 bis Okt. 18905 Handelsminister, 1905 geadelt
Möllerung, s. Eisenerzeugung.
Molleton, Wollenzeug, s. Molton.
Moͤllhausen, Balduin, Schriftsteller, geb. 27. Jan.
1825 in Boun, bereiste Nordanierika, 18588 Kustos der
Schloßbibliotheken in Potsdam, gest. 28. Mai 1905 in
Berlin; verfaßte zahlreiche Reiseschilderungen, Novellen und
Romane, die meist in Amerika spielen.
Mollis, Flecken im schweiz. Kanton Glarus, (1900)
1912 E.; Mineralbad. Mollifer Kaual, der obere Linthkanal.
Mölin, Stadt im preuß. Neg.-Bez. Schleswig, an der
Stecknitz und dem Müllner See, (1905) 4470 E, Amtszericht,
 Kirche mit angeblichem Grabstein Eulenspiegels.
Mollner Alpen, Gruppe des Voralpenzuges der
Ssterr. Alpen, von der Krems und Steyr bis zum Euns—
ral, in der Hohen Nock (im Sengsengebirge) 1961 mm hoch
Mollochen (Mallauchen, Mallochen), betrügerischet
Verfahren, Pferde jünger erscheinen zu lassen als sie sind,
indem man die Zahnkerne mittels eines Meißels oder durch
Einbrennen vertieft; bei Rindern (hier Gitschen genannt)
raspelt man zu gleichem Zweck die Jahresringe an den
Molltonart, s. Moll. [Hörnern weg
Mollusken (Moliusca), s. Weichtiere.
Mollusken, Hautpolypen, kleine erbsens bis kirsch⸗
zroße, gestielt aufsitzende Geschwülste der äußern Haut;
jurch Abschnüren oder Auskrahen zu eutfernen.
Maolluskoiden (Molluscoidéa), Kreis der wirbel—
losen Tiere, die Klassen der Armfüßer (s. d.) und Moos—
ierchen (s. d.) umfassend, die von andern jetzt zu den
Würmern werden.
Mollwitz, Dorf im preuß. Reg.⸗Bez. Breslau, (1900)
592 E.; hier 10. April 1741 Sieg Friedrichs d. Gr. über
die Hsterreicher unter Neipperg.
Molmeiit (Maulmain), Stadt in Birma, s. Malmen
Molo, Damm, s. Mole.
Moloch (im A. T. Möolech, „König“), Gott des glühen⸗
den Sonnenbrandes, von deuͤ Assyrern, Phöniziern ꝛc
durch Menschenopfer, bes. der Erstgeburt, verehrt, durch die
assyr. Obermacht auch in Israel in Aufnahme gebracht—
ttultstätte das Tal Hinnom bei Jerusalem (Gehenna).
Moloch, Erdagame, s. Agamen.
Molochen, s.Mollochen.
Molöga, i. Nebenfluß der Wolga, mündet im Gouv
Jaroslawl, 580 xwulg., gehört zum Tichwinschen Kanal—⸗
ustem. An, ihrer Muͤundung die Kreisstadt M., 42686 E
Molokai, eine der Sandwichinseln, 676 qkm, mit Lanai
(350 1800: 2504 E.; Aufenthalt der Aussatzkranken
der Inselgruppe (etwa 1600). — Vgl, Schauinsland (1900)
Molokanen (Milchesfer“), russ. Sekte biblisch-ratis⸗
g Richtung, Abzweigung der Duchoboren.
Molopo, r. Rebenfluß des Oranjeflusses, entspringt an
der Grenze der Transbaalkolonie, bildet die Grenze zwi—
schen Betschuanenland-Protektorat und Brit.-Betschua—
nenland, wündet im SO. von Deutsch-Südwestafrika.
Molosser, Hauptstamm im Juuern des alten Epirus,
der durch seine Fürsten aus dem Bause der Aatiden unt
Pyrrhiden bis über die Mitte des 3. Jahrh. v. Chr. das
dand beherrschte. Berühmt waren die moloffischen Hunde

Molossus, Versfuß aus drei Längen 4
Molostschnaja, Fluß im russ. Gouv. Taurien, 174 km
g., mündet in den Molotschanskij Liman (207 qkm; am
sowschen Meer); daran deutsche Kolonien.
Molsen, Stadt, s. Hohenmoͤlsen.
Molsheim, Kreisstadt im unterelsaß, J. an der
Zreusch, (1805) 3164 E., Amtsgericht.
Moiltgarn, s. Moldgarn.
wtoltke, mecklenb. Adelsgeschlecht, kam im 13. Jahrh.
uch nach Schweden, wo Margarete M. im 15. Jahrh. duͤrch
hʒeirat die Stammutter des Königs Gustav Wasa wurde.
hurch die Söhne von Gerhard M. (gest. — des
Stammvaters ——— noch lebenden M., teilte sich das
Zaus in eine ältere deutsche Linie, der auch der preuß. Feld⸗
narschall Hellmuth von WMoltke (s. d.) entstammte, und in
eine junge dän. Hauptlinie; letzterer entstammen viele däu.
