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Jonium oder die Moosfrucht (der beblätterten Farnpflanze
npredend hervor, welche mit der ersten verbunden
hzleibt und die Sporen erzeugt. Aus letztern bildet sich
zunächst ein algenartiger Vorkeim (Protonema), an welchem
dann die Moospflänzchen hervorsprossen. Diese tragen
Archegonien und Antheridien mit beweglichen Spermatozoen.
Das Sporogonium besteht aus dem Stiel und der Buͤchse
oder Mooskapsel, in welcher bei den Leber-M. besondere
Schleuderzellen zum Ausstreuen der Sporen enthalten sind.
Die M. wachsen auf der Erde, an Baumstämmen, Felsen,
einige im Wasser. Ihre den Boden überziehenden Polster
saugen die Niederschläge auf und halten die Erde feucht.
BVal. Schimper, Synopsis musorum europaeorum?“
(2. Aufl. 1876); Sydow, Die M. Deutschlands (1881)
und „Die Leber-M.“ (1882); Lützovw,Die LaubeMe
NRorddeutschlands“ (1898); Roͤth, Die euͤrop. Laub⸗M.⸗
2 Bde. 19035)
Moosedeer (engl., spr. muhs'dihr), s. Elentier.
Mooser Boden, oberste Talstufe (1030 m ün d. M.)
s Kapruner Tals is. d.).
Moospulver, s. Lycopodium.
Moosschokolade, s. Isländisches Moos.
Moosstärke, s. v. w. Flechtenstärke (s. Lichenin).
Moostier, s. Elentier.
Moostierchen, Bryozoen (Bryozoa), Klasse der
Molluskoiden, kleine (meist 126 mam lange), polypenähn⸗
liche, teils im Meere, teils im Süßwasser lebende, fast
zusnahmslos festsitzende, bäumchen⸗ oder moosförmige
Tierchen, die auf fremden Gegenständen aufgewachsen sind,
olonien bilden und von einem einfachen, häutigen odet
kalkigen Gehäuse (der sog. Zelle) umgeben fsind. Den
Mund umstehen zahlreiche bewimperte Tentakeln. After—
»ffnung stets vorhanden. Die durch Arbeitsteilung ver—
schieden ausgebildeten Tiere sind Zwitter, die sih aber
auch ungeschlechtlich durch Knospenbildung, teilweise auch
durch Keime förtpflanzen. Andere rechnen die M. zu den
Würmern. — Vgl. Busk („Catalogue'““, 1852 54),
Allman lengl., 1856), Hincks (engl. 1880).
Mops, kurzhaarige Hunderasse, Zwerggestalt der Dogge
mit schwarzer Maske, kurzer, stumpfer, eckiger Schnauge,
tiefen Stirnrunzeln, zusammengerolltem Schwanz und
schwarzem Strich (Aalstrich) auf dem Rücken.
Mopsfnöstia, jetzt Mefsis, im Altertum Stadt in Ci⸗—
icien, am Pyramus.
Mogqueguna (spr. ktc), Hauptstadt des Dep. M. im
üdl. Peru, am Fuße der Kordilleren, am Tambapella,
1363 m ü. d. M. Esas) 6000
Moquette (frz, spr. kett), früher s. v. w, Brüsseler
Teppich, jetzt Bezeichnung für einen buntgemusterten Plüsch.
Mtör (spr. mohr), Moör, Großgemeinde im ungar. Ko—
nitat Stuhlweißenburg, (1800) 10206 E.
Mor oder Moro, Antonis, niederländ. Bildnismaler
des 16. Jahrh., in Antwerpen, zeitweise auch in Rom
ätig; viele Bildnisse im Museum zu Madrid.
Nora (lat.), Verzögerung, Verzug (s. d.).
Mora, Truppenkoͤrper der alten Spartaner, im
x. Jahrh. v. Chr. anscheinend 600 Mann.
Mora (Morra), Spiel der Italiener, wobei es gilt,
die Zahl der vom Gegner ausgestreckten und schnell wiedet
zurückgezogenen Finger zu erraten.
Morabiten, s. v. w. Almoraviden (s. d.).
Moraca, Fluß, s. Moratscha.
Moradabad, brit.-vstind, Stadt, s. Muradabad.
Moral (vom lat. mores, die Sitten), der Inbegriff
ättlicher Grundsätze; als Wissenschaft Moralphilosophie)
p. w. Ethik (s. d.); die sittliche Lehre, die sich aus einer
Fabel oder Erzaͤhlung ziehen läßt; moralisch, sittlich gut;
auf M. bezüglich Moralprinzip, ein bestimmter Grundsatz
der sittlichen Handlungsweise (Marime); der sittliche
Grundgedanke, aus dem sich alle andern Grundsätze des
sittlichen Lebens ableiten lassen. Moralisieren, lehrhafte Be—
trachtungen über sittliche Gegenstände anstellen; ruügen; Mo⸗
ralist, Sittenprediger; Moralität, sittliche Handlungsweise.
Moral insansty (engl., spr. morrel insänniti), mora⸗
lisches Irresein, Moralblöbsiun, Gemtütswahnsinn, Form
pon Schwaghhsinn, die sich im Fehlen moralischer (ethifcher)
Gefühle und Begriffe kundgibt; meist angeboren, entwickelt
sich auch durch Kopfverleßung, infolge Trunkfucht u. a.
