Familienverfassung; Haupterwerbszweig Viehzucht; Acker⸗
an nur im S. im Zetatal und am Skutarisee entwickelt;
Handel (1904): Einfuhr 84, Ausfuhr 2.0 Mill. Kronen
osterr. W.; Telegraphenlinien (1801)
320 Rm Industrie unbedeutend, meist
uHünden von Auslündern. Konfession
zriechisch- orthodox, daneben 12924
Abanes. Katholiken, 10 Protestanten
und 183840 Mohammedaner.
Verfaffung. Seit NRov. 1005 ist M.
eine konstitutionelle Monarchie. Dem
Fursten stehen 6 Minister und ein
Staatsrat von 8 Mitgliedern Zur
Seite. Budget (1902) ca. Lꝛe Mill.
ronen Wehrpflicht vom 18. bis
30. Lebensjahre. Armee im Frieden je zwei Lehrbataillone
ind Lehrbatferien. Zahl der ausgebildeten Mannschaften
nd 38 000 Mann Jnfanterie und 800 Artillerie. Wappen:
ůüberner Doppeladler im roten FJelde, üher seinen Köpfen
zoldene Krone mit Kreuz; auf der Brust Schild mit goldenem
nen in Blau Abb. 11811; Landesfarben: weiß, blau und
oi; Flagge: rot? blau⸗weiß sTafel · Flaggen]; Orden: Da⸗
nloorden, Hausorden des heil. Peter. Hauptstadt Cetinje.
Geschichte. M. war als Fürstentum Zeta bis 1889 von
Serbien abhängig; seitdem hatte sowohl die bis 1421 herrchende
 Dynastie Balsit als die neue des Stefan Crnoje⸗
ihre Unabhängigkeit unaufhörlich gegen die Türken zu
herteidigen. 1516 iward. M. in einen theotratischen Staat
nter dem Vladita (Bischof) verwandelt, der fast unah⸗
züngig von den Türken war. Mit dem Vladika Danilo
hetropit Njegus (Njegusch) kam 1697 die gegenwärtige Dy—
astie zur Regierung, unter der ebenfalls siegreiche Kriege
zegen die Tuͤrkei geführt und M. durch Danilo (1831 60)
der ein Fürstentum wurde. Dessen Nachfolger Fürst Ni⸗
dla T(.dy beftand 1861-62 glücklich einen Krieg gegen
die Tuͤrtei, erhielt durch seine Bekeiligung am Serb. Kriege
gee und am Ruͤss.-Tuͤrl. Kriege 1877/78 im Berliner Ver⸗
rag 1878 bedeutende Gebietsvergrößerung und Anerken⸗
iung seiner vollen Unabhängigkeit. 1880 erhielt M. Dul⸗
igno für Gusinje. Seitdein foͤlgten eine Neihe von Reformen
Isss Zivilkoder, deutsch 1893); Nov. 1905 gab der Fürst
ine Verfassung und oroͤnete freie Deputiertenwahlen au.
— Bgl. Shhwarz (2. Aufl. 1888), Dutit (serb., 2. Aufl.
893) Hassert (1893, 1894 u. 1885), 8. Passarge (1904);
Geschichte von Coquelle (franz., 1895).
Montenotte, Dorf in der ital. Prov. Genua; hier
Apri 176 Sieg Bonapattes über die Osterreicher.
Montenusvo, Fürst von, s. Neipperg.
Heonte Pelmo, Rev'Italia, dreigipfliger Kalkstock
der Agordinischen Dolomite im Südtiroler Hochland
Italien), 3169 mm hoch.
Montepelsso, Stadt in der ital. Prov. Potenza, ca.
ooo E.; Ol⸗, Wein- und Seidenbau.
Montepin (spr. mongtepäng), Lavier Aymon de, franz.
Romanschriftsieller, geb. 18. März 1824 in Apremont (Haute⸗
Sadne), gest. 1. Mal 1902 in Paris; schrieb zahlreiche Ro⸗
mane, wie „Les viveurs de Paris“ (1832- 583), „Les
ragédies de Paris“ (I874), „Ds vicomtesse Germaine“
I87 4),Le médecin des folies“ (1879), „La mendiante
le Sa ini Sulpice“ (1805), „Les deux Alico“ (1899) u. a.,
nehrere davon zu Melodraumen verarbeitet.
Vrontepuleiano (syr. tscha-), Stadt in der ital. Prov.
Ziena, auf dem Monte Amiatä, (1801) 18 399 E.
Monterean, M.faut⸗Yonne (spr. mongt'ro fotloͤnn),
Stadt im franz. Dep. Seine-et-Marne, am Zusammen⸗
uß der Seine und Vonne, (1901) 7928 E.; hier 18. Febr.
814 Sieg Rapolcons J. über die Verbündeten unter dem
Lronprinzen von Württemberg.
Monerey. NHaupistadt des merik. Staates Nuevo
Leon, am Rio de M., einem Zuflusse des Pesquerto, 485 m
i. d. M., (1900) 62266 E. — 2) Monterey (pr. reh),
Secbadeort im nordamerik. Staate Kalifornien, an der Mon—
ereybai, (1900) 1748 E.; biolog. Station: 18. Avril 1906
zurch Erdbeben zerstört.
Monte Rosa, der zweithöchste Gebirgsstock der Alpen,
m Sder Penninischen Alpen, zwischen dem schweiz. Kan⸗
on Waliis lin diesein der höchste Gipfel) und Italien, mit
Zaupigipfeln, höchster der Dufourspitz (1688 m) 1855
on den Gebruͤdern Smith zuerst bestiegen. Auf der Signal—
Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon. 5. Aufl. 11

