AMoroné-ia Dill,, Morchel, Pilzgattung der Diskomy⸗
eten, fleischige Pilze mit hohlem Strunk und wachsarti⸗
gem, vielfach gefaltetem Hut; auf Waldblößen, Kalk⸗ und
Tonboden d eeeεte es. (Speisemorchel, Hutmorchel
»der eßbare M. [Tafel: Pilze,291), mit braunschwarzem
hut, M. contes Ders. (Spitrniorchel (Tafel: Pilze, 281)
.a. find gewürzige, geschätzte Speisepilze.
Borcheln, Diskomyzeten der Gattungen Morchælla
s. D) und Helvella (s. d.). [E.; Glasindustrie.
Morchenftern, Gemeinde in Böhmen, (1900) 6344
Biobrchingen, Stadt im, Bez. Lothringen, (1905)
041 E., Garnison, Amtsgericht.
Btorcles (spr. morkl), Dent-des, s. Dent.
Mord, vorsußtzliche, mit UÜberlegung ausgeführte rechts⸗
vidrige Tötung, eines Menschen, nach dem Deutschen
Strafgeseßbuch (G 211), mit dem Tode bestraft; ebenso
I 80) der Morvdversuch gegen den Kaiser, den eigenen
ind fremden Landesherrn; fonst wird Mordversuch mit
zuchthaus von 3—15. bestraft. (S. auch Kindesmord,
Justmord, Raubmord.)
Morvant (frz. spr. ang), Beize, Beizmittel. In der
Musit ist M. (ital. Mordente), Beißer, auch Kräusel, die
Verzierung einer Hauptnote durch einmaliges schnelles
Abwechseln mit der darunter
iegenden kleinen Sckunde.
Mordfalle, Rasenfalle,
eine Raubtierfalle, bestehend
aus einer rechteckigen, mit
Rasenstücken ac. beschwerten
und schräg aufgestellten Decke
Aaus Holzknünpeln, einem Brett), die beim Berühren des
arumer befindlichen Köders niederfällt und das Tier tot-Mordfliege,
 s. Raubfliegen. sschlägt IAbb. 1184).
Mordoré RErz.), goldkäjerfarbig.
Dordwespen, s. Grabwespen.
Hoöordwinen, Mordwa, Voölkerschaft im Europ. Ruß—
land, an der mittlern Wolga, zur Gruppe der wolga—
ulgar. Finnen gehörig, (1867) 1023841 Seelen, zerfällt
n die Stämme Ersa, Mokscha und der fast verschollenen
Tarataij. Grammatik ihrer Sprache von Ahlquist (1861),
Wiedemann (1865), Budenz (ungar., 1876); Trachten von
Zeitel (1807 fg.); Paasonen (1802; über die Karataj).
More (spr. mohr), Thomas, s. Morus. I[(s. d.).
Morea, seit dem Mittelalter Name des Peloponnes
Morea, franz. Gesellschaftsinsel, s. Eimeo.
Moreau (spt. roh), Gustave, franz. Maler, geb
ö. April 1826 in Paris, gest. 19. April 1898; bes. Fi⸗
zuren in einer etwas krankhaft-übersinnlichen Auffassung
Mädchen das Haupt des Orpheus findend, Salome ꝛc
Morcau (spr. -roh), Jean Victor, franz. General,
Jeb. 14. Febr. 1763 zu Morlair (Bretagne), befehligte
1795 in den Niederlanden, 1796 und 1797 am VWhein
1798 und 1799 in Italien, nach dem 18. Brumaire Ober⸗
hefehlshaber der Rheinarmee, drang 1800 siegreich gegen
die Oslerreicher vor (entscheidender Sieg bei Hohenlinden
3. Dez.). Als Nebenbuhler Bonarpartes wurde er 15. Fehr.
1804 verhaftet und verbannt, lebte bis 1818 in Amerika,
zegab sich dann zum Kaiser von Rußland nach Prag, bei
Dresden 27. Aug. schwer verwundet, gest. 2. Sept. 1813 zu
daun (Böhmen). — Biogr. von Beauchamp (1814).
Moreau (spr. roh), Mathurin, franz. Bildhauer, geb.
18. Nov. 1822 in Dijon; schuf: Spinnerin (Marmor),
Primavera (Bronze), Phryne ꝛc.
Morecambebai (pr. mohrkämmbai), Meerbusen an
»er Westkuͤste der engl. Grafsch. Lancaster; daran das
Zeebad Morecambe, (1901) 11798 E.
Moreen (engl. spr. rihn), stark moirierter Stoff aus
dammgarn, auch mit Jute, zu Unterröcken.
Wörel, Auguste Benedicte, Irrenarzt, geb. 22. Nov
1800 in Wien, gest. 80. März 1873, Direktor der Itren—
instalt in Saint-Mou bei Rouen, forschte über Ent—
dehung der Geisteskrankheiten, erbliche Einflüsse u, a.;
ine große Unregelmäßigteit in der Bildung der Ohr—
muschel nach ihm Morelsches Ohr benannt; schrieb „Traitse
des maladies mentales“ (1866) u. a.
Morelia, fruͤher Valladolid de Michoacan, Hauptstadt
es merit. Staates Michoacau, (18000) 37 278 E.
Moreilla (spr. ellja), Stadt in der span. Prop. Castelhn
 dela Plang (19005 7335 E.: Tuchweberei und Färberei.