— BVal, Näcke (1902), Muralt (1903).

Moralisch, moralisieren, s. Moral. — Mora⸗
ischhe Perfon, s. Juristische Person.
Moralität, s. Moral. Mi, im spätern Mittelalter
Name für geisil. Schauspiele, welche Sittenlehren durch
erfundene Allegorien veranschaulichten, bef. in Frankreich,
England, Italien und den Niederlanden aufgeführt.
Moralstatistik, der Teil der Statistik, der die sitt⸗
ich bedeutsamen Handlungen der menschlichen Gesellschaft
Selbstmord, Trunksucht, Prostitution, uneheliche Ge⸗
hurten, Ehescheidungen, auch Eheschließungen u. a.), zahlen—
näßig därftellt; Hauptbestandteil die Kriminäalstatistik
. R — Bgl. von Ottingen (8. Aufl. 1882).
Moran spr. möränn), Edward, amerik, Maler, geb.
1828, lebte feit 1877 in Paris, gest. 10. Juni 1901 in
Neuyork; malte bes. Seestücke. — Seine Brüder: Tho⸗
mas M, geb. 1837, lebt in Neuyork, Landschaftsmaler;
Peter M., geb. 1842, Tier- und Landschaftsmaler.
Moränen (frz.), durch Gletscher tal⸗
wbwärts geschaffte Streifen von Fels—
olöcken und Schutt; durch das Nieder—
allen des von den benachbarten Bergen
ich loslösenden Gesteins auf den Rand
der Gletscher bilden sich Seiten-M. [Abb.
198 s8)], bei der Bereinigung zweier Gletscher
g einem entstehen 3. ihren geg Seiten⸗
. Mittel-⸗M. (Gufferlinie [m]); die in äne.
die Spalten des Gletschers hineinfallenden 1uos. Morane
Schuttmassen bilden die Grund-M. Am untern Ende
es Gletschers die End⸗M. se),
Morano Calabro, Stadt in der ital. Prov. Co⸗
enza, am Fuße des Monte Polino, (1901) 6236 E.
Morästerz, s. Raseneisenstein.
Moratalla (spr.-allja), Stadt in der span. Prov. Mur⸗
ia, am Benamor, (1800) 12689 E.; Kohlengruben.
Moratin, Nicolas Fernandez de, span. Dichter, geb.
20. Juli 1737 zu Madrid, gest. 11. Mai 1780 als Prof.
dasß., ausgezeichnet in seinen Romanzen und dem heroischen
Sedicht „Canto épico de las naves de Cortés destrui-Jas“.
 — Sein Sohn Leandro Fernandez de M., Lust⸗
pieldichter, geb. 10. Mai 1760 zu Madrid, gest. 21. Juni
1828 zu Paris; am bedeutendsten das Lustspiel Si de las
aisas“; schrieb auch „Origenes de teatro españnol“.
Moratorium (lat.), Anstandsbrief, Judult (Littérae
uinquennâles, dilatorsae, resspirationis, seouritãtis),
andesherrliche oder richterliche Verwilliguug einer Zah⸗
ungsfrist für einen Schuldner; in Deutschland durch die
Zzivilprozeßordnung aufgehoben.
Möosratscha (Moraka), der größte Fluß Montenegros,
zurchfließt den Skutarisee und muündet als Bojaua (22k)
n das Adriat. Meer; fischreich.
Morava (Moraway), x. Nebenfluß der Donau, entsteht
ius der Südl. oder Bulgar. und Westl. oder Serb. M.
von Cuprija ab schiffbar, mündet nach 835 Km in zwei
Armen, bei Dubrobica und (als Jesava) bei Semendria.
— Der serb. Kreis M., an der mittlern M., 2900 qkm,
1904) 184476 E.; Hauptstadt Cuprija.
Moravia, lat. Name für Mähren.
Morawiden, s. v. w. Almoraviden (s. d.).
Morau (spr. mörre), schott. Grafschaft, s. Elgin.
Moray, James Stuart, Graf, s. Murray.
Moray Firth (spr. mörrẽ 2 tzigterrmige
Meexrbusen der Nordsee, an der Nordostküste Schottlands,
)urch den Kaledon. Kanal mit dem Atlant. Ozean verbunden.
Morazeen, Morken, die Maulbeerbaumgewächse.
Morbid (lät.), kränklich; zart; Morbidezza (ital.), Mür—
igkeit; Weichheit (der Fleischmalerei); Morbidität, das Zah⸗
enverhältnis der Kranken zu den Lebenden; Morbiditäts⸗
abellen, Tafeln mit Angabe der Wahrscheinlichkeit und der
Dauer der Erkrankung fuͤr verschiedene Alter uͤnd Berufs—
irten. — Bgl. Westergaard (2. Aufl. 1901).
Morbihan (spr. hiäng), franz. Deparkement in der
Bretagne, am Meerbusen M., 7093 qkm, (1901)
363468 E.; Hauptstadt Vannes.
Morbilität (neulat.), s. v. w. Morbidität (s. Morbid).
Morbillen (neulat.), die Masern (s. d.); morbillüs,
ie Masern betreffend, davon herruͤhrend.
Morbleu frz., spr. vᷣlö), verdammt! verwünscht!
Morbosität (lat.), Kränklichkeit, Siechtum.
AIorbus s(lat.), Krankheit.