1191. Montenegro.

209

Mon
uppe (Punta Gnifetti, 4561 w) befindet sich ein inter—
cationales physiol. Laboratorium.
Monte Rotondo, FJlecken in der ital. Prop. Rom,
inweit des Tiber, (1901) 53435 E.; hier 25. Okt. 1867
Zieg Garibaldis über die Päpstlichen.
Montes (lat.), im Mittelalter in Italien Staatsan—
eihen, deren Gläubiger sich als Körperschaften konstituierten,
aus denen die Banken hervorgingen. M. pietätis, Leih-,
Bfandhäuser. (s. v. w. Monte Circeo (s. Circeo).
WMonte San Felice (sprtsche), ital. Vorgebirge,
Monte San Giuliano (spr.dschu.), Stadt auf Si⸗
ilien, auf dem Berge M. S. G., dem In (s. d.) der
Alten, (1001) 28938 E.; Kastell, Marmorbrüche.
Monte San Nicola, Vulkan, s. Epomeo.
Monte Sau Silvestro, s. Soracte.
Monte Sant' Angẽelo (spr. andsch). 1) Stadt in der
al. Prov. Foggia, in der Garganogruppe, (1901) 21870
5ã., Wallfahrtsort. — 2) Ital. Name des Berges Ecno—
aus (s. d.) auf Sizilien.
Monte Sant' Oreste, Berg Etruriens, s. Soracte.
Montescaglioso (spr. staljoͤ), Stadt in der ital
tov. Potenza, am Bradano, (1001) 7327 E.
WMonte Soratte, Berg Etruriens, s. Soracte.
Montespan (spr. mongtespang), Françoise Athenais,
Marquise de, Geliebte Ludwigs XIV., geb. 1641, Tochter
es Herzogs von Montemart, 1668 an den Marquis bon
M. verheiratet, der sie als Ehrendame an den Hof brachte,
jenoß seit 1667 die Gunst des Königs, dem fsie J Kinder
jebar, wovon das älteste der Herzog von Maine (s. d.),
zing, durch Frau von Maintenon verdrängt, 1691 ins
dloster, gest. 27. Mai 1707 zu Bourbon-l'Archambault.
-Biogr. von Williams (Lond. 1903).
Moutesquieu (spr. mongteskiöhs, Charles de Se⸗—
ondat, Baron de la Brede et de, franz. philos.»polit.
-chriftsteller, geb. 18. Jan. 16890 auf Schloß La Brede
ei Bordeaur, 1716—26 Prüsident des Parlaments zu
Bordeaur, gest. 10. Febr. 1755 zu Paris; Hauptwerke:
sie satirischen „Lettres persanes“ (1721), die prag—
natisch-histor. Schrift „Considérations sur les causes
e la grandeur des Romains et de leur dércadence“
1734) und „Esprit des lois“ (1748). — Bgl. Zevort
ranzi, 1887), Sorel (deutsch 18805).
Montenr (frz., spr. mongtöhr), s. Montieren.
Monteverde, Giulio, ital. Bildhauer, geb. 8. Olt.
837 zu Bistagno (Piemont), seit 1874 Prof. in Rom;
zußer Genreskülpturen (Tod und Mädchen), Porträttatuen:
 Jenner, Rattazzi, Reiterstandbild Viktor Ema—
uels II. (Bologna).
Monteverdeinseln, s. Nukuoroinseln.
Vionteverdi, Elaudio, ital. Komponist, geb. im
Mai 1667 zu Cremona, seit 1613 Kapellmeister an der
Rarkuskirche zu Venedig, gest. das. 26. Nov. 1648;
euerer in der Anwenduüg der harmonischen und instru—
ventalen Mittel, auch in der Oper neue Bahnen eröffnend.
Bionte Vergine (spr. werdsch), Kloster und Wallahrtsort
 in der ital. Prov. Avellino, bei Avellino, auf
süem 1320 m hohen Berge, 1182 geweiht.
—XXR—
Montevideo, San Felipe de, Hauptstadt der Revü—
———
in der Niuͤdung des La Plata, einschließ—
ich des Departämento M. auf 664 qkum,
10800) 268 334 E. (zur Hälfte Fremde);
iniversität, Nationalmuseum, Militär- und
tolytechnische Schule.
Monte Viso, richtiger Monviso, höchster
gipfel (Granit) der Kottischen Alpen, 88413 m, m 03
uf ald. Gebiet. ansedidew
Montez (spr. tes), Lola, Tänzerin, geb. 1818 zu Lime—
cick, trat 1846 in Muͤnchen auf, gewann die Gunst König
rudwigs J., der sie zur Gräfin von Landsfeld erhob, mußte
848 infolge einer durch ihr übermütiges Benehmen erreg⸗
en Volksbewegung Bayern verlassen, gest. 16. Jan. 1861
zu Astoria bei Neuhork Tafel: Portrütmalerei I aj.
Autobiogr. (Lond. 1858); vgl. auch Fuchs (1804).
Monteziuma, letzter Herrscher in Mexito Cibo19)
or der Kroberung durch die Spanier, geb um 1480, bei
em Aufstande seiner Unlertanen gegen die Spanier, denen
r sich 1619 unterwarf, verwunden gest. 1320