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Morgen, Kurt, Afrikareisender, geb. 1. Nov. 1858 zu
Neisse, war 188890 und 1883 in Kamerun tätig; machte
1806.-97 den Feldzug gegen die Mahdisten mit, wurde
1897 Militärattache bei der dren Botschaft in Kon⸗
flantinopel, machte den griech.⸗türk. Krieg mit, 1808 Maior
1801 zum Großen Generalstab kommandiert; schrieb
Durch Kamerun von Süd Nord“ (Lpz. 1883).
Moͤrgengabe, früher das Geschenk des Ehemanns an
die Frau am Morgen nach der Brautnacht. Morgengabs
kinder, s. v. w. uncheliche Kinder.
Morgenland, s. Orient. Morgenländische Kirche
die Griechische Kirche (s. d. . Morgenländisches Reich.
das Byzantinische Reich (s. d.).
Morgenpumkt, Ostpuukt, Osten, der Durhschnitts⸗
punkt des Kquators mit dem Hoxizont in der Himmels—
gegend, wo die Sterne aufgehen. An den Tag⸗ und Nacht⸗
zleichen (um den 21. März und 28. Sept.) geht die Sonne
im M. auf. Morgenweite, die jedesmalige Entfernung
⸗eines aufgehenden Gestirns vom M. (S. Abendpuukt, Abend-Morgenröschen,
 s. Lychnis. sweite.)
Morgenroth, Kolonie im preuß. Reg.⸗Bez. Oppeln,
zu Orzegow gehörig, bedeutender Bahnknotenpunkt,
 — 874 E.; in der Nähe große Zink⸗
hütten und Kohlengruben.
Morgenstern, Luzifer, der Planet Venus,
venn er vor Sonnenaufgang am östl. Himmel steht.
Morgenstern, im spuütern Mittelalter eine
eulenartige, oben mit eisernen Zacken sternförmig
heschlagene Waffe; häufig ist auch eine Kette 8.
mit beschlagener Kugel am Schlagholz befestigt ee
Kricgsfleget Abb. 11885)). egel.
Morgenstern, Christian, Landschaftsmaler, geb.
29. Sept. 1806 zu Hamburg, gest. 26. Febr. 1867 zu
München, einer der frühesten Vertreter der romantischen
und Stimmungslandschaft; Motive aus Oberbayern und
dem Elsaß. — Sein Sohn Karl Ernst M., geb, 14. Sept.
1847 in München, seit 1884 Lehrer an der Kunstschule
in Breslau, ebenfalls ——
Morgeitstern, Lina, geborene Bauer, geb. 25. Nov.
1830 zu Breslau, vermählt 1884 mit dem Kaufmann
Theodor M. in Berlin, Gründerin der Berliner Volks—
küchen ec.; schrieb: „Das Paradies der Kindheit“ (6. Aufl.
1904), „Unibersalkochbuch““ (7. Aufl. 1808), „Der häus⸗
liche Beruf“ (6. Aufl. 1902) u. a,
Morgenweite, s. Morgenpunkt.
Dorges s(spr.morsch'), deutsch Morsee, Bezirksstadt im
chweiz. Kanton Waadt, am Genfer See, (1900) 4421 E.,
Schloß, Hafen; Gerbereien, Weinbau.
Morghen (pr. gen), Raffaello, ital. Kupferstecher,
geb. Is. Juni 1758 in Florenz, gest.‚8. April 1835 als
Hrof. an der Aktademie das.: Hauptstiche; Abendmahl nach
L. da Vinci, Parnaß und Madonng della Sedia nach
Raffael, Autora nach Guido Reni; Bildnisstiche.
Morgin (spr. morschäng), Val de M., Seitental des
Val d'Suiez mut Luftturort Morgins (1848 m ü. d. M.).
Morgue (spr. morg'), Leichenschauhaus, bes. das in
Paris, in dem die aufgefundenen Leichname unbekannter
Personen drei Tage lang zur Schau ausliegen.
Morhof, Dan. Georg, Literarhistoriker, geh. 6. Febr.
1638 zu Wismar, Prof. in Kiel, gest. 30. Juli 1681 in
Lubeck; Hauptwerke: „Unterricht von der deutschen Sprache
ind Poefle⸗ (1682; 8. Aufl. 1718), „Polxyhistor““ (1688;
b. Ausg. 1747). [4509 E.
Mori, Gemeinde in Südtirol, r. an der Etsch, (1800)
Moria, der Berg, wo dem David Gott erschien und
er zum Tempelbauplatz ersehen wurde (2 Chron. 3, 1).
Morichepalme (pr. wrie s. Mauritisa.
Mörike, Eduard, Dichter, geb. 8. Sept. 1804 zu Lud—
vigsburg, 1834 43 Pfarrer in Cleversulzbach in Würt—
emberg, 188166 Lehrer in Stuttgart, gest. das. 4. Juni
1878, bes. als Lyriker bedeutend; schrieb: Gedichte“ (1838
u. h.), den Roman, Maler Nolten“ (1832), Novellen (Mo⸗
zart auf der Reise nach Prag“ 2c.) u. a. — Val. R. Fischer
1901), Vaync (4901),
Möritkofer, Joh. Kaspar, schweiz. Literare und Kir⸗
henhistoriler, geb. 11. Febr. 1789 zu Frauenfeld, gest.
17. Ott. 1877 in Zürich; schrieb: „Die schweiz. Lite—
ratur des 18. Jahrh.“ (1861), „Ulrich Zwingli“ (2 Bde.