1194. Mordfalle.

213

Mor
Morella (spr. ellja), Graf von, Karlistengeneral,
Tabrera, Doͤn Ramon.
Morellen, Kirschensorte, s. v. w. Amarellen (s. d.).
Morelli, Giovauni, ital. Kunstforscher, geb. 1816 zu
Zerong, gest. 1. März 1891 in Mailand, verfaßle unter dem
Pseudonym Jvan Lermolieff eine auf neuer Art der Kunst—
ritik fußende, einige wichtige Gemüldegalerien (zu Rom,
München, Dresden, Berlin) behandelnde Folge „Kunstritischer
 Studien über ital. Malerei“ (3 Bde., 1890003).
Morelly, frauz. Sozialist des 18. Jahrh, predigte in
em „Lods de Iä nature“ (1755; neue Ausg. 1841)
en vollständigsten Kommunismus.
Morelos, Staat in der Republik Meriko, 7082 qkm,
1000) 160 115 E.; Hauptstadt Cuernavaca; 180 Km süd⸗
tl. davon die Stadt M., 6269 E.; Anbau vdon Zuckerrohr.
Mören, s. Moiren.
Torémdo (ital., Mus.), hinsterbend, allmählich schwächer
Mores (lat.), Sitteü, Lebensart. swerdend.
Moresby, Port, s. Port Morxesby.
Moresbyinseln (spr. mohrsbl-), brit. Inselgruppe
35. Inseln) an der Südostspitze von Neuguined; die
zrößten Moͤresby und Basilisk.
Moresca, Morisca Gtal., „Maurentanz“), im 15.
ind 46. Jahrh. beliebter Schwertertanz im 8.-Tatt.
Moresnet (spr. xeneh) Neutral⸗Mi., neutrales Ge—
ziet (330 ha) an der belg. Grenze bei Aachen, mit der Ge—
neinde Neutral⸗M. oder Kelmis, etwa 3400 E.; berůhmte
Valmeilagerstätte Altenberg. M. steht seit 1816 unter
reuß. und belg. Hoheit mit eigener Berwaltung. Gegen—
iber der Ort Preußisch-M. (657 E.). Im nahen Bley⸗
— (1902).
Moreto y Cabaña (spr.wannja), Don Auguftin,
han. Dramatiker, geb. 1618 in Madrid, gest. 28. Ott.
669 als Rektor des Hospitals del Refugiod zu Toledo;
ein Lustspiel „El desden con el desden“ von Schrey⸗
ogel (West) als „Donna Diana“ deutsch bearbeitet.
Moretto, ital. Maler, s. Buonvicino.
Morez (spr.-reh), Stadt im franz. Dep. Jura, an der
enne, (1801) 6217 E.; Uhrenindustrie.
Morfil (frz.; span. Marfil), rohes Elfeubein.
Morfil, Elfenbeininsel, große fruchtbare Insel im
aterlauf des Senegal.
Morgagni (spr. annjii), Giovanni Battista, Be⸗
ründer der pathol. Anatomie, geb. 25. Febr. 1682 zu
Forli, 1711 Prof. zu Padua, gest. 6. Dez. 1771; schrieb:
De sedibus et causis morbporum“ (1761; deutsch,
Bde., 1771 -76). Nach ihm benannt die Morgaguischen
Muscheln, die Morgagnifche Tasche, die von den falschen
Stimmbändern gebildete Tasche oberhalb des Kehlkopfein—
sangs, u. a. — Vgl. Falk (1887).
Viorgan (jspr. mohrgen), John Pierpont, amerik.
zankier, geb. 17. April 1337 in Hartford (Counecticut),
871 in Reuyork etabliert, Begründer und Organisatör
ciesiger Trusts, so 1901 des Eisen- und Stahltrusis, 1802
jes internationalen Schiffahrtstrusts.
Morgan (spr.mohrgen), Lady Sydney, geborene Owenon,
 engl. Schriftstellerin, geb. 1783 zu Dublin, vermählt
nit dem Arzt Sir Charles M. gest. 13. April 1859
erfaßte Romane aus dem irischen Leben („The wilä
risn girl“, 1886, 2c.), Reiseschilderungen (, Franco“,
Bde., 1817; „Italy“, 2 Bde., 1821) u. a.
Morgana, in der breton. Sage Schwester des
dönigs Ärtur und verschmähte Geliebte Lancelots, in der
Fata Morgana (s, Luftspiegelung) fortlebend.
Morganatische Ehe (vom mittellat. morganattea,
Morgengabe), Ehe zur linken Haud, die standesungleiche
ẽhe, in der die nicht ebenbürtige Frau und ihre Kinder
»on den Standesvorrechten des Mannes und der vollen
ẽrbfolge ausgeschlossen sind; nur den regaierenden Hüufcrn
ind dem hohen Adel gestattet.
Morgarten, Bergabhang am Ostufer des Agerisees
m schweiz. Kanton Züg; hier 15. Nov. 1318 Sieg der
Valdstätte Schwyz, Uriund Unterwalden über die ster⸗
eicher unter Erzhetzog Leopold (Denkmal zur Erinnerung).
Vorgen, früheres Feldmaß; der preuß. oder aue
Kagdeburger M. zu 180 Quadratruten — 28, , der
ächs. I 50 Quadratruten) — 27,0 8, der bayr. (100 Qua⸗
ratruten) — 34 07 q, der bad. (400 Quadratiuten) — Z6a,
er württemb. (384 Quadratrusen 35353