Staalsmanner, unter ihnen Karl, Graf von M. geb.
8. Nov. 1788, 1846 Präsident der Schleswig-Holstein⸗
rauenburgischen Kanzlei, 1861 —854 Minister für Schleswig,
ührte die dän. Reaktion mit rücksichtsloser Härte durch,
864 dün. Minister, gest. 12. April 1866.
Moltke, Hellmuth, Graf von, preuß. Generalfeld⸗
narschall, geb. 26. Okt. 1800 zu Parchim, erst im dän.,
eit 1825 im preuß. Militärdienst, reiste 1838 nach dem
Drient, nahm 'an den militär. Reformen in der Türkei
owie 1839 am Feldzuge gegen Mehemed Ali in Syrien
eil, kehrte 1340 nach Berlin zurück, 1848 Chef des
Beneralstabs des 4. Armeekorps, 1855 Adjutaänt des
Prinzen Friedrich Wilhelm (spätern Kaisers Friedrich II.),
1858 Chef des preuß. Generalstabs. Als solcher erwarb
er sich die größten Verdienste im Dän. Kriege 1864
ind bes. durch Ausarbeitung der Feldzugspläne für den
Deutschen Krieg 1866 und den Deutsch-Franz. Krieg
87071. M. wurde 1866 General der Infanterie, 28. Olt.
370 in den erblichen Grafenstand erhoben, 1871 General⸗
eldmarschall, 1888 Präses der Landesverteidigungskommis⸗
ion; seit 1867 Mitglied des Norddeutschen ünd Deutschen
Reichsstags (konservatip), seit 1872 auch des preuß. Herren⸗
jauses; Jest. 24. April 1891 in Berlin; schrieb: Briefe
iber Zustände und Begebenheiten in der Türtei 1838 —89
6. Aufl. 1893), „Der russ.-türk. Feldzug 1828 -29
2. Aufl. 1877), „Briefe aus Rußland“ (4. Aufl. 1893) u. a.
Gesammelte Schriften und Denkwürdigkeiten“ (8 Bde.,
89193; Volksausg., 3 Bde. 1899), „Militär. Werke“
Bd. 1-83, 1892 -99), „Briefe an seinne Braut und Frau“
2 Bde., 1893). — Biogr. von Müller-Bohn (s. Aufl.
1893), von der Goltz (1903), Jähus (2. Aufl. 1906); vgl.
iuch von Fircks (2. Aufl. 1887). — Sein Neffe Hellmuth
jon M., geb. 23. Mai 1848 in Gersdorf, preuß. General⸗
eutnant, seit Jan. 18906 Chef des preuß. Generalstabs.
Wiolton (vom frz. molleton), weiches, laͤnghagriges,
riesãhnliches Wollenzeug; baumwollener M. dicker, beider⸗
eitig stark gerauhter Barchent; doppelter M., auf beiden
Seiten verschieden gefärbt.
Molukken, Gewuͤrzinseln, östlichste niederländ.-ostind.
Inselgruppe, zwischen Celebes und Neuguinea Karte:
Australien und Ozeanien I], 66 741 qkm, 375 000 E.,
erfallen in die Südl. (Banda-, Amboina-, Buru-, Ceram—
nseln u. a.) und die Nördl. M. (Obi, Bajan, Ternate,
Halmahera u. a.); Klima heiß, doch gefund, Flora üppig,
bes. Gewürznelke, Muskatnußbaum, Sagopalme und Betel⸗
nuß; Bevölkerung Harafora, Malaien und wenig Papua.
— Die M., 16512 von den Portugiesen entdeckt, seit An⸗
ang des 17. Jahrh. holländisch, gehören zu den niederländ.
Residentschaften Amboina und Ternate, zum Teil unter ein⸗
eimischen Sultanen. — Vgl. Bokemeyer (1888), Martin
1896 u. 1897 f9.), Külenthal (1896 u. 1807 fg.).
Molukkenkrebs, s. Schwertschwänze.
Molveno, Dorf in Südtirol, 860 m ü. d. M., am
Molvenosee, (1890) 632 E. lzauberung schützt.
Moly, in Homers Odyssee ein Kraut, das dor Be⸗
Molybdän cchem. Zeichen Mo), ein metallisches Ele—
nent, findet sich in der Natur im Molybdänglänz und
Zelbbleierz, ist, aus dem Oxyd durch Wasserstoff reduziert,
ein graues, luftbeständiges Pulver, zusammengeschmolzen
ein hartes, sehr schwer schmelzbares Metall. Spez. Ge⸗
vicht 8,01, Atomgewicht 86; orydiert sich oberflächlich an
er Luft. Molybdünsäureanhydrid ist weiß und in Wasser
venig löslich; sein Hydrat ist in Wasser löslich und gibt