1867—69), „Bilder aus dem ktirchlichen Leben der Schweiz“

1864),, J. J. Breitinger und Zürich“ (1879 u. a. Selbst⸗
iogt. in den „Thurgauischen Beiträgen“ Heft 26 (1886).
Biorint, eben Moringerbsaure (Matlurin) wesent⸗
icher Beftandteil, des Gelbholzes (s. d.) farblose, kristal⸗
inische, schwach bittere Substanz; farbt sich an der Luft
in Gegenwart von Alkalien gelb. J
o inaa ., Pflanzengattg der Rubiazeen, trop. Sträu—
her, Buume oder Lianen; die Wurzeln enthalten roten
oder gelben Farbstoff und dienen zum Färben, bes. die
der ofind. Farbermorinde (M. citrifolia L).
Morinell, s. Regenpfeifer.
Moriner, delt. Volk im belg. Gallien.
Aoringa ugs., Pflanzengattg. der Kapparidazeen,
gume Rordaftitas, Ärabiens und Ostindiens. A. olei
Vr an wied in den Tropen fultiviert wegen ihrer als Ge⸗
nůfe verwendeten Blätter, Blüten, unreifen Früchte und der
Wurzelrinde. Ihre Samen sowie die von M. aptera Gaertm
amen fruher als Veheungsse, aus denen das Moringaöl
oder BehendleIs. dy) hergestellt wurde, in den Handel.
Moringen, Siadt im preuß. Reg.-Bez. Hildesheim,
1905) 2554 E., Amtsgericht.
Moringerbsäure, s. Morin.
Morioka, Hauptort des japan. Ken Zwate, ehemal.
Prov. Rituishiu auf Rippon'am Kütatamiftusse. (1899)
32 989 E.; Baumwollweberei.
Morlon, s. Bergkristall.
Morion (frz., spr. vng), Mauren⸗
rappe, aus Spanien stammende Form
des Helms im 16. Jahrh. IAbb. 1196)].
Muöris, alter, jetzt trocken liegender
Zee im heuͤtigen Fajum, wahrscheinlich
ingelegt von Ameneinhet III. (um 1900
). Chr.), nach den Griechen von einem
agenhaften Könige M. Der heutige See Birket er
derun im westl. Delta ist vielleicht sein letzter Nest.
Morisca, Tanz, s. Moresca.
Moriscos, Morisken, s. Mauren.
Mörissee, s. Möris.
Moritipalme, s. Mauritia. sto salutant
Norituri te aclutant, s. Avo Imperator, moritura
Broritz, Prinz von Anhalt-Dessau, geb. 81. Okt.
712, Sohn des Fürsten Leopold J., trat 1728 ins preuß.
Zeer, hatte wesentlichen Anteil am Siege von Kesselsdorf,
752 Gouverneur von Cůstrin, kämpfte ruhmvoll bei Leuthen,
Jei Hochtirch verwundet, gest. 11. Sept, 1760 in Dessau
Moritz, Landgraf von Hessen, geb. 26. Mai 1572,
egierte 1392 1627, gest. 15. März 1632, hochgebildeter
Fuͤrst, selbst Schriftsteller und Dramendichter.
Woritz, Prinz von Oranien, Graf von Nassau, geb.
Rov. Aßor Sohn Wuheins T von Oranien, iadh
essen Ermordung (1684) Statthalter von Holland, Sert⸗
and und ütrecht; 1800 Oberbefehlshaber der Streitmacht
uͤler vereinigten niederländ. Provinzen, focht siegreich gegen
ie Spanier, ließ Oldenbarneveldt (s. d.), hinrichten; gest.
3. April Törs im Haag, ais Feldhert hochberühnit. — Val.
groen van Prinsterer, Maurice et Barneyelt“ (1875).
Moritz, Herzog (1441 47) und Kurfürst (1447 63
on 3 21. Maͤrz 1621 zu Freiberg, Sohn
ind Rachfolger Herzog Heinrichs des Frommen, trat 1589
ur prot, Kirche über, 8. Jan. 1541 vermählt mit Agnes,
Tochter des Landgrafen von Hessen, unterstützte 1645 den
Zchmalkaldischen I gegen Herzog Heinrich von Braun⸗
chweig, schloß sich aber 1846 Kaiser Karl Y. an, der ihn
raͤch der Niederlage und Gefangennehmung des Kurfürften
ZJohann Friedrich von Sachsen bei Mühlberg 1547 mit
ser Kurwürde und einem großen Teile der Ernestinischen
Erblande belehnte. Im Mai 1551 verbündete er sich mit
den prot. Fuͤrsten in Torgau zur Befreiung der gefau—
zenen Fürsten und Aufrechterhaltung des Protestantismus,
.Okt. 1551 auch mit Heinrich II. von Franktreich gegen
den Kaiser, rückte schnell nach Junsbruck und zwaug den
daiser zum Passauer Vertrag (1452). Im Kampfe gegen
Albrecht von Brandenburg, der den Vertrag nicht aner—
annte, 9. Juli 1553 bei Sievershausen verwundet, starb
N. Ti. Juli. Seine „Polit. Korrespondenz“ hg. von
hrandenburg (1900 fg.. —Biogr. von Brandenburg
—
Moritz, Graf von Sachsen, der Marschall von Sath.
cu. geb.“28. Ott. 1696 zu Goslar, naturlicher Sohn